Bromelien - Pflege, Vermehrung und Tipps zur Bromelia

BromelieBromelien werden im Handel recht häufig angeboten. Sie können das ganze Jahr über erworben werden. Am beliebtesten sind Exemplare mit leuchtenden Farben und auffälligen Blüten. Bromelien haben oft ein recht unterschiedliches Erscheinungsbild, obohl sie einer Gattung angehören. Sie unterscheiden sich in Größe und Gestalt.

Wissenschaftlich unterscheidet man aber hauptsächlich epohpytische und terrestrische Bromelien. Epophytische können Feuchtigkeit und Nährstoffe sowoh durch die Wurzeln, als auch durch die Blätter aufnehmen. Sie wurzeln auf Ästen, Baumstämmen und Felsen. Terrestrische Exemplare wurzeln in Erde. Einige Bromelien kommen mit beiden Methoden zurecht.

Will man Bromelien gut pflegen, ist es wichtig zu wissen, welche Art man da erworben hat. Sie haben recht unterschiedliche Ansprüche, vor allem an den Standort.





Standort

Bromelien wachsen in ihrer Heimat häufig auf oder unter Bäumen. Sie werden von deren Laub vor intensiver Sonneneinstrahlung geschützt. So mögen sie es auch als Zimmerpflanzen. Bromelien können den Sommer gern im Freien verbringen, aber auch hier benötigen sie Schutz.
Die einzelnen Arten haben unterschiedliche Wünsche an ihren Standort. Allen eigen ist aber, dass er warm sein muss.

Temperaturen unter 14 °C mögen Bromelien gar nicht. Schon nach wenigen Tagen sind Schäden an den Blättern zu erkennen. Deshalb erst ins Freie stellen, wenn die Nachttemperaturen höher sind als 14 °C.
  • Heller Standort, aber vor Mittagssonnen unbedingt geschützt!
  • Auch im Fenster vor starker Sonneneinstrahlung schützen!
  • Besonders die Arten mit weichen, dünnen Blättern vertragen direkte Sonne nicht. Sie sind meist mit einem halbschattigen Standort zufrieden.
  • Bromelien mit harten, ledrigen Blättern benötigen mehr Sonne. Ihr Lichtbedarf ist höher. Je mehr Morgen- bzw. Abendsonne diese Pflanzen bekommen, um so kräftiger färben sich ihre Blätter.
  • Für die Ausbildung einer Blüte wird Sonne benötigt!
  • Erdbromelien brauchen viel Sonne. Sie vertragen sie auch gut.
Pflanzsubstrat

Bromelien-ArtBeim Substrat muss man zwischen den Arten unterscheiden. Terrestrische Arten benötigen ein gutes Pflanzsubstrat. Bei aufgebundenen epiphytischen Bromelien ist es etwas komplizierter.
  • Wichtig ist ein Pflanzsubstrat ohne Kalkanteil!
  • Die Erde sollte locker und ruhig etwas krümelig sein!
  • Ideal ist ein Gemisch aus gleichen Teilen Torf und Lauberde.
  • Epiphytische Bromelien haben besondere Ansprüche. Aufsitzerpflanzen setzt man auf grobe Rinde oder Osmunda Fasern, am besten auf recht große Stücke.
  • Man kann aber auch kleinere Teile wie ein Erdgemisch verwenden. Dazu gibt man einen Teil Spagnum und noch etwas Horn- bzw. Knochenmehl.
Pflanzen oder Umtopfen

Da Bromelien keine Staunässe mögen und nasse Füße auf Dauer nicht vertragen, ist beim Pflanzen bzw. Umtopfen der Gewächse einiges zu beachten. Pflanzt man Bromelien richtig, hat man lange Freude an ihnen.
  • Bromelien in Gefäßen erst umtopfen, wenn die Wurzeln den Topf vollständig durchwurzelt
    haben!
  • Epiphytische Bromelien erst umtopfen, wenn die Pflanze zu groß für das Gefäß ist.
  • Ideal als Pflanzgefäß sind etwas schwere Töpfe. Sie geben den oft großen Pflanzen mehr Halt, fallen nicht so schnell um.
  • Eine Drainage am Topfboden ist empfehlenswert.
  • Abzugsloch unbedingt mit einer Tonscherbe bedecken!
  • Nicht alle Bromelien vertragen Erde.
  • Tillandsien wachsen direkt auf Rinde, Holz oder Korkeiche.
  • Die Basis der Wurzeln wird einfach mit Torfmoos umwickelt. Dieses umschließt man mit kunststoffummantelten Draht, damit alles hält. 
Gießen und Düngen

Bromelien lieben Wasser, aber es muss weich sein. Hartes Wasser hinterlässt Kalkflecken auf den Blättern. Das sieht unschön aus und auf Dauer schadet es den Pflanzen. Am besten ist Regenwasser, das vertragen sie gut. Wer keine Möglichkeit hat, sauberes Regenwasser zu verwenden, kann sich mit einem Filter helfen. Filter zum Enthärten von Leitungswasser werden im Handel häufig angeboten und sind nicht übermäßig teuer.
  • Unbedingt kalkfreies Wasser verwenden!
  • Bei Rosettenpflanzen immer in die Rosette gießen!
  • Die Rosette sollte immer Wasser enthalten
  • Immer erst Erde abtrocknen lassen, bevor nachgegossen wird!
  • Wasser in der Rosette alle 3 bis 4 Wochen auswechseln, so kann es nicht fauig werden!
  • Aufgebundene Bromelien müssen regelmäßig und reichlich mit Wasser besprüht werden!
  • Bei Temperaturen über 18 °C mögen es alle Arten, wenn sie besprüht werden!
  • Gedüngt wird in der Hauptwachstumszeit (Sommer) alle drei Wochen mit normalem Flüssigdünger.
  • Auch Dünger in die Blattrosette geben!
  • Bei epiphytisch wachsenden Bromelien den Dünger dem Sprühwasser zugeben!
  • Während der Ruhezeit im Winter Pflanzsubstrat nur minimal feucht halten und nicht düngen!
Schnitt

Bromelien werden nicht geschnitten.

