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Immergrüne Clematis: 4 Sorten und Pflege-Hinweise

immergrüne Clematis

Eine Clematis darf in keinem Garten fehlen. Sie bringen nicht nur zauberhafte Blüten hervor, immergrüne Clematis sind auch im Winter ein optisch schöner Anblick. Im Vergleich zu den Sorten, die das Laub abwerfen haben immergrüne Arten einen etwas anderen Pflegebedarf, damit sie Jahr für Jahr üppige Blüten hervorbringen.

Standort

Die Waldrebe der Gattung Armandii bevorzugt sehr helle Standorte. Sonnig bis halbschattig ist ideal für sie, allerdings sollte der Boden um die Pflanzen gut beschattet sein, damit er nicht austrocknet. Hier bietet sich die Kombination mit Bodendeckern wie die Akelei oder Storchschnabel-Arten an, die die Pflanzen bis zu einer Höhe von 40 cm beschatten. Die Waldreben können problemlos bis zu fünf Meter Höhe erreichen, was man bei der Standortwahl ebenfalls berücksichtigen muss. Zwar könnten die Waldreben über Gerüste wie Rosenbögen geleitet werden, ihre volle Pracht zeigen sie häufig aber nur entlang von Klettergerüsten etwa an Hausmauern. Der Vorteil bei der Clematis ist, dass diese gefahrenlos an Mauern wachsen kann, da sie diese nicht beschädigt.

Der Standort sollte folgende Anforderungen erfüllen:

  • immergrüne Clematismindestens sechs Stunden Sonne
  • humoser leicht alkalischer Boden
  • durchlässiger Boden
  • windgeschützter Standort

Ein geschützter Standort ist für immergrüne Sorten besonders wichtig, denn nur so behalten sie im Winter ihr Laub. Sie können zwar ohne Probleme tiefe Temperaturen aushalten, wird es allerdings zu ungemütlich werfen auch sie die Blätter ab.

Pflanzzeit

Der beste Zeitpunkt um Waldreben zu pflanzen ist der späte Sommer oder der frühe Herbst. Zu dieser Zeit ist es nicht mehr so heiß, wodurch auch das Risiko gemindert wird, dass die Pflanzen durch Hitze Schaden tragen. Sie haben außerdem noch ausreichend Zeit sich zu verwurzeln, bis der Winter kommt.

Bodenvorbereitung:

  • Fläche von 50×50 cm auflockern
  • Humus und Kalk einarbeiten
  • bei schweren Böden eine Drainage mit Sand und Kies anlegen
  • bei begrenztem Platzangebot eine Wurzelsperre aus Teichfolie verlegen
  • Pflanzloch in doppelter Ballengröße ausheben

Eingepflanzt wird die Waldrebe mit einer leichten Schräge zur Rankhilfe. Die Pflanze wird so tief gepflanzt, dass die ersten Seitentriebe knapp über Erdniveau sind. In den ersten ein bis zwei Wochen muss man die Waldrebe regelmäßig gießen.

Hinweis: Die Triebe der Clematis sind sehr brüchig. Beim Herausnehmen aus dem Topf muss daher besonders vorsichtig vorgegangen werden.

Rankhilfe

Die Waldrebe benötigt zwingend eine Rankhilfe. Ideal sind dafür Spaliere, die jedoch keinen zu großen Abstand haben dürfen. Ideal ist ein Abstand von maximal 20 cm. Ist der Abstand größer, müssen Hilfsstreben integriert werden. Das können einfache Zweige oder Schnüre sein.

Clematis RankhilfeWichtig bei der Auswahl einer Rankhilfe ist, dass sie eine Oberfläche mit Struktur haben muss. An glatten Oberflächen wie auf Obelisken kann sie sich nicht festhalten. Solche Rankhilfen werden von der Waldrebe in der Regel auch nicht angenommen. Findet die Clematis nichts, woran sie sich festhalten kann, hört sie auch auf zu wachsen. Falsche Rankgerüste fallen dadurch rasch auf und können sofort getauscht werden.

Gießen

Immergrüne Waldreben haben einen sehr hohen Wasserbedarf, was auch die Wahl des Standortes schwierig macht. An den bevorzugt sonnigen Standorten ist es nicht einfach sie regelmäßig mit ausreichend Wasser zu versorgen. Selbst mit Bodendeckern, die den Fuß der Pflanze beschatten, muss man auf eine regelmäßige Bewässerung achten.

In einem Jahr mit regelmäßigen Niederschlägen kann zusätzliches Gießen entfallen. Bleiben allerdings Niederschläge während der Blüte und im Sommer aus, kann dies ohne zusätzliche Versorgung mit Wasser die Pflanze nachhaltig schädigen.

Rückschnitt

Während nicht immergrüne Clematis-Sorten keinen Rückschnitt benötigen, weil sie immer wieder aus dem Boden oder von Zweigen knapp über Bodenniveau treiben, sind Armandii-Sorten etwas anspruchsvoller. Sie bilden ihre Blüten am zweijährigen Holz aus. Das bedeutet, werden ältere Triebe geschnitten, trägt sie daran keine Blüten.

