Gartengestaltung mit Steinen und Kies


Gartengestaltung mit SteinenDen Garten mit Kies oder/und Steinen zu gestalten, ist momentan sehr angesagt. Werden diese Materialien richtig genutzt, kann man sich damit später viel Mühe bei der Gartenarbeit ersparen.

Kies wird meist für spezielle Kiesbeete, Asia-Gärten und verschiedenste Wegelösungen genutzt. Natursteine wie Findlinge setzen Akzente. Natursteinplatten



verschönern Terrassen und Wege. Steine kommen beim Bau von Beetabgrenzungen zum Einsatz, bei der Treppengestaltung, beim Bau von Teichen und Wasserläufen, zur Hangbefestigung, beim Bau von Hochbeeten und Kräuterschnecken, bei der Anlegung von Wasserbecken und und und.


Unterschiedliche Kiesarten

Das Wort Kies stammt vom mittelhochdeutschen Wort „kis“ ab. Es bedeutet in etwa soviel wie grobkörniger, steiniger Sand. Kies ist nicht gleich Kies. Er wird in verschiedenen Körnungen, Korngrößen oder Korngrößenfraktionen angeboten. Kies mit einer Korngröße von mehr als 63 mm ist Geröll. Splittkies ist kantiger, als normaler Kies. Häufig wird auch Schotter genutzt. Auch Splitt kommt recht zahlreich zum Einsatz.
  • Marmorkies – sehr heller Kies, fast weiß, Klassiker unter den hellen Natursteinen, passt besonders gut zu ausdrucksstarken, dunklen Farben und als Spritzschutz an der Hauswand, wird auch häufig für Beetabdeckungen und Kiesbeete genutzt
  • Quarzkies – meist beige bis braune Farbe, häufig mit kleiner Körnung angeboten, zwischen 6 und 8 mm,
  • Basaltsplitt – dunkelgrauer bis schwarzer Stein, feinkörnige Grundmasse, selten Einsprenglinge, ideales Deckmaterial für Wege und Plätze, auch für die Beschickung von eingefassten Flächen
  • Rheinkies – stammt aus dem Rhein-Main-Gebiet, oft das preisgünstigste Angebot, Körnung zwischen 2 und 150mm (gestaffelt) ideal für Kiesrandstreifen, Dachbegrünungen und zur Verschönerung bestimmter Flächen
  • Schotter - gebrochenes Gestein mit einer Korngröße zwischen 32 und 63 mm. Schotter kommt beim Bau von befahrbaren Wegen und Naturpflaster zum Einsatz.
  • Splitt – besonders kleiner Stein, mineralischer Baustein in einer Körnung von 2 bis 32 mm Größe, eines der meistgenutzten Wegbauprodukte
  • Rollsplitt – aufgrund der erhöhten Belastungs- und Beständigkeitseigenschaften beim Bau von Zufahrten und Stellflächen für Autos verwendet
  • Ziersplitt – aus verschiedensten Gesteinsarten hergestellt, unterschiedliche Farben, ideales Deckmaterial für Wege, dekorative Pflaster (Fugensplitt) für Gelände- und Gartenflächen
  • Einen guten Überblick über Gartenkies und die verschiedenen Arten findet man unter: www.gartenkies.de
Zierkiesbeet anlegen

Kiesgarten anlegenEin Kiesbeet anzulegen ist nicht schwer. Je nach Größe ist es etwas mit Arbeit verbunden, denn es muss eine ordentliche Schicht Boden abgetragen werden. Nach der Fertigstellung hat man nicht mehr viel Arbeit mit solch einem Beet. Als Pflanzen sind vor allem solche geeignet, die es gern schön warm haben, denn die Steine nehmen Wärme auf, speichern sie und geben sie wieder ab. Ungünstig bei einem Kiesbeet ist, dass kleine Blätter und ähnliches sich gern zwischen den Steinchen verfangen und mühsam ausgelesen werden müssen. Das sollte man beim Pflanzen bedenken. Daher ist es auch nicht ratsam, ein Kiesbeet in unmittelbarer Nähe von kleinblättrigen Gehölzen anzulegen.
  • Mutterboden 20 bis 30 cm tief abtragen
  • Alles Unkraut entfernen
  • Mutterboden mit Kies vermischen und bis auf 25 cm auffüllen
  • Fläche mit einem Unkrautvlies abdecken
  • Anschließend bepflanzen. Dazu das Vlies einschneiden, x-förmig
  • Alles mit einer mindestens 5 cm dicken Schicht Kies abdecken
Steine sind absolut vielfältig einsetzbar und sicher in jedem Garten irgendwo zu finden und wenn es die Auffahrt, der Boden für den Carport oder ähnliches ist.

