Schwertfarn

Mit Farnen zaubern Sie eine lebendige Atmosphäre in Ihre eigenen vier Wände. Schwertfarn ist ein Relikt der Vergangenheit und dennoch so beliebt wie nie zuvor. Die gefiederten Wedel des Farns können unter idealen Bedingungen eine üppige Länge von über 1 Meter erreichen. Um Pflegefehler zu vermeiden und das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen aus der Dinosaurierzeit zu fördern, muss jedoch einiges in Bezug auf Pflege und Standort berücksichtigt werden.

Standort und Boden

Schwertfarn gilt als überaus wählerisch seinem Standort betreffend. Bei einer direkten Sonneneinstrahlung bekommen die Blätter braune Flecken aus und vertrocknen, an einem zu dunklen Pflanzort jedoch leidet das gesamte Wachstum des Ziergewächses. Ein heller Platz mit nur wenigen Sonnenstunden täglich, wird von der Nephrolepis jedoch bevorzugt. Aufgrund des üppigen und breiten Wuchses genügt es, wenn die Pflanze leicht erhöht in der Nähe eines nach Osten oder Westen gerichteten Fensters steht. Meiden Sie auch die direkte Nähe zu Heizkörpern. Unter diesen Voraussetzungen kann der Schwertfarn sich optimal entfalten.

Das Substrat sollte einen hohen Torf- und Humusanteil aufweisen. Mischen Sie dafür herkömmliche Blumenerde mit Kompost aus dem Garten und mengen Sie zu einem Drittel Torf bei. Sofern jedoch der Standort und die Luftfeuchtigkeit stimmen, kommen ältere Pflanzen auch mit normaler Blumenerde zurecht.

Tipp: Vermeiden Sie Zugluft und die ständige Berührung mit den Wedelspitzen.

Gießen und Düngen

Schwertfarn und FrauenhaarfarnDie Pflanze verfügt über einen hohen Feuchtigkeitsbedarf, reagiert jedoch gleichzeitig empfindlich auf Staunässe. Gießen Sie mit kalkfreiem Wasser nach, sobald die oberste Erdschicht spürbar abgetrocknet ist. Bereits bei der Pflanzung sollte eine Schicht aus Tonscherben am Boden des Pflanzgefäßes ausgelegt werden. Mit dieser sorgen Sie dafür, dass überschüssige Wassermengen schneller von den Wurzeln des Schwertfarns abfließen können. Zusätzlich zur normalen Wasserversorgung benötigt das Gewächs auch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besprühen Sie den Farn regelmäßig mit einem Wasserzerstäuber oder sorgen Sie mit anderen Mitteln dafür, dass die Raumfeuchtigkeit sich dauerhaft erhöht. Dafür können Sie beispielsweise einen Standort in der Nähe eines Aquariums wählen oder aber Sie betreiben einen Zimmerbrunnen im selben Raum.

Zwischen März und Oktober muss der Schwertfarn mit einem Dünger versorgt werden. Natürliche Nährstofflieferanten, wie beispielsweise Kompost oder Hornspäne, sind für Zimmerpflanzen eher ungeeignet. Greifen Sie deswegen auf einen Flüssig- oder Langzeitdünger zurück und wenden Sie diesen strikt nach Packungsanleitung an. In der kalten Jahreszeit ruht die Pflanze jedoch. Wenn Sie in dieser Zeit Nährstoffe zuführen, riskieren Sie schnell eine Überdüngung. Eine gelbliche Verfärbung der Wedel ist beispielsweise nicht immer nur auf einen Wassermangel oder -überschuss zurückzuführen. Auch bei einem übermäßigen Angebot von Nährstoffen weist der Farn diese Anzeichen auf.

Vermehren

Um Schwertfarn erfolgreich zu vermehren, sollten Sie eine Wurzelteilung vornehmen oder Ausläufer verwenden.

  • Wurzelteilung – Hierbei wird der Wurzelballen von älteren und gut ausgebildeten Pflanzen mit einer scharfen Axt oder einer Schere durchtrennt. Der Farn sollte dabei in möglichst gleichgroße Stücke aufgeteilt werden, welche Sie im Anschluss direkt in separate Töpfe einpflanzen. Weitere Pflegemaßnahmen sind hierbei nicht erforderlich.
  • Ausläufer – Ältere Pflanzen bilden direkt aus dem Rhizom heraus kleine, beschuppte Ausläufer aus. Diese können Sie im Frühjahr vorsichtig abtrennen und in einem kleinen Gefäß mit humusreicher Torferde einpflanzen.
  • Aussaat – Eine weitere Möglichkeit der Nephrolepis-Vermehrung besteht in der Sporen-Aussaat. Diese Methode ist jedoch äußerst langwierig und gelingt nur bei reinen Schwertfarn-Arten. Neben Geduld benötigen Sie für die Sporenvermehrung folgende Materialien:
    • Papier
    • Anzuchterde
    • kalkfreies, abgekochtes Wasser
    • perforierte Folie
    • flaches Pflanzgefäß

