Vertikutierer

Vertikutieren ist für den Rasen gesund. Es dient der Belüftung des Bodens und außerdem werden gleich Moos, Mulch und ein Teil der Unkräuter entfernt. Beim Vertikutieren wird die Grasnarbe des Rasens angeritzt. Das erledigen scharfe, versetzt angeordnete Messerscheiben im Gerät. Der Erdboden wird angekratzt, die Wurzeln werden aber nicht gänzlich entfernt. Richtige Vertikutierer haben Messerwalzen.

Zum Vertikutieren benötigt man natürlich einen Vertikutierer. Am Markt gibt es eine große Auswahl. Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Vertikutierern.

Welche Arten von Vertikutierern gibt es?

  • Handvertikutierer
  • Benzinvertikutierer
  • Elektrovertikutierer
  • Vertikutierer und Aerifizierer in einem Gerät

Achtung: Vertikutieren ist umstritten! Es gibt glaubhafte Theorien, die besagen, dass Vertikutieren mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Entscheidend für einen „perfekten“ Rasen sei Dünger – in richtiger Menge und Qualität. Eigene Erfahrungen bestätigen, dass ein sorgfältig gedüngter Rasen deutlich kräftiger und widerstandsfähiger ist als einer der zusätzlich durch Vertikutieren „gelüftet“ wird.
Klassischer Handvertikutierer

per Hand vertikutierenDer Handvertikutierer ist das preiswerteste Gerät. Es eignet sich allerdings nur für kleine Rasenstücke. Man kauft das Komplettgerät oder aber ein Stecksystem. Die Schneidemesser sitzen mit einem Abstand von wenigen Zentimetern auf dem Gerät.
+ Kann man in jedem Baumarkt kaufen
+ Geringe Kosten
+ Besonders leise
+ Kein Stromverbrauch
+ Kein Lärm
+ Gut für die Gesundheit, da etwas anstrengend
– Nur für kleine Rasenflächen
– Sehr kräftezehrend, anstrengend

Elektrovertikutierer

Elektrovertikutierer ähneln Rasenmähern. Auf den ersten Blick kann man die Geräte leicht verwechseln.
+ Ökologisch gut geeignet, besser als Benzinvertikutierer
+ Wenig Emission (Abgase)
+ Ideal für mittelgroße Flächen
+ Kostengünstiger als Benzinbetrieb
+ Leiser als Benzinvertikutierer, ähnlich wie bei Rasenmähern
– Meist kann keine große Schnitttiefe eingestellt werden, da das die Motoren nicht schaffen.
– Elektrovertikutierer überhitzen recht schnell. Der Thermosicherheitsschalter wird ausgelöst und das Gerät stillgelegt, bis der Motor abgekühlt ist. Das hält auf bei der Arbeit.
– Das Kabel kann beim Vertikutieren behindern, besonders wenn man um Bäume, Sträucher, Brunnen oder dergleichen herum vertikutieren muss.
– Man braucht immer eine Steckdose in der Nähe.
– Nicht bei Regen zu benutzen!

Benzinvertikutierer

Rasen vertikutierenBenzinvertikutierer sind die leistungsstärksten Geräte. Sie sind für große Flächen geeignet.
+ Größte Leistung
+ Unbegrenzte Reichweite
+ Meist die Geräte mit der größten Schnittbreite
+ Unabhängig von Stromanschluss
+ Kein Kabel
+ Geeignet für große Flächen und Gärten mit vielen Bäumen, Sträuchern und Rabatten im Rasen
– Laut
– Größtes Gerät
– Teuerstes Modell
– Teurerer Unterhalt
– Schwerer als die anderen Geräte
– Kann nicht platzsparend einfach an die Wand gehängt werden, wie das beim Elektrogerät funktioniert.
– Nach der Benutzung sollte man Benzin und Öl aus dem Tank entfernen.

Vertikutierer und Aerifizierer in einem Gerät

Vor- und Nachteile des Gerätes sind gleich den oben genannten, je nachdem, ob es sich um ein elektrisch – oder benzinbetriebenes Gerät handelt. Der zusätzliche Vorteil ist, dass die Geräte In der Regel mit wenigen Handgriffen von einem zum anderen umgebaut werden können. Die Preise sind nur minimal höher, als wenn man einen reinen Vertikutierer kauft.

