Clematis düngen

Eine Clematis soll Jahr für Jahr hoch wachsen, dichtes Laubkleid bilden und verschwenderisch ihre Blüten herzeigen. Diese drei Wünsche erfüllt die Kletterkünstlerin gern, aber nicht umsonst. Zuvor verlangt sie ein mit Nährstoffen reich bestücktes Erdreich. Ihr Besitzer muss dafür beizeiten Sorge tragen, sonst schwächelt sie sichtbar. Doch welcher Dünger ist ihr recht und wann und wie oft wird er fällig?

Ihr Nährstoffbedarf ist hoch

Eine Clematis haushält gut mit den ihr zur Verfügung gestellten Nährstoffen. Ihr Wachstumsdrang und ihr enormer Fleiß bei der Blütenbildung machen sie jedoch zu einer so großen Verbraucherin, dass regelmäßig neuer Nachschub vonnöten ist.

Je schneller eine Clematissorte wächst und je blühfreudiger sie ist, umso mehr ist sie auf eine gute Versorgung durch Düngegaben angewiesen. Kalium ist hilfreich, damit die Triebe gut ausreifen. Als Blütenlieferantin ist sie zudem auf Phosphat angewiesen.

Guter Start mit vielen Nährstoffen
Eine junge Clematispflanze sollte nicht mit leeren Wurzeln in ihr neues Dasein aufbrechen. Das zukünftige Erdreich dieser Kletterin sollte ihr von Anbeginn an alle Nährstoffe bereithalten, die sie für einen erfolgreichen Start benötigt. Ein guter Mutterboden ist die beste Basis, die zusätzlich mit wertvollen Nährstoffen ergänzt wird.

  • Clematis düngenDünger schon beim Pflanzen in den Aushub einarbeiten
  • ideal ist ein Langzeitdünger
  • gut verrotteter Kompost
  • zusätzlich angereichert mit anderem organischen Dünger
  • oder mit Hornmehl oder Gesteinsmehl

Das gut eingearbeitete organische Material gibt gleichmäßig über das Jahr verteilt seine Nährstoffe frei und unterstützt so lückenlos die junge Pflanze bei ihren ersten Kletterversuchen.

Erstes Standjahr nicht düngen
Wer der ausgepflanzten Kletterin eine gute Versorgung mit in das Pflanzloch gegeben hat, braucht sich im ersten Jahr keine Gedanken mehr über zusätzliche Nährstoffgaben machen. Der Griff zum Dünger ist nicht nötig, da die Startdüngung für die ersten Triebe und Blüten vollkommen ausreichend ist.

Wer jedoch beim Pflanzen die Bodenanreicherung versäumt hat, kommt um eine Düngung nicht herum. Der Lebensbeginn der Waldrebe könnte sonst von schwachen Trieben und spärlicher Blüte gekennzeichnet sein.

Vegetationszeit ist Düngezeit

Clematis sind mehrjährige Pflanzen, die jährlich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein fleißig austreiben und blühen, während sie sich den Winter über ausruhen. Die Nährstoffversorgung muss sich an diesen Rhythmus orientieren, um so zur rechten Zeit die erforderlichen Bausteine für das üppige Laubkleid und bunte Blüten liefern.

  • Vegetationszeit ist Düngezeit
  • in dieser Zeit müssen Nährstoffe ständig verfügbar sein
  • vom ersten Austrieb an bis etwa Mitte August düngen

Einmal oder regelmäßig düngen?

Clematis düngenFest steht: Alle Clematissorten benötigen in ihrer Vegetationsperiode eine durchgehend gute Nährstoffversorgung. Wie diese erreicht wird, ist für ihr Wachstum dagegen nicht entscheidend. Folgende Möglichkeiten stehen dem Gärtner offen:

  • einmal im Frühjahr gut versorgen
  • mehrere Düngergaben aufs Jahr verteilen
  • die Waldrebe regelmäßig alle 14 Tage düngen

Die Häufigkeit der Düngung hängt auch davon ab, welcher Dünger gewählt wird. Während Langzeitdünger nicht so oft verabreicht werden müssen, verlangen manche handelsübliche Mittel ständigen Einsatz.

Tipp: Stimmen Sie die Häufigkeit und die Menge auch auf die Bodenbeschaffenheit sowie das Alter der Pflanze ab.

Die zwei Alternativen bei der Clematisversorgung

Dem fleißigen Gärtner bietet der Handel allerhand mineralische Düngemittel, jeweils abgestimmt auf die Anfordernisse der unterschiedlichen Pflanzensorten. So gibt es auch für die Clematis einige Düngepräparate, die ihr möglichst viele Blüten entlocken wollen.

Liebt der Gärtner nicht nur seine Pflanzen, sondern gleichzeitig die ganze Schöpfung, wird er eher zu natürlichen und ökologisch gut verträglichen Düngemitteln zurückgreifen. Diese sind keinesfalls rar gesät, und teuer müssen sie erst recht nicht sein.

