Seerosen, Teichrosen - Pflanzen, Pflege und Überwintern

SeerosenSee- und Teichrosen sind die Königinnen der Teichpflanzen und in fast jedem Gartenteich anzutreffen. Sie bezaubern mit ihren prachtvollen Blüten und je nach Art auch mit einem lieblichen Duft, die Blütezeit kann sich über Monate hinziehen.



Die Artenvielfalt ist abwechslungsreich, genauso wie die Farbe der Blüten, die entweder weiß, gelb oder in unterschiedlichen Rosa-Schattierungen erblühen. Sehr schön anzusehen sind auch die schwimmenden Blätter der Seerosen, welche ebenso wie die Blüten einen beachtlichen Umfang erreichen können und ein dunkelgrüne Farbe haben. Je nach Lage des Teiches und der Anzahl der Sonnenstunden gibt es entsprechende Sorten, die in dem jeweiligen Teich gut gedeihen. Die tropischen und stark duftenden Seerosen sind leider sehr frostempfindlich und müssen an einem warmen Ort überwintern, während die einheimischen Arten die kalten Temperaturen des Winters unbeschadet überstehen. Seerosen haben im Gegensatz zu den Teichrosen größere Blüten und Blätter, mit einem facettenreicheren Farbenreichtum. Die Blüten der Teichrosen sind klein, kugelig und haben eine gelbe Farbe.


Optimaler Standort, Ein- und Umpflanzen, Nährboden

violette TeichrosenDie Seerosen sind wahre Überlebenskünstler und gedeihen in allen Klimazonen dieser Erde, außer in den eisigen Regionen. Sie werden entweder am Grund des Teiches direkt in die Erde gepflanzt oder in einen speziellen Pflanzkübel. Da diese Teichpflanzen zu Wucherungen neigen, beschränkt der Kübel praktischerweise das Wurzelwachstum. Wenn eine Beschneidung, Teilung oder Überwinterung nötig wird, lassen sich die Seerosen und Teichrosen auf diese Weise leichter herausnehmen. Die Wurzeln tragen im Gartenjargon auch den Namen Rhizome, mit diesen knollenartigen Wurzelballen können die einheimischen Wasserpflanzen die Kälteperiode überdauern. Bei einem freien Wuchs verankert sich die Seerose im Grund des Teiches fest mit dem Rhizom und bildet starke Wurzeln im Untergrund. Je stärker und dicker die Wurzeln der Pflanze sind, desto besser sind ihre Chancen gegen heftige Strömungen bestehen zu können. In der Handhabung sind die Pflanzen sehr pflegeleicht, die Voraussetzung für ein gesundes Wachstum sind jedoch ideale Bedingungen.
  • Gut proportionierter Gartenteich, je größer desto besser
  • In den warmen Monaten stets draußen
  • Je nach Art sonnendurchfluteter oder sonnenarmer Standort
  • Möglichst kalkarme und nährstoffreiche Erde
  • Frostharte Seerosen können im Teich überwintern
  • Helles und warmes Winterquartier für die tropischen Sorten, welche frostempfindlich sind
  • Stille Gewässer mit einer guten Sauerstoffzufuhr
  • Gleichmäßige Sauerstoffversorgung des Wassers durch entsprechende Geräte und Vorrichtungen, auf diese Weise wird ebenfalls übermäßiger Algenwuchs verhindert
  • Regelmäßige Zufuhr mit Nährstoffen durch einen Spezialdünger für Wasserpflanzen
  • Überdüngung vermeiden, da diese sehr leicht zu einem übermäßigen Algenwachstum führt
  • Teilen und Umpflanzen wird fällig, wenn die Wurzelstöcke überhand nehmen und die Pflanze zu viel Platz im Teich beansprucht
  • Bei einem leicht fließenden Wasser und einem schwankenden Wasserstand ist die Teichrose der Seerose vorzuziehen
Düngen und Gießen

