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Kriechspindel, Kletterspindel – Pflege, Schneiden und Vermehren

Kletterspindel Kriechspindel

Der immergrüner Strauch, der zu der Familie der Spindelbaumgewächse gehört, wächst buschig aufrecht, niederliegend oder aber kletternd, weshalb sich mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten im Garten ergeben. Je nach Art erreicht das imposante Gewächs eine Gesamthöhe von 40 bis 100cm, wobei entweder grüne oder gelb bzw. rötlich gemusterte Blätter ausgebildet werden. Während der Wintermonate werden diese häufig mit einer rosa Schicht überzogen.

Geeigneter Standort und optimale Bodenverhältnisse

Die Kriechspindel kann an sehr unterschiedlichen Standorten kultiviert werden. Allerdings ist der Standort auch abhängig von der verwendeten Sorte. Kletterspindeln, die buntes Laub ausbilden, gedeihen besonders gut in sonnigen Bereichen des Gartens. Maximal vertragen solche Sorten Halbschatten; ein sehr dunkler Standort hat zur Folge, dass der Strauch die bunte Belaubung verliert und vergrünt. Sorten, die grünes Laub ausbilden, gedeihen hingegen auch im Halbschatten oder im Schatten. Die Wahl des geeigneten Standortes ist auch von den individuellen Vorlieben und den Einsatzwünschen des Gärtners abhängig. So kann die Kriechspindel in Solitärstellung als kleine Hecke bzw. Einfassung verwendet werden. Als ideale Kombinationspartner eignen sich vor allem andere Gehölze, Gräser und Stauden. Hier kann die Pflanze vor allem als Gehölzunterpflanzung eingesetzt werden. Besonders dekorativ wirkt die Kletterspindel dabei im Zusammenhang mit Petunien, Nelken und Phlox. Daneben ist die Kriechspindel ideal als Bodendecker geeignet. Dann bildet ein Beet, das im Schatten liegt, einen idealen Standort. Nicht zuletzt wird das Gewächs auch zur Begründung von Mauern oder Wänden verwendet, da die Pflanze an den Wänden empor kriecht. Auch der Einsatz an Zäunen lohnt sich. Als Kletterpflanze wirkt die Kletterspindel besonders dekorativ an Bäumen, Obelisken und Pergolen. Der gewählte Standort sollte insgesamt gut entwässert sein, da anhaltende Feuchtigkeit zu Pilzerkrankungen führen kann. Trotzdem ist ein Substrat zu bevorzugen, das von frischer bis leicht feuchter Qualität ist. Das verwendete Substrat sollte außerdem folgende Eigenschaften aufweisen:

  • hohe Durchlässigkeit
  • reich an Nährstoffen
  • lockere, leichte Konsistenz

Für die Kultivierung der Kletterspindel eignen sich fast alle kultivierten Erden. Besonders gut eignet sich sandig-humose Gartenerde. Liegen in der Grünanlage überwiegend schwere und verdichtete Böden vor, sollte vor der Bepflanzung eine entsprechende Aufbereitung erfolgen. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die gezielte Auflockerung, die beispielsweise mit Hilfe von Sand oder Kompost bzw. Pflanzenerde erfolgen kann. Auch ein zusätzliches Mulchen hat sich bewährt, zum Beispiel mit Gartenhäcksel, Rindenmulch oder Grobkompost.

Tipp: Da sich die Kletterspindel als rauchharte Pflanze präsentiert, ist auch eine Kultivierung im Stadtklima möglich.

Optimale Pflege

Im Allgemeinen benötigt die Kletterspindel nur wenig Pflege. Von besonderer Wichtigkeit ist ein gleichmäßig feuchter Boden. Die Bewässerung sollte sehr sorgfältig erfolgen. Insgesamt ist die Pflanze nur bei Trockenheit zu gießen. Nach der Bewässerung muss mit der nächsten Wassergabe gewartet werden, bis die oberste Erdschicht gut trocken ist. Befindet sich die Pflanze an einem eher schattigen Standort, wird auch eine Trockenperiode im Allgemeinen gut vertragen. An sonnigen Standorten sollte hingegen besonders gut darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht austrocknet. Ein regelmäßiges Mulchen bewahrt zusätzlich gegen Trockenheit.

Grundsätzlich muss die Pflanze nicht gedüngt werden. Nur wenn die Kletterspindel auf besonders armen Böden kultiviert wird, hat sich die Zugabe von Kompost bewährt. Als bester Zeitpunkt zeigt sich hierfür das Frühjahr. Gärtner, die zum ersten Mal eine Kletterspindel kultivieren, setzen das recht langsame Wachstum der Pflanze häufig mit einem Mangel an Nährstoffen gleich und verabreichen zusätzlich Dünger. Diese Maßnahme ist jedoch keinesfalls gerechtfertigt, da auch ein sehr behäbiges Pflanzenwachstum nicht die Folge von Unterversorgung darstellt.