Handelsübliche mineralische Düngemittel

Clematis düngenCuxin DCM
Dieses Mittel wird als Granulat angeboten und bietet schnell verfügbare Nährstoffe:

  • 10 % Kalium
  • 5 % Phosphor
  • 6 % Stickstoff

Als Erstversorgung werden bei der Pflanzung pro Pflanze 100 bis 150 Gramm in die Erde eingearbeitet. In den Folgejahren wird im März und Juli mit 50 bis 100 Gramm pro Quadratmeter gedüngt. Der Preis für dieses Düngemittel liegt bei etwa 6 Euro pro Kilogramm.

Kölle’s Beste Clematis-Dünger
Er enthält Kalium, Phosphat und Stickstoff sowie wertvolle Spurenelemente. Die Beimischung von 5 % Guano aktiviert gezielt das Bodenleben und fördert die Humusbildung. Die Ausbringung erfolgt jedes Jahr im März und Juli. Freilandexemplare werden dabei mit 70 bis 100 Gramm pro Quadratmeter versorgt, Kübelpflanzen bekommen in der Vegetationszeit jeden Monat 20 Gramm. Dieses Mittel liegt preislich bei etwa 5 Euro pro Kilogramm.

GREEN 24 Clematis-Dünger
Er wird als Hightech Dünger angepriesen. Das flüssige Düngerkonzentrat soll sehr ergiebig und leicht in der Anwendung sein. Seine Nährstoffe stehen der Clematis schnell zur Verfügung und treiben sie zu Höchstleistungen an. Der Preis liegt bei etwa 3,50 Euro pro 100 Milliliter. Diese Menge reicht für bis zu 100 Liter Flüssigdünger. Von April bis September wird er alle 3 bis 4 Wochen der Clematis verabreicht.

Rosendünger
Auch handelsübliche Rosendünger sind bestens geeignet, die Clematis damit zu düngen und ihr zahlreiche Blüten zu entlocken. Das ist praktisch, wenn im Garten schon Rosen gedeihen. So muss nicht extra neuer Dünger gekauft werden.

Ökologisch verträglich düngen

clematis duengen 4387Reifer Kompost
Das Frühjahr ist die beste Zeit, der Clematis noch vor dem Neuaustrieb den jährlichen Nährstoffbedarf durch reichlich Kompost zu geben. Für die großblumigen Sorten sind jedoch weitere Gaben während der Blütezeit empfehlenswert. Es ist auch möglich, während der gesamten Vegetationsphase alle 14 Tage mit etwas Kompost zu düngen.

Tipp: Arbeiten Sie den Kompost stets vorsichtig unter, damit Sie die dünnen und empfindlichen Wurzeln der Pflanze nicht beschädigen.
Rinderdung
Die Anwendung von ausgereiftem Rinderdung gestaltet sich ähnlich wie beim Kompost. Er wird zeitig im Frühjahr in den Boden eingearbeitet und bei Bedarf während der Wachstumszeit nachgedüngt.

Hornspäne
Hornspäne sind ein beliebter und günstiger Langzeitdünger, der sich auch bestens für diese blühende Kletterpflanze eignet. Er wird am besten im Frühjahr zusammen mit Kompost vermischt und dem Erdreich der Clematis übergeben. Die Bodenorganismen zersetzten die Hornspäne nach und nach und machen so die Nährstoffe für die Kletterpflanze verfügbar.

Clematis düngenBeinwelljauche
Beinwelljauche ist besonders kaliumreich und stärkt die Widerstandskraft der Clematis. Sie wird alle 14 Tage verdünnt auf die Erde rund um die Wurzeln gesprüht. Beinwelljauche kann jeder einfach selbst herstellen. Dafür werden ein Kilogramm zerkleinerte Beinwellblätter in einen Behälter gegeben und mit 10 l Regenwasser bedeckt. Das Ganze muss mehrere Tage stehen und wird täglich umgerührt, bis die Jauche vergoren ist. Sie lässt sich gut mit Brennnesseljauche kombinieren.

Kalkgaben
Früh blühende Clematissorten bevorzugen einen kalkhaltigen Standort, der im eigenen Garten nicht immer gegeben ist. Ist die Erde eher sauer, mit einem pH-Wert um 5,5, sollte alle zwei bis drei Jahre zusätzlich mit Kalk gedüngt werden.

Wässern nicht vergessen
Jeder Düngung muss reichlich Wasser folgen, damit die Nährstoffe sich darin lösen, in die Erde eindringen und von der Clematis aufgenommen werden können. Einige Düngemittel werden in Wasser aufgelöst und anschließend über das Gießen verabreicht. Hier ist darauf zu achten, dass die Blätter der Clematis nicht damit benetzt werden.

Kübelpflanzen düngen
Clematis in Kübeln können bei der Nährstoffversorgung nur aus einer kleinen Menge Erde schöpfen. Diese muss daher regelmäßiger mit Nährstoffen versorgt werden als Freilandexemplare.

Fazit
Ohne reichlich Nährstoffe treibt die Clematis schwach aus und lässt ihre wunderschönen Blüten nur vereinzelt blicken. Wer jedoch ihren Nährstoffhunger kennt und beizeiten stillt, wird Jahr für Jahr ein Blütenmeer erleben. Mit speziellen Mitteln aus dem Handel oder einigen natürlichen Düngern können ihre Ansprüche optimal und lückenlos erfüllt werden.