Gartengestaltung Gartenprojekte

Kaninchenstall selber bauen – Bauanleitung

Kaninchenstall aus Holz

Kaninchen sind faszinierende Zeitgenossen, welche nicht ohne Grund zu den Top 5 der beliebtesten Haustiere gehören. Mit der richtigen Planung und Ausrüstung können Sie den kleinen und größeren Kaninchen einen artgerechten und sicheren Auslauf im eigenen Garten zur Verfügung stellen. Durch die richtige Ausstattung ist sogar eine ganzjährige Unterbringung im Freiland möglich. Bauen Sie einen Kaninchenstall nach Ihren eigenen, individuellen Vorstellungen und erleben Sie die Tiere in einer naturnahen Umgebung.

Standort und Platzbedarf

Bevor Sie mit der Planung des Kaninchenstalls beginnen, sollten Sie den geeigneten Standort auswählen. Ans Freiland gewöhnt, trotzen Kaninchen oft Wind und Wetter, sofern sie über einen warmen und trockenen Unterschlupf verfügen. In der freien Natur geschieht dies in Form eines Kaninchenbaus, in Ihrem eigenen Garten müssen Sie selbst für eine geschützte Rückzugsmöglichkeit sorgen. Windgeschützte Orte, wie beispielsweise die Rückwand einer Scheune oder eine Hausmauer, sind optimal für das Aufstellen des Stalls. Auch dichte Hecken oder hohe Bäume, welche die Tiere zusätzlich vor der prahlen Sonne schützen, kommen dafür infrage.

Die Nager mit dem seidigen Fell verfügen über einen enormen Bewegungsdrang und dementsprechend hohen Platzbedarf. Halten Sie mindestens zwei Tiere und rechnen Sie pro Kaninchen mit einer Grundfläche von etwa 2 Quadratmetern. Mehr Platz ist immer wünschenswert, dabei können Sie bei der Planung Ihres Kaninchenstalls nicht nur auf die Bedürfnisse der Tiere eingehen, sondern gleichzeitig auch die Größe und Lage des Gartens mit berücksichtigen.

Planung und erste Schritte

KaninchenstallBevor Sie mit dem Kauf des Materials loslegen, muss eine Skizze mit genauen Maßangaben her. Nur so stellen Sie sicher, dass der fertige Kaninchenstall später wirklich Ihren Vorstellungen entspricht und nicht viel eher in die Kategorie „moderne Kunst“ einzuordnen ist. Kaninchen benötigen einen geschützten Rückzugsort und gleichzeitig die Möglichkeit, ihren Bewegungsdrang nachzukommen. Neben der artgerechten Unterbringung und Haltung sollte aber auch der Schutz der Tiere keinesfalls in den Hintergrund gedrängt werden. Auch Zwerg- und Stallkaninchen besitzen die Eigenschaft, alles anzuknabbern und in weichen Böden ausgiebig Löcher und Kuhlen zu scharren. Treffen Sie Vorkehrungen, damit die Tiere sich keinesfalls selbstständig in die Freiheit buddeln können. Mit dieser Maßnahme verhindern Sie gleichzeitig auch, dass Füchse und Marder nicht auf die gleiche Art und Weise von außerhalb in den Stall hinein gelangen. Folgende Vorsorgende Maßnahmen haben sich zur Absicherung des Kaninchengeheges bewährt:
Eingraben -> Diese Variante ist nur geeignet, wenn der Stall an einem zentralen Punkt verbleibt. Graben Sie das Gitter des Auslaufs 30 – 40 Zentimeter tief in die Erde. Ein- und Ausbrüche sind damit ausgeschlossen.

  • Steinplatten – Die großen Platten werden wahlweise senkrecht von außen tief in die Erde eingegraben oder direkt im Auslauf am Boden rings um das Gitter verlegt. Mit der zweiten Methode werden die Kaninchen nicht nur am Ausbruch gehindert, sondern es bietet sich gleichzeitig die Möglichkeit, die ständig nachwachsenden Krallen gleichmäßig abzuwetzen.
  • Rasengittersteine – Legen Sie diese Steine über die komplette Fläche des Stalls in etwa 10 Zentimeter Tiefe aus und bedecken Sie diese danach mit Gartenerde.
  • Betonieren – Nicht besonders empfehlenswert ist das Betonieren der Nutzfläche oder das komplette Auslegen des Stalls mit Steinplatten. Sofern Sie auf solche Maßnahmen zurückgreifen müssen, sollten Sie im Winter diese Fläche mit einer dicken Schicht Sägespäne oder Sand bedecken.

Tipp: Vom Abdecken des Bodens mit Volierengitter wird abgeraten. Denn die Kaninchen könnten sich am Draht verletzen und schwere Verletzungen erleiden.

