Affenblume, Gauklerblume, Mimulus - Pflanzen und Pflege

GauklerblumeDie Pflanzen-Gattung der Gauklerblume punktet mit einer ausgesprochen mannigfaltig begabten Artenvielfalt. Mehr als 170 Mitglieder tummeln sich in dieser Riege mit dem botanischen Namen Mimulus. Die Gauklerblume, die nicht selten auch als Affenblume bezeichnet wird, tritt am häufigsten als krautige, ein- und mehrjährige Pflanze auf. Ihre Blüten lässt sie - abhängig von der Sorte - in leuchtenden Farbtönen gedeihen, von weiß über gelb und rot bis hin zu blau oder gar mehrfarbig gefleckt. Ein Attribut der Gauklerblume trägt wesentlich dazu bei, dass die Gattung bei Hobbygärtner überaus beliebt ist: die meisten Mimulus-Arten vertragen sogar Staunässe und sind daher häufig am Rand des Gartenteiches und in der Niedrigwasser-Zone anzutreffen. Daraus resultiert, dass der gewählte Standort für die Affenblume ein wesentliches Kriterium einer gelungenen Kultivierung darstellt. Ansonsten ist sie eine genügsame und pflegeleichte Blume, die in keinem Ziergarten fehlen darf.





Gauklerblume richtig pflanzen

Mimulus werden zwischen 30 cm und 90 cm hoch und blühen den ganzen Sommer hindurch von Mai bis September. Der überwiegende Teil der Affenblumen-Arten ist mehrjährig und winterhart. Sie können ganzjährig gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Bei den einjährigen, nicht frostresistenten Arten beschränkt sich die Pflanzzeit auf die warme Jahreszeit. Eine Direktaussaat im Beet ist theoretisch ab April möglich, sollte jedoch nur angewendet werden, wenn ein entsprechender Schutz für die Samen gegeben ist. Andernfalls stellen sie hauptsächlich ein willkommenes Futter für verschiedene Gartenbewohner dar.

Eine Anzucht durch Aussaat im Haus ist ab März problemlos möglich:
  • Samen in Töpfen mit Anzuchtsubstrat verteilen.
  • Leicht mit der Erde bedecken und angießen.
  • Ins Minigewächshaus stellen oder auf die warme Fensterbank.
  • Ideale Keimtemperatur bewegt sich zwischen 12° und 15° Celsius.
  • Keimung erfolgt nach 14 Tagen.
  • Pikieren nach 4 Wochen.
  • Substrat und Sämlinge permanent feucht halten.
Bereits 8 Wochen nach der Aussaat stehen die Gauklerblumen in voller Blüte. Gleich nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, werden sie im Beet, am Teichrand oder im Kübel eingepflanzt. Da diese Blumen in Deutschland so populär sind, bieten viele Gartencenter pflanzfertige Exemplare an, sodass auch Hobbygärtner, die keine eigenhändige Anzucht durchführen, auf diese botanischen Multitalente nicht verzichten müssen. So werden die Affenblumen richtig gepflanzt:
  • Pflanzerde mit gut verrottetem Kompost anreichern.
  • Pflanzabstand zwischen 20 cm und 30 cm, je nach Sorte.
  • Ein genügend großes Loch ausheben.
  • Den Wurzelballen in einem Eimer mit Wasser tauchen.
  • Steigen keine Luftblasen mehr auf, in das Loch einpflanzen.
  • Erde nur leicht festtreten und tüchtig angießen.
  • Eine nicht zu dicke Mulchschicht schützt vor Austrocknung.
  • Beim Pflanzen im Kübel keine Drainage legen.
Gauklerblume im TopfWer die Gauklerblume im Uferbereich seines Gartenteiches (0 cm bis 10 cm Wassertiefe) pflanzen möchte, kann auf einen Pflanzkorb verzichten, weil diese Pflanzen-Gattung nicht wuchert. Außerdem wären die Körbchen in dieser Zone sichtbar, was den natürlichen und lebendig bunten Charakter beeinträchtigen würde. Darüber hinaus wird auf die Zugabe von Kompost verzichtet, weil die Nährstoffe das unerwünschte Algenwachstum im Teichwasser fördern könnten.

Pflege

Die Gauklerblume verdankt ihren Namen zweifellos den fröhlich bunten Blüten, deren Formung an ein kleines Gesicht erinnert. Damit diese putzigen Blüten in möglichst großer Anzahl erscheinen, sollten die folgenden Tipps zur Pflege beachtet werden:
  • Sonniger bis halbschattiger Standort.
  • Gauklerblume benötigt permanent feuchte Erde.
  • Bei einigen Sorten ist Staunässe erwünscht.
  • Ein Mal pro Woche eine Dosis Flüssigdünger verabreichen.
  • Am Gartenteich nicht düngen.
  • Gabe von Guano fördert Blütenwachstum.
  • Verwelkte Blüten herauszupfen.
  • Winterharte Sorten nach der Blüte zurückschneiden.
  • Einige Mimulus blühen nach dem Schnitt erneut.
  • Nicht winterharte Sorten im Herbst ausgraben und kompostieren.
Da sich die Affenblume unter anderem durch Selbstaussaat vermehrt, verzichten Gartenfreunde auf das Auszupfen verdorrter Blüten an Stauden, wenn sie eine natürliche Vermehrung wünschen.

