Ölweide, Elaeagnus - Pflege, Schneiden und Sorten

ÖlweideDie Ölweiden gehören zu den immergrünen, je nach Art auch blattabwerfenden Gehölzen. Wenn die Ziergehölze blühen, verbreiten sie mit ihren kleinen weißen Blüten einen herrlichen Duft im Garten, teilweise bis in den Dezember hinein. Auch ihr Laubkleid kann bei den verschiedenen Arten unterschiedlich ausfallen - von Dunkelgrün bis in diversen Gelb- und Grüntönen schattiert. Die Ölweide ist eine recht robuste Pflanze, die außer extremer Trockenheit und Staunässe eigentlich nur wenig fürchtet.





Arten

Ölweiden kommen innerhalb ihrer Familie, der Ölweidengewächse in fast einhundert verschiedenen Arten vor. Meist wachsen sie als robuste Sträucher oder kleinere Bäume. Über die Hälfte der verschiedenen Elaeagnus-Arten kommt ausschließlich in China vor, die übrigen bevorzugen warm gemäßigte Breitengrade bis hin zu den subtropischen Gebieten. Einige Arten besitzen Dornen. Wer sich für eine Ölweide entscheidet, solle im Vorfeld ein wenig recherchieren, welche Pflanze für seine Ansprüche geeignet ist, denn die einzelnen Arten unterscheiden sich zwar recht wenig von der Form ihrer Blätter, dafür aber umso mehr in manch anderer Eigenschaft. Es gibt Ölweiden, die an die acht Meter Wuchshöhe erreichen und niedrigere Sorten. In der Regel werden Ölweiden in etwa so breit wie hoch. Einige Arten sind auch bei uns winterhart und können problemlos ins Freiland gepflanzt werden, während nicht frostresistente Arten einen besseren Platz im Kübel oder in einem Wintergarten finden. Zudem sind Ölweiden erhältlich, die ihr Laub auch über den Winter an den Trieben behalten (immergrüne Arten).
  • Schmalblättrige Ölweide: Wuchshöhe bis 7 Meter, Blüte Mai/Juni, Früchte August bis Oktober (olivenförmig, silbrig), sommergrün, dornig, lanzettenförmige Blätter (silbrig-grün).
  • Silber-Ölweide (Silberbeere), Wuchshöhe bis 5 Meter, Blüte Mai/Juni, Früchte August bis Oktober (braun-silbrig), sommergrün, beidseitig silbrige Blätter
  • Wintergrüne Ölweide (Kreuzung aus Dorniger und Großblättriger Ölweide), Wuchshöhe 2-3 Meter, Blüte September bis November, Früchte eher selten (Frühjahr), in warmen Lagen immergrün, sonst sommergrün, Blätter glänzend dunkelgrün
  • Reichblütige Ölweide (Essbare Ölweide, Rote Sommer-Ölweide, Langstielige Ölweide, Japanische Ölweide), 3-5 Meter, Blüte April/Mai, Früchte August/September (kirschenförmig, rot), sommergrün, Blätter dunkelgrün
  • Dornige Ölweide (Stech-Ölweide, Buntlaubige Ölweide), Wuchshöhe 3-4 Meter, Blüte September/Oktober, Früchte April bis Juni (braun-rot, schuppig), immergrün, langsam wachsend, dornig, Blätter glänzend dunkelgrün oder panaschiert
  • Korallen-Ölweide (Schirm-Ölweide, Doldige Ölweide), Wuchshöhe um 4 Meter, Blüte April/Mai, Früchte August/September (erbsengroß, rot), grünes Laub
Standort

Ölweide im TopfIn der Natur bevorzugen Ölweiden Plätze an Ufern von Flüssen oder Seen, Waldränder oder Lichtungen. Sie eignen sich gut als Windschutz oder zur Befestigung von Böschungen und werden sogar als Rutschhemmer auf sandigen Untergründen wie Dünen gepflanzt.
  • Lichtbedarf: hoch (Vollsonne oder lichter Halbschatten)
  • Boden: leicht, eher nährstoffarm und wasserdurchlässig (Sand oder Lehm)
  • Verträgt auch hohe Salzkonzentrationen im Boden
  • pH-Wert: leicht alkalisch bis leicht sauer (6,5-7,5)
  • Wenig empfindlich gegen Luftverunreinigungen.
  • Windfest und hitzeresistent
Pflege

