Gartengestaltung Gemüsegarten & Gemüse

Gemüse auf dem Balkon anbauen – Gemüseanbau in Balkonkästen

Tomaten auf dem Balkon

Auch wer keinen Garten besitzt, kann frisches Gemüse und auch Obst anbauen. Selbst auf einem kleinen Balkon ist das möglich. Je mehr Platz allerdings vorhanden ist, umso vielfältiger kann er genutzt werden. Ob Erdbeeren, Tomaten, Paprika, Peperoni, Gurken, Zucchini, Minikiwi, Feigen, selbst Pflaumen, Äpfel, Birnen und Kirschen können geerntet werden. Wichtig ist die richtige Sortenauswahl und dass nur Arten zusammengepflanzt werden, die gleiche Ansprüche an Boden, Wasser und Nährstoffe besitzen. Wie der Obst- und Gemüseanbau auf dem Balkon gelingt, haben wir für Sie zusammengetragen.

Die richtige Auswahl für Gefäße

Auf dem Balkon ist nur begrenzt Platz. Man muss also schauen, welche Gefäße wohin passen. Balkonkästen an der Brüstung nehmen nur wenig Platz weg, vor allem, wenn sie nach außen gehängt werden dürfen. Dazu kommen Kästen und Kübel, die auf dem Boden aufgestellt werden können. Auch senkrechte Wände sollten mit einbezogen werden. So dienen Bohnen, die am Geländer gezogen werden, gleichzeitig noch als Sichtschutz. Auch Hängeampeln sind sinnvoll. Sie lassen einem Früchte oder Gemüse direkt in den Mund wachsen. Sinnvoll ist auch ein Regal für die Wand, auf welchem kleinere Gefäße platziert werden können. Den geringen Platz auf dem Balkon gilt es sinnvoll auszunutzen.

  • Gefäße können gestapelt werden
  • Blumentreppen schaffen maximalen Raum
  • Pflanzsäcke für Wände bieten viel Platz für unterschiedlichste Pflanzen
  • Spaliere dienen gleichzeitig als Sichtschutz
  • Wichtig ist maximale Platzausnutzung
  • Ideal sind Balkonkästen und Kübel mit Bewässerungssystem

Tomaten
Tomaten auf BalkonTomaten sind das beliebteste Gemüse der Deutschen. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenster Sorten, etwa 10.000. Auch für den Balkon gibt es spezielle, meist kleinfrüchtigere Sorten. Viele davon eignen sich prima für den Balkonkasten. Allerdings wachsen Tomaten gern etwas geschützt, auch vor Regen und Wind, weshalb ein Platz in einem Kübel in einer warmen, geschützten Balkonecke manchmal die bessere Wahl ist.

  • Wichtig ist ein sonniger Platz.
  • Man kann die Pflanzen selber ziehen oder aber fertige kaufen.
  • Günstig ist, wenn nicht alle Früchte zur selben Zeit reifen. Man sollte also frühe, mittelspäte und späte Sorten auswählen.
  • Runde Tomaten gibt es überall zu kaufen. Beim eigenen Anbau sollte man ruhig mal ein paar andere Sorten ausprobieren. Die Vielfalt ist enorm.
  • Als Erde eignet sich normale Garten- oder Blumenerde.
  • Tomaten benötigen reichlich Wasser und Nährstoffe

Empfehlenswerte Tomatensorten

  • ’Cupido’ – Datteltomate – schmeckt eher obstig süß als tomatig, ist eierförmig, von hellroter Farbe mit noch helleren Zeichnungen
  • ’Paul Robeson’ – rotbraune Stabtomate, weich, saftig und süß, ideal für Saucen
  • ’Balkonstar’ – kompakte Buschtomate mit richtig vielen kirschroten Früchten, klein und fast rund
  • ’Sungold’ – orangegelbe kleine Früchte, fast kugelrund, sehr süß und sehr saftig
  • ’Black Cherry’ – rotbraune Cocktailtomate, sehr saftig und schmeckt süß-obstig
  • Johannisbeertomate – sehr kleine Früchte, aber mit vollem Aroma, johannisbeergroße Wildtomaten in orange oder rot
  • Hängetomate ’Tumbling Tom Yellow’ – gelbe, kleine, runde Früchte, ideal für Blumenampeln, üppige Ernte
  • ’Verino’ – niedrig wachsende Tomate, kleine, runde Früchte, kommt meist ohne Kletterhilfe aus

Paprika und Peperoni

PaprikaPaprika und Peperoni haben nicht nur einen hohen Zierwert, die Früchte lassen sich auch gut in der Küche verwenden. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten, die sich aber in der Pflege kaum unterscheiden.