Rasen belüften – Unterschiede zum Vertikutieren

Im Unterschied zum Vertikutierer gibt es noch das Aerifizieren, das Belüften. Auch dafür gibt es spezielle Geräte, Rasenlüfter. Es bestehen Unterschiede zwischen einem Vertikutierer und einem Aerifizierer. Allerdings gibt es Kombigeräte. Bei diesen müssen nur die Walzen getauscht werden, was einfach zu handhaben ist. Mit der einen kann man vertikutieren und mit der anderen lüften.
Der Unterschied ist leicht erklärt. Der Vertikutierer schneidet den Boden senkrecht ein. Die Messer sind in der Regel in mehreren Stufen einstellbar.

  • Stufe 0 ist zum Transportieren. Die Messer dringen nicht in den Boden ein.
  • Stufe 1 ist Bodenhoch. Hier wird entfernt, was oberirdisch wächst, z.B. Moos und Gundermann.
  • Stufe 2 ist bis 5 mm tief. Hier werden schon Unkräuter herausgerissen. Die Filzschicht wird zerstört.
  • Stufe 3 ist am tiefsten, etwa 10 mm. Das ist zu tief für die Rasenwurzeln, sie werden durchtrennt. Schlecht angewurzelter Rasen wird ausgerissen. 

Der Rasenlüfter hat Krallen, meist Federstahlkrallen. Man kann damit ganz leicht Moos entfernen. Bei mehrmaliger Anwendung ist auch Gundermann weg. Oberflächennahe Verdichtung wird beseitigt. Der Rasen wird von Ablagen befreit und kann besser atmen. Er nimmt Wasser und Dünger deutlich besser auf. Der Rasenlüfter wird auch nach dem Mähen eingesetzt. Es ist Rasenpflege pur. Viele Rasenbesitzer finden Belüften wichtiger als Vertikutieren.

Worauf man beim Kauf achten sollte!

saftig grüner RasenUm Fehlkäufe zu vermeiden, haben wir hier zusammengetragen, worauf man beim Kauf achten sollte, damit man sich später nicht ärgern muss.

  • Die Messer müssen verstellbar sein. 3 Einstellungen sind mindestens erforderlich!
  • Günstig ist, wenn die Messer aus Edelstahl sind, dann halten sie lange. Rostige Messer leisten ihre Arbeit schlecht.
  • Die Messereindringtiefe darf nur wenige Millimeter betragen! 2 bis 3 Millimeter reichen völlig aus. Wenn sie zu tief ins Erdreich eindringen, werden sie nur schnell stumpf. Für den Rasen hat das dagegen kaum Auswirkungen. Nur selber muss man sich sehr anstrengen.
  • Die Räder eines Vertikutierers sollten nicht zu klein sein. Ähnlich wie beim Kinderwagen ist es so, dass größere Räder das Fahren leichter machen. Unebenheiten werden problemlos bewältigt. 15 bis 20 Zentimeter Durchmesser sind ideal. Empfehlenswert sind für vorn größere Räder als für hinten.
  • Die Aufhängung der Räder muss stabil sein! Sie dürfen nicht hin und her wackeln.
  • Die Schnittbreite sollte nach der Größe der Rasenfläche ausgewählt werden. Sie variiert zwischen 30 und 50 cm. Für kleine Flächen reichen 30 cm, bei größeren sind 50 schon günstiger, weil man einfach schneller vorankommt.
  • Bei einer großen Schnittfläche muss die Motorleistung höher sein.
  • Vertikutierer mit kleiner Schnittbreite lassen sich besser manövrieren, sie sind einfach besser zu händeln, wenn man Kurven fahren muss oder Bäume bzw. Büsche zu umrunden hat.
  • Vertikutierer mit kleiner Schnittbreite benötigen weniger Platz im Geräteschuppen, oder wo man sie sonst aufbewahrt.
  • Das Gewicht des Vertikutierers sollte nicht zu hoch sein. Die Gewichte liegen beim Elektrovertikutierer bei 9 bis 18 kg, beim Benzinvertikutierer sind es 30 kg und mehr. Dazu kommt noch die Tankfüllung.
  • Das Gerät darf nicht verstopfen!
  • Der Benzintank sollte entsprechend der Rasenfläche groß genug sein, damit nicht immer nachgefüllt werden muss.
  • Auf Wartungsfreundlichkeit achten!

