Geißblatt

Das immergrüne Geißblatt, auch Heckenkirsche genannt, ist eine beliebte Zierpflanze, die vielerorts Hausfassaden und Pergolas umrankt. Dabei vermittelt das schlingende Gewächs eine auflockernde Atmosphäre und ist häufig auch als Abgrenzung auf Hinterhöfen anzutreffen. Abhängig von der gewählten Sorte, verströmt die Lonicera henryi zwischen Juni und Ende Juli einen betörenden Duft, welcher auch von Insekten gerne angenommen wird.

Standort und Substrat

Das immergrüne Geißblatt benötigt einen hellen Platz im Halbschatten. Zuviel direktes Sonnenlicht hemmt das Wachstum und fördert Schädlingsbefall. Wurde der Standort jedoch zu dunkel gewählt, führt dies rasch zu einer unteren Verkahlung der Heckenkirsche. Am wohlsten fühlt sich die Schlingpflanze in einem humusreichen, kalkarmen Boden.

Düngen und Gießen

Heckenkirsche Lonicera immergrünBeim Thema „Düngen“ darf das Rankgewächs gerne einmal vergessen werden. Mischen Sie im Frühjahr und Spätherbst eine dickere Schicht Kompost unter das Erdreich. Diese Versorgung mit Nährstoffen genügt der Heckenkirsche mit dem mittelstarken Wuchs vollkommen. Anders sieht es hingegen bei Geißblättern in Kübelhaltung aus. Hier sollten Sie zumindest einmal im Monat dem Substrat eine geringe Menge herkömmlichen Flüssigdünger gönnen.

Die Pflanze gilt als sehr anfällig gegen Staunässe, gleichzeitig verträgt sie aber auch keine große Trockenheit. Versorgen Sie im Hochsommer das immergrüne Gewächs regelmäßig mit Wasser und gießen Sie es in der restlichen Zeit mäßig. Für einen besseren Wasserdurchfluss können Sie auf Sand oder Lavasplitt zurückgreifen. Dieses Material wird bereits während der Pflanzung direkt unter das Substrat gemischt.

Hinweis: Das immergrüne Rankgewächs muss auch an frostfreien Tagen im Winter gegossen werden.

Pflanzen

Lonicera henryi ist ein faszinierendes Rankgewächs, welches Hauswände, Bäume und auch Pergolas dekorativ begrünt. Die immergrünen Gewächse erreichen im Freiland eine Höhe von bis zu 8 Metern und benötigen deswegen eine Kletterhilfe. Doch auch der ausladende Wuchs des Geißblattes, welches durch sein Gewicht die Heckenkirsche nach unten drücken würde, macht eine stabile Rankhilfe unumgänglich. Dabei können Sie selbst bestimmen, in welcher Form die Waldpflanze in ihrer immergrünen Pracht erstrahlen soll. Neben gespannten Drahtseilen haben sich auch Bambusstäbe und spezielle Spaliergitter gut als Pflanzstütze bewährt.

Bei der Pflanzung selbst müssen Sie nur wenig beachten. Um das Wachstum optimal zu fördern, sollte das Pflanzloch doppelt so breit und tief sein, wie der Wurzelballen des Geißblatts. Kompost und Sand bzw. Lavasplitt werden mit dem Substrat vermischt. Um den Wurzelbereich herum reagiert das immergrüne Schlinggewächs sehr empfindlich auf Sonneneinstrahlung und extreme Temperaturschwankungen. Bodendecker und andere halbhohe Pflanzen sind hier gut als Schutz geeignet. Auch große Steine haben sich bei dieser Aufgabe bewährt.

Geißblätter eignen sich auch zur Kultivierung in Töpfen. Auch hier ist die Pflanzung relativ einfach, jedoch sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Großes Pflanzgefäß auswählen.
  • Drainage am Kübelboden anlegen.
  • Auf humusreiches Substrat zurückgreifen.
  • Rankhilfen an einem feststehenden Objekt befestigen.
Tipp: Verwenden Sie Geißblätter im Topf als dekorativen Sichtschutz auf dem Balkon oder der Terrasse.

Vermehren

Die immergrüne Waldpflanze wird durch Stecklinge vermehrt. Das zeitige Frühjahr – ehe die Heckenkirsche komplett austreibt – ist die beste Jahreszeit für diesen Vorgang. Wählen Sie einen leicht verholzten Trieb und kürzen Sie diesen auf etwa 8 – 10 Zentimeter ein. Bis auf ungefähr 4 Zentimeter werden nach unten hin alle Blätter komplett entfernt, um Fäulnis vorzubeugen. Ohne Wurzeln benötigen die Stecklinge des Geißblatts kein humusreiches Substrat, ein Gemisch aus herkömmlicher Blumenerde und Sand genügt vollkommen.

  • Das Pflanzgefäß muss warm und hell stehen.
  • Der Boden sollte ständig mäßig feucht gehalten werden.
  • Vor starken Regenschauern und Windwurf schützen.