Die anspruchslose Ölweide bedarf keinen besonderen Aufwandes für ihre Pflege: Ein gelegentliches Wässern während der Vegetationsperiode und ein Rückschnitt, wenn das Gehölz zu groß geworden ist oder ausgelichtet werden soll. In sehr heißen oder trockenen Perioden muss die Ölweide regelmäßig durchdringend gewässert werden. Steht die Ölweide in einem Kübel auf dem Balkon oder im Wintergarten, reicht eine 14-tägige Düngung mit stickstoffhaltigem Dünger aus. Im Freiland kann im Frühjahr eine dünne Schicht Kompost in den Boden eingearbeitet werden, das reicht in der Regel an Nährstoffzufuhr bis zum Herbst aus. Während die Ölweide auch kurze Trockenperioden gut verträgt, mag sie keine Staunässe. Wird sie allerdings über lange Zeit Nässe oder Trockenheit ausgesetzt, verliert sie ihre Blätter und neigt zur Verkahlung. Besser als jeden Tag ein wenig Gießen ist es, alle zwei oder drei Tage reichlich zu wässern, damit auch der untere Wurzelbereich genügend Feuchtigkeit erhält. Im Winter muss nur an frostfreien Tagen gegossen werden.

Pflanzen

Ölweiden sind keine wirklich schwierigen Pflanzen. Sie bevorzugen fruchtbaren und vor allem wasserdurchlässigen Boden. Während die immergrünen Sorten auch mit einem etwas schwereren Boden noch zurechtkommen, sollten sommergrüne Arten bevorzugt auf etwas trockenere und nährstoffärmere Böden gepflanzt werden. Grünlaubige Ölweiden stehen gerne in der vollen Sonne, panaschierte Varianten (buntlaubig) sind im sehr hellen Halbschatten besser aufgehoben. Zu viele Sorgen wegen des Lichteinfalls am Standort braucht sich ein Gärtner allerdings nicht zu machen, die Pflanzen sind im Allgemeinen sehr robust und schnellwüchsig.

Der beste Zeitpunkt für eine Freilandpflanzung ist im Frühjahr oder Herbst. Kübelpflanzen können das ganze Jahr über eingetopft werden. Soll eine Jungpflanze im Topf gehalten werden, muss ein Behältnis ausgewählt werden, in dem die Wurzeln genügend Platz haben.
  • Mindestgröße des Topfes: dreifacher Wurzelballen.
  • Drainageschicht aus Kies oder Blähton anlegen.
  • Humose Blumenerde mit Sand (auch Lehm) mischen.
  • Wurzelballen solle auf gleicher Höhe wie zuvor eingepflanzt werden.
  • Erde leicht andrücken.
  • Angießen.
Die Pflanzung ins Freiland verläuft nach dem gleichen Prinzip. Statt des Topfes wird ein Pflanzloch gegraben.

Zu bedenken ist bei der Pflanzung, dass sich die Ölweiden immer nach der Sonne ausrichten. Wenn sie also nicht als Solitärpflanzen in der vollen Sonne stehen, neigen sie dazu, schief zu wachsen - immer der Sonne entgegen. Soll also ein halbschattiger Standort ihr neues Zuhause werden, ist eine Pflanzung im Kübel besser, damit man sie bei Bedarf ein wenig drehen kann.

Besonderheiten

Zweig der ÖlweideÖlweiden sind in der Lage, mithilfe von Bakterien, mit denen sie in einer Symbiose leben, Luftstickstoff umzuwandeln und der Pflanze verfügbar zu machen. Dies geschieht in den knöllchenartigen Verdickungen an den Wurzeln. So können die Pflanzen auch auf extrem nährstoffarmen Böden überleben, da sie über ihre eigenen Düngerproduzenten verfügen.

Die Früchte vieler Arten sind zum Verzehr geeignet. Deshalb werden Ölweiden in manchen Gebieten als Nutzpflanze kultiviert. Einige Sorten finden aber auch Verwendung als Zierpflanze in Gärten oder Parks.

Duftende Bäume und Sträucher

Die Blüten der Ölweiden verbreiten im Garten einen angenehmen Duft. Sie gehören zu den zehn am stärksten duftenden Pflanzen in unseren Gärten. Manche Arten bilden rote Früchte, die süß-säuerlich schmecken, andere tragen nussartige Früchte, die gekocht oder roh verzehrbar sind. Die Korallen-Ölweide und die Reichblütige Ölweide werden vor allem wegen ihrer dekorativen Früchte als Zierpflanze verwendet. Die Dornige Ölweide ist in vielen verschiedenen Blattschattierungen erhältlich. Sie reichen von Dunkelgrün bis hin zu mehreren Schattierungen innerhalb der Gelb/grün-Palette. Sie bildet besonders dekorative weiße Blüten und später hellrote Früchte aus.