geschlossene Blüte der SeeroseSeerosen sind Wasserpflanzen und brauchen demzufolge nicht extra gegossen werden. Jedoch darf der Wasserstand im Teich nicht zu sehr absinken, da die Pflanzen sonst vertrocknen. Deshalb muss der Wasserstand in den warmen und niederschlagsarmen Sommermonaten stets kontrolliert und der Teich bei Bedarf aufgefüllt werden. Diese Pflanzen sind starke Zehrer und benötigen viele Nährstoffe im Wasser und in der Erde, ansonsten kommt es zu keiner Blüte und die Blätter werden gelb und verfaulen. Je nach Wasser- und Erdbeschaffenheit muss aus diesem Grund regelmäßig mit einem Dünger für Gartenteiche gedüngt werden.
  • Wurzelballen oder auch Rhizom muss immer im Wasser stehen und darf

    nie austrocknen
  • Der Wasserstand darf nie extrem absinken, die Blätter und Blüten müssen auf dem Wasser im geeigneten Abstand zu den Wurzelstöcken schwimmen
  • An Tagen mit sehr heißen Temperaturen und wenig Niederschlag ist Wasser nachzufüllen
  • Düngen je nach Bedarf, beim nährstoffarmen Wasser und Erdboden häufiger
  • Ideal ist ein spezieller Dünger für Wasserpflanzen und Gartenteiche, zum Beispiel als Düngekegel, die in die Erde zu stecken sind
Richtig Schneiden und mit Bedacht Überwintern

Seerosen neigen zu einem wuchernden Wachstum und können schnell den ganzen Platz im Gartenteich beanspruchen. Teichrosen haben einen kleineren Wuchs und eignen sich deshalb besser für kleinformatige Teiche. Starke Auswucherungen und der daraus folgende Platzmangel führen dazu, dass die Seerose blühfaul wird. Des Weiteren nehmen Seerosen aufgrund der großformatigen Blätter anderen Teichpflanzen die Sonne weg und müssen bei Bedarf beschnitten werden. Die starke Wuchskraft und die dicken Wurzeln dieser Teichpflanzen können außerdem zu einer Plage führen, mit schwachwüchsigen Sorten sind die Wucherungen aber zu vermeiden. Werden die Seerosen in Kübeln gehalten, ist das Herausnehmen und Beschneiden der Pflanze leicht möglich und schnell durchführbar.
  • Der richtige Schneidezeitpunkt ist in den Frühjahrsmonaten bis spätestens Mitte August
  • Im Herbst nicht mehr beschneiden, da die Pflanzen sich sonst bis zur Winterzeit nicht wieder richtig verwurzeln können
  • Wenn die Blätter nicht gleichmäßig verteilt auf dem Wasser liegen, sondern steil herausragen oder sich sogar übereinander schieben, muss beschnitten und stark ausgedünnt werden
  • Bei starken Wucherungen und einem großen Ausbreiten blühen die Seerosen nicht mehr auf
  • Faule und gelbe Blätter müssen stets abgeschnitten werden
Teichrosen BlütenEinheimische Arten können den Winter unbeschadet im Teich verbringen, während exotische Sorten in ein Überwinterungsquartier gebracht werden müssen. In Regionen mit besonders harten Wintern mit anhaltendem Schneefall und einem dauerhaften Zufrieren der Teiche, ist es jedoch ratsam, auch die einheimischen

Teichrosen geschützt überwintern zu lassen. Tropische Seerosen faszinieren mit einer strahlenden Farbenvielfalt, sind aber bei der Überwinterung nicht einfach zu handhaben. Wenn diese schon beim Einpflanzen in Pflanzkübel gesetzt wurden, sind sie im Herbst problemlos aus dem Teich zu nehmen und in ein passendes Gefäß zu lagern. Das Überwinterungsquartier für die Exoten muss ein heller und warmer Ort sein, mit Wassertemperaturen zwischen 23 bis 25 ?C. Normales Tageslicht im Winter reicht nicht aus, zusätzliche Lampen sind zu installieren. Die tropischen Seerosen wachsen unter solchen optimalen Bedingungen auch im Winter noch weiter.
  • Einheimische Sorten sind winterhart und überwintern im Teich, ohne zu Schaden zu kommen
  • Die einheimischen Sorten kann man jedoch auch zu ihrem Schutz vor dem ersten Frost in ein Winterquartier bringen, z. B. Dachboden oder Keller
  • Nur leicht mit Wasser bedecken, zum Überwintern benötigt die einheimische Seerose weder starken Lichteinfall noch übermäßige Wärme, jedoch muss diese stets vor Minusgraden geschützt sein
  • Regelmäßig nachsehen, ob genügend Wasser im Gefäß vorhanden ist
  • Im Frühjahr kommen die Pflanzkübel wieder an ihren Platz im Teich
  • Tropische Sorten brauchen einen hellen und warmen Platz, mit Wassertemperaturen von 23-25 °C, auf eine ausreichende Wasserhöhe muss jederzeit geachtet werden
  • Zusätzliche Lampen für eine ideale Versorgungen mit Licht sind zu installieren
  • Nach dem Winter und den letzten Frostnächten kommen die Exoten in ihrem Kübel wieder in den Teich zurück
Die Vermehrung der Seerosen