Unterschiedliche Steinarten

Steine kommen bei der Gestaltung fast überall zum Einsatz. Wir unterscheiden Terrassen- und Wegplatten, Pflaster, Mauersteine, Palisaden, Findlinge, Felssteine und wieder Kies

und Splitt. Egal ob klassischer oder romantischer, ob mediterraner oder asiatischer Garten, ob üppig oder minimalistisch ausgestattet, ohne Stein in irgendeiner Form kommt kaum ein Garten aus.
Am schönsten wirken Natursteine, egal welcher Stein genutzt wird. Dieser Baustoff ist uralt, massiv, widerstandsfähig und wirkt durch seine Aderung, Poren und die Maserung absolut lebendig. Egal ob Terrassenplatten, Pflastersteine, Palisaden oder Mauersteine, nichts geht über Naturstein.
In letzter Zeit kommt aber immer mehr Betonstein zum Einsatz. Qualität und Aussehen haben sich stark verbessert. Leider sind auch die Preise für guten Betonstein ziemlich gestiegen und unterscheiden sich häufig kaum noch von Naturstein. Betonstein hat den Vorteil, dass man fast jede Oberfläche gestalten kann. So ist es auch möglich, sie wie Holz aussehen zu lassen. Holz verwittert, Betonstein in Holzoptik ist dagegen fast ewig haltbar.
  • Muschelkalk – viele farbliche und strukturelle Nuancen im Angebot, für Bodenbeläge, Pflaster, Mauern, Stelen, Skulpturen, Möbel, Brunnenanlagen, absolut vielseitig, aber nicht gerade ein Schnäppchen
  • Basalt – meist dunkelgrauer bis schwarzer Stein, feinkörnige Grundmasse, selten Einsprenglinge, gut geeignet als Pflaster und Bodenplatten, also für Terrassen, Wege, Auffahrten und dergleichen, durch Abrieb wird die Oberfläche glatt und bei Nässe rutschig
  • Granit – mittel- bis grobkörniger Stein mit Kristallen durchsetzt, Farben von hellem Grau bis bläulich, rot und gelblich. Eignet sich für Terrassenbeläge, Wege, Skulpturen, Möbel, Brunnen, Wasserbecken, Treppen, Einfassungen...
  • Kalkstein – Steine in hellem Grau bis Graugelb, sind andere Mineralien beigemengt, kommen auch rote Farben vor, bei Bitumenanteil sind auch dunkelgraue bis schwarze Steine möglich, weicheres Gestein, dass schneller verwittert als z.B. Granit
  • Sandstein – Sedimentgestein mit mindestens 50% Sandkörneranteil, in vielen Farben erhältlich, meist sehr hell, in creme, beige und gelblich, aber auch rötliche und dunkle Steine sind möglich,

    weicher Stein, verwittert schneller als anderer Naturstein
  • Quarzit – sehr hartes Gestein, Quarzgehalt von mindestens 98%, oft weiße oder weißgraue Farbe, es treten aber auch rote und gelbe Steine auf, je nach Beimengung, durch die geringe Porosität setzen sich keine Moose fest, durch Frostwechsel, Tausalz und andere Faktoren können die Steine Risse bekommen und gesprengt werden
Gartenwege

Gartenwege aus NatursteinFür Gartenwege eignen sich sowohl Kies, als auch verschiedenste Steine. Kies ist eine preiswerte Lösung für Wege. Gerade junge Familien, die erst Haus gebaut haben und denen das Geld für eine aufwändige Gartengestaltung fehlt, verwenden gern Kies. Wichtig ist allerdings, dass sowohl das Kiesbett untendrunter als auch die Abgrenzungen an den Seiten richtig angelegt sind. So breitet sich der Weg nicht seitwärts aus, bleibt in Form und sinkt nicht mit der Zeit ein. Einen Nachteil von Kies will ich hier nicht verschweigen, Barfusslaufen ist recht unangenehm.

