Madagaskarpalme Pachypodium lamerei

Die Madagaskarpalme, die ursprünglich in den subtropischen Regionen Afrikas beheimatet ist, erreicht im Freien eine Größe von bis zu acht Metern. Doch das Gewächs kann auch als Zimmerpflanze gehalten werden und wird dann maximal einen Meter groß. Robust und widerstandsfähig, benötigt die Pflanze nur wenig Pflege. Doch Vorsicht: Die Madagaskarpalme ist giftig.

Korrekter Standort, günstige Bodenbedingungen

Die Madagaskarpalme bevorzugt einen stets hellen Platz in der vollen Sonne, der möglichst warm ist. Grundsätzlich muss jedoch beachtet werden: Je wärmer die Pflanze steht, umso mehr Licht muss ihr zur Verfügung gestellt werden. Allerdings werden auch Bereiche, die sich im Halbschatten befinden, toleriert. Während der Sommermonate sollte die Madagaskarpalme am besten im Freien stehen, zum Beispiel auf dem Balkon oder im Garten. In dieser Zeit gedeiht die Pflanze besonders gut bei Temperaturen zwischen 20 und 24°C. Allerdings darf das Gewächs erst zu einem Zeitpunkt ins Freie verbracht werden, an dem keine Nachfröste mehr zu erwarten sind. Auch im Winter muss darauf geachtet werden, dass die Temperaturen 18°C nicht unterschreiten. Während dieser Zeit sollte die Pflanze am besten an einem Platz in der Nähe der Heizung stehen; die trockene und warme Heizungsluft wird problemlos vertragen. Gut geeignet ist ein Fensterplatz, so dass die Madagaskarpalme in den Genuss der vollen Sonne kommt.

Das Substrat, das beim Kultivieren des Gewächses zum Einsatz kommt, sollte bestimmte Eigenschaften aufweisen:

  • durchlässig
  • reich an Nährstoffen
  • pH von 7

Grundsätzlich können unterschiedliche Mischungen zum Einsatz kommen. ein aufgelockertes Gemisch aus Blumenerde und Sand eignet sich ebenso wie lehmige Landerde, die im Verhältnis 1:1 mit Kakteenerde gemischt wird. Doch auch reine Kakteenerde kann verwendet werden. Des Weiteren kommen Fertigsubstrate zum Einsatz, die mit lehmhaltiger Erde und Sand versetzt werden.

Hinweis: Um bei hohen Töpfen die Standfestigkeit zu erhöhen, hat es sich bewährt, diese mit einer Kiesschicht auszulegen.

Gießen, Düngen, Umtopfen – optimale Pflege

Madagaskarpalme Pachypodium lamerei Die Madagaskarpalme gehört zu den Sukkulenten, die grundsätzlich für ihren geringen Wasserbedarf bekannt sind. Allerdings weist das Gewächs einen für diese Pflanzengattung eher untypischen Wasserverbrauch auf. Bei Erhöhung der Wasserzufuhr wächst die Pflanze insgesamt wesentlich schneller und bildet zusätzlich mehr Blätter aus. Allerdings darf bei der Bewässerung keinesfalls Staunässe entstehen; das stehende Wasser führt häufig zur Ausbildung diverser Erkrankungen, zum Beispiel Wurzelfäule. Auch wenn die Madagaskarpalme grundsätzlich ein verbessertes Wachstum zeigt, wenn auf eine ausreichende Bewässerung geachtet wird, übersteht die Pflanze auch lange Trockenperioden ohne Probleme. Während der Wintermonate sollte das Gewächs ohnehin beinahe komplett trocken gehalten werden. Allerdings ist diese Trockenperiode nicht immer von den Jahreszeiten abhängig; diese Phase erkennt man am besten, wenn man die Pflanze gut beobachtet. Sobald die Madagaskarpalme mit dem Abwurf von Blättern beginnt, ist die Zeit der Trockenperiode gekommen. Dann wird die Pflanze mit einer Wassermenge versorgt, die es lediglich ermöglicht, dass ein kleiner Rest der Feuchtigkeit im Ballen verbleibt. Das Ende dieser Trockenphase ist gekommen, wenn sich wieder vermehrt Triebe ausbilden; dann darf wieder etwas mehr gegossen werden.

Neben der optimalen Bewässerung spielt auch die gezielte Düngung eine bedeutende Rolle bei der Pflege von Madagaskarpalmen. Am besten eignet sich die zusätzliche Gabe von Nährstoffen in den Monaten Mai bis August. Während dieser Zeit kann sparsam und mit schwacher Konzentration gedüngt werden; besonders gut geeignet sind Kakteendünger oder Volldünger. Die Nährstoffzugabe erfolgt einmal im Monat. Allerdings sollte die Düngung insbesondere bei großen Exemplaren eher zurückhaltend erfolgen.