Empfehlenswerte Extras

Günstig ist ein Fangkorb. Zwar ist immer wieder zu lesen, dass die Leistung einiger Vertikutierer nicht hoch genug ist, dass das ausgerissene Material bis in den Fangkorb transportiert wird, aber es geht schon eine Menge hinein. Nacharbeit ist trotzdem meist nötig. Wer das nicht möchte, muss einen Vertikutierer mit hoher Leistung kaufen. Günstig ist natürlich, dass der Fangkorb eine entsprechende Größe hat. Je größer die Rasenfläche, desto größer der Fangsack, sonst ist man nur am Ausleeren. Es ist erstaunlich, wie viel Material beim Vertikutieren zusammenkommt.

  • Fangkorb oder Fangsack – gehört bei vielen Geräten nicht zur normalen Ausstattung
  • Ein höhenverstellbarer Griff ist günstig
  • Gut sind Sicherheitseinrichtungen wie Motorstopp, 2-Punkt-Sicherheitsschalter und Kabelzugentlastung

Kaufpreis

Vertikutierer gibt es schon ab etwa 50 Euro. Es sind Elektrogeräte. Am preiswertesten werden sie im Discounter angeboten, meist am Anfang der Gartensaison. Die Geräte stammen in der Regel aus China, was auch die Preise erklärt, allerdings auch die Qualität. Für dieses Geld kann man einfach kein gutes Gerät erwarten. Ab etwa 65 Euro gibt es schon Geräte, die bei Stiftung Warentest mit einem gut abgeschnitten haben. Die wenigen Euro mehr sind gut investiert. Der Einhell BG-ES 1231 kostet zwischen 65 und 90 Euro.

Bei Benzingeräten sieht es etwas anders aus. Die beginnen preislich bei gut 200 Euro, allerdings ist da die Auswahl klein. Mehr Angebote gibt es zwischen 300 und 900 Euro. Die meisten Geräte liegen aber über 1.000 Euro. Da muss sich ein Kauf schon lohnen. Oft ist es besser, sich für den einen Einsatz im Jahr ein Gerät auszuleihen.

Nebenkosten

Nebenkosten gibt es beim benzinbetriebenen Gerät. Der Sprit muss natürlich dazugerechnet werden.

Materialien

Die Gehäuse der Elektrovertikutierer sind in der Regel aus Kunststoff. Beim Benzingerät ist es meist ein stabiles Stahlblechgehäuse. Die Messer sollten aus Edelstahl sein. Sie rosten nicht.

Leistung

Die Leistung beim Elektrovertikutierer reicht von 1.000 Watt bis 1.500 Watt. Bei 1.000 Watt geht man von einer Rasenfläche von 250 bis 300 m² aus. Je mehr Leistung, um so größere Flächen.
Auch bei Benzinvertikutierern beginnt die Leistung bei 1.000 Watt, geht aber hoch bis auf über 6.000 Watt. Allerdings liegen hier die Preise auch ganz anders. Neue Geräte sind mit einem 4-Takt-Benzinmotor ausgestattet.

Verschleiß

Bei häufigem Gebrauch kann die Vertikutierer-Walze verschleißen. Sie muss dann nachgestellt werden. Manchmal kann auch der Zahnriemen kaputt gehen. Dieser muss dann getauscht werden. Wenn sich die Vertikutierwalze nicht mehr dreht, ist die Überlastsicherung evtl. überdreht. Die Walze sollte ausgetauscht werden! Ersatzlüfterwalzen kosten zwischen 20 und 40 Euro. Auch Zündkerzen müssen hin und wieder gewechselt werden.