Schneiden

Ölweiden ertragen formgebende wie radikale Rückschnitte sehr gut. Deshalb eignen sie sich hervorragend als Heckenpflanzen. Ölweiden neigen dazu, lange Triebe auszubilden. Deshalb sollten gerade Jungpflanzen in der ersten Zeit häufig eingekürzt werden, damit sie sich besser verzweigen und die Pflanze ein buschigeres Aussehen annimmt. Wenn die Ölweide einmal zu groß geworden sein sollte, kann sie recht radikal zurückgeschnitten werden. Zur Verjüngung erfolgt alle paar Jahre ein Rückschnitt älterer Äste (bodennah), damit wieder junge Triebe auswachsen können. Beste Zeit hierfür ist im Februar oder März, bevor die neuen Blätter austreiben.
  • Jungpflanzen nach etwa 2-3 Jahren um ein Drittel zurückschneiden.
  • Alte oder verkahlte Triebe bodennah kürzen.
  • Alle Triebe entfernen, die nach innen wachsen
  • Unverzweigte Äste mindestens auf die Hälfte kürzen.
  • Nach dem Winter alle frostgeschädigten Äste herausschneiden.
Je häufiger die Ölweide beschnitten wird, umso stärker verzweigt sie. Da die Pflanze aber auch wachsen muss, sollte sie nicht zu häufig geschnitten werden. In der Anfangszeit ist ein jährlicher Schnitt notwendig, später reicht es aus, wenn alle zwei bis drei Jahre ein formgebender Schnitt getätigt wird.

Vermehrung durch Samen

Die reifen Samen können im Herbst direkt ins Freiland ausgesät werden. Wer eine kontrollierte Keimung im Topf bevorzugt, sollte dabei Folgendes beachten:
  • Samen benötigen vor dem Keimen eine Kälteperiode.
  • Dazu die Samen in einer Plastiktüte mit feuchtem Sand mischen.
  • Mindestens drei Monate bei Temperaturen um vier Grad lagern (stratifizieren).
  • Beispielsweise im Kühlschrank.
  • Zeitpunkt: November/Dezember
  • Nach der Kältephase aus dem Kühlschrank nehmen und aussäen.
  • Substrat: Anzuchterde oder Kakteenerde.
  • Substrat anfeuchten und Samen hineinlegen.
  • Leicht mit Erde bedecken.
  • Zimmergewächshaus nutzen oder Topf mit Plastiktüte abdecken.
  • Keimtemperatur: mindestens 20 Grad (besser 21-23 Grad)
  • Standort: warm, aber keine direkte Sonneneinstrahlung
  • Regelmäßig überprüfen, ob der Boden feucht (nicht nass) ist.
  • Gegebenenfalls mit der Sprühflasche einsprühen.
  • Sobald der Samen gekeimt hat und sich die kleine Pflanze zeigt: heller Standort.
  • Niemals frisch gekeimte Pflanzen der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen.
  • Verbrennung- und Vertrocknungsgefahr!
  • Wenn mehrere Keimlinge vorhanden sind, diese vereinzeln (Größe etwa 3-5 Zentimeter)
  • Ab jetzt wird keine Folie oder Tüte zum Schutz vor Verdunstung mehr benötigt.
  • Substrat leicht feucht halten.
Wenn die Pflanze gut gewachsen ist, kann sie im nächsten Frühjahr ins Freiland gepflanzt werden. Es dauert in der Regel allerdings mindestens 3-5 Jahre, bis sie erste Früchte trägt.

Vermehrung aus Stecklingen

Auch eine Vermehrung durch Stecklinge ist denkbar einfach und kann sowohl mit verholzten wie auch halb reifen Trieben vorgenommen werden. Manche Arten (wie Korallen-Ölweide) bilden allerdings nur sehr langsam Wurzeln. Manchmal stellt sich deren Bildung erst nach Monaten ein und für eine Auspflanzung ins Freiland ist sehr viel Geduld notwendig, da dies bis zu drei Jahren Vorlaufzeit in Anspruch nehmen kann. Bei vielen anderen Arten ist die Vermehrung aus Stecklingen jedoch sehr einfach und effektiv. Hierzu im späten Frühjahr verholzte oder unverholzte Triebe schneiden (Länge mindestens 30 Zentimeter). Im unteren Drittel die Blätter entfernen und in feuchte Erde an halbschattigem Standort einpflanzen.

