einjähriges Rispengras

Einjähriges Rispengras ist ein Graus für Rasenbesitzer. Die bis zu 30 Zentimeter hohen Grasbüschel stechen nicht nur durch ihre helle Farbe hervor, sie zudem nicht trittfest und trocknen schnell aus. Leider lässt sich Poa annua nur schwer bekämpfen, da sich die Art problemlos über den Wind und über Selbstbestäubung vermehrt. Glücklicherweise gibt es effektive Methoden zur Bekämpfung der Gräser.

Vorsicht: Verwechslungsgefahr

Bevor Sie Methoden zum Vorbeugen oder Bekämpfen anwenden, sollten Sie unbedingt wissen, ob es sich wirklich um Einjähriges Rispengras oder doch eine der folgenden Hirse-Arten handelt:

  • Kulturhirse (bot. Panicum miliaceum subsp. miliaceum)
  • Unechte Unkrauthirse (bot. Panicum miliaceum subsp. agricolum)
  • Unkrauthirse (bot. Panicum miliaceum subsp. ruderale)

Grund für die Annahme sind häufig die helle Farbe der Gräser, die ähnliche Form der Blütenstände und die Wachstumsform, die in kurzen Horsten beginnt. Im weiteren Verlauf des Wachstums verändert sich die Form jedoch deutlich, da Hirse lange und dünne, bis zu 100 Zentimeter hohe Stängel entwickelt, während Einjährige Rispengräser bei etwa 30 Zentimetern aufhören. Zudem muss hier die Blütezeit der Gräser verglichen werden, da Poa annua deutlich früher im Jahr zu sehen ist:

  • einjähriges RispengrasEinjähriges Rispengras: Februar bis September
  • Hirsen: Mitte Juli bis September

Hirsen treiben nämlich erst ab einer dauerhaften Temperatur von 20°C aus, also im Normalfall erst ab Mitte oder Ende Mai, wenn die Eisheiligen überstanden sind. Das Einjährige jedoch ist schon zu Winterende oder Frühlingseinbruch zu sehen und kann sogar durch dünne Schneeschichten brechen. Somit ist das Einjährige sogar das früheste und zugleich am häufigsten vorkommende der Gattung Poa, da es sich problemlos über mehrere Monate ausbreiten kann. Zeigen sich erst ab Sommermitte die ersten Blüten der Büschel, handelt es sich um Hirse, die Sie auf andere Weise bekämpfen müssen. Die folgenden Merkmale beschreiben die Einjährigen Rispengräser im Detail:

  • Blattspreite: gefaltet, weich, ungerieft, wellig
  • fehlende Blattöhrchen
  • Unterseite der Blattspreiten matt
  • Farbe: hellgrün
  • Blatthäutchen: lang, weiß
  • Blütenstand: Rispen
  • es werden zahlreiche Blüten ausgebildet
  • Blütenfarbe: grün, seltener ein helles Violett
Tipp: Manchmal kann es sich beim Rispengras in Ihrem Rasen um eine andere Art innerhalb der Gattung handeln, wie zum Beispiel die Gemeine Rispe (bot. Poa trivialis). Diese unterscheiden sich nur geringfügig in ihrem Blütenstand und der maximalen Wuchshöhe, doch sie werden auf die gleiche Weise bekämpft wie Poa annua.

Vorbeugen

Die beste Methode, um nicht unter einem anhaltenden Befall durch die Rispengräser zu leiden, ist die Vorbeugung. Wenn Sie den Gräsern vorbeugen, können sich diese nicht in Ihrem Rasen ausbreiten und Sie müssen keine mühsame Arbeit verrichten, um sich diesen zu entledigen. Dadurch können Sie zudem den folgenden Krankheiten vorbeugen, die häufig in Verbindung mit Poa annua stehen, wenn dieses zertreten wird und abstirbt:

  • Anthraknose
  • Fusariose
  • braune Flecken bis 50 Zentimeter Durchmesser
  • Schneeschimmel
  • Typhula-Fäule
  • Dollarflecken-Krankheit

Wichtig beim Vorbeugen ist es, den Einjährigen Rispengräsern ihre Grundlage zum Ausbreiten zu entziehen. Das heißt, Sie müssen auf eine der folgenden Methoden setzen:

  1. Deutsches WeidelgrasDeutsches Weidelgras (bot. Lolium perenne): Das Deutsche Weidelgras ist eine Gräserart, die als effektive Konkurrenz zu Poa annua gilt. Es treibt so stark und sogar schneller als Einjähriges Rispengras aus, dass dieses nicht Fuß fassen kann. Aus diesem Grund wird Rasensaatgut aus Deutschem Weidelgras für Sport- oder Golfplätze häufig genutzt, da diese Flächen besonders stark von den Rispengräsern betroffen sind. Im Englischen wird es mit RPR für „regenerating Perennial Ryegrass“ abgekürzt angeboten.
  2. Effektiv düngen: Passen Sie die Düngezugaben an, um den Einjährigen Rispengräsern das Leben schwer zu machen. Wird der Rasen stark genutzt, verabreichen Sie etwas mehr Dünger über das Jahr, damit die Fläche schön dicht bleibt.
  3. Nachsäen: In vielen Fällen reicht es aus, wenn Sie verstärkt über das Jahr nachsäen. Das ist besonders wichtig auf kahlen Stellen, die immer mal wieder auftreten können. Wie bereits beschrieben, schützt eine dichte Rasenfläche vor der Ausbreitung der lästigen Gräser und so ist es empfehlenswert, vor allem über den Herbst erneut ein wenig Saatgut zu verstreuen.

