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Marderschreck – Tipps zur Marderabwehr im Haus und Auto

Marder

Ein Marder im Haus bereitet den Bewohnern manche schlaflose Nacht durch stundenlanges Gepolter und Gerenne auf dem Dachboden. Kein Dachstuhl ist vor dem nachtaktiven Raubtier sicher. Geradezu sprichwörtlich ist sein Verlangen, an den Kabeln und Schläuchen des Autos zu kauen mit teils lebensgefährlichen Folgen für Fahrer und Insassen. Hat ein Steinmarder das Haus erst einmal zu seinem Revier erkoren, ist er nur sehr schwer wieder loszuwerden. Im Fachhandel kursieren diverse Marderschreck-Systeme, die für Abhilfe sorgen. Welche das sind, und wie sie den nimmersatten Allesfresser vertreiben, ohne ihn zu töten, das verraten die folgenden Tipps zur Marderabwehr im Haus und Auto.
Steckbrief

  • Steinmarder zählt zur Familie der Echten Marder (Martes).
  • Überfamilie der hundeartigen Raubtiere.
  • Schlanker, langgestreckter Körper von 40 cm bis 54 cm Länge.
  • Bis zu 30 cm langer, buschiger Schwanz.
  • Gewicht zwischen 1100 und 2300 Gramm.
  • Nachtaktiver Allesfresser mit einer Vorliebe für Fleisch.
  • Außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger unterwegs.
  • Die Tierart unterliegt dem Jagdrecht.
  • Trivialnamen: Hausmarder

Einzig der Steinmarder sucht die Nähe der Menschen. Andere Arten bzw. Familienmitglieder der Echten Marder, wie der berühmte Zobel oder der Baummarder, gelten nicht als Kulturfolger, sondern halten sich von menschlichen Siedlungen fern.

Steinmarder auf dem Dachboden

Den größten Teil des Jahres verbringen Marder als Einzelgänger und achten streng darauf, dass ihr Revier nicht von Artgenossen annektiert wird. Der Dachboden dörflich gelegener Einfamilienhäuser rangiert dabei ganz oben in der Liste der favorisierten Territorien. Hier finden sie tagsüber zahlreiche Verstecke, in denen die nachtaktiven Räuber sich ausschlafen, um bei Einbruch der Dunkelheit ihr Unwesen zu treiben. Sie knabbern am Gebälk, graben Tunnel durch die Wärmedämmung und verursachen Geräusche, die durch die Stille der Nacht hallen. Die Lärmbelästigung artet zum Spektakel aus, wenn ein Konkurrent es auf den Dachboden abgesehen hat und es zu Revierkämpfen kommt. Im Frühjahr verwandelt sich der Speicher mitunter in eine Kinderstube mit 3 bis 4 Jungtieren und dem damit verbundenen nächtlichen Geräuschpegel. Der Nachwuchs ist innerhalb weniger Monate selbstständig und schwärmt aus, um in der Nachbarschaft nach einem eigenen Söller zu suchen. Wo sich die Quälgeister dann einmal eingenistet haben, sind sie nur schwer davon zu überzeugen, wieder ausziehen. Da das Problem sich längst nicht mehr auf ländliche Regionen beschränkt, sondern Steinmarder sich zunehmend auch in Großstädten ausbreiten, stehen nunmehr verschiedene Marderschreck-Systeme zur Abwehr bereit, individuell angepasst auf die örtlichen Gegebenheiten.

Marderabwehrgürtel

  • Edelstahldraht mit spitzen Stacheln.
  • Hält Marder vom Erklimmen der Fallrohre ab.
  • Preis: ab 6,30 Euro pro Stück.

SteinmarderDie Schenkel des Gürtels werden oberhalb einer Höhe von 250 cm um Fallrohre oder Bäume montiert. Somit verhindern sie wirksam, dass Steinmarder oder auch Katzen daran emporklettern, um auf das Dach zu gelangen.

Marderschreck Duftmittelkonzentrat

  • Flüssigspritzmittel für Dachisolierungen und Bodenbeläge.
  • Natürliches Vertreibungsmittel mit 12 Monaten Wirkzeit.
  • Preis: ab 10 Euro für 500 ml.