Die Überwinterung der Kriechspindel gestaltet sich problemlos. Das immergrüne Gewächs ist bis zu Temperaturen von -25° frosthart. Ein zusätzlicher Winterschutz ist in der Regel nicht erforderlich; falls jedoch einige Sorten empfindlich auf starken Frost reagieren sollten, ist ein Standortwechsel in geschützte Bereiche im Garten zu erwägen.

Schnitt der Kriechspindel

Kletterspindel KriechspindelDie Kriechspindel kann von Zeit zu Zeit geschnitten werden. Hierbei können unterschiedliche Verfahren zum Einsatz kommen:

  • Auslichten
  • leichter Formschnitt
  • radikaler Rückschnitt

Am besten wird die Kletterspindel während der Vegetationszeit geschnitten. Die Monate zwischen Frühjahr und Sommer eignen sich besonders gut. Beim Auslichten werden ältere Triebe kurz über dem Boden herausgeschnitten. Auch abgestorbene Zweige trennt man heraus. Zu dicht stehende, sich stark überkreuzende oder anderweitig störende Zweige werden ebenfalls abgetrennt. Besonders wenn die Kriechspindel als Beetumrandung oder Einfassung eines Tors verwendet wird, eignet sich ein Formschnitt, der auch außerhalb der Hauptschnittzeit vorgenommen werden kann. Hier spielen vor allem die individuellen Vorlieben des Gärtners eine Rolle. So können beim Formschnitt sowohl eckige auch als runde Gebilde erzeugt werden.

Neben dem einfachen Auslichten und dem Formschnitt verträgt die Kriechspindel jedoch auch einen radikalen Rückschnitt. Dieser kann beispielsweise notwendig werden, wenn sich das Gewächs zu rasch ausgebreitet und wuchernde Eigenschaften angenommen hat.

Hinweis: Ältere Exemplare lässt man am besten ungeschnitten, weil sie danach schlechter austreiben.

Kriechspindel richtig pflanzen

Die Kletterspindel kann sowohl im Herbst als auch im Frühjahr angepflanzt werden. Allerdings eigen sich die Monate im Frühjahr häufig am besten. In besonders rauen Lagen sollte die Kultivierung am besten an einem etwas geschützten Standort erfolgen, um die jungen Pflanzen vor niedrigen Temperaturen während der Wintermonate zu schützen. Bevor die jungen Pflanzen eingesetzt werden können, sollten besonders schwere Böden aufgelockert und gegebenenfalls mit Sand aufbereitet werden, um die Durchlässigkeit zu erhöhen. Anschließend werden die einzelnen Exemplare eingepflanzt, wobei insbesondere auf den richtigen Abstand der Pflanzen zueinander geachtet werden muss. Als Faustregel gilt: Der Abstand sollte etwa halb so groß ausfallen wie die geplante Wuchshöhe, die je nach Sorte unterschiedlich ausfallen und bis zu 100cm betragen kann. Ein Abstand von 30cm ist in dem meisten Fällen ideal. Zur vollständigen Bodendeckung müssen vier bis sechs Pflanzen gesetzt werden, die für eine deckende Ausbreitung etwa zwei Jahre Wachstum benötigen. Nach dem Einpflanzen wird das Gewächs sorgfältig gemulcht.

Vermehrungsmöglichkeiten

Für die Vermehrung der Kletterspindel stehen grundsätzlich drei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Vermehrung über Samen
  • Einsatz von Stecklingen
  • Einsatz von Absenkern

