Eberesche, Vogelbeere - Pflanzen, Pflege und Schneiden

EberescheDie Eberesche lässt sich in Städten häufig antreffen und besticht vor allem durch die dekorativ geformten Blätter und die leuchtend orangefarbenen Früchte. Diese ziehen Vögel magisch an, weswegen die Eberesche auch im Garten ein tierfreundliche und schöner Blickfang sein kann. Bei ihrer Pflege gibt



es jedoch das eine und andere zu beachten.


Standort

Die Eberesche oder Vogelbeere, wie der Laubbaum auch bezeichnet wird, findet sich häufig in städtischen Parks oder direkt an der Straße. Denn Abgase der Autos können dem Gehölz kaum etwas anhaben. 
Wer sich den Vogelbeerbaum in den eigenen Garten holen möchte, sollte trotz dieser Unempfindlichkeit auf einige Faktoren achten.

Steckbrief der Eberesche
  • Name: Eberesche, auch bekannt unter Vogelbeere oder Vogelbeerbaum
  • Familie: Rosengewächse
  • Mögliches Alter: 80 bis 100 Jahre
  • Höhe: 3 bis 15 Meter
  • Blüte: Mai bis Juni
  • Pflegeaufwand: gering
  • Wintereignung: frosthart
  • Früchte: Beeren, im rohen Zustand leicht giftig für Menschen und Säugetiere
  • Vermehrung: durch Samen
  • Anforderungen an Standort: Vollsonne oder Halbschatten, nährstoffarmes, humoses Substrat
  • Besonderheiten: Hitzeempfindlich, unanfällig gegenüber Schädlingen, aggressive Wurzeln
  • Bedeutung für Tiere: Futterquelle für Vögel im Winter
EbereschenbaumDazu gehören die Lichtverhältnisse. Die Eberesche benötigt einen sonnigen oder halbschattigen Standort. Je dunkler der gewählte Platz, desto weniger Blüten und Beeren werden ausgebildet. Hier muss aber ein Kompromiss gefunden werden, denn die Eberesche ist zugleich empfindlich gegenüber Hitze. Eine Pflanzung nahe Hauswänden ist daher wenig empfehlenswert, da diese Hitze zusätzlich speichern können und damit dem Laubbaum schaden.

Durch das lichte Blätterdach spendet die Vogelbeere nur wenig Schatten, weswegen sie auch als Überpflanzung von Beeten bestens geeignet ist.

Die Wurzel als entscheidender Faktor

Die Eberesche hat sehr aggressive Wurzeln, die sich schnell im Erdreich ausbreiten und auch vor Leitungen und Rohren keinen Halt machen. Sie sollten daher fern von der Kanalisation eingesetzt werden. Eine Wurzelgrenze kann ebenfalls Abhilfe schaffen und für zusätzlichen Schutz sorgen.

Der richtige Pflanzzeitpunkt


Die Eberesche kann im Grund von Frühjahr bis Herbst gesetzt werden, optimal ist aber eine Pflanzung im Frühling. Und zwar nach dem letzten Frost.
Denn die Eberesche ist zwar winterhart, kann aber gerade im jungen Alter Schaden durch Frost nehmen. Zudem können sich die Wurzeln im gefrorenen Boden nicht ausbreiten oder verankern.

Wie viel Platz benötigt die Eberesche?


Die Eberesche wird etwa zwei bis vier Meter hoch und hat einen Durchmesser von mindestens zwei Metern. Je nach Alter kann sich dieser auch deutlich ausweiten. Entsprechend weitläufig ist das Geflecht der aggressiven Wurzeln.
Aus diesem Grund muss ein Pflanzabstand von etwa drei bis vier Metern eingehalten werden. Dieser gilt allerdings nicht für kleinere Büsche und Pflanzen, sondern nur für andere Bäume.

Substrat

Beim Substrat ist die Eberesche anspruchslos. Dieses sollte lediglich arm an Nährstoffen und humos sein. Normale Gartenerde reicht vollkommen aus. Diese kann kalkhaltig, sauer oder basisch sein. Die Vogelbeere kümmert das generell wenig.

EberescheAllerdings sollte der Boden nicht zur Verdichtung neigen. Zur Auflockerung kann Sand untergemengt werden. Tongranulat oder Mulch eignen sich ebenfalls. Letzterer hat noch einen weiteren Vorteil, auf den bei der Düngung eingegangen wird.