Zur optimalen Pflege der Madagaskarpalme gehört ferner das Umtopfen, bei dem folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Zeitpunkt zum Umtopfen: Frühjahr
  • Regelmäßigkeit: alle zwei Jahre
  • beim Eintopfen auf gute Drainage achten

Der neue Topf sollte über Abzugslöcher verfügen, die zum Schutz vor Verstopfung mit Blähton und Tonscherben abgedeckt werden sollten.

Ein Pflegeschnitt ist bei der Madagaskarpalme in der Regel nicht notwendig.

Richtig überwintern

Madagaskarpalme Pachypodium lamerei Die Wintermonate verbringt die Madagaskarpalme am besten im Haus. An einem beheizten Platz in der Nähe der Heizung am Fenster sind die Bedingungen am besten. Die Bewässerung erfolgt nur schlückchenweise. Besonders während der kalten Jahreszeit ist das richtige Gießverhalten von großer Bedeutung; bildet sich nasses Substrat aus, können schnell die Wurzeln faulen. Unter dem Einfluss der niedrigen Temperaturen ist im Winter die Gefahr für Wurzelfäule besonders hoch.

Vermehrung und Aussaat

Die Vermehrung der Madagaskarpalme erfolgt vor allem über abgetrennte Seitentriebe, die anschließend bewurzelt werden. Das Abschneiden von Trieben darf nur bei gesunden und wüchsigen Mutterpflanzen erfolgen. Mit einem scharfen Messer werden die benötigten Pflanzenteile unterhalb des Knotens entfernt. Anschließend trocknen die Schnittstellen am besten acht bis zwölf Stunden an. Dann werden die unteren Blätter des Stecklings entfernt. Die Triebe können für eine verbesserte Bewurzelung vor dem Eingeben in die Erde zusätzlich mit einem speziellen Bewurzelungsmittel behandelt werden. Dann steckt man die Triebe in Töpfe oder Schalen, die mit spezieller Anzuchterde gefüllt sind. Die ursprünglich basalen Teile des Triebes zeigen dabei nach unten. Nach dem Stecken sollte wenigstens ein Auge aus der Erde heraus schauen. Für einen verbesserten Bewurzelungsprozess ist in der Folgezeit eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit ideal. Um diese Bedingungen zu erreichen, können die Stecklinge beispielsweise mit einer Plastikhaube abgedeckt werden. Um den Topf herum wird die Folie dann mit einer Schnur oder einem Band zusammen gebunden. Durch diese Maßnahme wird die Pflanze vor Verdunstung geschützt. Wenn sich Wurzeln und neue Blätter gebildet haben, kann die Madagaskarpalme umgetopft oder ausgepflanzt werden.

Hinweis: Alternativ kann die Vermehrung auch über Samen erfolgen. Die Anzucht gelingt am besten in Frühling und bei einer Keimtemperatur, die zwischen 25°C und 30°C liegt.

Schädlinge und Krankheiten

Die Madagaskarpalme wird vor allem von Läusen befallen, zum Beispiel von der Schildlaus. Die weiblichen Exemplare saugen mit Hilfe ihres Rüssels an den Blättern der Pflanze. Man unterscheidet zwischen den Deckelschildläusen, die deckelförmige Schilde ausbilden, und napfförmigen Varianten, deren Schilde die Gestalt eines Napfes annehmen. Anhand der charakteristischen Symptome ist der Befall von Schildläusen bei der Madagaskarpalme leicht zu erkennen:

  • SchildlausSchilde auf den Blättern, je nach Art deckel- oder napfförmig und pustelähnlich
  • Schilde stehen dicht an dicht innerhalb krustiger Beläge
  • klebrige Ausscheidungen von Honigtau
  • Verkrüppelungen einzelner Pflanzenteile
  • Wachstumsstörungen

Um einem Befall mit Schildläusen vorzubeugen, stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung; zum einen können, insbesondere im Freiland, die natürlichen Feinde der Schädlinge gefördert werden. Hierzu zählen vor allem Marienkäfer, Schlupfwespen und Ohrwürmer. Liegt jedoch ein akuter Befall vor, müssen ergänzende Maßnahmen erfolgen. Mit einer kleinen Bürste, zum Beispiel einer Zahnbürste, können befallene Triebe und Blätter von den Schädlingen befreit werden. Wenn bei starkem Befall auch die Rinde betroffen ist, wird diese am besten mit einer Drahtbürste bearbeitet. Zusätzlich helfen diverse Spritzungen mit Öl. Meist sind solche Zubereitungen aus Paraffinöl oder aber aus Rapsöl hergestellt. Durch das Auftragen auf die betroffenen Pflanzenteile bildet sich ein Film über den Schädlingen aus; dieser hat das Ersticken der Läuse zur Folge.