Das Mittel stellt keine Geruchs- oder Gesundheitsbelastung für Menschen dar, vergrämt jedoch die tierischen Radaubrüder aus dem Haus.

SuperExpel Pulver-Repellent

  • Innovatives Abwehrmittel gegen Marder in Pulverform.
  • Effektive Verteilung mittels Pulverzerstäuber.
  • Preis je Kilogramm: 99 Euro.

Das Pulver wird auf dem Boden großflächig ausgestreut. Der Steinmarder nimmt das Präparat über die Pfoten auf und verteilt es beim täglichen Putzritual in Fell und Augen, wo es einen unangenehmen Reiz auslöst. Nach mehrmaliger Wiederholung verbindet der Störenfried das üble Gefühl mit dem Ort und kehrt ihm den Rücken. Zugleich überdecken die ätherischen Öle sämtliche Duftmarken, sodass kein weiterer Marder angelockt wird.

Übrigens berichten kostenbewusste Hausbesitzer von guten Erfolgen in der Marderabwehr, indem sie auf dem Dachboden oder in gefährdeten Räumen schlicht WC-Duftsteine auslegten.

Ultraschall und Blitzlicht

  • Multifunktionsgerät mit integriertem Bewegungsmelder.
  • Erfasst Marderbewegungen im Umkreis von 200 Quadratmetern.
  • Kombination aus Hochfrequenztönen und Blitzlicht vertreibt Steinmarder.
  • Wirkt auch gegen Katzen und Waschbären.
  • Preis: ca. 45 Euro

Der Einsatzbereich dieses Gerätes ist nicht nur auf den Dachboden beschränkt. Überall dort, wo Steinmarder sich breit machen, kann es an der Wand befestigt werden, wie in Dachkammern, unter dem Carport oder neben den Mülltonnen.

Elektrischer Marderzaun

  • Die Konstruktion versperrt den Zugang von der Regenrinne zu den Dachziegeln.
  • Berührt der Steinmarder die beiden Pole, erhält er einen nicht tödlichen Stromschlag.
  • Preis für die Zaunführung: ab 45,90 Euro.
  • Preis für ein Komplettset mit 2 Isolatoren: ab 379 Euro.

Die patentierte Produktneuheit stellt eine Weiterentwicklung des Marderabwehrgürtels dar. Sie wird freilich nur dann zum Erfolg führen, wenn das Dach rundum mit der Zaunanlage ausgestattet wird. Andernfalls werden die pfiffigen Plagegeister garantiert eine Lücke entdecken.

Tipp: Bei allen Marderschreck-Systemen, die mit Elektroschocks arbeiten, ist es ratsam, zusätzlich einen Personenschutzschalter zu installieren, der gefährliche Fehlerströme in Sekundenschnelle unterbindet.

Lebendfalle

  • Kasten- oder Drahtgitterfallen mit mindestens 100 cm Länge.
  • Ein Trittbrett im hinteren Bereich löst die Falltüre am Eingang aus.
  • Preis: 45 Euro bis 100 Euro.

BaummarderAls Köder dienen vorzugsweise gekochte Eier, die hinter dem Trittbrett ausgelegt werden, sodass der Marder den Mechanismus selbst auslöst. Fallen, die durch Rütteln ausgelöst werden, haben sich nicht bewährt. Die raffinierten Raubtiere testen das Gehäuse von außen aus, indem sie es schütteln. Der Fang von Steinmardern unterliegt dem Jagdrecht, das in Deutschland Sache der Länder ist. Bevor der geplagte Hausbesitzer eine Lebendfalle erwirbt, ist es ratsam, die regionalen Jagdgesetze zu studieren. Hier ist reglementiert, über welchen Zeitraum sich die Schonzeit für Marder erstreckt. In der Regel dürfen die Tiere zwischen dem 28. Februar und 16. Oktober nicht gejagt werden, weil sie zu dieser Zeit ihre Brut aufziehen. In einigen Bundesländern ist für den Lebendfang eine Genehmigung bzw. ein Fallenpass erforderlich.

