Hornmehl

Wenn sich Unkraut im Garten breit macht, ist guter Rat gefragt. Hornmehl wird von vielen Hobbygärtnern als Lösung zum Bekämpfen von Unkraut genannt. Andere Erfahrungen und Experten-Meinungen lassen auf einen bedingt erfolgreichen sowie sinnvollen Einsatz von Hornmehl im Kampf gegen unerwünschte Unkräuter schließen. Aber wie steht es nun wirklich um das hornhaltige Mehl als Unkrautvernichter?

Hornmehl – Definition

Hierbei handelt es sich um geschrotetes beziehungsweise gemahlenes Horn, das von Tierhufen und Hörnern stammt. Es ist ein Abfallprodukt von Schlachttieren, deren Hufe und Hörner zu Hornmehl/Hornspäne verarbeitet werden. Angeboten wird es auf dem Markt vorrangig als sogenannter Sekundärrohstoff-Dünger. Erhältlich ist es im Gärtnereifachhandel sowie in landwirtschaftlichen Großhandelsgeschäften und vielfach in Schlachtbetrieben beziehungsweise auf Bauernhöfen, wo Schlachtungen von Huf- und Horntieren vorgenommen werden.

Tipp: Wer in der Nähe eines Pferdestalls lebt, kann dort nach dem nächsten Hufschmiedtermin fragen und nach dem Hufeschneiden die Hufreste einsammeln. Anschließend einfach mit einem scharfen Messer in möglichst kleine Teile schneiden und fertig ist es zum Gebrauch.

Hornmehl als Unkraut-Vernichter?

Pauschal ist die Frage mit einem Jaein zu beantworten. Hornmehl ist reich an Stickstoff. Es kommt folglich darauf an, welche Pflanzen und welche Unkräuter einen Schub an Stickstoff vertragen und welche nicht. Klee und Moos sind zum Beispiel Unkräuter, die bei einem stark stickstoffhaltigen Boden eingehen. Geholfen wird Hobbygärtnern aber nur bedingt, wenn sich Klee und Moos an Pflanzen festgesetzt hat beziehungsweise diese in unmittelbarer Nachbarschaft stehen und empfindlich auf Stickstoff reagieren. Dazu zählen viele Blühpflanzen wie beispielsweise Stauden. Stickstoff regt das Blattwachstum an, nimmt einer Pflanze aber gleichzeitig die Energie zur Blütenbildung. Die meisten Grünpflanzen vertragen Stickstoff hingegen gut, wie zum Beispiel:

  • RasenRasen
  • Rosen
  • Salat
  • Kohl
  • Palmen
  • Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine)
  • Farne
  • Buchsbaum (Buxus sempervirens)
  • Lebensbaum (Thuja)
  • Stickstoff-empfindliches Unkraut
  • Klee (Trifolium)
  • Moos
  • Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
  • Hungerblümchen (Draba verna)
  • Wegerich (Plantago)
  • Kamille (Matricaria chamomilla L.)
  • Wicken (Vicia)

Stickstoffarmer Boden

Die genannten und einige mehr Unkräuter gedeihen dort, wo der Boden stickstoffarm ist. Geht es um den Einsatz von Hornspäne oder -mehl zum Bekämpfen dieser Unkräuter, kommen ausschließlich Pflanzenbereiche im Garten in Frage, wo ein Stickstoffmangel herrscht, weil zum Beispiel nicht ausreichend Stickstoff gedüngt wurde. Optimale Bedingungen bietet dann vor allem Rasen, der bei einem Stickstoffmangel schwächer wächst, die Rasendichte nachlässt und Platz für Unkraut entsteht.

Eigenschaften von Hornspäne/-mehl

Hornspäne beziehungsweise -mehl beinhaltet weitere Stoffe, welche diese zu einem idealen Dünger machen, ohne Einfluss auf den pH-Wert im Boden zu nehmen:

  • Stickstoff: zwischen zehn und 14 Prozent
  • Phosphor: zwischen ein und fünf Prozent
  • Kalium: zwischen null und ein Prozent
  • Calcium: ungefähr sechs Prozent
  • Schwefel: 0,008 Prozent
  • Organische Substanzen: 85 Prozent
  • Wirkungsdauer: zwischen sechs und acht Wochen
  • pH-Wert: neutral

Unterschied Hornmehl, Hornspäne, Hornschrot

HornspäneDie Inhaltsstoffe bleiben bei den allen Zerkleinerungsformen in vollem Umfang erhalten. Der Unterschied liegt lediglich in der Dicke der einzelnen Partikel, was auf den unterschiedlichen Methoden der Zerkleinerung basiert.

Hornmehl: Größe bis maximal einen Millimeter
Hornschrot: zwischen ein und fünf Millimeter
Hornspäne: größer als fünf Millimeter

Hinweis: Je kleiner die Hornreste sind, desto schneller beliefern sie den Boden mit Stickstoff. Größere Hornreste benötigen einen längeren Zeitraum, um zu verrotten/sich aufzulösen und Stickstoff an den Boden abzugeben.

Anwendung

Hornmehldünger sollte spätestens dann zum Einsatz kommen, wenn sich erste ungewollte Unkräuter breit machen. Es eignet sich aber auch dazu, großflächig ausgebreitete Unkräuter zuverlässig zu bekämpfen. Folgende Anleitung beschreibt, wie richtig bei der Gabe vorzugehen und worauf zu achten ist:

  • Dosis: circa 60 bis 80 Gramm Hornspäne oder -mehl pro Quadratmeter
  • Am besten früh morgens oder abends nach Sonnenuntergang verabreichen (zieht bei hoher Bodenwärme schlecht ein)
  • Alternativ: Boden harken, wenn möglich und Hornreste in den Boden einarbeiten
  • Nach der Verabreichung Flächen gut bewässern
  • Boden kontinuierlich leicht feucht halten (Wasserbedarf der/benachbarten Pflanzen berücksichtigen)
  • Wartezeit: mindestens sieben Tage, manchmal einige Wochen
  •  Eignet sich nicht für oder in direkter Umgebung von Jungpflanzen/frisch gesäten Rasen
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Erneutem Unkrautwachstum vorbeugen

Um ein (erneutes) Wachstum von unerwünschten Pflanzen wie Klee und Moos zu verhindern, ist eine Hornmehlgabe alle drei Monate von Frühjahr bis Spätsommer/Herbst angeraten. Beachtet werden sollte hierbei, wann der letzte Zeitpunkt zum Düngen vor Wintereinbruch und der Winterruhe der (benachbarten) Pflanzen gegeben ist. Zu spät darf nicht gedüngt werden, da dies den Pflanzen ansonsten der Eintritt in die Winterphase erschwert und schlimmstenfalls Schädigungen die Folge sein können, welche zum Absterben führen können.