NephrolepisDie Sporen des Farns befinden sich in dunklen Kapseln direkt an der Unterseite der Wedel. Schneiden Sie Blätter mit reifen Kapseln ab und legen Sie diese für einige Tage auf ein Blatt Papier. In einer warmen Umgebung öffnen sich die Kapseln innerhalb weniger Tage und lassen ihren staubfeinen Inhalt fallen. Streuen Sie die feinen Sporen in das vorbereitete Pflanzgefäß und feuchten Sie das nährstoffarme Substrat mit einem Wasserzerstäuber gut an. Zur erfolgreichen Keimung ist eine hohe Luftfeuchtigkeit nötig. Befestigen Sie deswegen die durchsichtige Folie über das Blumengefäß und nehmen Sie es täglich für etwa eine halbe Stunde ab. Damit beugen Sie einer unerwünschten Schimmelbildung vor. In regelmäßigen Abständen muss der Boden wieder mit lauwarmem Wasser angefeuchtet werden.

An einem hellen, warmen Platz bildet sich innerhalb von wenigen Wochen ein moosartiger Belag auf der Erde aus. Dieser wird behutsam mit einem Messer oder einem Löffel in ein zweites Pflanzgefäß umgesetzt. Unter idealen Bedingungen entwickeln sich daraus im Laufe mehrerer Wochen junge Schwertfarne. Neben einer hohen Luftfeuchtigkeit und warmen Raumtemperatur sollten Sie auf eine minimierte Keimbelastung des Substrats und des Wassers achten. Verunreinigendes Werkzeug oder nicht abgekochtes Wasser ist mitunter häufig der Grund dafür, dass die Farnsporen sich nicht entwickeln.

Umtopfen

Sobald die Wurzeln der Nephrolepis das Pflanzgefäß vollständig ausfüllen, muss das üppig wachsende Gewächs umgetopft werden. Bei älteren Farnen ist dies oft erst nach drei Jahren der Fall, jüngere Pflanzen sollten Sie jährlich umsetzen. Dabei genügt es vollkommen, wenn der neue Blumentopf nur wenige Zentimeter größer ist, als das bisher verwendete Gefäß. Umgetopft wird im Frühjahr, noch bevor die Hauptvegetationszeit der Pflanze beginnt. Damit stellen Sie sicher, dass der Schwertfarn sich gut im neuen Substrat akklimatisieren kann und keine Verfärbung der Wedel entsteht. Beim Umtopfen – und auch beim Einsetzen neu gekaufter Farngewächse – sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Den Wurzelballen großzügig vom alten Substrat befreien.
  • Eine Drainageschicht im neuen Pflanzgefäß anlegen.
  • Mit einer Mischung aus Torf und Erde halb auffüllen.
  • Schwertfarn einsetzen.
  • Die verbliebenen Hohlräume mit Substrat auffüllen und festdrücken.
  • Mit kalkfreiem Wasser kräftig angießen.

Bei dieser Aktion können Sie bei größeren Pflanzen gleichzeitig eine Wurzelteilung zur Verjüngung und Vermehrung des Farns vornehmen. Aufgrund der Größe ist es unnötig, mehrere der Nephrolepis in dasselbe Blumengefäß einzusetzen.

Tipp: Halten Sie den Boden stets mäßig feucht und besprühen Sie die Farnblätter ganzjährig mit einem Wasserzerstäuber.

Schneiden

Ein Rückschnitt ist bei Schwertfarnen nur in einigen Fällen erforderlich. Kürzen Sie die Wedel um einige Zentimeter, wenn diese vertrocknete oder verfärbte Spitzen aufweisen. Auch können Sie das üppige Wachstum des Schwertfarns mit einem Schnitt problemlos regulieren. Diese Maßnahme ist beispielsweise oft dann nötig, wenn die Wedel der Pflanze bereits einen Umfang von über 1 Meter angenommen haben. Beschneiden Sie dafür behutsam die Wurzeln des Farns und setzen Sie das Gewächs im Anschluss in das alte Pflanzgefäß zurück.

Überwintern

Schwertfarn im TopfDie aus den Tropen stammende Nephrolepis ist ein reines Zimmergewächs und sollte im Sommer nur an windgeschützte Plätze auf der Terrasse oder dem Balkon umgestellt werden. Auch Tropenpflanzen legen in der kalten Jahreszeit ein Art Vegetationspause ein und drosseln ihr Wachstum zurück. Das Winterquartier darf eine Raumtemperatur von 10°C nicht unterschreiten, gleichzeitig muss die Versorgung mit Dünger eingestellt werden. Vermeiden Sie die direkte Nähe zu Heizkörpern und sorgen Sie in warmen Räumen für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Damit vermeiden Sie eine Verfärbung der Wedelspitzen und schützen die Pflanze gleichzeitig vor einem Befall mit Spinnmilben.