Die Aussaat der Samen gestaltet sich recht langwierig. Bis der Strauch das erste Mal farbenfrohe Blüten und auch Früchte ausbildet, können mehrere Jahre vergehen. Die Aussaat wird bevorzugt im Herbst oder im Frühling durchgeführt, da es sich bei der Pflanze um Kaltkeimer handelt. Diese benötigen nach dem Einsetzen in die Erde besonders niedrige Temperaturen, um zu keimen.
Besonders gut funktioniert die Vermehrung der Kriechspindel über Stecklinge. Zu diesem Zweck eignen sich verholzte Teile der Pflanze besonders gut. Man schneidet die Stecklinge von halbreifem Holz ab. Hierbei handelt es sich um Zweige, die gerade anfangen, zu verholzen. Der Schnitt dieser Zweige sollte sehr gerade erfolgen. Die Stecklinge weisen im Idealfall einen Durchmesser von einem bis zwei Zentimetern auf und sind zwischen zehn und 15 Zentimetern lang. Bevor der Zweig in Substrat eingesetzt werden kann, müssen die unteren Blätter entfernt werden. Jetzt kann die Anzuchterde vorbereitet werden. Für die Kultivierung von Stecklingen eignet sich am besten ein Gemisch, das aus Torf und Sand besteht. In diese Erde wird der Steckling anschließend senkrecht eingesetzt. Mit einer Folie abgedeckt, kann das Substrat nicht austrocknen. Die Ausbildung von feinen Wurzeln kann sich anschließend über mehrere Wochen hinziehen. Allerdings kann dieser Prozess etwas beschleunigt werden; hierzu wird der untere Abschnitt des Stecklings in ein spezielles Bewurzelungspulver getaucht. Diese Substanz enthält bestimmte Hormone, die den Austrieb der Wurzeln fördern. Nach Ausbildung von Wurzeln kann die junge Pflanze in ein Substrat umgetopft werden, das eine noch höhere Durchlässigkeit bietet. Die Kriechspindel sollte während der ersten Zeit an einen warmen und hellen Standort verbracht werden. Wenn sich das Gewächs optimal entwickelt hat, kann der endgültige Standort gewählt werden, der je nach Art sonnig bis schattig sein sollte.

Alternativ zur Vermehrung über Stecklinge kann auch eine Vervielfältigung der Pflanze über Absenker versucht werden. Zu diesem Zweck wird ein Trieb zunächst herunter gebogen. Die Biegungsstelle wird in einer Bodengrube fixiert, wobei Triebspitze senkrecht steht. Es hat sich bewährt, die Biegungsstelle zusätzlich mit einem scharfen Messer anzuritzen, um die Bewurzelung zu fördern. Nach der Abdeckung mit Erde wurzelt sich der Absenker an der Verletzungsstelle und kann später dann von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

Krankheiten bekämpfen

Kletterspindel KriechspindelDie Kriechspindel zeigt sich gegenüber Schädlingen wenig anfällig. Allerdings können ungünstige Bodenbedingungen bzw. Standortfehler dazu beitragen, dass sich an der Pflanze vermehrt Pilzerkrankungen ausbreiten. Anhaltende Trockenheit oder zu feuchte Standorte erhöhen das Risiko für die Pflanze. Je nach Pilzerkrankung kann sich der Befall in unterschiedlichen Symptomatiken äußern:

  • pustelartige Sporenlager
  • Blattflecken und Blattbeläge
  • Fäulniserscheinungen
  • Absterben einzelner Pflanzenteile

Als vorbeugende Maßnahme gegen Pilzerkrankungen ist bei der Kriechspindel die sorgfältige Wahl des Standortes wichtig, der nicht zu feucht sein darf. Falls sich erste Symptome zeigen, ist ein Standortwechsel angezeigt. Auch die gezielte Aufarbeitung des Bodens hat sich in diesem Zusammenhang als hilfreich erwiesen. Um die Kletterspindel vor dem Befall zu schützen, sollte darüber hinaus ein großzügiger Abstand zwischen den einzelnen Exemplaren eingehalten werden. Wenn die Standort- und Bodenverhältnisse in der Grünanlage besonders ungünstig sind und man bereits Erfahrungen mit Pilzbefall machen musste, ist es ratsam, im Vorfeld besonders widerstandsfähige Sorten zu wählen. Zusätzlich können die Gewächse auch mit speziellen Pflanzenstärkungsmitteln versorgt werden. Zu diesem Zweck werden vor allem Gesteinsmehle und Kräuterauszüge – zum Beispiel ein Extrakt aus Schachtelhalm – eingesetzt. Bei der Bewässerung sollten ebenfalls einige Regeln beachtet werden: Am besten werden die Pflanzen in den frühen Morgenstunden gegossen; so kann die Flüssigkeit anschließend besser abtrocknen. Außerdem hat es sich bewährt, das Wasser direkt in den Wurzelbereich zu gießen. Viele Pilze breiten sich besonders gut aus, wenn die Blätter und die Blüten feucht sind. Ist die Pflanze nur leicht befallen, können einzelne Teile des Gewächses abgetrennt werden. Die befallenen Pflanzenteile dürfen jedoch nicht auf dem Kompost entsorgt werden.

Fazit
Hobbygärtner, die nur wenig Zeit für die Kultivierung ihrer Gewächse aufwenden können, kommen mit der Kletterspindel auf ihre Kosten; das pflegeleichte Gewächs, das Mauern, Zäune und Hauswände dekoriert, benötigt nur wenig Aufmerksamkeit. Einmal an einem idealen Standort gepflanzt und bei Trockenheit gleichmäßig bewässert, haben Pflanzenfreunde lange Freude an den rankenden und kletternden Gewächsen.