Insgesamt spielt der Schädlingsbefall bei der Madagaskarpalme jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Viel häufiger leidet die Pflanze an Erkrankungen, die überwiegend durch Pflegefehler hervorgerufen werden. Besonders häufig führt eine falsche Bewässerung zu der Ausbildung von Krankheitssymptomen; erhält das Gewächs zu viel Wasser in einer einzelnen Portion, wird die Erde zu stark durchfeuchtet. Häufig entsteht dann Staunässe. Insbesondere während der Wintermonate können dann in Kombination mit Kältereizen erhebliche Probleme entstehen. Steht der Topf beispielsweise auf einem kalten Boden, wird bei nassem Substrat leicht Wurzelfäule ausgebildet. Die Blätter verfärben sich bei dieser Erkrankung schmierig schwarz. Zusätzlich können von unten her die Blätter ausfallen. Ist die Madagaskarpalme von Wurzelfäule betroffen, hat es sich bewährt, die Bewässerung einige Wochen lang komplett einzustellen. Anschließend sollte wieder schwach gegossen, jedoch stets darauf geachtet werden, dass lediglich im Ballen eine leichte Restfeuchte verbleibt. Zusätzlich sollte ein Standortwechsel in Erwägung erzogen werden, der dem Gewächs auch die nötige Bodenwärme verschafft. Neben einer zu starken Bewässerung können sich jedoch auch Probleme bei kompletter Trockenheit einstellen; auch in diesem Fall reagiert das Gewächs mit dem Abwurf der Blätter.

Giftigkeit der Palme

Madagaskarpalme Pachypodium lamerei Die Madagaskarpalme, die auch „Stern der Steppe“ genannt wird, gehört zu den Hundsgiftsgewächsen und enthält Giftstoffe. In den einzelnen Pflanzenteilen wird vor allem ein hoher Gehalt an Cardenoliden vermutet; hierbei handelt es sich um ein Herzgift. Insbesondere der Stamm und die Blätter der Madagaskarpalme bergen den giftigen Milchsaft, der nicht nur für den Menschen, sondern auch für Tiere schädlich ist. Vögel vergiften sich genauso an der Pflanze wie Hunde oder Katzen. Deshalb sollten Gartenfreunde, die Haustiere halten, auf das Kultivieren von Madagaskarpalmen möglichst komplett verzichten. Auch für Familien mit kleinen Kindern ist das Gewächs nicht geeignet. Im Falle einer Vergiftung sind die auftretenden Symptome der Giftwirkung von Schwalbenwurz sehr ähnlich. Nach dem Genuss der Pflanzenteile treten vor allem Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auf, zum Beispiel Durchfall. Daneben sind Reizungen der Blase und der Niere zu erwarten. Starke Vergiftungssymptome äußern sich schließlich in hohem Fieber und Atemlähmung.

Zudem sollten bei der Pflege des Madagaskarbaumes stets Handschuhe getragen werden, zum Beispiel beim Umtopfen; der Stamm birgt scharfe Dornen, die leicht zu Verletzungen führen können.

Medizinische Verwendung
Da die Madagaskar-Palme ein beträchtliches Giftpotential aufweist, ist eine breite Verwendung in der Medizin oder Volksmedizin nicht bekannt. Allerdings wird vor allem das Mark der Pflanze verwendet, um bestimmte Kosmetikartikel herzustellen, insbesondere für die Gesichtspflege. Diese Zubereitungen kommen vor allem in einigen Bereichen Madagaskars zum Einsatz.

Fazit
Die Madagaskarpalme präsentiert sich sehr pflegeleicht und ist deshalb für jeden Hobbygärtner geeignet – unabhängig von dem Erfahrungsschatz, den der Garten freund individuelle mitbringt. Optimal gepflegt und wohl dosiert bewässert, verschönert das Gewächs während der Sommermonate Garten und sorgt im winterlichen Wohnzimmer für eine exotische Note. Eine ideale Zimmerpflanze – die jedoch aufgrund ihrer Giftigkeit sowohl vor Haustieren als auch von kleinen Kindern fern gehalten werden muss.