Wartung

Die Benzingeräte sind wartungsintensiver als die Elektrovertikutierer. Grundsätzlich unterscheiden sich die Geräte in der Wartung. Motor und Keilriemen verschmutzen leicht, da die Motorlüftung viel Staub, Gras und Moos ansaugt. Die Luftfilter schaffen das in vielen Geräten nicht. Deshalb ist es empfehlenswert, nach jeder Benutzung (es sind ja nicht viele), den Motordeckel abnehmen und alles gründlich auszublasen. Meist sind dazu nur ein paar Schrauben zu entfernen. Ansonsten gehört das Schleifen der Messer zu den Wartungsarbeiten. Schrauben und Muttern werden regelmäßig nachgezogen, abgenutzte Messer werden ausgewechselt. Die Messerwelle ist regelmäßig zu kontrollieren: Auch die Lager sind auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen!
Wichtig ist, die Sicherheitshinweise der Bedienungsanleitung zu beachten! In jedem Fall den Zündkerzenstecker ziehen oder den Stecker aus der Steckdose!

Hersteller

Brill, Einhell, Fiskars, Gardenline, Black & Decker, Dolmar, Güde, Wolf-Garten, AL-KO, Bosch, Hanseatic, Atika, Gardena, Sabo und viele mehr.

Tests – Testsieger & Co

Es gibt inzwischen eine Menge Tests, die mit Vertikutierern durchgeführt wurden. Viele haben recht unterschiedliche Ergebnisse.

Stiftung Warentest untersuchte 2012 Elektrovertikutierer. 18 Geräte wurden getestet. Nur jedes dritte Gerät bekam das Testurteil gut. Sehr gut wurde nicht vergeben. Zwei Geräte waren sogar mangelhaft. Der Preis war nicht entscheidend für das Urteil. „Gut“ bekamen sowohl ein Gerät für 80 Euro, als auch eines für 450 Euro. Der Preis ist also nicht entscheidend.

  • Die Bestnote 2,1 erhielt der Gardena EVC 1000, mit 1.000 Watt Leistung und einem Preis von etwa 120 Euro, allerdings ohne Fangsack.
  • 2,4 erhielten der Einhell BG-ES 1231 mit 1.200 Watt für 65 bis 90 Euro , der Einhell RG-SA 1433 mit 1.400 Watt, der gleichzeitig als Lüfter genutzt werden kann für 100 bis 170 Euro und der SABO 31-V EL mit 1.400 Watt für 250 bis 370 Euro, je nach Anbieter.
  • Mangelhaft erhielten die Vertikutierer von Güde und Brill, obwohl das nicht die preiswertesten Geräte waren.
  • Bei Interesse: www.idealo.de/preisvergleich/CompareTestProducts/185856K11532.html 

Beim Testmagazin bekam der BRILL 30 VE 62063 mit 1,4 ein sehr gut. Platz 2 belegt der Bosch Avr 1100 und Platz 3 der Al-ko COMF.38LE Com.care 112364

Bei testberichte.de siegte der Einhell RG-SA 1435, vor Brill 30 VE und Brill 40 VB.
Testsieger.de favorisiert den Al-ko Combis Care Comf. 38 Vle 112542, vor dem Einhell BG-SC 2240 P und dem Atika VT 36.

Heimwerker Praxis
wiederum sieht den SABO 35-V EL 726 vor dem Wolf-Garten UV 32 EV 3632680 und dem BRILL 32 VE 62064.

Es ist unschwer zu erkennen, dass eine große Anzahl verschiedener Geräte als Testsieger hervorgegangen sind. Ganz unterschiedliche Geräte bekamen die Bestnote. Das erleichtert die Auswahl für Kaufwillige nicht unbedingt. Jeder hat ganz einfach andere Prioritäten, was ihm persönlich wichtig ist. Ideal ist also, wenn man vor dem Kauf ausprobieren kann. Schauen Sie in der Nachbarschaft, im Freundes- oder Familienkreis, wer einen Vertikutierer besitzt und probieren Sie verschiedene Geräte aus. Das ist meiner Meinung nach der sicherste Weg, um mit „Ihrem“ Vertikutierer glücklich zu werden!

Fazit

Ob man sich nun einen Benzin- oder Elektrovertikutierer anschafft, hängt sicher von der Größe der Rasenfläche ab. Für kleine Flächen ist das Elektrogerät besser, für große dass mit Benzinbetrieb. Bei der großen Auswahl an Geräten sollte man einige Testurteile lesen! Wir haben zusammengetragen was vor dem Kauf zu beachten ist. Nun können Sie in Ruhe das für Sie passende Gerät aussuchen.