Vermehrung

Pflanzen vereinzeln (Foto zeigt keine Bromelie)Die Vermehrung der Bromelien ist nicht schwierig. Die Pflanzen erledigen das in der Regel allein. Sie bilden Kindel. Diese kleinen, an der Mutterpflanze entstehenden Kindel kann man leicht abtrennen. Sie können gut als neue Pflanzen verwendet werden, wenn die Mutterpflanze nach der Blüte eingeht. Einige Bromelien müssen allerdings durch Samen vermehrt werden.
  • Kindel werden in der Regel erst nach der Blüte gebildet. Vorher geschieht das nur selten.
  • Kindel erst abtrennen, wenn die Rosettenform gut erkennbar ist.
  • Samen im Frühjahr aussäen.
  • Achtung – Lichtkeimer! Nicht mit Substrat bedecken!
  • In ein Gemisch aus Torf und Sand geben.
  • Alles mit weichem Wasser besprühen.
  • Tüte über den Topf stülpen.
  • Topf warm stellen, aber unbedingt ohne Sonne.
  • Keimtemperatur zwischen 23 und 27 °C.
  • Keimdauer in der Regel zwischen 7 und 14 Tagen.
  • Tüte erst abnehmen, wenn sich einige Blättchen gebildet haben.
Krankheiten und Schädlinge

Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit kann es zu braunen Blatträndern kommen. Hier hilft besprühen. Woll- und Schildläuse treten auf, wenn die Luftfeuchte zu niedrig ist.

Tipps

Ein reifer Apfel ins Herz der Bromelie gelegt, soll einen neue Blüte zum Austrieb anregen. Zur Unterstützung eine Tüte über die Pflanze stülpen, das beschleunigt die Sache!

Bromelien gedeihen am besten in Badezimmern (hohe Luftfeuchtigkeit).

Empfehlenswerte Bromelien für Anfänger
  • Aechema fasciata – halbschattig, leicht wachsend, für trockene Räume geeignet
  • Aechema nudicaulis – halbschattig bis sonnig, dankbarer Blüher
  • Billbergia nutans – kühlerer Standort, sonnig bis halbschattig, anpassuungsfähig, leicht blühend, im Sommer ausstellen
  • Nidularium innocentii – temperierter Standort, schattig, sehr blühwillig
  • Tillandsia araujei – temperiert, hell, leicht zu kultivieren, robuste Pflanze, anspruchslos
Fazit

Bromelien sind recht pflegeleichte Pflanzen, wenn man ihnene einen passenden Standort, gutes Substrat und weiches Wasser gibt. Sie überzeugen durch einen auffälligen Wuchs und spektakuläre Blüten. Leider vergehen die meisten Bromelien nach der Blüte, aber es bilden sich in der Regel Kindel, die weiter kultiviert werden können, bis auch diese zur Blüte gelangen. Die meisten Bromelien wirken in Einzelstellung besonders als Hingucker.


Tipps für Schnellleser
Pflege von Bromelien

- Standort abhängig von Bromelienart
- Arten mit weichen, dünnen Blättern vertragen keine direkte Sonne.
- Arten mit harten, ledrigen Blättern benötigen mehr Sonne, aber nur Morgen- und Abendsonne.
- Sonne wichtig für Ausbildung von Blüten.
- Erdbromelien brauchen Sonne und vertragen sie auch gut.
- Keine Temperaturen unter 14 °C!!!
- Pflanzsubstrat abhängig von Bromelienart.
- Terrestrische Arten werden eingepflanzt, am bestenin lockere, durchlässige, etwas krümelige Erde.
- Wichtig – kein Kalk!!!
- Ideal ist ein Torf und Lauberdegemisch 1:1.
- Epiphytische Arten sind Aufsitzer. Sie mögen grobe Rinde, Osmunda Fasern und Felsen.
- Keine Staunässe!!!
- Drainage am Topfboden.
- Tillandsien direkt auf Holz, Rinde oder Korkeiche setzen!
- Basis der Wurzel mit Torfmoos umwickeln!
- Unbedingt kalkfreies Wasser nutzen!
- Bei Rosettenarten in die Rosette gießen!
- Dort muss immer etwas Wasser vorhanden sein!
- Bei Temp. über 18 °C Pflanzen besprühen!
- Gedüngt werden kann, muss aber nicht.
- Im Somer alle 3 Wochen mit Flüssigdünger 
- Dünger kann auch ins Sprühwasser gegeben werden.
- Im Winter Ruhephase, dann nur spärlich gießen und nicht düngen!
- Vermehrung erfolgt durch Kindel oder Ableger. 
- Diese bilden sich von allein, meist nach der Blüte der Mutterpflanze.
- Wenn Kindel groß genug sind (eigene Blattrosette haben) können sie abgetrennt werden.
- Einige Arten werden durch Samen vermehrt.
- Bei zu niedriger Luftfeuchte treten Woll- und Schildläuse auf,
- Außerdem kann es zu braunen (trockenen) Blatträndern kommen.
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