Zimmerpflanzen Tipps zur Pflege von Zimmerpflanzen

Monstera: was tun bei braunen/schwarzen Flecken?

Monstera braune Flecken

Das Fensterblatt, auch als Monstera bezeichnet, punktet durch ein kräftiges Wachstum und riesige Schmuckblätter mit tiefen Einschnitten. Bekommen diese auf einmal braune oder schwarze Flecken, kann das viele Ursachen haben.

Kälte

Seine Heimat hat das Fensterblatt in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Dort herrschen das ganze Jahr hindurch angenehme Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit vor. Ist es der Monstera zu kalt, bekommt sie zunächst bräunliche bis schwarze Flecken. Zu trockene Luft zeigt sich an einer Braunfärbung der Blattspitzen. Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Fensterblatt unter Kälte leidet? Dann messen Sie mit einem Thermometer die Temperatur in seiner unmittelbaren Umgebung.

Monstera vermehren

In den Monaten zwischen April und Oktober sollte die Raumtemperatur optimaler Weise zwischen 20 und 28 Grad Celsius liegen. In der zweiten Jahreshälfte, wenn es draußen dunkler ist, darf es auch am Standort etwas kühler sein. Zwischen Oktober und März wächst die Exotin nur wenig, weshalb Temperaturen um die 20 Grad Celsius vollkommen ausreichend sind. Kühler als 16 Grad Celsius darf es jedoch auf keinen Fall sein. Achten Sie darauf, dass die Pflanze beim Lüften keinerlei Zugluft oder Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, auch dies verursacht Blattverfärbungen.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Sorgen Sie für eine gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 70 Prozent, beispielsweise durch einen Zimmerbrunnen oder indem Sie das Fensterblatt täglich besprühen.„]

Pralle Sonne/Hitze

Doch nicht nur Kälte, sondern auch Hitze bzw. pralle Sonne sorgen für unschöne Blattflecken. Intensive Sonneneinstrahlung brennt regelrecht braune bzw. schwarze Löcher in die großen Blätter hinein. Das Fensterblatt gedeiht im Schutz der großen Urwaldriesen mitten im Regenwald, wo es zwar hell, aber nicht direkt sonnig ist. Daher fühlt sich das Gewächs an einem hellen Standort ohne direkte Sonne am wohlsten. Um Flecken zu vermeiden, sollte die Monstera

  • nicht in der prallen Sonne stehen
  • möglichst nicht an einem nach Süden ausgerichtetem Fenster
  • vor intensiver Mittagssonne geschützt werden
Fensterblatt

Ideal sind nach Osten oder Westen zeigende Fenster, da diese meist nur morgens oder nachmittags direktes Sonnenlicht hineinlassen. Sollten Sie Ihr Fensterblatt im Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse platzieren, so ist ein Schutz über die Mittagszeit sinnvoll. Eine Markise beispielsweise verhindert Blattverbrennungen.

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Nicht nur Sonne, auch die Hitze von elektrischen Geräten und Heizkörpern kann Flecken an der Monstera verursachen. Stellen Sie das Fensterblatt daher niemals in direkter Nähe eines Heizlüfters o. ä. auf.„]

Dunkler Standort

Zwar darf das Fensterblatt durchaus etwas schattiger stehen, doch zu wenig Sonnenlicht führt ebenfalls zu ungewollten Verfärbungen der Blätter. Dass Ihre Pflanze zu dunkel steht, zeigt sich zunächst an den fehlenden oder nur schwach ausgeprägten Einbuchtungen bzw. Einkerbungen der Laubblätter. Diese sind nun nur schwach ausgeprägt oder sogar überhaupt nicht vorhanden. Die gelblichen bis bräunlichen Blattverfärbungen kommen erst etwas später. Daneben verweist ein schwaches Wachstum sowie auffällig kleine Blätter auf mangelnde Helligkeit. Typischerweise weisen diese zudem einen dunkleren Grünton auf als bei Exemplaren, die heller stehen.

Monstera, braune Blätter

In diesem Fall hilft nur ein Standortwechsel. Stellen Sie die Monstera an einen nicht direkt sonnigen, aber möglichst hellen Platz in der Nähe eines Fensters. Dieses sollte jedoch anderthalb bis zwei Meter entfernt sein, da die Pflanze frei im Raum stehen muss. Berühren die Blätter etwa Fensterscheiben (die im Sommer stark aufheizen und im Winter eiskalt sein können), sind braune oder schwarze Flecken an den Blättern der Monstera die Folge. Ist ein solcher Standort nicht vorhanden, so installieren Sie direkt über der Pflanze eine Pflanzenleuchte, die die gewünschte Lichtintensität liefert.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Im Winter ist des dem Regenwaldgewächs oftmals zu dunkel in deutschen Wohnungen. Auch hier kann eine Pflanzenlampe Wunder wirken und Blattverfärbungen entgegenwirken.„]

Pilzinfektion/Augenfleckenkrankheit

Neben einem ungeeigneten Standort, falscher Temperatur oder Pflegefehlern kann auch der Pilz Spilocaea oleagina braune oder schwarze Flecken an den Blättern verursachen. Die Infektion zeigt sich durch ein typisches Schadbild:

  • runde und innen hellbraun gefärbte Flecken
  • Rand ist etwas dunkler, in der Mitte heller
  • Rest des Blattes ist oft gelb gefärbt
  • später vollständige braune bis schwarze Verfärbung des Blattes
Augenfleckenkrankheit
Quelle: No machine-readable author provided. Eric.Coffinet~commonswiki assumed (based on copyright claims)., Spilocaea oleagina, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Diese Krankheit wird auch als Augenfleckenkrankheit bzw. Pfauenauge bezeichnet, da die Blattflecken den Betrachter an Augen erinnern. Befallene Blätter sollten stets entfernt werden, da die Sporen sonst auf andere Laubblätter übergehen. Bekämpfen Sie die Augenfleckenkrankheit wie folgt:

  • bei starkem Befall Pflanze komplett zurückschneiden
  • mit Schachtelhalmsud oder Lebermoosextrakt stärken
  • zum Entfernen befallener Blätter scharfe und desinfizierte Schere nehmen
  • diese anschließend erneut in Alkohol desinfizieren
  • Schnittgut im Hausmüll entsorgen, niemals auf den Kompost

In der Regel erholt sich die Monstera und treibt alsbald neu aus.

