Banane - Standort, Pflanzen, Pflege und winterharte Sorten

BananeViele kennen Bananenstauden aus tropischen Gewächshäusern oder dem Urlaub in warmen Ländern. Das diese beeindruckenden Pflanzen auch in unserem Klima wachsen, ist dagegen weitestgehend unbekannt. In den letzten Jahren wurden winterhärtere Sorten gezüchtet, so dass ein Auspflanzen durchaus möglich ist, auch wenn noch Winterschutz benötigt wird. Alternativ gedeihen Bananen allerdings auch im Kübel, da fällt die Überwinterung leichter, vorausgesetzt, es ist genug Platz vorhanden. Was man wissen muss, lesen Sie im folgenden Text.




Kurzer Steckbrief der Bananenpflanzen
  • Fachbezeichnung Musa
  • Familie der Bananengewächse
  • Etwa 70 Arten
  • Wachsen im tropischen und subtropischen Raum
  • Einige Arten und Hybriden bilden essbare Früchte
  • Immergrüne, ausdauernde Pflanzen
  • Besitzen ein Rhizom, aus welchem Ausläufer austreiben
  • Bilden einen nicht verholzenden Stamm, kann bis 10 m hoch werden
  • Große, einfache, ganzrandige Blätter
  • Blütenstand meist überhängend, manchmal aufrecht
  • Grüne, braune oder rote Hochblätter
  • Mehrere Blüten in ein oder zwei Reihen
  • Bananen gehören botanisch zu den Beeren
  • Viele Arten sind monokarp, sterben also nachdem sie gefruchtet haben ab
  • Kindel wachsen zu neuer Pflanze
Die Pflege von Bananenpflanzen

Die meisten Bananenpflanzen werden in Mitteleuropa als Kübelpflanzen kultiviert. Zwar sieht man immer mehr ausgepflanzte Exemplare, aber die erhalten im Winter einen speziellen Schutz. Es gibt schon Gegenden und da wiederum gut geschützte Plätze, da können Bananen im Freien auch den Winter überstehen, aber ohne Schutz ist es nicht möglich. Kübelhaltung ist dagegen kein Problem, zumindest solange, bis einem die Pflanzen über den Kopf wachsen.

BananenpflanzeAusgepflanzte Bananen bringen zwar auch Früchte hervor, diese reifen aber bei uns nicht. Dafür sind unsere Sommer zu kurz. Im Kübel kann das gelingen. Die Fruchtbildung dauert 2 bis 5 Jahre.

Standort

Bananen im Kübel und auch ausgepflanzt stehen am besten sonnig. Wichtig ist ein Platz, wo der Wind den Blättern nicht so zusetzen kann. Die zerreißen und zerfledern nämlich schnell und sehen dann nicht mehr so dekorativ aus. Auch Bananen in Gefäßen stehen im Sommer gern im Freien. Reine Wohnungshaltung ist allerdings durchaus möglich.
  • Immer so hell es geht, auch im Winter
  • Im Sommer steht die Banane gern im Freien – langsam an die Sonne gewöhnen!
  • Unbedingt windgeschützt
  • Bananen lieben Wärme, Sonne und Frischluft
  • Zimmerpflanzen sollten immer nah am Fenster stehen. Dabei ist vor allem im Sommer dafür zu sorgen, dass es nicht zu Verbrennungen kommt (Gardine)
  • Hohe Luftfeuchte, nach Möglichkeit 50% und mehr. Besonders im Winter darauf achten, denn trockene Heizungsluft vertragen die Pflanzen nur schlecht.
  • Möglichst luftig stellen, aber keine Zugluft!
Tipp - Sehr junge Bananenstauden und solche, die im Haus überwintert haben, vertragen erst einmal keine direkte Sonne und müssen langsam an diese gewöhnt werden. Zu starke Sonneneinstrahlung führt zu Verbrennungen auf den zarten Blättern.