GeißblattWenn sich nach einigen Wochen die ersten neuen Blätter zeigen, haben sich Wurzeln gebildet. Nach ungefähr 14 Tagen können Sie das Schlinggewächs auf die herkömmliche Art und Weise kultivieren. Stecklinge können auch im Herbst geschnitten werden, benötigen für die Anwurzelung dann jedoch Wärme. Ein heller Fensterplatz bei einer Raumtemperatur von etwa 20 – 23°C ist dabei ideal. Vermeiden Sie jedoch direkten Kontakt mit Heizkörpern und besprühen Sie bei Bedarf die Pflanze mit einem Wasserzerstäuber.

Auch die Vermehrung durch „Absenker“ hat sich bewährt: Dafür wird ein elastischer Trieb nach unten gebunden und auf einer Länge von etwa 10 Zentimetern mit Erde bedeckt. Nach einigen Wochen haben sich an dieser Stelle feine Wurzeln gebildet und der Trieb kann von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

Das immergrüne Gewächs richtig schneiden

Das Geißblatt wächst von innen nach außen. Triebe, welche in der Mitte kein Licht erhalten, verlieren die Blätter und verkahlen dauerhaft. Für eine optimale Pflege benötigt die Heckenkirsche deswegen einen regelmäßigen Auslichtungs- und Rückschnitt. Greifen Sie für diese Aktion auf eine Astschere zurück, um auch stärkere Triebe problemlos entfernen zu können.

Auslichtungsschnitt

Dabei werden lediglich tote Zweige und störende Nebentriebe entfernt. Problemlos können Sie leicht verholzte Triebe dabei sofort als Steckling weiterverwenden.

  • Bester Zeitpunkt dafür liegt zwischen Januar und März.
  • Komplett tote, blattlose Äste gänzlich wegschneiden.
  • Dünne Triebe ebenfalls entfernen.
  • Um die Hauptäste zu fördern, überlappende Ranken radikal schneiden.

Überprüfen Sie jeden Trieb vor dem Schnitt. Denn sind trotz Verkahlung noch Knospen oder Blätter vorhanden, treiben diese wieder aus.

Rückschnitt

HeckenkirscheDieser Schnitt wird im Spätherbst bzw. vor dem ersten Frosteinbruch vorgenommen.

  • Bringen Sie die Pflanze in die gewünschte Wuchsform und -höhe.
  • Verkahlte Stellen bis ins alte Holz zurückschneiden.

Vermeiden Sie dabei jedoch einen radikalen Rückschnitt und die Entfernung aller wichtigen Mitteltriebe.

Überwintern

Lonicera henryi ist überaus winterhart und benötigt in der Freilandkultivierung keinen speziellen Schutz vor Kälte und Schnee. Häufig können Sie im Winter ein Zusammenrollen der Blätter des Geißblatts beobachten. Dieser Vorgang ist keineswegs eine Mangelerscheinung oder auf einen Pflegefehler zurückzuführen. Vielmehr dient es dem Selbstschutz der Heckenkirsche, um den Wasserverlust im Winter auf ein Minimum zu reduzieren. Auch Blattverlust ist nicht ungewöhnlich, im kommenden Frühjahr wird die Pflanze jedoch zuverlässig neue bilden.

Wird „Jelängerjelieber“ – wie die Heckenkirsche im Volksmund auch genannt wird – in Kübeln kultiviert, sollten Sie einige Vorkehrungen für die kalte Jahreszeit treffen. Anders als im normalen Erdreich können sich die Wurzeln im Topf nicht ausreichend vor Frost schützen. Schäden und sogar das komplette Absterben des Geißblatts können die Folge sein. In Kübeln ist es möglich, dass die Pflanzen eine Höhe von bis zu 4 Metern erreichen. Deswegen ist ein Umzug in einen frostfreien Raum fast unmöglich. Umwickeln Sie stattdessen das Pflanzgefäß großzügig mit Sackleinen oder greifen Sie direkt auf ein spezielles Vlies zurück.

Giftigkeit

GeißblattDirekt nach der Blüte im August bilden die Heckenkirschen kleine, blauschwarze Beeren aus. Diese Früchte sind vor allem bei Vögeln beliebt und dienen selbst in der kalten Jahreszeit als ergiebige und schmackhafte Nahrungsquelle. Für Menschen sind die Beeren ungenießbar und gelten als leicht giftig. Ein Verzehr kann Übelkeit und Krämpfe verursachen, halten Sie deswegen kleine Kinder von den verlockend wirkenden Früchten fern.

Pflege

Um eine faszinierende Begrünung oder belaubte Einfassung von Hauswänden und Pavillons zu erreichen, ist das immergrüne Geißblatt gut dafür geeignet. Durch seinen üppig rankenden Wuchs bietet es eine interessante Alternative zum Efeu. Bis auf den richtigen Standort, ein mäßig feuchtes Substrat und einen regelmäßigen Schnitt stellt die Pflanze auch keine weiteren Anforderungen an den Gärtner.