Je besser Sie Ihren Rasen pflegen, desto effektiver beugen Sie Poa annua vor.

Hinweis: Wenn das Rispengras wie wild in Ihrem Rasen wächst, können Sie sich sicher sein, dass dieser den Winter gut überstehen wird. Rispengräser deuten auf einen hohen Nährstoffgehalt hin, vor allem Stickstoff, der den Rasengräsern beim Überstehen der kalten Jahreszeit zur Seite steht.

Einjähriges Rispengras bekämpfen: 3 Methoden

Wenn die Vorbeugung nicht ausreicht oder Sie mit einem plötzlichen auftretenden Befall zu kämpfen haben, sollten Sie sofortige Maßnahmen anwenden. Wichtig ist, dass Sie sich nicht zu viel Zeit lassen, wenn Sie Einjähriges Rispengras in Ihrem Rasen bemerken, da es sich über kurze Zeit schneller ausbreitet als andere Grasarten. Für diesen Fall sollten Sie eine der drei weiter unten folgenden Methoden anwenden, um die Gräser in den Griff zu bekommen.

Hinweis: Mit etwas Glück werden Sie sich im Folgejahr mit keinen bis nur wenigen Exemplare der Poa rumschlagen müssen, wenn Sie regelmäßig mähen. Da sie auf diese Weise die Blütenbildung verhindern, werden deutlich weniger Samen über die Luft auf Ihrer Rasenfläche verteilt und nach dem Winter sind anschließend nicht ausreichend genug in der Erde vorhanden, um auszutreiben.

Rasen mähen

Mähen Sie den Rasen, sobald Sie Poa annua im Rasen entdecken. Je früher Sie das tun, desto geringere Chancen haben die Gräser, Samen auszubilden und sich somit auszubreiten. Den größten Effekt erzielen Sie dabei, wenn Sie den Rasen auf einer Höhe von vier bis acht Zentimetern lassen und in regelmäßigen Abständen zum Rasenmäher greifen. Wichtig ist dabei, dass die Klingen des Rasenmähers immer scharf sind, da Einjähriges Rispengras recht robust ist.

Vertikutieren

Rasen vertikutieren einjähriges RispengrasDas Vertikutieren hilft dabei, einen Großteil der in der Erde enthaltenen Samen unfähig zum Keimen zu machen. Da Sie beim Vertikutieren tief in die Erdschichten des Rasens eingreifen, werden die Samen in die unteren Schichten befördert. Dort können die Samen der Poa annua nicht austreiben, da es sich um Lichtkeimer handelt. Schnappen Sie sich also Ihren Vertikutierer oder Rasenlüfterschuhe und graben Sie den Rasen tief um. Danach neues Saatgut ausbringen und nach wenigen Wochen ist der Rasen wieder da. Vertikutieren Sie danach in regelmäßigen Abständen, um Einjähriges Rispengras zu verhindern.

Ausstechen

Noch aufwendiger in Bezug auf die Zeit ist das Ausstechen der einzelnen Poa annua-Exemplare. Bei dieser Methode verwenden Sie einen Unkrautstecher, mit dem Sie die einzelnen Büschel einzeln aus der Erde entfernen und so den Rasen von den ungewünschten Gräsern befreien. Unkrautstecher erhalten Sie entweder als einfache Handschaufeln für Preise von etwa zehn Euro oder Varianten mit einer Teleskopstange oder langen Griffen, die vor allem für Menschen mit Rücken- oder Knieschmerzen zu empfehlen sind. Solche Geräte werden für etwa 50 Euro angeboten. Neben dem Unkrautstecher benötigen Sie noch die folgenden Materialien:

  • Erde
  • Saatgut

Gehen Sie anschließend wie folgt vor:

  1. einjähriges RispengrasWählen Sie einen trockenen Tag für diese Methode aus. Je trockener der Boden ist, desto leichter ist das Ausstechen der Erde, die sonst zu schwer ist. Die Tageszeit ist egal, es kommt nur auf das Wetter im Allgemeinen an.
  2. Als Nächstes beginnen Sie damit, die einzelnen Büschel im Rasen zu suchen und diese einen nach dem anderen auszustechen. Dazu führen Sie den Unkrautstecher direkt neben dem Büschel in die Erde und heben die gesamte Pflanze inklusive Wurzeln aus der Erde. Fahren Sie damit fort, bis alle Exemplare aus dem Rasen entfernt wurden.
  3. Die Pflanzen entsorgen Sie anschließend im Hausmüll, da Sie sonst erneut mit den Samen zu kämpfen haben.
  4. Füllen Sie die Löcher mit frischer Erde auf und verteilen Sie Saatgut auf den nun kahlen Stellen. Warten einige Wochen ab, bis sich eine dichte Rasenfläche gebildet hat. Diese sollten Sie so gut wie möglich pflegen.