Pflanzsubstrat

Bananenpflanzen kommen meist gut mit Einheitserde klar. Die kann mit Lavagruss, Bims oder Splitt noch etwas durchlässiger gemacht werden. Wichtig ist, dass die Erde nicht dauernass ist.
  • Durchlässig und ohne Staunässe
  • Normale Kübelpflanzenerde, gemischt mit Perlite, Tongranulat oder Splitt
  • Wichtig ist, dass nicht nur organische Substanzen enthalten sind, sondern auch eine Menge mineralische.
  • Durch die Zusatzstoffe gelangt Sauerstoff an die Wurzeln und überschüssiges Wasser kann gut ablaufen
  • Bei ausgepflanzten Exemplaren auch auf guten Wasserabzug achten.
Pflanzen

BananenpflanzeBei in Gefäßen kultivierten Bananen ist eine Drainageschicht besonders wichtig. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können. Staunässe ist schlecht für die Wurzeln, die schnell faulen. Außerdem müssen Bananenpflanzen wegen ihrem schnellen Wachstum häufig umgetopft werden.
  • Bei Topfpflanzen ist die Drainage wichtig.
  • Nicht zu tief pflanzen
  • Lieber kleinere, als zu große Gefäße nutzen
  • Ableger nicht zu groß werden lassen, lieber rechtzeitig abtrennen und vereinzeln
Ins Freiland pflanzen

Wichtig ist, die Bananen nicht zu jung auszupflanzen. Sie müssen kräftig genug sein, um den Winter zu überstehen. Ein Jahr müssen sie mindestens alt sein, besser ist, wenn sie älter sind.
  • Spätestens im August auspflanzen, damit die Bananen gut anwachsen können.
  • Wichtig ist ein gut windgeschützter Platz
  • Das Pflanzloch groß genug ausheben und die Erde schön auflockern
  • Wurzelballen wässern und Pflanze ins Loch stellen
  • Erde auffüllen, gut mit mineralischen Anteilen durchmischt.
  • Angießen
  • Jungpflanzen die ersten 2 Wochen vor direkter Sonne schützen
Gießen und Düngen

Bananen brauchen in der Vegetationszeit reichlich Wasser. Bei Kübelhaltung muss meist häufiger gegossen werden, denn zum normalen Wasserbedarf kommt die Verdunstung durch die großen Blätter. Da Staunässe schädlich ist, muss der hohe Bedarf durch häufigeres Giesen ausgeglichen werden.
  • In der Vegetationszeit regelmäßig und auch reichlich gießen.
  • Je größer die Pflanze und auch die Blätter, um so höher ist der Wasserbedarf
  • Am besten ist kalkfreies Wasser
  • Keinesfalls Staunässe
  • Substrat nicht austrocknen lassen, das schadet den Wurzeln
  • Immer von oben gießen, nicht in den Untersetzer.
  • Durchdringend gießen!
  • Im Winter mit dem Gießen warten, bis sich die Erde vom Topfrand löst. Die Bananen halten eine Art Winterruhe und brauchen deutlich weniger Wasser.
  • Auch ausgepflanzte Bananen regelmäßig gießen, durchdringend, dafür nicht ganz so häufig.
  • Bei reiner Wohnungshaltung im Sommer und vor allem auch im Winter mehrmals am Tag mit Wasser besprühen
  • Alternativ leisten auch Luftbefeuchter gute Dienste.
  • Gedüngt wird immer nur schwach, dafür aber ganzjährig, zumindest bei Kübelpflanzen.
  • Im Frühjahr und Herbst wöchentlich düngen
  • Im Herbst und Winter monatlich düngen
  • Nur die Hälfte des angegebenen Düngers verwenden
Überwintern von Kübelbananen

BananenstaudeKübelpflanzen überwintern am besten im Haus. Es kommt auf die Art an, ob sie es dann lieber warm oder doch besser etwas kühler haben möchte. Wichtig für alle ist dagegen ausreichend Licht. Ausgepflanzte Exemplare benötigen einen guten Winterschutz.
  • Die meisten Arten kommen am besten mit Temperaturen um die 10°C zurecht.
  • Einige Arten eignen sich auch für wärmere Räume. Hier muss allerdings sehr auf Schädlinge geachtet werden.
  • Da sind Temperaturen um die 20°C empfehlenswert. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchte, weshalb Bananenpflanzen gut in hellen Badezimmern gedeihen.
  • Wichtig bei warmem Standort ist viel Licht. Auch eine zusätzliche Beleuchtung kann sich als sinnvoll erweisen.
  • Bei kühler Überwinterung wird auch nicht so viel Licht benötigt.
  • Keine Temperaturen unter 5°C, zumindest nicht für länger.
  • Deutlich weniger gießen. Immer erst warten, bis sich die Erde vom Topfrand löst, dann wieder durchdringend gießen. Weiter düngen, aber nur noch einmal monatlich.
Überwinterung von ausgepflanzten Bananen

Egal um welche Bananenart oder Sorte es sich handelt, keine übersteht einen mitteleuropäischen Winter im Freien ohne Schutz. Blätter vertragen nur etwa 0°C. Bei Frost gehen sie kaputt, was nicht schlimm ist, denn solange Wurzel und Stamm überleben, treibt die Pflanze wieder aus. Der Stamm verträgt Temperaturen zwischen ca. –2 und –5°C. Beim Rhizom gibt es Unterschiede von –10 bis – 20°C. Solange das Rhizom überlebt, treibt daraus im Frühjahr wieder eine Banane aus. Es gilt also, die Bananenpflanze gut zu schützen. Dafür gibt es verschiedene Methoden.