Krankheiten und Schädlinge

Das Geißblatt ist keine robuste Pflanze. Neben der Verkahlung des Stammes und der Triebe bei fehlendem Licht sind auch schadhafte Insekten und Pilzerkrankungen manchmal auf den immergrünen Rankgewächsen anzutreffen. Bei der Bekämpfung der selbigen müssen Sie keineswegs auf chemische Insektizide zurückgreifen. Oft sind herkömmliche Hausmittel ebenso wirksam wie Produkte aus dem Fachhandel.

Mehltau

Beide Mehltauarten machen auch vor dem Geißblatt nicht Halt. Der „Echte Mehltau“ – auch als Schönwetterpilz bekannt – befällt die Pflanze besonders während einer längeren Trockenperiode im Sommer. Ein sicherer Hinweis auf einen Befall mit dem Echten Mehltau ist ein abwischbarer, weißer Belag auf der Blattoberseite. Während diese Schicht sich langsam ins Bräunliche verfärbt, vertrocknen die Blätter und fallen ab.
Der „Falsche Mehltau“ hingegen ist genau das Gegenteil. Dieser Pilz liebt die Feuchtigkeit, nasskaltes Wetter und auch die falsche Gießart fördern den Befall. Wenn Sie auf der Unterseite einiger Blätter eine grau bis grauviolette Schicht wahrnehmen, deutet das auf eine Infektion mit dieser Pilzkrankheit hin.

  • MehltauGießen Sie nicht direkt über die Blätter und Triebe.
  • Im Hochsommer das Substrat mäßig feucht halten.
  • Staunässe vermeiden.
  • Milch-Wasser-Mischung wirkt gegen den Echten Mehltau.

Schneiden Sie befallene Pflanzenteile großzügig weg und entsorgen diese auf den Kompost. Die Pilze benötigen zum Überleben lebende Pflanzen, sodass eine Weiterverbreitung der Sporen nach dem Schnitt ausgeschlossen ist.

Blattläuse

Diese Insekten gehören mit zu häufigsten auftretenden Pflanzenschädlingen. Die saugenden Schädlinge vermehren sich rasant und hinterlassen auf der Blattunterseite eine klebrige Substanz. Schnell wirken die Blätter und Triebe durch den Entzug des Zellsaftes verkrüppelt, rollen sich ein und verwelken. Eine weitere Problematik besteht darin, dass der Honigtau – die Ausscheidung der Blattläuse – Ameisen anlockt. Durch deren Mitwirken wächst die Population der Schädlinge stetig weiter an. Aus diesem Grund ist es unvermeidbar, dass Sie nicht nur die Blattläuse, sondern auch die Ameisen bekämpfen. Erst dann können Sie beispielsweise nützliche Fressfeinde, wie Florfliegen und Marienkäfer, einsetzen.

  • Zuviel Sonneneinstrahlung fördert den Befall.
  • Triebe mit Neemöl bestreichen.
  • Komplett mit Seifenlauge absprühen.
  • Einen Sud aus Brennnesseln einsetzen.

Beugen Sie beim Geißblatt einen Blattlausbefall vor, indem Sie einen Standort ohne Vollsonne wählen. Zuviel direkte Sonneneinstrahlung schwächt die Heckenkirsche und die Schädlinge haben somit leichtes Spiel.

Wurzelfäule

Lonicera caprifoliumWie viele Pflanzen ist auch das Geißblatt anfällig für den Pilz „Phytophtora“. Begünstigt wird die Infizierung mit dem Schadpilz durch zu viel Staunässe und ein verdichtetes Substrat. Im fortgeschrittenen Stadium faulen die Wurzeln der Heckenkirscheund der oberirdische Teil zeigt ebenfalls Mangelerscheinungen. Ein vorzeitiges Welken von Blättern und Trieben setzt ein. Auch wenn in unmittelbarer Nähe des Rankgewächses ein muffig, faulender Geruch aus dem Erdreich dringt, ist dies ein Hinweis auf Wurzelfäule. Den Pilz zu bekämpfen ist fast unmöglich. Bei kleineren Geißblättern können Sie die Pflanze in trockenes Substrat umsetzen, sodass sie sich im günstigsten Fall selbst regeneriert. Wirksame Insektizide oder Hausmittel gibt es gegen Wurzelfäule allerdings nicht. Beugen Sie Staunässe vor und versorgen Sie die Pflanze regelmäßig aber in Maßen mit Wasser.

Fazit
Ob optische Abgrenzung im eigenen Garten oder die Verschönerung von Haus- und Scheunenwänden: Das immergrüne Geißblatt bietet zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten und erfreut den Betrachter auch im Winter mit seinem grünen Laubwerk. Auch wenn einige Pflegepunkte und Ansprüche erfüllt sein müssen, so ist das Rankgewächs doch sehr robust und leicht zu kultivieren.