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Italienische Waldrebe, Clematis viticella: Pflege und Schneiden von A-Z

Italienische Waldrebe

Bereits vor über 400 Jahren haben Gärtner die Italienische Waldrebe für sich entdeckt und kultiviert. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist hier von Spanien bis nach Asien verbreitet. Neben den ursprünglichen wilden Clematis viticella gibt es mittlerweile viele gezüchtete Sorten, die robuster aber ebenso anmutig und dekorativ sind. Bei der Italienischen Waldrebe handelt es sich um eine Kletterpflanze, die bis zu fünf Meter hoch werden kann.

Steckbrief

  • lat. Name: Clematis viticella
  • Ursprung: Mittelmeerraum
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Blüte: violett, purpur oder weiß, rot, blau und rosa
  • Wuchsform: aufrecht kletternd
  • Wuchshöhe: vier bis fünf Meter
  • Blattform: lanzettenartig
  • Winterhärte: ja
  • Kübelkultiverierung: ja
  • Kalkverträglichkeit: gegeben

Aussehen & Wuchseigenschaften

Die Pflanze ist sommergrün und bildet im Frühjahr frische, grüne, lanzettenartige, auf der Unterseite weich behaarte Blätter aus. Die Blüte beginnt im Juni und kann sich bis in den September hineinziehen. Die Wildart besticht mit violetten bis purpurnen kleinen glockenartigen Blüten. Die gezüchteten Sorten erscheinen in einem vielfältigen Farbspektrum und sind meist schalenförmig. Im Herbst entwickelt vor allem die wilde Clematis viticella Früchte mit Samen, die zur weiteren Aussaat geeignet sind. Die wilde Waldrebe überwuchert im freien natürlichen Vorkommen Mauern, Sträucher und klettert in naheliegende Bäume. Daher ist in der Gartenkultur ein regelmäßiger Schnitt sehr wichtig.

Aussaat

Nach der Blüte werden kleine Früchte gebildet, die die Samen enthalten, die zur Aussaat genutzt werden können, wenn die Clematis viticella auch an einem anderen Standort vermehrt werden soll. Ansonsten vermehrt sich die Pflanze auch ganz natürlich über herunter fallende Samen am selben Standort ganz von selbst. Bei der gezielten Aussaat sollte jedoch wie folgt vorgegangen werden:

  • Italienische Waldrebeherunter gefallene Samen aufsammeln
  • alternativ direkt aus der Beere pflücken
  • Anzuchterde in Töpfe füllen
  • Samen leicht einstecken
  • Lichtkeimer
  • feucht halten
  • mit durchsichtiger Folie abdecken
  • täglich lüften
  • warmer, heller Standort
  • zeigen sich erste Keimlinge, Folie entfernen

Die kleinen Pflanzen können im Frühjahr nach den Eisheiligen im Mai dann an den gewünschten Standort ausgepflanzt werden. Im ersten Jahr bleiben sie noch recht klein, ab dem zweiten Jahr kann jedoch mit einem guten Wachstum und einer reichhaltigen Blüte gerechnet werden.

Blütezeit

Während der Blütezeit von Juni bis September zeigt die Italienische Waldrebe ihre gesamte Pracht. Denn steht die Pflanze an dem richtigen Standort bildet sie zu dieser Zeit mehr Blüten, als sie Blätter hat. Die grünen Blätter verschwinden dann fast ganz unter der blühenden Pracht. Die Farben sind je nach Sorte unterschiedlich, wobei die ursprüngliche, wilde Waldrebe überwiegend purpurne oder violette Blüten bildet.

Bodenbeschaffenheit

Die Clematis viticella wünscht einen feuchten bis leicht trockenen Boden. Ganz austrocknen sollte die Erde nicht, Staunässe hingegen muss verhindert werden. Ein humusreicher Gartenboden ist ideal für das gesunde Wachstum der Waldrebe. Sauer hingegen sollte das Substrat auf keinen Fall sein. Die Pflanze ist recht gut kalkverträglich. Bei der Pflanzung sollte daher der vorhandenen Erde Kompost untergemischt werden, damit die gewünschten Nährstoffe den Boden bereichern können. Eine ständige Mulchschicht verhindert das Austrocknen des Bodens und hält zudem Sonnenstrahlen von den empfindlichen Wurzeln fern.