  • Wärmeliebend und sonnenhungrig
  • Windgeschützt, gern auch regengeschützt
  • Lockere, humose und nährstoffreiche Erde, z.B. spezielle Gemüseerde
  • Ausreichend Platz zwischen den Pflanzen lassen, sonst nehmen sie sich gegenseitig das Licht weg und kümmern
  • Für hohe, eher strauchförmig wachsende Peperoni-Sorten oder großfrüchtige Gemüsepaprika eignen sich große, 10 bis 15 l fassende Kübel. Bei niedrigen, buschig wachsenden Sorten reichen meist 5 Liter aus.
  • Regelmäßige Wassergaben
  • Erst ab Mitte Mai nach draußen bringen (Spätfrostgefahr)
  • Nachdüngung mit Tomaten- oder Gemüsedünger in der Hauptwachstumszeit, allerdings sparsam dosiert
  • Bei zu viel Dünger bilden die Pflanzen massenhaft Laub, aber kaum Früchte
  • Die ersten Blüten an den Triebspitzen werden bei früh gesäten Gemüsepaprika oft abgeworfen. Passiert das nicht, sollte man sie von Hand ausbrechen, damit sich die Pflanzen besser verzweigen und mehr Früchte ansetzen.
  • Bei hohen Sorten die Triebe oberhalb einer Blattverzweigung kappen, dann verzweigen sich die Pflanzen besser.
  • Höhe Sorten an Stäben anbinden, damit die Triebe nicht abbrechen.
  • Paprika- und Peperonipflanzen reagieren bei Nachttemperaturen unter 12°C mit einem mehrwöchigen Wachstumsstopp. Deshalb nicht zu früh ausräumen.
  • Anfänger sollten erst einmal vorgezogene Pflanzen kaufen und sich auf einige wenige Exemplare konzentrieren. Das Anziehen aus Samen ist nicht immer ganz einfach.

Empfehlenswerte Sorten

  • Spitzpaprika ’Pinokkio’ – knallgelbe, spitze Früchte, ideal für Gefäßkultur, aber auch fürs Beet, Früchte reifen ab Anfang Juli
  • Mini-Paprika ’Kobold’ – rundliche bis ovale Früchte, in der Vollreife tomatenrot, süßer und aromatischer Geschmack, Früchte nur 50 bis 70 g schwer
  • Peperoni ’Tabaluga’ – leuchtend hellgrüne bis dunkelrote, mittelscharfe, teilweise auch feurige lange Schoten, sehr dekorativ durch die unterschiedlichen Farben an einer Pflanze
  • Gemüsepaprika ’Almira Midi Orange’ – rote Paprikaschoten ab Mitte Juli, ideal für Topfkultur
  • Habanero-Chilis ’Calita Red’ – kleine rundliche, aber auch längliche Schoten, scharf, an Aprikosen erinnerndes Aroma
  • Bunter Zierpaprika ’Naschzipfel’ – Früchte in unterschiedlichen Farben, je nach Reife, vollausgereifte Früchte sind tiefrot, können über mehrere Wochen geerntet werden
  • Chilis ’Padi Bulat’ – Hunderte kleine runde und kräftig rote Chilis, Schärfegrad 10, also sehr scharf, interessantes Aussehen

Gurken

Gurken auf dem Balkon anbauenNach der Tomate ist die Gurke die zweitbeliebteste Frucht der Deutschen. Auch Gurken lassen sich auf dem Balkon anbauen, wenn man die entsprechenden Sorten auswählt. Gurken sind nicht für den Balkonkasten geeignet. Sie mögen einen geschützten Platz. Außerdem brauchen sie Wärme. Der Balkon bietet meist eine Überdachung. Das ist für Gurken ideal, so sind sie gut geschützt. Man kann die Triebe an der Wand, bzw. an einem Spalier hinaufleiten oder am Boden entlang wachsen lassen.

  • Warmer, sonniger Platz
  • Erde mit hohem Humusanteil
  • Günstig ist die Beimischung von grobem Kompost
  • Nicht zu früh ins Freie bringen. Kühle Nachttemperaturen sind ungünstig.
  • Boden sollte immer leicht feucht gehalten werden.
  • Zum Gießen am besten abgestandenes Regenwasser nutzen
  • Keine Staunässe
  • Hoher Nährstoffbedarf
  • Nicht zu viel Stickstoff zugeben
  • Pflanzabstand zur nächsten Pflanze mindestens 40 cm
  • Gefäß mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen wählen
  • Stützgitter bereitstellen, mindestens 120 cm hoch
  • Triebe mit Kabelbinder am Gerüst befestigen, locker binden