Tipp: Wer den örtlichen Jäger mit dem Fang von Mardern beauftragt, kann sicher sein, dass die Prozedur möglichst stressarm für die Tiere verläuft.

Das Auto schützen

Aus welchem Grund sich Steinmarder geradezu magisch angezogen fühlen von Kraftfahrzeugen, ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Das ändert nichts an der Tatsache, dass sie unter der Motorhaube beträchtlichen Schaden anrichten, indem sie Leitungen, Kabel und Schläuche anknabbern. Erfahrungsgemäß bleibt es nicht bei einem Besuch der Schädlinge. Vielmehr markieren sie mit Duftstoffen das Auto als ihr Revier und kehren immer wieder zurück, sofern der traktierte Autofahrer dem nicht einen Riegel vorschiebt.

Marderschutzschlauch

  • Kabelschutz aus flexiblem Kunststoff.
  • Stabil und hitzebeständig bis 120° Celsius.
  • Preis: ab 9 Euro für 200 cm.

Bissfester Schutz für Kabel aller Art. Dank der geschlitzten Form kinderleicht anzubringen. Eignet sich zudem bestens, um Stromleitungen auf dem Dachboden vor Marderbiss zu schützen.

Anti-Marder-Stäbchen

  • Stäbchen aus ätherischen Ölen und Methylonylketon.
  • Haltevorrichtung
  • Preis: ca. 10 Euro für 10 Stäbchen.

Die preisgünstige Marderabwehr für Kraftfahrzeuge aller Art. Der Halter wird einfach mit Selbstklebefolie am Motorblock befestigt und die Stäbchen angeklemmt. Die Wirkungsdauer eines Stäbchens beträgt durchschnittlich 4 Wochen.

Duftmarkenentferner

  • Beseitigt nach einem Marderschaden die gesetzten Markierungen des Tieres.
  • Preis: ab 12 Euro für 500 ml.

Abwehrspray

  • Sprühmittel mit intensivem Vergrämungsduft.
  • Vergleichbar zum Duftmittelkonzentrat auf Dachböden.
  • Preis: ca. 15 Euro für 500 ml.

Beide Präparate werden idealerweise nacheinander angewendet, da nicht vollkommen sichergestellt ist, dass der Duftmarkenentferner tatsächlich sämtliche der unsichtbaren Markierungen erreicht.

KFZ-Marderscheuche

  • Dynamischer Kalottenlautsprecher für extra breiten Abstrahlwinkel.
  • Günstiges Schalldruckgerät, betrieben über die Autobatterie.
  • Preis: ab 18 Euro.

Im Gegensatz zu den hochwertigen Ultraschallgeräten, sind die Töne bei 100 db auch für das menschliche Ohr gut wahrnehmbar. Seine Aufgabe, anrückende Marder zu verscheuchen, erfüllt das Gerät trotzdem, wobei durch wechselnde Intervalle verhindert wird, dass sich eine Gewöhnung einstellt.

Granulat-Säckchen zur Vergrämung

  • Seit Jahren bewährtes Geruchs-Vertreibungsmittel.
  • Lang anhaltende Wirkung über 12 Monate.
  • Preis für 2 Säckchen: 36 Euro.

Wer den Einsatz von Hochfrequenztönen, Strom und Licht scheut, hängt die Granulat-Säckchen rechts und links in den Motorraum. Raffinierterweise verströmen die Beutel den typischen Geruch von Großwildkatzen, sodass der Fluchtinstinkt der Marder ausgelöst wird.

Tipp: Bevor im Fahrzeug Vergrämungsmittel auf der Basis von Gerüchen eingesetzt werden, ist es empfehlenswert, zuvor eine Motorwäsche vorzunehmen.

3in1 Marderschreck für Pkw

  • Kombination aus Ultraschall, Elektroschock und Lichtimpuls.
  • Betrieb erfolgt über die Autobatterie mit geringer Stromabnahme von maximal 5 mA.
  • Preis: 53 Euro.

Das System besteht aus 6 wasserfesten Hochspannungskontaktplatten, die ohne Bohren sehr einfach montiert werden. Berührt der Steinmarder eine der Kontakte, erhält er einen leichten Stromschlag, wird mit Hochfrequenztönen traktiert und mit Blitzlicht erschreckt.