Bananenpflanze gut einpacken
  • Am besten ein richtiges Gerüst um die Banane bauen
  • Den Boden mit einer dicken Schicht Stroh und Laub abdecken
  • Ringsum eine Styroporverkleidung anbringen
  • Das Gerüst mit Laub und Stroh auffüllen.
  • Einige Pflanzenliebhaber bauen ein richtiges Holzhaus um ihre Bananen. Man findet die tollsten Sachen, wenn man mal etwas danach googelt.
  • Auch eine Heizung ist möglich.
  • Im Frühjahr werden die Pflanzen wieder ausgepackt. Verwelkte Teile müssen mit einem scharfen Messer vorsichtig entfernt werden.
Bananen im TopfBananenpflanzen ausgraben und drinnen überwintern
  • Spätestens beim ersten Frost die Banane ausgraben
  • Dazu einen großzügigen Radius um die Pflanze herum mit einem Spaten abstechen, um evtl. gerade am Bilden befindliche Ableger nicht zu zerstören.
  • Den Ballen in ein passendes Gefäß pflanzen und bei etwa 10°C überwintern
  • Im Mai wieder einpflanzen
  • Banane abschneiden und Stumpf gut verpacken
  • Wenn das Wachstum im Herbst eingestellt wird und der erste Frost angesagt ist, den Scheinstamm auf 30 bis 50 cm Höhe abschneiden. Am besten mit einem sehr scharfen großen Messer leicht schräg durchschneiden.
  • Anschließend den Stumpf gut mit Laub und Stroh einpacken, aber so, dass nichts wegfliegen kann.
  • Im Frühjahr wieder auspacken und hoffen, dass die Pflanze wieder austreibt.
Schneiden

Bananen werden eigentlich nicht geschnitten. Am besten gedeihen sie, wenn sie einfach ganz natürlich wachsen können. Allerdings passiert es manchmal, dass die Pflanzen einfach zu groß werden, sie passen nicht mehr ins Winterquartier. Bananenpflanzen können auch im Kübel zu stattlichen Pflanzen heranwachsen.
  • Nicht schneiden
  • Ist die Banane so groß geworden, dass es Platzprobleme gibt, einfach ein Kindel zu einer neuen Pflanze erziehen.
  • Kleiner schneiden funktioniert nicht, da der Vegetationspunkt, woraus die neuen Blätter erscheinen, oben liegt.
Vermehrung

Bananen werden am einfachsten durch Ableger bzw. Kindel vermehrt. Die Bananen übernehmen das selbst. Ansonsten ist noch Aussaat möglich.

Ableger – bei Zwerg-Bananen
  • Tochterpflanzen bzw. Kindel beim Umtopfen vorsichtig abtrennen
  • Separat einpflanzen
  • Wie eine große Banane pflegen
Aussaat – bei Zierbananen
  • Samen über Nacht einweichen
  • In Sand-Torf-Gemisch aussäen
  • Anfeuchten und gleichmäßig feucht halten
  • Gefäß mit Frischhaltefolie abdecken
  • Temperaturen über 25°C
Krankheiten und Schädlinge

BlattlausBananen sind recht robust und wenig anfällig für Krankheiten. Die meisten Probleme treten bei der Überwinterung auf, sei es im Haus oder im Freien. Bei warmer Überwinterung drohen auch Schädlinge wie Spinnmilben und Schildläuse. Draußen können Pilze auftreten.
  • Gelbe Blätter – Nährstoffmangel
  • Braune, trockene Blattränder – deuten auf Wassermangel oder zu trockene Luft hin
  • Blattverlust – die Banane steht zu dunkel oder die Erde ist zu nass
  • Spinnmilben – zu trockene Luft
  • Schildläuse – treten auf, wenn die Pflanze geschwächt ist
Winterharte Bananensorten

Die bekannteste und wahrscheinlich auch die härteste Bananenart ist die Japanische Faserbanane, die Musa basjoo. Sie bringt zwar keine essbaren Früchte hervor, sieht im Garten aber schon eindrucksvoll aus. Diese Art kommt gut mit normalen mitteleuropäischen Wintern klar und wächst auch bei nicht ganz so warmen Temperaturen. Am häufigsten bekommt man die Sorte ’Nana’, auch ’Sakhalin’ genannt zu kaufen. Ebenfalls recht oft angeboten wird die Sorte ’Saporro’.