Empfehlenswerte Sorten

  • Mini-Gurke ’Green Fingers’ – 10 cm lange Früchte, Ernte ab Juni, benötigt volle Sonne
  • Snack-Gurke ’Ministar’ – glatte Gurken, vollaromatisch, saftig und ohne Kerne, dünne Schale, resistent gegen typische Gurkenkrankheiten, Fruchtgröße – etwa 10 cm
  • Snack-Gurke ’Picolino’ – 12 bis 15 cm lange schlanke Gurke, süßlich, knackiges Fruchtfleisch, dünne, glatte Haut, sollten jung geerntet werden, resistent gegen zahlreiche Erkrankungen
  • Gurke Iznik F1 Hybride – Salatgurke in Miniformat, Früchte 10 bis 12 cm lang, kompakter Wuchs, kleine Blätter, extrem gesunde Sorte
  • Mexikanische Mini-Gurke (Melothria scabra) – Früchte erinnern an kleine gestreifte Wassermelonen, Geschmack erfrischend süßsauer
  • Gurke ’Lemon’ – stammt aus Amerika, Früchte wie Zitronen, hellgrün, schmeckt auch zitronig frisch

Gemisches Gemüse

ZucchiniFast alles Obst ist möglich, auf dem Balkon zu kultivieren. Selbst Mangold, Salat, Melonen oder Kürbisse sind möglich. Melonen und Kürbisse lassen sich beispielsweise prima an Wandspalieren ziehen. Etwas Platz ist schon erforderlich, auf kleinstem Raum wird es schwierig. Auch Kohlrabi ist kein Problem. Er wächst sehr gut in einem Erdsack. Gemische Bepflanzungen sind nicht ganz einfach, weil die Ansprüche nicht immer passen.

  • Mini-Aubergine ’Ophelia’ – faustgroße, violette Früchte, lila Blüten, samtige Blätter, ideal für das Pflanzgefäß, am besten vorgezogene Pflanzen nutzen, sehr wärmebedürftig
  • Mangold ’ Bright Lights’ – ungewöhnliche Mangoldsorte in den Farben Grün, Rot, Weiß, Rosa und Goldgelb, Ernte Juni bis Oktober, gut für Balkonkästen und Kübel, optisch wie geschmacklich sehr gut
  • Zucchini ’Orelia’ – gelbe, lange Früchte bis zum Frost, müssen bei einer Größe von 20 cm geerntet werden, Aussaat März bis Mai, Auspflanzen nach den Eisheiligen, zartes Fruchtfleisch, ausgezeichneter Geschmack
  • Zucchini ’Defender’ – ertragreiche Spitzenzüchtung, resistent gegen Viren, frühreife Sorte mit langen, grünen Früchten, benötigt etwas Platz, Ernte Juli bis Oktober, wächst buschförmig
  • Zucchini ’Eight Ball’ – kugelrunde Früchte, ideal zum Füllen, resistent gegen Viren, Ernte Juli bis Oktober, reichtragend

Erdbeeren

Erdbeeren auf BalkonErdbeeren sind so lecker und gesund. Auch wer nur wenig Platz auf dem Balkon hat, kann einige Pflanzen kultivieren. Sie gedeihen direkt im Balkonkasten, aber auch in Hängeampeln, Pflanzsäcken (auch für die Wand) und Kübeln. Dauertragende Monatserdbeeren sind sehr ergiebig und liefern monatelang Früchte. Sehr beliebt ist ein so genannter Erdbeerturm. Auch Übereinandergestapelte Fässer ohne Boden sind prima geeignet, unten das größte, nach oben kleiner im Durchmesser werdend.

Tipp – Wer es übers Herz bringt, sollte bis Ende Mai sämtliche Blütenknospen auskneifen. Dadurch bilden die Erdbeerpflanzen neue Ausläufer mit mehr Blüten und Beeren.

  • In eine Hängeampel mit ca. 3 Litern Fassungsvermögen – 2 bis 3 Pflanzen
  • In handelsüblichen Pflanzsäcken 6 bis 8 Setzlinge
  • Beim Pflanzen gleich eine Handvoll Hornspäne zufügen (hält 6 Wochen)
  • In den Sommermonaten reichlich gießen, wenn es sein muss morgens und abends
  • Mehrmals tragende Sorten benötigen immer Sommer nochmals Nährstoffe

BalkonerdbeerenEmpfehlenswerte Sorten

  • ’Mara de Bois’ eine Art Riesen-Wald-Erdbeere – remontierende Sorte der Gartenerdbeere, intensiver Geschmack nach Walderdbeeren, kleine bis mittelgroße Früchte, mittelfestes Fruchtfleisch, Früchte ab Ende Mai bis Oktober
  • ’Florence’ – dunkelrote, große bis sehr große Früchte, spätreifend, sehr süß, hohe Erträge, widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten, gut für Frischverzehr und Marmelade
  • ’Toscana’ – reiche Blüte und Ernte, dunkelrosa Blüten, süße Früchte ab Ende Mai bis zum Frost, zum Sofortverzehr, für Marmeladen und Desserts
  • ’Camara’ – dunkelrote Blüten, große, längliche rote Früchte, meist an langen, hängenden Trieben, Früchte ab Mitte Juni bis zum Frost, sehr süß und saftig und reichlich
  • ’Rosana’ – zartrosa Blüten, hellrote Beeren, süße, längliche rote Früchte von Ende Mai bis zum Frost, mit Walderdbeeraroma