Düngen & Gießen

Die Clematis viticella benötigt regelmäßige Düngergaben, die in Form von Kompost im Frühjahr unter die Erde gehoben werden sollten. Wird die Erde rund um die Pflanze zusätzlich ganzjährig gemulcht, um die Feuchtigkeit in der Erde zu halten, werden hierdurch ebenfalls Nährstoffe freigesetzt, die in die Erde und somit auch an die Wurzeln gelangen. Ein weiteres, zusätzliches Düngen ist in der Regel dann nicht notwendig. Gegossen werden sollte wie folgt:

  • GießenWurzelballen nicht austrocknen lassen
  • sobald oberste Erdschicht trocken, gießen
  • Staunässe vermeiden
  • in heißen Perioden tägliche Wassergaben
  • in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden gießen

Krankheiten & Schädlinge

Die Italienische Waldrebe sowie auch ihre neu gezüchteten Sorten sind alle sehr resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen aller Art. Sogar die gefürchtete Clematis-Welke, bei der ganze Triebe welken und dann ganz austrocknen, kann ihr nichts anhaben und ist bei der Clematis viticella nicht bekannt. Weitere Krankheiten oder Schädlinge sind bislang ebenfalls nicht bekannt.

Pflanzen

Die ideale Pflanzzeit für die neuen Pflanzen ist das späte Frühjahr, idealerweise im Mai nach den Eisheiligen. Bei der Pflanzung muss darauf geachtet werden, dass gleichzeitig auch eine Drainage angelegt wird, um Staunässe zu vermeiden. Ebenfalls sollte direkt bei dem Pflanzvorgang eine Rankhilfe mit installiert werden. Bei im Garten freiliegenden Beeten wird daher eine Pergola oder auch ein Zaun angelegt, an einem direkt an einer Mauer gelegenen Beet können hier Rankhilfen aus festem Draht oder Holzlatten an der Wand angelegt werden. Bei der Pflanzung sollte dann wie folgt vorgegangen werden:

  • tiefes Loch graben
  • Drainage auf den Boden
  • mit Steinen oder Kies auffüllen
  • Erde mit Kompost mischen
  • Pflanze einsetzen
  • Rankhilfe ebenfalls einsetzen
  • Erde einfüllen
  • gut angießen
  • Mulchschicht auflegen

Pflanznachbarn

ClematisVor allem bei Gartenbeeten, die in der direkten Sonne liegen, benötigt die Clematis viticella verschiedene Pflanznachbarn, die ihr genügend Schatten auf dem Boden spenden. Sie ist mit allen Pflanzen gut verträglich, die die gleiche Bodenbeschaffenheit wünschen. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass die Waldrebe die in der Nachbarschaft gepflanzten Gewächse nicht ganz überrankt. Denn dann könnten die Pflanznachbarn Schaden nehmen, da diese nicht mehr genügend Licht, Sonne und Luft erhalten. Als Nachbarpflanzen eignen sich die folgenden:

  • niedrige Sträucher
  • Bodendecker aller Art
  • Bäume als Rankhilfe
  • viele Rosensorten
Tipp: Wächst eine Clematis viticella in einen unmittelbar in der Nähe stehenden Baum, dann sollten Sie diesen regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls Triebe von der Waldrebe entfernen. Wird der Bewuchs zu massig, kann dies dem Baum schaden. Anders herum bieten die leuchtenden Clematis-Blüten im Sommer im Baum ein sehr dekoratives Bild.

Schneiden

Die Clematis viticella ist sehr schnittverträglich. Dies liegt daran, dass sie, wie es bei Sommerblühern in der Regel immer so ist, die Blüten an den neuen Trieben trägt. Daher kann die Pflanze auch einen jährlichen kräftigen Rückschnitt gut vertragen. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Garten- oder Astschere nutzen
  • scharf, gereinigt und desinfiziert
  • idealer Zeitpunkt im November oder Dezember
  • an einem trockenen, frostfreien Tag
  • alle Triebe zurückschneiden
  • 20 bis 50 Zentimeter über der Basis
  • bei Wachstum in eine nebenstehende Pflanze
  • Triebe schneiden, die die andere Pflanze schädigen könnten
  • kann zu jedem Zeitpunkt erfolgen
  • auch Triebe, die viele Blüten tragen
Hinweis: Ein kräftiger Rückschnitt fördert eine große Blütenfülle im nächsten Jahr. Da die Waldrebe sehr schnell wachsend ist, ist die Wand, der Zaun oder die Pergola auch im nächsten Jahr schnell wieder überwachsen.