Grundgerüst

Das Grundgerüst sollte ein geräumiger Auslauf bilden, dessen Höhe abhängig ist von der Größe der Kaninchen. Für kleinbleibende Zwergkaninchen sollte die Kantenhöhe etwa 50 Zentimeter betragen, bei größeren Stallkaninchen mindestens 65 Zentimeter. Der Auslauf wird aus Kanthölzern und engmaschigem, viereckigem Hasen- bzw. Volierengitter gefertigt. Um die oft aus Weichholz bestehenden Hölzer vor der Witterung und Fäulnis zu schützen, werden diese mit einem wetterfesten Lack bestrichen.

Hasen im KaninchenstallZur leichten Reinigung sollte der obere Teil des Auslaufs sich öffnen lassen oder aber insgesamt eine Höhe aufweisen, in der Sie selbst problemlos stehen können. Für einen vereinfachten Zugriff von oben fertigen Sie einen Rahmen aus Kantholz und Gitter. Dieses wird einseitig mit Scharnieren befestigt, auf der anderen Seite empfiehlt sich ein Hakenverschluss zur Sicherung. Abhängig von der Länge des Auslaufs, sollten Sie aufgrund der Stabilität mit mehreren Elementen dieser Bauart arbeiten.

Tipp: Wenn Sie Wert auf Komfort und vereinfachten Zugriff auf das Innere des Kaninchenstalls legen, sollten Sie eine pyramidenförmige Bauweise in Körperhöhe in Betracht ziehen.

Der Innenbereich

Mit einem Gehege alleine ist es nicht getan. Denn gut durchdacht und gebaut können die Tiere auch den Winter über im Garten verbringen. Genügend Platz zum Aufwärmen und ein witterungsgeschützter Raum vorausgesetzt. Wahlweise können Sie das Gehege mit einem kleinen Nagerhaus ausstatten. Problematisch wird es hier nur bei der Reinigung und Pflege, denn die kleinen Häuser müssen leicht zugänglich sein und sollten gleichzeitig allen Bewohnern des Kaninchenstalls Platz gewähren. Oder aber Sie stocken das Grundgerüst des Auslaufs auf, sodass die Tiere auch nach oben hin ausweichen können.

Bei dieser Variante gelangen die Tiere über eine Rampe hinauf ins Innere des Stalls. Ein ausreichend großes Loch in der Bodenplatte ist der Eingang in den geschützten Bereich, stabile Seitenwände und das Dach schützen die Kaninchen vor Kälte, Wind und Regen. Von vorne können Sie den Stall mit zwei Türen versehen, wobei eine davon ebenfalls aus einer Spanplatte bestehen sollte. Für die andere wird wiederum ein Rahmen aus Kantholz gefertigt, auf welcher der Hasendraht angebracht wird. Achten Sie darauf, dass keine scharfkantigen Drahtenden abstehen, an denen sich die Tiere verletzten könnten. Ein angebrachter und gut befestigter Mittelsteg aus dickem Kantholz ist hilfreich, um beide Türen separat voneinander mit einem Schloss-Türriegel zu versehen.

KaninchenWie tief und hoch Sie den Innenbereich gestalten, hängt von Ihnen und der Anzahl der Kaninchen ab. Auch zweistöckige Kaninchenställe sind möglich, bedenken Sie hier jedoch, dass Sie für jede Etage eine Zugangsmöglichkeit für die Reinigung und Fütterung benötigen. Stallkaninchen benötigen aufgrund ihrer Körpergröße wesentlich mehr Platz als kleinere Artgenossen.

Hinweis: Für eine höhere Stabilität werden Seitenwände, Boden- und Deckenplatten mit Winkeln aneinander befestigt. Sollten Sie Massivholz für den Bau des Kaninchenstalls verwenden, können Sie auch mit Schrauben arbeiten. Weder Drahtenden, noch hervorstehende Nägel oder Schrauben sollten jedoch mit den Tieren in Kontakt gelangen können.

Materialliste

Sobald die Planung abgeschlossen ist, können Sie mit der Zusammenstellung des Materials beginnen. Mit Massivholz können Sie die Belastungsfähigkeit und Qualität Ihres selbst gebauten Kaninchenstalls erheblich erhöhen. Allerdings macht sich das auch in den Anschaffungskosten bemerkbar. Wenn Sie selbst nicht die Möglichkeit zu Hause haben, die Holzleisten und -Bretter auf die benötigten Maße zuzuschneiden, können Sie diese auch bereits im Baumarkt auf die richtige Länge zusägen lassen.
Folgende Liste ist ausgelegt für einen 1-stöckigen Kaninchenstall mit Auslauf, die Menge der Materialien variiert allerdings je nach Größe und Bauart Ihres eigenen Geheges:

  • 1x Spanplatte für den Boden
  • 2x Spanplatten für das Dach (welche zusammen dem Maßstab der Bodenplatte entsprechen)
  • 1x Mittelsteg für das Dach
  • 1x Rückwand
  • 2x Seitenwände
  • Kanthölzer mit mind. 250 mm Stärke
  • Winkel
  • Bitumenpappe
  • Engmaschiges Hasengitter
  • Schloss-Türriegel
  • Werkzeug
  • Sägen
  • Schleifpapier
  • Selbstbohrende Schrauben
  • Scharniere aus Edelstahl
  • Krampen zur Befestigung des Gitters

Optional sollten Sie noch Pflastersteine mit auf die Liste setzen, sofern Sie den Auslauf damit vor tierischen Ein- und Ausbrüchen schützen möchten. Weitere Gegenstände, wie Futternäpfe, Trinkflaschen und Dämmmaterial für den Winter, sollten ebenfalls zu den beschaffenden Gegenständen zählen.

Tipps und Tricks

HasenstallDer Bau eines eigenen Kaninchenstalls ist keine langwierige Aufgabe, setzt dennoch einiges an Planung und handwerklichen Geschicks voraus. Mit den richtigen Tipps und etwas Geduld fertigen Sie innerhalb kürzester Zeit Ihren eigenen, individuellen Stall für Kaninchen.

  • Dachpappe – Der geschützte Innenbereich des Kaninchenstalls sollte Regen und Schnee problemlos standhalten. Um überschüssige Wassermengen schneller abzutransportieren, ist ein Schrägdach empfehlenswert. Bedecken Sie diese Fläche – auch Flachdächer – großzügig mit Dachpappe. Damit verhindern Sie wirkungsvoll, dass sich das Holz nicht mit Feuchtigkeit vollsaugt und kein Wasser durch Löcher oder Fugen in den Innenraum eindringt. Anstelle von Dachpappe können Sie auch Wellblech verwenden.
  • Schatten – Kaninchen sind anfällig gegenüber einer direkten Sonneneinstrahlung. Hitzetod droht den fellbesetzten Tieren besonders an heißen Sommertagen. Mit einer stabilen Plane können Sie im Freigehege zusätzlich für Schatten sorgen.
  • Reinigung – Imprägnieren Sie den Boden des Innenbereichs oder des Schutzhäuschens mit einer speichelfesten Lackierung. Diese ist wasserundurchlässig und verhindert wirkungsvoll, dass sich das Holz mit Urin vollsaugen kann. Frischen Sie jährlich die Versiegelung auf, um den Schutz fortlaufend zu gewähren und die Lebenszeit des Kaninchenstalls dadurch zu erhöhen. Alternativ können Sie auch auf eine PVC- oder Teichfolie zurückgreifen. Bringen Sie diese so im Innenraum an, dass die Tiere nicht an überstehenden Enden knabbern können. Überprüfen Sie bei jeder Reinigung, ob die Kaninchen den Lack oder die Folie beschädigt haben und ob nachgebessert werden muss.

Sicher durch den Winter

Kaninchen gewöhnen sich schnell an eine ganzjährige Unterbringung im Freiland, benötigen aber dennoch eine geschützte und gut isolierte Rückzugsmöglichkeit. Der Auslauf selbst muss nicht abgedeckt werden, der Innenbereich des Stalls wird von außen mit einem atmungsaktiven Dämmstoff, wie beispielsweise Isomatten, versehen. Styropor sollte – wenn überhaupt – nur einseitig angebracht werden. Die Luft muss im Schutzbereich zirkulieren können, um der schädlichen Bildung von Kondenswasser entgegenzuwirken. Sofern nicht anders möglich, kann auch eine Filzdecke zum Einsatz kommen, welche Sie von außen über den Kaninchenstall legen.

Als Einstreu hat sich eine dicke Schicht aus Sägespänen und Stroh bewährt. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Schimmelbildung vorhanden ist, und entfernen Sie diese umgehend. Verzichten Sie auf Heu und verwenden Sie dieses nur zur Fütterung. Das getrocknete Gras zieht rasch Feuchtigkeit und neigt sehr schnell zur Bildung von Fäulnis.

Tipp: Wechseln Sie täglich das Wasser in der Trinkflasche. Damit beugen Sie einer Keimbildung vor und können auch das Einfrieren der Flasche verhindern.

Fazit

Mit ein wenig Aufwand und handwerklichem Einsatz können Sie Ihren Kaninchen ein artgerechtes Zuhause im eigenen Garten bieten. Mit den richtigen Materialien ist diese Residenz nicht nur für den Sommer geeignet, sondern bietet auch im Winter und bei schlechter Witterung den Tieren eine schützende und wärmende Unterkunft.