Verschiedene Obstgewächse

Außer Erdbeeren gibt es noch zahlreiche andere Obstarten, die sich für die Kultur auf dem Balkon eignen. Zu ihnen gehören Mini-Kiwis, Pflaumen, Äpfel, Birnen, Kirschen und sogar Feigen. Es kommt auf die richtige Auswahl der Gehölze und Pflanzen an. So ist bei Obstbäumen die Säulenform zu bevorzugen. Feigen werden am besten im Kübel kultiviert, das sichert eine problemlose Überwinterung.
Bei der Kultur von Obstgehölzen in Töpfen ist es wichtig, einige Grundregeln zu beachten:

  • Lockeres, luftiges und strukturstabiles Pflanzsubstrat nutzen
  • Wichtig ist eine gute Bodenbelüftung, der Boden darf sich im Laufe der Zeit nicht verdichten.
  • Günstig ist, Tonsplitt, gröberen Quarzsand und Kokosfasermaterial zuzusetzen, so kann überschüssiges Wasser gut abfließen
  • Gemäß der Größe des Gefäßes und der Menge an Erde und Platz wässern und mit Nährstoffen versorgen
  • Nicht austrocknen lassen, aber auch keinesfalls ertränken
  • Am besten organischen Dünger verwenden
  • Nur schwachwüchsige Obstgehölze verwenden und dementsprechend auch schneiden

MelonenbirneEmpfehlenswerte Arten und Sorten

  • Melonenbirne ’Pepino’ – 10 bis 20 cm große Frucht, schmeckt wie Mischung aus Birne und Melone, viel Wasser, viel Sonne, viel Wärme, windgeschützt, nährstoffreiche Erde
  • Selbstfruchtende Aprikose ’Fruttoni Apricompact’ – Früchte schon ab Mitte Juli, gut im Pflanzkübel zu kultivieren, gut steinlöslich, leckere Früchte
  • Säulenförmig wachsende Pflaume ’Fruttini Skyscraper’ – wird etwa 2 m hoch, Früchte reifen schon im Juli/August
  • Gelbe Minipflaume ’Fruttoni Golddust – gelbe Früchte schon ab August, saftig und süß, Endgröße des Gehölzes nach 10 Jahren – etwa 1,80 m, ideal für 40 l Topfinhalt
  • Sommerkiwi ’Dr. Szymanowski’ – kleine, längliche, hellgrüne Früchte ab August, farbige Blätter, bis 3 m hoch, benötigt Befruchtersorte ’Adam’, hoher Ertrag
  • Zwergbirne ’Garden Pearl’ – selbstfruchtend, große, eher rundliche Früchte im September, sehr aromatisch und süß, veredelte Sorte, auch zum Auspflanzen

Tipp – Bei Säulenobst gibt es Unterschiede. Es werden leider häufig normal wachse Gehölze als Säulenobst verkauft. Diese geraten schnell aus der Form. Es ist generell empfehlenswert, so spezielle Gehölze vom Fachmarkt zu beziehen.

Häufige Fragen

Muss Säulenobst sehr geschnitten werden?
Da gibt es Unterschiede. Einige dieser Gehölze müssen eigentlich gar nicht geschnitten werden, andere wiederum regelmäßig. Hier ist es wichtig, gleich beim Kauf nachzufragen, wie die Pflege und eben der Schnitt aussehen. Es lohnt sich der Kauf beim Fachmann, der sich mit diesen Gehölzen auskennt. Im Bau- und Gartenmarkt ist das leider nicht immer der Fall und manchmal bekommt man dort falsche Auskünfte. Ich kenne einige Gartenbesitzer, die da schlechte Erfahrungen gesammelt haben.

Eignen sich alle Zwergsorten für den Balkon?
Es kommt sicher immer auf die Lage an und auf die Größe. Ein kleiner Balkon, 2 x 1 m kann nicht viele Pflanzen beherbergen und ist mit Gehölzen wahrscheinlich überlastet. Es ist die Frage, ob die Menge an zu erwartenden Obst oder Gemüse den Platzbedarf rechtfertigen. Man muss sowohl Obst, als auch Gemüse sehr genau auswählen. Der Fokus sollte auf Lieblingssorten liegen. Was isst die Familie am liebsten? Das sollte man versuchen. Experimente sind was für große Balkone mit ausreichend Raum.