Vermehren

Wer sich nicht ausschließlich auf die natürliche Vermehrung durch Selbstaussaat verlassen möchte, hat die Wahl unter weiteren Methoden.

Samen
Verbleiben die Blüten an der Gauklerblume, auch wenn sie verwelkt sind, bilden sich Samenkapseln, die im Herbst geerntet werden. Nachdem sie einige Tage an einem wind- und regengeschützten Ort im Freien getrocknet sind, werden sie bis zum nächsten Frühjahr in einem dunklen, möglichst luftdichtem Behälter an einem kühlen Ort, wie beispielsweise dem Keller, aufbewahrt.

Stecklinge
Die Affenblume eignet sich für die Vermehrung durch Kopfstecklinge. Im Sommer werden mehrere gesunde und kräftige Triebe auf eine Länge von 15 cm bis 20 cm von der Mutterpflanze mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Abpflücken sollte vermieden werden, weil auf diese Weise Mutterpflanze und Stecklinge verletzt werden könnten. Von den Stecklingen werden sämtliche Blüten entfernt, weil sie zu viel Energie verbrauchen. Darüber hinaus werden alle Blätter bis auf 3 oder 4 abgeschnitten. Anschließend steckt der Gartenfreund sie entweder in Töpfe mit Anzuchterde oder in ein mit Wasser gefülltes Glas, damit sie neue Wurzeln bilden. Hat sich ein erstes, zartes Wurzelsystem gebildet, werden die Stecklinge pikiert und den Winter hindurch in einem Blumenerde-Sand-Gemisch kultiviert. Während dieser Zeit stehen sie im warmen Zimmer und werden permanent leicht feucht gehalten. Mit einem prüfenden Blick kontrolliert der erfahrene Hobbygärtner täglich, ob sie sich Spinnmilben an den jungen Pflänzchen zu schaffen machen, denn diese werden vor allem bei warmer Heizungsluft im Winter aktiv. Bis zum Frühjahr durchwurzeln die Stecklinge bei guter Pflege komplett und werden ab Mitte Mai an ihrem neuen Standort im Freien eingepflanzt.

Teilung
Die Stauden unter den Mimulus bilden im Laufe der Jahre einen kräftigen Wurzelballen. Dieser eignet sich für die Vermehrung durch Teilung. Die beste Zeit für diese Technik ist das zeitige Frühjahr, wenn es nicht mehr friert. Eine gesunde Pflanze wird vorsichtig ausgegraben und mit einem scharfen Messer oder dem Spaten in mehrere Stücke zerteilt. Wichtig ist, dass jedes Teil über eigene Triebe und Knospen verfügt. Jedes Einzelstück wird daraufhin an einem neuen Platz im Beet eingepflanzt, nachdem der Boden mit Kompost und Hornspänen angereichert wurde. Abschließend noch reichlich angießen. Bei einer Pflanzung am Uferrand des Teiches erübrigen sich die Beigabe von organischem Dünger und das Angießen.

MimulusDie Vermehrung der Mimulus durch abgesammelte Samen sollte nur bei reinen Arten in Erwägung gezogen werden. Wird diese Methode bei Hybriden angewendet, besteht die Gefahr, dass sich nur sehr schwache Keimlinge entwickeln - wenn überhaupt.

Überwintern

Zahlreiche Arten und Sorten der Affenblume sind winterhart. Diese werden im Herbst nach der letzten Blüte bis auf 5 cm über dem Boden gestutzt. Bis etwa - 5° Celsius ertragen sie klaglos. Sollte es strenger frieren, sind die Blumen dankbar für einen Schutz in Form einer dicken Laubschicht, Stroh, Reisig oder Tannenzweigen. Mimulus im Pflanzgefäß werden ebenfalls zurückgeschnitten und an einer geschützten Hauswand platziert. Gartenfreunde, die genügend Platz für ein Winterquartier im Haus, im Wintergarten oder Keller haben, platzieren die Gauklerblumen dort frostfrei und dunkel. Im nächsten Frühjahr werden sie ab März schrittweise an höhere Temperaturen und Sonnenschein gewöhnt, bis sie im Mai, nach der Kalten Sophie, dem letzten Mitglied der Eisheiligen, wieder ins Freie umziehen können.