Heckenpflanzen

Die Wintergrüne Ölweide kann durch ihre buschige Form (niedrig wachsend) sehr gut als Heckenpflanze eingesetzt werden. Es ist erstaunlich, dass sie in unseren Gärten nicht viel häufiger zum Einsatz kommt, denn die Kreuzung aus Dorniger und Großblättriger Ölweide ist schon seit über 70 Jahren im heimischen Sortiment vertreten. Wirklich immergrün ist die Ölweide jedoch nicht. In wirklich kalten Wintern kann sie durchaus alle ihre Blätter abwerfen. Im kommenden Frühjahr treibt sie aber wieder aus und zeigt sich dann erneut voll belaubt. Die Winter vertragen die Gehölze besser, wenn sie an einer Mauer oder etwas geschützt im Halbschatten stehen. Die Wintergrüne Ölweide ist sehr schnittverträglich, sollte aber besser mit der Gartenschere als mit der Heckenschere geschnitten werden. Das Schnittbild wirkt so deutlich lockerer. Zudem wird verhindert, dass sich die durchgeschnittenen Blätter braun färben und danach abfallen.

Pflanzabstand bei Hecken: 80-100 Zentimeter

Winter

Wer seine Ölweide in den Garten pflanzt, sollte unbedingt darauf achten, dass er eine Sorte aussucht, die resistent gegen Fröste ist. Alle kälteempfindlichen Pflanzen sollten in einen Kübel gepflanzt werden. Im Allgemeinen vertragen die meisten Ölweiden Temperaturen bis -8 Grad unbeschadet. Einige Arten sind auch bei strengen Frösten resistent. Deshalb ist im Einzelfall lieber beim Gärtner nachzufragen, ob eine Freilandpflanzung ratsam ist. Freilandpflanzen können im Wurzelbereich mit Laub oder Rindenmulch vor Frösten geschützt werden.

Kübelpflanzen sollten bei etwa acht Grad im Kalthaus mit sehr viel Licht in den Wintermonaten versorgt oder alternativ in einen Wintergarten gestellt werden. Hier gilt: je wärmer die Pflanze steht, umso mehr muss gegossen werden. Dies ist vor allem bei immergrünen Pflanzen wichtig, da sie weiterhin über die Blätter Wasser verdunsten. Blattabwerfende Sorten hingegen benötigen in der kalten Jahreszeit nur sehr wenig Wasser, trotzdem darf das Gießen nie ganz ausbleiben.

Krankheiten und Schädlinge

Die Ölweide ist eine sehr robuste Pflanze, bei der Krankheiten und Schädlinge in der Regel sehr selten vorkommen. Lediglich dann, wenn ihr Abwehrsystem geschwächt ist (lange Trockenheit), wird sie etwas anfälliger. Empfindlich ist die Ölweide gegenüber Staunässe, dann kann Wurzelfäule auftreten.

Fazit

Die Ölweide ist eine sehr robuste Pflanze, die am liebsten als Solitärpflanze in der Sonne steht. Aber auch halbschattige Plätze oder Heckenpflanzungen verträgt sie gut. Bei der Auswahl einer Ölweide sollte immer aus den verschiedenen Arten die passende Pflanze für den Standort ausgewählt werden. Es gibt immergrüne und sommergrüne Arten, winterharte oder frostempfindliche, verschiedene Blatt- und Fruchtfarben. Neben einem gut wasserdurchlässigen Boden benötigen Ölweiden nur wenig Dünger und gelegentliches Gießen. Da es sich um schnell wachsende Sträucher handelt, die dazu neigen, sparrig zu werden, hilft ein gelegentlicher Schnitt, mehr Seitentriebe zu erzeugen. Ölweiden können nach Belieben geschnitten werden, selbst radikale Rückschnitte machen ihnen nichts aus.


Tipps für Schnellleser
Pflege der Ölweide

- Häufige Arten: Schmalblättrige, Wintergrüne, Reichblütige, Dornige Ölweide, Korallen- und Silber-Ölweide
- Wuchshöhe: zwischen zwei und acht Meter
- Wuchsform: buschig, Höhe und Breite ähnlich ausladend, manchmal sparrig wachsend.
- Blüten: unterschiedliche Blütezeit, sehr stark duftend
- Früchte: Beeren oder Nüsschen, essbar
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: nährstoffarm, wasserdurchlässig, leicht (humoser Sand oder Lehm).
- Wasserbedarf: Mittel (verträgt Hitze und kurze Trockenheit, keine Staunässe!).
- Pflege: gelegentlicher Schnitt (für buschigeres Wachstum).
- Vermehrung: Stecklinge oder Samen (3 Monate kühl und feucht lagern vor der Aussaat).
- Solitärpflanze, auch gute Heckenpflanze
- Einige Arten sind nur bedingt winterhart.
- Kübelpflanzung: Gut drainieren, im Winter 5-10 Grad, hell
- Krankheiten: Wurzelfäule bei Staunässe, anfällig bei extremer Trockenheit, sonst robust.
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