Marderabwehr-Matte

  • Matte aus Edelstahlstreifen mit den Maßen von ca. 115 cm x 100 cm.
  • Anschluss des Hochspannungsgerätes über ein 5 m langes Kabel.
  • Preis: ab 199 Euro.

Eine oder mehrere Matten werden um das Auto herum oder im Motorraum ausgelegt und an eine Stromquelle angeschlossen. Tritt der Marder darauf, erhält er einen unangenehmen, jedoch nicht tödlichen Stromschlag.

Vorbeugende Maßnahmen gegen erneuten Befall

Autokabel schützenDer Bestand an Steinmardern erhöht sich von Jahr zu Jahr, da ihnen längst nicht mehr nach dem Leben getrachtet wird. Die Marderabwehr konzentriert sich überwiegend auf die Vergrämung bzw. den Lebendfang. So ist es keine Seltenheit, dass nach einer erfolgreichen Vertreibung schon bald der nächste räuberische Genosse den Dachboden für sich beanspruchen möchte. Folglich wirkt Marderschreck einzig dann dauerhaft, wenn dem Räuber bereits der Zutritt zum Grundstück vergällt und im gleichen Zug im Haus anschließend sämtliche Zugänge verschlossen werden.

Solarbetriebener Ultraschall-Marderschreck

  • Energiesparendes Gerät für sonnige Lagen.
  • Mit Bewegungsmelder, Ultraschall und Lichtblitz.
  • Preis: ab 23 Euro.

Ultraschall Marderabwehr auf Erdspieß

  • Batteriebetriebene Geräteversion für dunkle Standorte im Garten.
  • Deckt einen Geländeradius von 200 m² ab.
  • Preis: 52 Euro

Damit der Outdoor-Bereich flächendeckend vor dem Einmarsch von Steinmardern, Waschbären oder Katzen geschützt wird, bietet sich der Einsatz dieser energiesparenden Apparate an.

Marderabwehr-Wachs

  • Ideal für den Außenbereich, wo Sprays nahezu unwirksam sind.
  • Verhindert Marderverbiss an Kabeln oder Solaranlagen.
  • Preis für 30 ml: 44 Euro

Der für Steinmarder geruchsintensive Wachs wird mit einem Schwamm oder einer ausgedienten Zahnbürste auf Leitungen oder Steine verrieben. Für die Verwendung in Räumen ist das Mittel nicht geeignet.

Schlupflöcher verschließen

  • Mittels geharkter Sandflächen die Laufwege sichtbar machen.
  • Hauswand, Regenrinne und Bäume auf Kratzspuren untersuchen.
  • Auf dem Dach nach Hinweisen auf Zugänge suchen (eventuell durch den Dachdecker).

Die so entdeckten Einschlupfstellen werden sicher verschlossen, beispielsweise mit Maschendraht, Holzbrettern oder Fertigbeton. Diese Maßnahme darf indes einzig außerhalb der Schonzeit in Angriff genommen werden bzw. wenn sich kein Marder im Haus befindet. Andernfalls würde das Tier qualvoll verhungern, was nicht nur gegen geltendes Jagdrecht verstößt, sondern eine unnötige Tierquälerei bedeuten würde.

Fazit

In Dörfern und Städten sehen sich immer mehr Haus- und Wohnungsbesitzer mit ungebetenen Steinmardern konfrontiert. Die nachtaktiven Allesfresser haben keine Scheu, sich auf Dachböden anzusiedeln und mit reichlich Spektakel die Nachtruhe empfindlich zu stören. Darüber hinaus ist jedes Kraftfahrzeug in ihrem Revier durch Marderbiss an Kabeln und Leitungen gefährdet. Es ist kein leichtes Unterfangen, Steinmarder zum Rückzug zu bewegen. Mithilfe von Gerüchen, Ultraschall, Lichtblitzen und Elektroschocks bestehen freilich gute Chancen, die Nervensägen wieder loszuwerden. Anschließend ist es sinnvoll, zu prophylaktischen Maßnahmen der Marderabwehr im Haus und Auto zu greifen, um einen Befall der Räuber im Keim zu ersticken.