Die Seerosen sind überwiegend selbstaussäend und vermehren sich unter idealen Voraussetzungen sehr stark. Die Wurzelstöcke können geteilt und an verschiedene Standorte im Gartenteich gesetzt werden, dieser muss jedoch eine geeignete Größe für mehrere Pflanzen haben. Für kleine Gartenteiche und Wasserbecken sind schwachwüchsige und nicht besonders stark selbstaussäende Teichrosen optimal. Diese Sorten sind anspruchslos und blühen zuverlässig über lange Zeiträume.
  • Selbstaussäend und mit starkem Wuchs sorgen die Seerosen für ihre eigene Vermehrung und Ausbreitung, wenn die Bedingungen stimmen
  • Schwachwüchsige und gering selbstaussäende Teichrosen eignen sich speziell für kleine Gartenteiche und überschaubare Wasserbecken
  • Bei großformatigen Sorten können Blätter mit einem Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern wachsen 
Blüten und Blütezeit

violette SeerosenSeerosen werden vor allem wegen ihrer wunderschönen und prächtigen Blüten gepflanzt. Es gibt ca. 40 verschiedene Arten und neuartige Zuchtsorten, mit einer abweichenden Farbpalette von weiß über gelb bis rosa und sogar tiefes rot, welche außerdem noch mit einem verführenden Duft betören. Seerosen sind mehrjährige, krautige Pflanzen und blühen über einen langen Zeitraum hinweg, wenn sie artgerecht gehalten werden. Die Blütezeit kann bei richtiger Pflege vom Frühjahr bis zum Herbst dauern. Die meisten Sorten lieben die Sonne und die Wärme, und brauchen diese auch, um voll aufzublühen. Einigen wenigen Arten genügt ein schattiger Standort mit einem geringen Lichteinfall.
  • Warmer und sonnendurchfluteter Standort für optimale Blütenbildung
  • Nährstoffreiches Wasser und ebensolcher Boden für eine langanhaltende Blütezeit
  • Bei nährstoffarmem Wasser und Erdboden wird zusätzlicher Dünger benötigt
Krankheiten und Schädlinge

Die meisten Seerosen sind besonders anfällig für eine Vielzahl an Schädlingen und Krankheiten. Im Wasser eines Gartenteiches sollten keine Chemikalien eingesetzt werden, da in der Regel dadurch noch größere Schäden entstehen. Wenn Fische und andere Tiere im Teich leben, sind auf gar keinen Fall chemische Mittel zu verwenden. Mit gut auf die Teichpflanzen abgestimmten Kulturbedingungen können viele Schäden im Vorfeld verhindert werden, genauso wie mit der Auswahl von robusten Zuchtsorten, die aus heimischen Gefilden kommen. Tropische Arten neigen unter fremdartigen Bedingungen vermehrt zu Schädlingsbefall und Krankheiten. Mit einer regelmäßigen Kontrolle des Teiches können ein Befall und Erkrankungen frühzeitig erkannt und entsprechende Abwehrmaßen ergriffen werden.

