Essig und Salz gegen Unkraut

Unkraut: LöwenzahnUnkraut im Garten ist ein immerwährendes Ärgernis. Nichts wächst, sei es, weil das Wetter zu kühl ist oder aber zu heiß, Unkraut sprießt immer. Wenn man nicht regelmäßig etwas gegen die lästigen Unkräuter tut, nehmen sie überhand und überwuchern den ganzen Garten. Sie sind starke



Konkurrenz für die anderen Gartenpflanzen und bringen auch schon mal die eine oder andere davon um.
Essig und Salz gegen Unkräuter einzusetzen, das ist vielen Hobbygärtnern bekannt. Es ist ein altes Hausmittel, höre ich immer wieder. Das hat schon meine Oma gemacht. Das ist zum Teil richtig, aber man muss wisssen, wo und wie man es tut. Mit Essig und Salz kann man viel falsch machen, mehr als man Gutes erreicht. Was gibt es zu beachten? Was ist verboten und was ist erlaubt? Wie gehe ich richtig vor? Lesen Sie weiter!




Das Verbot von Essig und Salz zur Unkrautvernichtung

Für die meisten Hobbygärtner kommt sowieso nicht in Frage, Unkraut mit der chemischen Keule zu vernichten. Essig und Salz sind aber nicht wirklich besser. Auf gepflasterten Flächen ist es sogar verboten, diese beiden Mittel, wenn auch verdünnt, einzusetzen. Der Grund ist, das auf den versiegelten Flächen ein biologischer Abbau der Mittel nicht möglich ist und das Oberflächenwasser nicht versickern kann. Die Stoffe geraten in die Kanalisation und das gibt Ärger im Wasserwerk. Ich rate auch von Essig und Salz ab, denn beide bringen den gesamten Mikrokosmos durcheinander. Der Einsatz beider Mittel als Unkrautvernichter ist nur vermeintlich biologisch. Zwar sind es Hausmittel, aber ihr Einsatz ist bedenklich.

Unkraut auf dem GehwegIm Beet kommt kaum einer auf den Gedanken, Essig und Salz zu benutzen, ganz klar, denn beide machen keinen Unterschied zwischen Unkraut und Gartenpflanze. Der Boden bleibt lange Zeit unbrauchbar für Gartenpflanzen.

Essig und Salz haben in der Regel keine langanhaltende Wirkung. Man muss immer wieder nacharbeiten. Auf Dauer leidet da jeder Boden. Was nicht eingehen soll, geht kaputt und die Unkräuter lachen sich schlapp.

Essig und Salz auf gepflasterten Flächen

Wenn Hausmittel zur Unkrautvernichtung verwendet werden, gelten sie vor dem Gesetz als Pflanzenschutzmittel. Deren Einsatz ist nur auf Flächen erlaubt, die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Gepflasterte Flächen werden nicht gärtnerisch genutzt und fallen dadurch weg. Bei ungenehmigtem Einsatz droht ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro.
Essig und Salz sind sehr benutzerfreundlich. Sie stellen keine Gefahr für Kinder oder Haustiere dar. Das Unkraut verbrennt und geht ein. Man kann es ganz leicht aus dem Boden ziehen. Außerdem sind beide Mittel einfach anzuwenden. Da sie aber nun mal auf gepflasterten Flächen, wo die meisten Nutzer sie anwenden möchten, nicht erlaubt sind, muss man sich etwas anderes einfallen lassen. Außerdem werden oft die Wurzeln nicht abgetötet, zumindest wenn man Essig oder Salz nicht in Mengen verwendet. So treibt aus der Wurzel beizeiten wieder ein neues Unkrautpflänzchen aus. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Ich nutze in dem Fall kochendes Wasser. Das ist auch völlig ungefährlich und tötet die Wurzen ebenso ab. Man kann die Pflanzen nach zwei bis drei Tagen einfach mit kaputter Wurzel herausziehen. Wenn nach der ersten Anwendung

noch irgendetwas grünes sprießt, dann muss man alles wiederholen. Gleichzeitig hilft das heiße Wasser gegen Ameisen, die nur allzugern zwischen den Platten ihre Nester anlegen.