Verfärbung ganzer Blätter

Verfärben sich die Blätter der Monstera vollständig anstatt fleckig, so steckt wahrscheinlich eine der folgenden Ursachen dahinter.

Häufiges Gießen/Staunässe

„Nasse Füße“, wie Staunässe gern genannt wird, verträgt die Exotin überhaupt nicht und reagiert darauf mit braunen, wie vertrocknet erscheinenden Blattverfärbungen. Das klingt zunächst paradox, ist es aber nicht. Nasse Erde lässt die Wurzeln mit der Zeit faulen, sodass diese kein Wasser mehr aufnehmen und die oberirdischen Pflanzenteile versorgen können. So vertrocknet das Laub, obwohl augenscheinlich genug Feuchtigkeit vorhanden ist.

Staunässe

So retten Sie Ihr Fensterblatt:

  • austopfen und in frisches Substrat umsetzen
  • faulende Wurzeln und nasses Substrat entfernen
  • nicht mehr gießen

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Selbst ein großes, anderthalb bis zwei Meter hohes Fensterblatt braucht nicht mehr als einen Liter kalkarmes Wasser pro Gießvorgang.„]

Trockenstress

Doch Vorsicht: Auch zu wenig Wasser kann zu unschönen Flecken auf den Blättern der Monstera führen. Bei Wassermangel färben sich die Blätter zunächst gelb, später werden sie bräunlich welk und sterben schließlich ab. So gießen Sie die Pflanze richtig:

  • im Sommer wöchentlich und reichlich gießen
  • im Winter etwa alle zwei Wochen mäßig
  • überschüssiges Gießwasser ablaufen lassen
  • Topfdrainage aus Tongranulat
  • Pflanze regelmäßig besprühen
  • vor dem Gießen Fingerprobe machen
Monstera gelbe Blätter

Zudem sollten Sie das Fensterblatt niemals mit kaltem Wasser direkt aus dem Wasserhahn wässern. Lassen Sie das Frischwasser zunächst etwas stehen oder durch einen Filter laufen: Es sollte möglichst lauwarm sowie kalkarm sein.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Im Winter ist trockene Heizungsluft oft für Blattflecken verantwortlich. Stellen Sie das Fensterblatt möglichst nicht in der Nähe einer Heizung auf und erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit.„]

Überdüngung

Als Regenwaldpflanze ist die Monstera recht genügsam, ein Nährstoffmangel zeigt sich in der Regel nicht durch Flecken an den Blättern – ein Überangebot, entstanden durch eine Überdüngung, hingegen schon. Das hilft:

  • in frisches, ungedüngtes Substrat umsetzen
  • zwischen April und September höchstens alle zwei Wochen düngen
  • alternativ Langzeitdünger verwenden
  • Grünpflanzendünger verwenden
  • zwischen Oktober und März nicht düngen
Fensterblatt düngen

Achten Sie beim Düngen mit Flüssigdünger darauf, dass die Blätter nicht benetzt werden.

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Bei Verwendung von flüssigem Grünpflanzendünger genügt halbe Dosis wie vom Hersteller angegeben„]

Häufig gestellte Fragen

Färben sich braune Flecken oder Blätter wieder grün?

Leider erholt sich einmal braun bzw. schwarz gefärbtes Blattgewebe nicht mehr, sodass selbst bei Beseitigung der Ursachen unschöne Flecken bleiben. Lediglich sich neu entwickelndes Blattwerk ist dann fleckenlos grün.

Kann ich die braunen Blätter abschneiden?

Sie können die braunen bzw. gefleckten Blätter abschneiden, wenn diese Sie optisch stören. Schneiden Sie die betroffenen Blätter ganz knapp über der Blattachsel ab. So wecken Sie unterhalb der Schnittstelle sitzende, schlafende Augen, die anschließend austreiben und das abgeschnittene Blatt ersetzen. Sind lediglich die Blattspitzen braun, so kürzen Sie lediglich die verbräunten Gewebeteile ein. Schneiden Sie dabei nicht ins grüne Gewebe hinein, sondern lassen Sie einen dünnen braunen Rand stehen.

Gibt es Arten und Sorten der Monstera, die besonders anfällig sind?

Besonders anfällig für braune Blätter und allgemein Blattverfärbungen sind hinsichtlich Pflege und Standort anspruchsvollere Arten der Monstera wie Monstera adansonii (Geschlitztes Fensterblatt) oder Monstera obliqua (Schiefes Fensterblatt). Die am häufigsten in Zimmerkultur gepflegte Art Monstera deliciosa hingegen gilt bei richtiger Pflege als eher unempfindlich. Wenig anfällig für Blattverfärbungen ist vor allem die robuste und pflegeleichte Sorte ‚Borsigiana‘.