Blattläuse
  • Blattläuse treten besonders häufig bei freilebenden Pflanzen auf
  • Mit einem Wasserstrahl aus einem Schlauch abspülen, zur Not auch mit den Fingern abstreifen
  • Ansonsten die betroffenen Pflanzen mit einer gering dosierten Mischung aus Spülmittel und Wasser mit einem Schwamm abwaschen
  • Darauf achten, dass diese Spülmittellösung nicht in das Teichwasser gerät
Pilzbefall
  • Teich- und Seerosen sind aufgrund des Standortes im Wasser recht anfällig für einen schädlichen Pilzbefall
  • Wenn sich vermehrt gelbe Stellen an den Blättern bilden, sollten diese relativ schnell entfernt werden, um den Pilzbefall zeitnah einzudämmen
  • Bei starkem Befall alle Blätter entfernen, somit können der Pflanze neue und gesunde Triebe wachsen
Seerosenblattkäfer oder Erdbeerkäfer
  • Der Seerosenblattkäfer oder Erdbeerkäfer befällt in den hiesigen Breitengeraden besonders oft Seerosen
  • Die Larven des Käfers fressen sich Gänge in die Oberseite der Seerosenblätter und lassen diese unansehnlich erscheinen
  • Bei einer großen Anzahl an Gängen stirbt das betroffene Blatt ab
  • Da im Teich Pestizide zum Schutz der Flora und Fauna nicht eingesetzt werden dürfen, sind die Käfer und Larven am besten per Hand einzusammeln
Geringer Bewuchs und Blühfaulheit
  • Wenn die Seerosen nur schlecht blühen und wenige Blätter haben, ist das ein Hinweis auf akuten Nährstoffmangel
  • In diesem Fall die Wurzeln zurückschneiden und Wasserpflanzendünger in kleinen Dosierungen verabreichen
  • Natürlichen Dünger bevorzugen, da sich chemische Produkte im Teichwasser schnell ausbreiten
rote Blüte der TeichroseSollten sich die Seerosen zu weitläufig ausbreiten, kommt es ebenfalls zu einer Blühfaulheit, hier müssen die Pflanzen entsprechend zurück geschnitten werden.

Fazit

Mit ihren großartigen und bildschönen Blüten sind See- und Teichrosen eine Zierde für jeden Gartenteich und verlocken mit einem lieblichen Duft. Die großen Schwimmblätter beschatten das Wasser und schützen es vor Überhitzung an heißen Tagen. Dadurch geben sie den Teichbewohnern einen sicheren Schattenplatz und schützen diese auch vor räuberischen Wasservögeln. Gleichzeitig dämmen sie ein übermäßiges Algenwachstum ein, welches durch starken Sonneneinfall entsteht. Da diese Wasserpflanzen viele Nährstoffe aus dem Wasser aufnehmen, entziehen sie den Algen zugleich deren Lebensgrundlage. Mit Seerosen kann die Wasserqualität im Teich verbessert werden, es ist jedoch mit Wucherungen zu rechnen. Mit einem rechtzeitigen Beschneiden und dem Teilen der Wurzeln kann diese Plage einfach verhindert werden. Auch kleine Wasserbecken können mit kleinwüchsigen Teichrosen verziert werden und die Augen erfreuen.
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Tipps für Schnellleser
Teichrosen und Seerosen für den Gartenteich

- Zwischen winterharten und frostempfindlichen Sorten unterscheiden
- In den Sommermonaten an einem sonnigen Platz im Teich setzen oder einpflanzen
- Im Schutz von anderen Teichpflanzen gedeihen und blühen diese besser
- Kalkarmer und nährstoffreicher Erdboden
- Gute Wasserqualität mit vielen Nährstoffen
- Ideal sind spezielle Pflanzkübel
- Wenn die Wurzeln überhand nehmen, beschneiden und Wurzelstöcke teilen
- Wasserstand stets hoch genug halten
- Wurzeln dürfen nicht austrocknen
- Düngen nur bei Bedarf, von Mai bis September, sparsam mit Hinblick auf die Wasserqualität
- Schnitt nur bis Mitte August, damit sich die Wurzel erholen können
- Faulende und gelbstichige Blätter zeitnah herausschneiden
- Steil herausragende und überlappende Blätter wegschneiden
- Vermehrung durch Selbstaussaat und Teilung des Wurzelballens
- Einheimische Arten sind frosthart und überwintern ohne Probleme im Teich
- Überwintern gestaltet sich schwieriger bei tropischen und frostempfindlichen Arten
- Einheimische und robuste Sorten bevorzugen, diese sind pflegeleichter
- Krankheiten und Schädlinge entstehen oft durch Pflegefehler
- Blühfaulheit, gelbe Blätter
- Blattläuse, Pilzbefall, Seerosenkäfer/Erdbeerkäfer
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