Standort

Da die Italienische Waldrebe winterhart ist, kann man Sie im Gartenbeet kultivieren. Eine Kübelkultivierung ist möglich, sollte allerdings wegen der Höhe der Pflanze und der sich hieraus ergebenden Größe der Rankhilfe überdacht werden. Denn ein regelmäßiges Umtopfen kann sich aufgrund dessen sehr schwierig gestalten. Beim Standort sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanze im Wurzel- und unterem Stammbereich im Schatten steht, der Rest der nach oben wächst, verträgt hingegen Sonne. So sollte der ideale Standort wie folgt aussehen:

  • Italienische Waldrebehalbschattig bis sonnig
  • benötigt Rankhilfe
  • vor einer West- oder Ostmauer
  • vor Südmauer, Boden schattig
  • an einem Zaun
  • an einer Pergola oder Spalier
  • leicht windgeschützt

Es sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Pflanze direkt von Anfang an den passenden Standort erhält. Stellt sich nach Jahren heraus, dass die Waldrebe an einen anderen Platz umziehen soll, dann muss man auch die Rankhilfe versetzen, was aufgrund der Größe sehr schwierig werden kann. Oft sind die Rankhilfen, wie zum Beispiel eine Pergola, auch fest im Boden einbetoniert.

Tipp: Damit die Pflanze insgesamt in der Sonne steht, der Wurzelbereich aber genügend Schatten erhält, können Sie die Waldrebe auch gemeinsam mit kleinwüchsigen Sträuchern oder Bodendeckern kombinieren, die genügend Schatten auf dem Boden im Bereich der Wurzeln bieten.

Vermehren

Die Waldreben können ganz einfach durch Stecklinge vermehrt werden. Beachten sollten Sie hierbei allerdings, dass die idealerweise genutzten Stecklinge in diesem Stadium sehr anfällig für Fäulnis sind, was die Vermehrung erschweren kann. Wollen Sie die Clematis viticella über Stecklinge vermehren, dann sollten Sie hierbei wie folgt vorgehen:

  • im späten Frühling bester Zeitpunkt
  • Mai bis Juni
  • halbreife Triebe nutzen
  • etwa 10 bis 15 Zentimeter lang abschneiden
  • Anzuchterde in Töpfe geben
  • Stecklinge einsetzen
  • mindestens ein Auge unter der Erde
  • an warmen, hellen Standort stellen
  • feucht halten
  • in Mitte geschnittene PET-Flasche überstülpen
  • mehrmals täglich lüften

Clematis TriebZeigen sich die ersten grünen Stellen am Steckling, dann wird dieser gewurzelt haben. Ist der Anzuchttopf groß genug, dann kann die neue Pflanze im Gefäß verbleiben. Im ersten Sommer ist ein Standort im Halbschatten ideal, damit die zarten Blätter nicht verbrennen. Im nächsten Frühjahr kann die Waldrebe an den gewünschten Standort umgepflanzt werden.

Verschiedene Sorten

Neben der Wildart der Italienischen Waldrebe gibt es auch viele weitere, gezüchtete Sorten. In den letzten Jahren werden diese in den hiesigen Gärten immer beliebter und verdrängen die Clematis-Hybriden mit ihren großen Blüten von ihrem Platz. Denn die Sorten der Clematis viticella besitzen kleinere Blüten, die natürlicher und anmutiger wirken. Zudem neigen die Waldreben weniger zu Krankheiten und Schädlingen, wie zum Beispiel der von jedem Gärtner gefürchteten Clematis-Welke. So sind hier die folgenden Sorten zu nennen:

  • „Mme Julia Correvon“ – preisgekrönt
    • purpurne Blüten
  • „Prince Charles“
    • hellblaue Blüten
  • „Etoile Violette“
    • dunkle, violette Blüten
  • „Minuet“
    • zweifarbige Blüten in weiß und Magenta
  • „Tentel“
    • rosafarbene, gekräuselte Blüten
Hinweis: Da die Waldreben in Osteuropa intensiv gezüchtet werden, kommen jedes Jahr neue Sorten auf den Markt, die Sie begeistern werden.