Außerdem eignet sich die Derjeeling-Banane, Musa sikkimensis. Diese stammt aus Indien, Nepal, dem asiatischen Erdteil. Diese Banane bildet auch Früchte aus, die aber nicht heranreifen, weil die Sommer einfach zu kurz sind. Außerdem enthalten die Früchte zahlreiche schwarze Samen, die nicht mitgegessen werden können.

Ebenfalls zu den Derjeeling-Bananen gehört die Sorte Musa sikkimensis ’Red Tiger’. Sie hat noch rötliche unregelmäßige Streifen auf den Blättern, sehr dekorativ. Manchmal erhältlich sind noch die Sorten ’Red Flash’, ’Mainpur’, ’Daj Giant’ und ’Fire’.
Im Handel findet man auch Musa itinerans, Musa balbisiana, Musa cheesmanii und Musa yunnanensis. Diese stammen aus dem Japanischen Hochgebirgsregionen. Allerdings sind sie nicht so winterhart, wie oft angegeben.

Musa sikkimensis sind nicht so winterhart wie Musa basjoo und neigen dazu noch zu Pilzbefall. Die Japanische Faserbanane ist als ausgepflanzte Sorte nicht zu toppen.

Tipp - Im Handel werden zahlreiche Bananensorten als winterhart angeboten. Man muss aber immer das kleingedruckte lesen. Dort steht dann häufig: „winterhart bis –5 oder bis –10°C und das auch nur mit Schutz“. Um das Geschäft anzukurbeln, wird heute sonst etwas versprochen. Am besten winterhart ist Musa basjoo, egal was Händler erzählen.

Häufige Fragen

Wie schnell wächst eine Bananenpflanze?
Man kann sagen, bei idealem Standort, gutem Substrat und guter Pflege kann eine Banane 1 cm pro Tag wachsen. Bis 3 m schaffen die Pflanzen in einem Jahr. In guten Jahren treiben sie fast wöchentlich (7 bis 10 Tage) ein neues Blatt. Das ist aber häufig unterschiedlich. Nicht jedes Jahr ist gleich.

Wie heißt die Banane mit den roten Blättern und ist diese winterhart?
Die rote Abyssinische Banane (Ensete Ventricosum Maurelli) ist eigentlich eine Zimmerpflanze. Das besondere an dieser Banane ist die dunkelrote Färbung der Blätter. Die Pflanze kann bis zu 4 m hoch werden und steht im Sommer auch gern im Freien, allerdings lieber etwas schattig. Knallige Mittagssonne gilt es zu vermeiden. Die Banane bildet keine Kindel, wird durch Aussaat vermehrt. Sie wächst schnell, blüht aber bei uns nur selten.


Tipps für Schnellleser
- Bananen – gute Kübelpflanzen, einige Arten auch zum Auspflanzen
- Winterhärteste Banane – Musa basjoo
- Standort – hell, warm und luftig, aber windgeschützt
- Hohe Luftfeuchte – besprühen
- Pflanzsubstrat – durchlässig, mit organischen und mineralischen Anteilen
- Drainage im Gefäß
- Nicht zu tief pflanzen
- Jungpflanzen anfangs vor Sonne schützen
- Gießen – im Sommer reichlich und regelmäßig
- Keine stehende Nässe
- Nicht austrocknen lassen
- Ganzjährig düngen
- Vegetationszeit wöchentlich, sonst monatlich
- Überwintern – Kübel – bei etwa 10°C
- Hohe Luftfeuchte, weniger gießen
- Ausgepflanzt – Stamm auf 50 bis 70 cm abschneiden
- Stumpf gut einpacken, vor Nässe und Kälte schützen
- Nicht schneiden
- Vermehrung – Aussaat oder Kindel
- Krankheiten – Pilzbefall
- Schädlinge – Spinnmilben, Schildläuse – bei Überwinterung
- Winterharte Sorten – siehe ausführlicher Text
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