Ein Rückschnitt der Pflanze erfolgt unmittelbar nach der Blüte. Das hat den Vorteil, dass blühfaule Triebe entfernt werden und die Neubildung von vitalen Trieben forciert wird. Bei Jungpflanzen sollte jedoch ein Rückschnitt nur verhalten erfolgen und maximal bis zum ersten gesunden Knospenpaar geschnitten werden. Das fördert einen üppig verzweigten Wuchs.

Überwinterung

ClematisAn einem geschützten Standort ist der Aufwand für den Winterschutz sehr gering. Lediglich der untere Bereich sollte etwa mit etwas Reisig geschützt werden. Damit die Pflanze im Winter nicht die Blätter abwirft, benötigt sie sehr viel Licht. Die gesamte Pflanze mit einem Winterschutz zu versehen ist daher nicht möglich. Sinken die Temperaturen einmal so weit ab, dass die Armandii ihre Blätter abwirft, sollte man ebenfalls auf einen nachträglichen Schutz verzichten. Die Pflanze befindet sich in diesem Fall bereits in einem Wintermodus. Sie versucht durch das Abwerfen der Blätter das Überleben zu sichern. Ein Einpacken der Pflanze kann eine verfrühte Bildung von Blättern und Trieben zur Folge haben, was der Pflanze größeren Schaden zufügt.

Krankheiten

Die immergrüne Clematis ist sehr robust, einzig die Clematis-Welke kann ihr zu schaffen machen. Es gibt zwei unterschiedliche Formen von Clematis-Welke, die jedoch beide von Pilzen ausgelöst werden. Entdecken Sie plötzlich welke Triebe, sollten Sie rasch handeln, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Die Pflanze sollte vor Feuchtigkeit geschützt werden, daher sind etwas geschützte Standorte an Hauswänden auch ideal für sie. Anschließend werden befallene Triebe bodennahe abgeschnitten, um eine Ausbreitung zu verhindern. Damit die Pflanzen rascher trocknen, werden weitere Triebe zur besseren Durchlüftung entfernt.

Hinweis: Fungizide sind bei der Clematis-Welke nutzlos. Die Pflege-Hinweise zum Schnitt begünstigen allerdings kräftige und gesunde Pflanzen.

Immergrüne Clematis-Sorten

Diese vier Clematis-Sorten sind immergrün und bedürfen einer besonderen Pflege.

Apple Blossom

  • Höhe: 4 – 7 m
  • Blüte: weiß mit einem zarten rosafarbenen Schimmer
  • Blüte sternenförmig mit 4 – 6 cm Druckmesser
  • Blütezeit: März – Mai

Die Sorte Apple Blossom ist eine leicht duftende Sorte. Der Duft erinnert entfernt an Vanille und sie eignet sich ideal als Rankpflanze für Hauswände.

Pflege-Hinweise:

  • Rückschnitt im Juni
  • konstant humoser Boden
  • von Frühjahr bis Sommer regelmäßig gießen

Hendersonii Rubra

  • Hendersonii RubraHöhe: 1,5 – 3,5 m
  • Blüte: hellrosa
  • Blüte maximal 5 cm Durchmesser
  • Blütezeit: März – April

Die Sorte Hendersonii Rubra zeichnet sich vor allem durch ihre üppigen kleinen Blüten aus. Sie hat einen intensiven Duft und benötigt einen großzügigen Standort, da sie sehr üppig wächst.

Pflege-Hinweise:

  • humoser und durchlässiger Boden (gegebenenfalls Drainage anlegen)
  • Auslichtungsschnitt im Juni
  • Beschattung bis zu 50 cm über Boden notwendig

Little White Charm

  • Höhe: 3 – 4 m
  • Blüte: weiß
  • Blüte 4 – 5 cm Durchmesser
  • Blütezeit: März – April

Die Sorte Little White Charm besticht vor allem durch ihre üppigen Blüten in Form von kleinen Sternen. Bei guter Pflege sieht die Waldrebe aus wie ein Wasserfall aus zierlichen weißen Sternchen. Sie ist allerdings nur begrenzt winterhart und verträgt nur Temperaturen bis – 5°C. Sie muss daher zwingend an einen geschützten Standort stehen.

Pflege-Hinweise:

  • Rückschnitt im Mai auf 2 m
  • humoser durchlässiger Boden
  • Winterschutz bis mindestens 1 m Höhe notwendig

Snowdrift

  • Höhe: 4,5 – 9 m
  • Blüte: reinweiß
  • Blüte 5 – 10 cm Durchmesser
  • Blütezeit: April – Mai

Die Sorte Snowdrift zeichnet sich nicht nur durch ihre schönen großen weißen Blüten aus, sie hat auch ein attraktives Laub. Im Austrieb sind die Blätter bronzefarben und werden im Laufe des Jahres dunkelgrün. Sie verströmt ebenfalls einen intensiven Duft.

Pflege-Hinweise:

  • Rückschnitt im Juni
  • großzügigen Standort mit ausreichend Platz zum Höhenwachstum bieten
  • Winterschutz notwendig bei Temperaturen unter -15°C
  • humoser Gartenboden