Pflege

Der Pflegeaufwand der Eberesche ist ebenso wie die Anforderungen an das Substrat sehr gering. Gelegentliches Gießen bei Bedarf, eine geringe Düngung und angepasstes Verschneiden reichen aus, um das Gedeihen der Eberesche zu sichern.

Gießen

Die Eberesche mag anhaltende und gleichmäßige Feuchtigkeit. Auf Staunässe reagiert sie hingegen empfindlich.

/>Der erste Schritt hierzu ist ein Substrat, dass Wasser speichert aber doch so durchlässig ist, dass es nicht gestaut wird.

Beim Gießen sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass die oberste Erdschicht etwas abgetrocknet ist. Regnet es regelmäßig, kann auf eine zusätzliche Wassergabe demgemäß völlig verzichtet werden. Einzig bei sehr hohen Temperaturen oder in trockenen Monaten ist das Gießen notwendig.

Auch bei der Art des Wassers muss nicht mit besonderer Vorsicht vorgegangen werden. Leitungswasser, selbst wenn es recht kalkhaltig ist, eignet sich ebenso wie das weichere Regenwasser.

  Tipps: Ist der Standort sehr windig muss die Eberesche häufiger gegossen werden, denn die Luft trägt die Feuchtigkeit gewissermaßen aus der Pflanze heraus.



Ein Gießgraben, also eine kleine Vertiefung rund um den Vogelbeerbaum sorgt für eine gezielte Bewässerung der Wurzeln und verringert die notwendige Gießmenge.

Das Düngen der Eberesche

Beim Düngen der Eberesche erweist sich das Mulchen des Substrats als Vorteil. Wurde dieses vor dem Einpflanzen durchgeführt, ist eine zusätzliche Nährstoffgabe nicht erforderlich. Das gilt zumindest für die ersten Jahre.
Wenn darauf anfangs verzichtet wurde oder der Baum bereits seit einigen Jahren am selben Standort steht, ist eine Düngung durchaus sinnvoll. Ein stickstoffarmes Mittel für Laubbäume und Zierhölzer eignet sich optimal. Dieses sollte etwa im September ausgebracht werden. Danach empfiehlt es sich, den Baum gut und reichlich zu wässern. Dadurch verteilen sich die Nährstoffe zum einen optimal im Erdreich und gelangen besser zu den Wurzeln. Zum anderen wird durch die Wassergabe verhindert, dass sich konzentrierte Nährstoffe geballt auf die Wurzeln legen und hier zu chemischen Verbrennungen führen.

Verschneiden

Früchte der EberescheDas Verschneiden ist bei der Eberesche

nur selten notwendig und empfiehlt sich eigentlich nur, wenn der Baum kleingehalten werden soll oder ein Befall vorliegt.
Ein Auslichten ist nur selten erforderlich. Wird es aber einmal nötig, sollte es möglichst direkt nach der Blütezeit erfolgen.

Hierbei müssen die entsprechenden Äste und Zweige direkt am Stamm entfernt werden. Stummel dürfen nicht zurückbleiben.

Das Verschneiden der Eberesche hat jedoch einen kleinen Nachteil. Wird Verblühtes entfernt, folgen keine Beeren nach. Ein radikaler Rundumschlag ist also nicht empfehlenswert. Stattdessen sollte nur gezielt entfernt und gekürzt werden.

Tipp: Immer nur gereinigte und möglichst desinfizierte Scheren und Messer zum Verschneiden der Eberesche benutzen. Auf diese Weise werden die frischen Schnittöffnungen nicht mit Erregern verseucht. Leidet der Vogelbeerbaum unter einem Befall, müssen die Schnittwerkzeuge auch nach dem Einsatz gereinigt werden. Eventuelle Keime oder Schädlinge werden so nicht weitergetragen.

Vermehrung

Die Eberesche kann ganz einfach vermehrt werden und zwar durch die leuchten orange gefärbten Früchte. Die Kerne in diesen hübschen Beeren sind Samen, die ausgesät schnell für junge Ebereschen sorgen.
Hierbei gibt es aber eine Besonderheit zu beachten: Das Fruchtfleisch.
Dieses enthält Stoffe, die eine Keimung verhindern oder zumindest verzögern können. Im Normalfall, also auf natürlichem Wege, werden die Beeren samt Kernen von Vögeln gefressen. Dabei wird das Fruchtfleisch verdaut und die Samen somit befreit.