Alternativen zu Essig und Salz

Löwenzahn entfernenAußer dem von mir vorgeschlagenen heißen Wasser, gibt es antürlich noch mehr Möglichkeiten, Unkraut zu vernichten, vor allem in Fugen und Ritzen von gepflasterten Flächen. Meist muss man aber Zeit und oft auch Kraft investieren, aber was tut man nicht alles der Umwelt zu liebe.
  • Hacken und gleichzeitig Unkraut samt Wurzel mit der Hand entfernen (jäten), ist immer noch die meist genutzte Art, Unkraut zu entfernen. Am besten gelingt dies nach Regen, wenn der Boden aufgeweicht ist.
  • Rückenschonender ist der Unkrautstecher mit langem Stiel. Auch mit ihm wird die Pflanze samt Wurzel herausgezogen.
  • Auch ein Grubber kann gute Dienste leisten, vorzugsweise bei gelockerten Flächen, bei Beeten. Er lüftet den Boden und entfernt gleichzeitig Unkraut samt Wurzel.
  • Ähnliche Dienste leistet der Rollkultivator, vor allem der mit langem Stiel.
  • Fugenreiniger sind speziell für schmale Fugen zwischen Platten oder Pflastersteinen geeignet. Allerdings erwischt man nicht immer die ganze Wurzel mit.
  • Unkraut lässt sich auch durch Wärme vernichten. Entsprechende Geräte können gas- oder strombetrieben werden.
  • Abflammgeräte verbrennen Unkraut und zwar mit offener Flamme. Allerdings wird hier oft die Wurzel nicht abgetötet und die Pflanze treibt wieder aus.
  • Infrarotgeräte sind da wirkungsvoller. Sie entwickeln Temperaturen bis 1.000 °C. Dadurch platzen die Eiweißzellen der Pflanze und sie geht ein. Es ist eine sicherere Methode.
  • Hochdruckreiniger
  • Elektrisch betriebene Bürstengeräte
Unkrautvernichter

UnkrautDie meisten Unkrautvernichter sind arge chemische Keulen. Sie erfüllen ihren Zweck und vernichten Unkraut sehr erfolgreich, sind aber für Mensch, Tier und Umwelt nicht immer günstig. Viele davon sind sehr umstritten. Biologische Mittel sind besser.

Tipps
  • Unter die Platten Unkrautfolie auslegen!
  • Polymere Fugensand-Trockenmischungen, welche einfach zu verarbeiten sind, helfen, dass Unkraut sich gar nicht erst ansiedeln kann. Einmal verfugt, hat man lange Ruhe, aber eben auch nicht für immer.
  • Kräuter oder kleinbleibende Bodendecker zwischen die Platten setzen, das wirkt toll, ein richtiger Hingucker, wenn z.B. Thymian blüht. Man kann sogar darüber laufen, nur Autos sind zu schwer.
  • Warum immer alle Flächen grau und trostlos haben wollen. Etwas grün oder eine andere Farbe dazwischen ist doch nicht schlecht. Nur zu hoch darf das Grünzeug nicht werden. Dann kann man es ausreißen.
Fazit

Es gibt viele Mittel und Wege, Unkraut zu entfernen. Viele wirken auf die Schnelle sehr gut, haben aber einen entscheidenden Nachteil. Es gibt nur einen momentanen Erfolg. Spätestens im Folgejahr treibt das Unkraut fröhlich und wie eh und jeh wieder aus. Es gibt kein ultimatives Mittel. Man muss immer am Ball bleiben und regelmäßig was tun. Chemie, Essig und Salz, Ablammen, alles hat zur Folge, dass die Feinfraktion zwischen Steinen und in Fugen verschwindet. Es entstehen Lücken und in denen wachesen Algen, Moos, Unkräuter und ähnliches nur um so stärker. Am besten ist immer noch Jäten, regelmäßig und ohne Zwang, am besten zu zweit, das macht sogar Spaß.
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Tipps für Schnellleser
Essig und Salz gegen Unkraut

- Essig und Salz auf gepflasterten Flächen sind verboten.
- Es drohen bis 50.000 Euro Strafe!
- Grund: kein biologischer Abbau auf versiegelten Flächen, Oberflächenwasser kann nicht versickern, gelangt in die Kanalisation
- Keine langanhaltende Wirkung
- Vorgang muss regelmäßig wiederholt werden
- Wirkt kaum gegen Wurzeln
- Auch Nutzpflanzen und Blumen leiden unter Salz und Essig
- Ist zwar bequeme Methode, aber nicht für die Umwelt
- Etwas für Faule und Ignoranten
- Besser ist kochendes Wasser, obwohl das auch alle Lebewesen mit umbringt

Alternativen sind:
- Jäten, immer noch am besten
- Unkrautstecher
- Grubber/Rollkultivator
- Fugenreiniger
- Abflammgeräte
- Infrarotgeräte – sehr wirkungsvoll
- Unkrautvernichter nicht zu empfehlen, zu viel Chemie
- Besser sind Unkrautfolien oder eine natürliche Begrünung
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