Krankheiten und Schädlinge

Da sämtliche Mimulus-Arten exakt die Bedingungen bevorzugen, bei denen sich auch die gefürchteten Nacktschnecken wohlfühlen, sind sie äußerst gefährdet. Daher sollten vor, während und nach der Pflanzung entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden:
  • Vor der Pflanzung Schneckennematoden im Beet ausbringen.
  • Eine Wanderschranke anlegen mit scharfem Splitt, Tonscherben oder ähnlichen Materialien.
  • Einen Schneckenzaun errichten und innerhalb des Areals Bierfallen aufstellen.
  • Bierfallen mit Dach wirken länger.
  • Nicht mit frischem Rasenschnitt oder Pflanzenteilen mulchen.
  • Nur frühmorgens direkt an die Wurzeln gießen.
  • Schneckenkragen aufstellen.
  • Auf einem die Pflanzen umgebenden Streifen Kaffeemehl verteilen.
  • Jeden Morgen und Abend mit einer Schneckenzange die Schädlinge einsammeln.
Die Wirksamkeit der Bierfalle wird in vielen Erfahrungsberichten positiv erwähnt. Eine Schale wird bis zur Hälfte mit Bier gefüllt und im Garten platziert. Die Nacktschnecken werden angelockt, fallen hinein und ertrinken. Sie sollte allerdings nur in Kombination mit einem Schneckenzaun zur Anwendung kommen, weil ansonsten sämtliche Schnecken in der Umgebung anzogen werden und das Problem eher verschlimmern. Damit das Bier nicht durch Regen verwässert wird, bietet der Fachhandel Bierfallen mit Deckel an. Diese haben zudem den Vorteil, dass die unschädlichen Schnecken mit Gehäuse nicht dort hineinfallen können.

Schöne Arten und Sorten

Wer die hübschen Gauklerblumen erst einmal kennengelernt hat, möchte sie am liebsten alle im Garten kultivieren. Die folgende Auflistung dient dazu, dem Gartenfreund die Qual der Wahl ein wenig zu erleichtern:
Einjährige und bedingt winterharte Sorten:

Gelbe Gauklerblume - Mimulus luteus
  • leuchtend gelbe Blüten
  • Wuchshöhe 25 cm bis 45 cm
  • Blütezeit Juni bis September
  • gedeiht auch im Wasser bis 10 cm Tiefe
  • Pflanzabstand 30 cm
Blaue Gauklerblume - Mimulus ringens
  • zahlreiche blau-violette Blüten
  • Wuchshöhe bis 60 cm
  • Blütezeit Mai bis August
  • zur Uferbepflanzung geeignet
  • Pflanzabstand 40 cm
Orange Gauklerblume - Mimulus cupreus 'Orange Glow'
  • leuchtend orangefarbene Blüten
  • Wuchshöhe 15 cm bis 20 cm
  • entwickelt dichten Blütenteppich
  • Blütezeit Juni bis September
  • Pflanzabstand 25 cm
Rote Gauklerblume - Mimulus cupreus 'Roter Kaiser'
  • auffallende, scharlachrote Blüten
  • Wuchshöhe etwa 20 cm
  • bildet wunderschönen Blütenflor
  • Blütezeit Mai bis September
  • Pflanzabstand 15 bis 20 cm
Gauklerblume 'Grandiflorus' - Mimulus luteus
  • gelbe Blüten mit dunkelroten Flecken
  • Wuchshöhe bis 30 cm
  • sollte in kleinen Gruppen gepflanzt werden
  • Blütezeit Juni bis September
  • ideal für den Sumpfbereich am Teich
  • sehr schön im Zierbeet
Tiger-Gauklerblume - Tigrinus Grandiflorus
  • besonders große gelbe Blüten mit rotbraunen Flecken
  • Wuchshöhe bis 30 cm
  • Blütezeit Juni bis September
  • wird in Trupps mit 3-5 Pflanzen gesetzt
  • Pflanzabstand 30 cm
  • frostresistent bis -5° Celsius
Neben dem ästhetischen Habitus dieser Pflanzen-Gattung, verströmen sämtliche Arten und Sorten einen unnachahmlichen, dezenten Duft.

Gauklerblumen für den fröhlich bunten Garten

Sie machen ihrem Namen alle Ehre, denn die Pflanzen-Gattung der Gauklerblume ziert den Garten mit lustig geformten Blüten in den schönsten Farben und Zeichnungen. Darüber hinaus zählen die Mimulus, die häufig auch als Affenblume bezeichnet werden, zu den wenigen Gewächsen, die Staunässe tolerieren. Daher sind einige Sorten auch als dekorative Uferbepflanzung am Gartenteich zu entdecken. Sie sind überaus durstig, lieben die Sonne und die Wärme. Wer ihnen diese Bedingungen bietet, hat ansonsten nicht viel Mühe mit ihrer Pflege.


Tipps für Schnellleser
Pflege der Gaucklerblume

- Sonniger bis halbschattiger Standort.
- Durchgängig feuchte Pflanzerde.
- Gedeiht auch im Wasser bis 10 cm Tiefe.
- Anzucht aus Samen ab März.
- Keimtemperatur bei 12° Celsius.
- Ab Mai Pflanzung im Freiland.
- Gartenerde mit Kompost anreichern.
- Reichlich gießen.
- Mulchen schützt vor Verdunstung.
- Am Teichrand ohne Pflanzkörbe setzen.
- Im Sommer jede Woche flüssig düngen.
- Guano fördert Blütenbildung.
- Als Uferpflanze nicht düngen.
- Nur ausputzen, wenn Selbstaussaat unerwünscht.
- Rückschnitt nach der Blüte animiert erneuten Austrieb.
- Einige Sorten bis - 5° Celsius winterhart.
- Winterschutz in Form von Laub, Reisig oder Stroh.
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