Wer gern mit nackten Füßen über den Gartenweg gehen möchte, sollte statt der scharfkantigen und manchmal spitzen Kiessteinchen lieber andere Steine nutzen. Flusskiesel oder auch kleine Schieferplättchen, nur wenige Zentimeter groß und flach, sind ideal. Schiefer kann aber recht warm werden, denn er ist dunkel und erwärmt sich bei Sonneneinstrahlung, sieht aber sehr schön aus.
Außer einem mit Kies und/oder kleinen Steinchen belegten Weg, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten. Wichtig ist der Schichtaufbau, ein verdichteter Untergrund aus Erdreich, eine Tragschicht aus Schotter oder Kies, ein Pflasterbett aus Splitt und Pflastersand und obenauf die Steine. Günstig sind meist Kantensteine als Einfassung. Die Steine können in unterschiedlichen Mustern gelegt werden, z.B. versetzter Verbund, Bogenpflaster, Fischgrätenmuster und andere
  • Pflasterweg – es gibt zahlreiche verschieden Natur- und Betonpflaster, in unterschiedlichen Farben und Formen, so dass man auch Muster gut gestalten kann.
  • Plattenweg – ähnlich wie Terrassen können natürlich auch Wege verlegt werden. Auch hier sind unterschiedliche Farben, Formen und Größen möglich, so dass man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann
  • Pflasterklinker – aus Ton gebrannte Ziegel, meist in Rot-, Gelb- und Brauntönen, besonders für naturnahe Gärten, sehr natürliche Ausstrahlung, besonders beliebt in Norddeutschland
  • Trittplatten – aus Natur- oder Betonstein, eignen sich, um sie im Rasen oder auch in einer Kiesfläche zu verlegen, sind meist recht groß, z.B. 100 x 40 cm
  • Unregelmäßige Natursteinplatten – passen besonders gut in natürlich gestaltete Gärten, mit einem Hauch Nostalgie, in verschiedenen Farben und aus unterschiedlichen Steinen möglich
  • Katzenkopfpflaster – Naturstein mit relativ hohem Fugenanteil beim Einbetten, rustikale Steine, von Wind und Wetter bearbeitet, sehr huckeliger Weg, nicht geeignet für High-Heels, aber gut zum Barfusslaufen geeignet, auch ideal für natürlich gestaltete Randpartien im Garten
Treppen

Treppenstufen aus SteinStufen führen sicher und bequem von einer Eben zur nächsten. Außerdem sind Treppen wichtige Gestaltungselemente. Ob halb rund oder breit ausladend, geschwungen oder gerade, mit Treppen lässt sich ein Garten immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erleben. Wichtig sind rutschfeste Beläge. Bei steilen und längeren Treppen sollte ein Geländer angebracht werden. Wer den Garten barrierefrei gestalten möchte, also für Rollstuhlfahrer geeignet, muss Rampen statt Treppen gestalten. Die Steigung sollte nicht mehr als 6 bis 10 Prozent betragen.

Die Materialien für Treppen sind ähnlich wie für Wege. Kies und kleine Steine kommen natürlich nicht in Frage. Am besten sind Platten, Fliesen, Klinker, Pflastersteine und flache Natursteinblöcke.

Begrenzungen

Egal, ob der Garten zum Nachbarn oder zur Straße abgegrenzt werden soll, ob ein Hang befestigt und dabei Weg und Beetflächen abgegrenzt werden sollen, egal wozu man eine Begrenzung benötigt, Steine sind ideal dafür. Je nach Höhe und Breite nutzt man dafür verschiedene Steine.
  • Gabionen – werden verstärkt als Sicht- und Lärmschutz verwendet. Drahtgitterkäfige bilden das Gerüst, welches mit verschiedenen Steinen gefüllt werden kann. Für hohe Mauern ist ein Fundament nötig und auch eingemauerte Stützen, die dem Ganzen Halt geben. Niedrige Mauern kommen meist ohne Fundament und Stützen aus.
  • Steinmauern in verschiedensten Ausführungen – Natursteinmauer – beim Verlegen so anordnen, dass nie mehr als drei Fugen zusammenstoßen, Stoßfugen dürfen durch nicht mehr als zwei Schichten gehen. Hohlräume dürfen nur klein sein
  • Granitblöcke können eine dekorative Stütz- und Trennwand ergeben und stützen dazu auch noch kleine Hänge und Böschungen
  • Gemauerte Terrasseneinfassungen in Sitzhöhe – sehr beliebt dahinter sind Hochbeete. Wenn die Terrasse mit einer kleinen Mauer eingefasst wird, kann das Beet dahinter gestaltet werden. Die Mauer kann gleichzeitig als Sitzgelegenheit genutzt werden.
Bachlauf mit Steinen