Wer die eigene Eberesche vermehren möchte, sollte ähnlich vorgehen. Zwar ist es nicht ratsam, die Beeren selbst roh zu verzehren und dann auf die Samen zu warten. Das Fruchtfleisch sollte aber entfernt werden. Dies kann durch Zerdrücken oder Aufschneiden erreicht werden. Ist das Fleisch einmal entfernt, werden die Kerne herausgelöst und wahlweise in Gartenerde oder Anzuchterde eingebracht.

Warm, hell und feucht gehalten werden sie innerhalb einiger Wochen keimen. Möglich ist auch eine Dauer von einigen Monaten. Die Erfolgschancen sind größer, wenn die Anzucht drinnen erfolgt.

Haben die jungen Pflanzen eine Höhe von etwa 20cm erreicht, dürfen sie im Frühjahr in den Garten oder in einen Kübel ins Freie gesetzt werden. Das Auspflanzen kann auch noch im frühen Sommer geschehen, im Herbst stehen die Erfolgschancen aber schlecht, weil die jungen Triebe dann keine ausreichende Zeit für Wurzelbildung und Vorbereitung auf den Winter mehr haben.

Überwintern

Das Überwintern der Eberesche erfordert keine gesonderte Vorbereitung und auch keine Schutzmaßnahmen. Das Laub fällt im Herbst nach einer dekorativen Verfärbung ab. Die Beeren bleiben bis langen in den Winter erhalten.
Lediglich junge und neu gezogene Triebe sollten im Haus überwintert werden. Hier sollten sie frostfrei aber kühl und hell stehen. Ein gelegentliches Gießen ist ebenfalls erforderlich.

Das Umsetzen

Ein Umsetzen der Eberesche ist nur dann von Nöten, wenn der Baum am ursprünglichen Standort nicht gedeiht oder die Fläche nicht mehr ausreicht.
Zeigt der Laubbaum am aktuellen Platz nur ein reduziertes oder gar kein Wachstum, sollte zunächst eine erhöhte Nährstoffversorgung durch mehr Düngemittel getestet werden. Oftmals erübrigt sich das Umsetzen dadurch bereits. Sind die Lichtverhältnisse unzureichend, beispielsweise weil ein anderer Baum die Eberesche überschattet oder ist der Standort beengt, sollte ein Wechsel vollzogen werden.

Diesen vertragen relativ junge Ebereschen, im Alter von drei bis sechs Jahren, meist noch sehr gut. Je länger der Laubbaum an diesem Ort stand, desto schwieriger wird der Wechsel allerdings.

Um die Pflanze dennoch zu schonen, sollte ein möglichst großer Wurzelballen abgestochen werden. Es hilft weiterhin, wenn der Umsatz vorbereitet wird. Dazu sollte zunächst ein Graben rund um die Eberesche gebildet werden, der mit einer Mischung aus lockerem Kompost und Sand aufgefüllt wird. Schwemmend abgegossen bildet die Eberesche direkt in diesem Bereich Feinwurzeln aus, die das Anwachsen an einem neuen Platz deutlich erleichtern.
Etwa ein Jahr nach dem Ausheben des Grabens kann der Vogelbeerbaum relativ gefahrlos umgesetzt werden.

Typische Krankheiten und Schädlinge

Die Eberesche ist zwar ein robuster Baum, anfällig für gewisse Krankheiten ist sie aber dennoch.
Wie beispielsweise den Feuerbrand. Diese Krankheit wird durch Bakterien übertragen und erfordert sofortiges Entfernen und Vernichten aller betroffenen Teile. Im Anschluss kann mit einem entsprechenden Schutzmittel behandelt werden. Derzeitig gibt es allerdings noch kein gezielt auf Feuerbrand ausgerichtetes Produkt. Stattdessen sollte auf ein Breitband-Mittel gesetzt werden.

Feuerbrand zeigt sich durch dunkelbraune oder gar schwarz verfärbte Blüten und junge Triebe sowie auffällig dunkle Blattadern. Die verfärbten Pflanzenteile fallen auch im Herbst nicht ab. Auf diese Weise verbreitet sich die meldepflichtige Krankheit auf weitere Pflanzen.

Außer der bakteriellen Infektion ist die Eberesche anfällig gegenüber Baumpilzen, wie beispielsweise dem Baumschwamm oder dem Schwefelporling. Hier helfen eine regelmäßige Kontrolle und der Einsatz geeigneter Schutzmittel.