Im Winter gekaufte Schwertfarn-Arten kommen häufig mit dem abrupten Wechsel zwischen klimatisierten Verkaufsräumen und den eigenen, beheizten Innenräumen nicht zurecht. Meiden Sie die Anschaffung neuer Pflanzen in diesem Zeitraum. Denn trotz einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und anderer Pflegemaßnahmen benötigen die Gewächse viel Pflege und Zeit, um sich zu erholen.

Tipp: Auch in den kalten Wintermonaten sollte die Nephrolepis nicht unnötig lang anhaltender Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Nach Süden gerichtete Fenster sind deswegen als Standort ungeeignet.

Krankheiten und Schädlinge

Vertrocknete und verfärbte Farnwedel sind häufig auf Pflegefehler zurückzuführen. Pilzerreger sind selten auf dem Schwertfarn anzutreffen, dafür bietet die Pflanze einigen schadhaften Insekten eine nahrhafte Grundlage.

Spinnmilben ? Diese Schädlinge befallen besonders im Winter bei trockener Raumluft die Zimmerpflanzen. Die nur wenige Millimeter großen Schädlinge entziehen mithilfe ihres Mundwerkzeuges den Zellsaft der Gewächse. Ohne Behandlung rufen Spinnmilben zuerst massive Verfärbungen der Blätter hervor, welche im Anschluss vertrocknen und absterben. Der Einsatz von natürlichen Fressfeinden, wie beispielsweise Raubwanzen oder Florfliegenlarven, ist im heimischen Wohnzimmer nur selten realisierbar.

Ebenso effizient wie die tierischen Helfer ist jedoch auch die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit: Stellen Sie die befallene Pflanze in Quarantäne und besprühen Sie den Farn ausgiebig mit kalkfreiem Wasser. Danach umwickeln Sie das Gewächs und den Blumentopf komplett mit einer durchsichtigen Folie. Wiederholen Sie bei Bedarf diese Maßnahme über mehrere Tage, um alle Spinnentiere komplett zu entfernen. Um einem Befall generell entgegen zu wirken, sollte die direkte Nähe zu Heizkörpern vermieden und für eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum gesorgt werden.

  • Blattläuse – Ebenso wie Spinnmilben ernähren sich auch Blattläuse vom Zellsaft der Gewächse. Bevorzugt sitzen die Läuse dabei auf der Unterseite der Wedel, wo sie häufig erst aufgrund der oberflächlichen Verfärbung der Blätter entdeckt werden. Durch den Honigtau, der Ausscheidung der Insekten, entsteht zudem ein klebriger Belag auf den stark befallenen Pflanzenteilen. Um Zimmerpflanzen von Blattläusen zu befreien, sollten Sie den Farn mit einem scharfen Wasserstrahl abduschen und mit Seifenlauge einschäumen. Auch in geschlossenen Räumen können Sie mit einem Sud aus Ackerschachtelhalmen oder Brennnesseln sprühen. Insektizide sollten Sie nur dann anwenden, wenn natürliche Hausmittel wirkungslos bei der Bekämpfung waren.
  • Wurzelfäule – Schwertfarn ist eine äußerst feuchtigkeitsliebende Pflanze, reagiert allerdings äußerst empfindlich auf Staunässe. Dringt ein unangenehmer Geruch aus dem Erdreich und kümmert der Farn sichtbar vor sich hin, deuten diese Symptome unweigerlich auf Wurzelfäule hin. Gegen diese Krankheit gibt es kein wirksames, chemisches Mittel. Setzen Sie den Farn in trockenes Substrat um, ohne die faulenden Wurzeln dabei zu entfernen. Sofern der Befall noch nicht weit fortgeschritten ist, regeneriert sich die Pflanze oft selbst.

Sorten

Sorte des SchwertfarnsVon Schwertfarn haben sich besonders die beiden Arten „Nephrolepis corifolja“ und „Nephrolepis exalta“ als beliebte Zimmerpflanzen bewährt. Beide Arten sind selbst in unterschiedlichen Wuchsformen und -Größen erhältlich.

Nephrolepis exalta: Je nach Sorte schwankt die Größe der gefiederten Farnwedel zwischen 80 und 180 Zentimeter. Junge Blätter neigen bei dieser Schwertfarn-Sorte oft dazu, Wedel ohne Befiederung auszubilden. Schneiden Sie diese stark zurück, um den normalen Wuchs wieder zu erreichen.

Nephrolepis corifolja: Die Färbung dieser Sorten variiert von hell- bis dunkelgrün, die Wedel der Pflanzen sind jedoch selten so ausgeprägt in der Befiederung wie die anderer Schwertfarn-Arten.

Fazit

Schwertfarne gehören mit zu den beliebtesten Farnarten, verlangen dem Halter aber in Sachen Pflege und Haltung einiges ab. Die Nephrolepis dominiert ihren Pflanzort und ist durch ihren üppigen Wuchs und der gefiederten Wedel ein interessanter Blickfang im Wintergarten oder in den eigenen vier Wänden. Unter idealen Voraussetzungen lässt sich die Pflanze auch problemlos vermehren.