Bachlauf aus SteinBachläufe können sehr unterschiedlich mit Steinen gestaltet werden, je nachdem, welche Steine man nutzt. Durch die Steine lassen sich die Wasserläufe in Form und Größe leicht an bereits bestehende Außenanlagen und Gegebenheiten des Gartens anpassen. Ob man nun einen kleinen Wasserfall in einen Teich münden lässt oder einen eigenständigen Bachlauf anlegt, es gibt unzählige Varianten. Ein Bachlauf benötigt ein Gefälle. 1 bis 2 Prozent reichen im allgemeinen für einen ruhigen Wiesenbach aus. Ein rauschender Gebirgsbach braucht etwas mehr, so um die 5 Prozent. Das Wasserreservoir muss ausreichend groß sein. Bewährt hat sich ein Vorrat von 25 bis 30 Liter pro Meter Bachbett, abhängig von der Bachbreite.
  • Dramatisch aufgeschichtete Schieferplatten erzeugen eine Felsenlandschaft. Von den flachen Platten kann man gut einen Wasserfall in Szene setzen.
  • Praktisch sind vorgefertigte Bachlaufelemente, z.B. aus robustem Polyresin. Sie können einen natürlichen Bachlauf gut imitieren. Mit ein paar echten Steinen und Flusskiesel schafft man ein ganz natürliches Bett.
  • Mit Teichfolie und größeren Steinen lässt sich ebenfalls ein natürlicher Bachlauf gestalten. Erst muss das Gefälle modelliert und die Erde festgedrückt werden. Alles wird mit Sand oder einem Vlies abgedeckt. Darauf kommt die Teichfolie. Der Rand darf nicht zu knapp bemessen sein. Die einzelnen Terrassen werden ausgebaut, indem größere Steine um die flachen Zonen geschichtet werden. Die Steine werden mit Mörtel fixiert. Anschleißend wird die Kiesbedeckung über die Folie aufgetragen. Die Folienränder müssen an der Seite steil nach oben gezogen werden. Sie müssen über dem Wasserspiegel hinausragen. Diese Folie mit einer Schicht Kieselsteine kaschieren.
Fazit

Mit Steinen und Kies lässt sich im Garten prima gestalten. Ob Wege, Plätze, Terrassen, Mauern, Treppen, Hochbeete, Möbel, Teiche, Bachläufe, formale Wasserbecken, Beeteinfassungen, Skulpturen, Brunnen und vieles mehr, Steine sind vielseitig und sehr natürlich. Es gibt eine große Vielfalt an Natur- und Kunststeinen. Die Auswahl an Materialien, Formen, Farben ist groß. Da ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.
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Tipps für Schnellleser
Gartengestaltung mit Steinen und Kies

- Kies und Steine sind ideal zum Gestalten eines Gartens
- Kiesbeete, Asia-Gärten, Wege, Treppen, Einfassungen, Hangabstützung, Hochbeete 
- Sicht- und Lärmschutz, Teiche und Wasserläufe, formale Wasserbecken, Kräuterschnecken
- Es gibt unterschiedliche Kiesarten – Marmorkies, Quarzkies, Basaltsplitt, Rheinkies, Schotter, Splitt...
- Zierkiesbeet anlegen – Mutterboden abtragen, großen Teil mit Kies mischen und auffüllen, Unkrautvlies darauf, bepflanzen und mit Kies abdecken
- Es gibt auch unterschiedliche Steinarten – Muschelkalk, Granit, Basalt, Schiefer, Sandstein, Quarzit...
- Steine für Gartenwege – Pflasterweg, Plattenweg, Pflasterklinker, Trittplatten, unregelmäßige Natursteinplatten, Katzenkopfpflaster
- Auch Kies ist gut geeignet für Wege, am besten aber mit einer Wegeinfassung
- Treppen – verschiedenste Gestaltungsmöglichkeiten mit ganz unterschiedlichen Steinen möglich
- Begrenzungen – Steinmauern, Natursteinmauern, Gabionen, Granitblöcke, gemauerte Terrasseneinfassungen, Beeteinfassungen
- Bachlauf mit Steinen gestalten – siehe ausführlicher Text
- Ohne Stein oder Steine geht es im Garten fast nicht, selbst Möbel aus Stein sind zu haben
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