Als letzte Krankheit kann die Grauschimmelfäule auftreten. Hier sterben frische, grüne und noch nicht verholzte Triebe der Eberesche ab und vertrocknen oder verwelken dabei. Auftreten kann diese nur, wenn der Standort zu feucht ist und die Belüftung nicht ausreicht. Frei im Garten ist das nur äußerst selten der Fall. Tritt sie dennoch auf, sollte ein Fungizid eingesetzt werden. Dieses schafft im Normalfall schnell Abhilfe. Ein Entfernen der betroffenen Pflanzenteile beugt einer weiteren Ausbreitung vor.

Gegen Schädlinge zeigt sich die Eberesche hingegen sehr widerstandsfähig.

Ist die Eberesche giftig?

Die frischen, rohen Früchte der Eberesche sind in kleinen Mengen nicht giftig. In größerer Anzahl genossen können sie allerdings Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall auslösen. Das kann vor allem für Kinder und Tiere, Vögel ausgenommen, zur Lebensgefahr werden.

Anders sieht es bei gekochten Beeren der Eberesche aus. Diese können als Dessert, als Saft oder gebrannt als Schnaps gefahrlos genossen werden. In alkoholfreier Form haben sie sogar einen gesundheitsfördernden Effekt, denn die Früchte enthalten viel Vitamin C und weitere abwehrstärkende Stoffe, die beispielsweise einer Erkältung vorbeugen können.

Wer sie nicht selbst verzehren möchte, kann die Beeren ruhig am Baum belassen. Gerade im Herbst und Winter stellen sie eine verlässliche Futterquelle für Vögel dar. Herabgefallene Beerentrauben sollten hingegen entfernt werden, wenn Haustiere oder kleine Kinder auch im Winter im Garten spielen.

Das Wachsverhalten der Eberesche

Bereits die pflegeleichten Eigenschaften machen die Eberesche zu einer Pflanze, die sich bestens für den Garten eignet. Und für alle ohne grünen Daumen.

Das spezielle Verhalten während des Wachstums stellt aber einen weiteren Vorteil dar. So wächst die Eberesche anfänglich sehr schnell und erreicht umgehend eine Höhe von ein bis zwei Metern. Danach gestaltet sich die Größenzunahme jedoch merklich verringert. Der Vogelbeerbaum erreicht also schnell eine beachtliche Höhe, behält diese dann jedoch recht lange Zeit bei. Das vereinfacht die Planung und den Zurückschnitt. Sorgt zudem aber auch dafür, dass sich im Garten weder lange eine gezwungener Maßen freie Fläche abzeichnet, noch das ständig umgepflanzt werden muss.

Fazit

Die Eberesche ist ein pflegeleichter und dekorativer Baum, der als Futterplatz für Vögel dienen und den Garten um einen Blickfang bereichern kann. Am richtigen Standort eingesetzt und mit wenigen Maßnahmen wird der Laubbaum lange gedeihen - auch wenn der Hobbygärtner keinen grünen Daumen hat.
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Tipps für Schnellleser
Steckbrief der Eberesche

- Die Eberesche wird auch als Vogelbeere oder Vogelbeerbaum bezeichnet
- Pflegeleichter Laubbaum
- Benötigt sonnigen oder halbschattigen Standort
- Empfindlich gegenüber Hitze
- Nährstoffarmes, relativ durchlässiges Substrat erforderlich
- Mulchen ist sinnvoll
- Boden sollte stets leicht feucht sein
- Gießen bei Bedarf
- Staunässe vermeiden
- Idealer Pflanzzeitpunkt ist das Frühjahr nach dem letzten Frost
- Bildet aggressive Wurzeln aus, sollte daher fern von Kanalisation, Rohren und Leitungen gepflanzt oder mit Wurzelgrenze versehen werden
- Düngung nur erforderlich, wenn nicht gemulcht wurde
- Verschnitt nur bei Bedarf
- Vermehrung durch Samen möglich und einfach
- Unempfindlich gegenüber Schädlingen
- Anfällig für Baumpilze, Schimmel und Feuerbrand
- Winterbeständig und frosthart, daher kein Winterschutz erforderlich
- Rohe Beeren sind giftig, gekochte Früchte nicht
- Wächst anfangs sehr schnell, später nur langsam
- Stellt gerade im Winter eine wichtige Futterquelle für Vögel dar
- Blätter werden im Herbst abgeworfen, Früchte nicht
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