Indisches Blumenrohr, Canna - Pflanzen, Pflege und Vermehren

CannaDas Indische Blumenrohr, Canna indica, blüht im Sommer und im Herbst etwa in den Monaten von Juli bis Oktober. Die Pflanze erreicht einen Durchmesser von ca. 50 und eine Höhe von ca. 150 Zentimetern. Als Dauerblüher bereichert sie ihre Umgebung fast die ganze Gartensaison über mit den üppigen Farben ihrer großen und entweder blauen oder gelben Blüten. Seinen Namen erhielt das Indische Blumenrohr noch zu Zeiten der Entdeckung Amerikas, als man seine Heimat noch für einen Teil Indiens hielt.





Herkunft

Die Pflanze gehört zur Gattung Canna, die in den subtropischen und tropischen Regionen Zentral- und Südamerikas zuhause ist. Deshalb ist keine der Canna Arten winterhart.

Mit dem botanischen Namen Canna indica gehört die Pflanze zur Familie der Cannaceae, also der Blumenrohrgewächse.

Das Indische Blumenrohr ist mehrjährig.

Da die Pflanze aus Knollen austreibt, gehört sie zu den Zwiebel- und Knollenpflanzen.
Das Indische Blumenrohr wird sich zwar aus gärtnerischer Sicht nicht zu den Stauden gezählt, aus botanischer Sicht ist es jedoch eindeutig in die Kategorie der Staudengewächse einzuordnen.

Ein Standort mit viel Licht

zweifarbige CannaDas Indische Blumenrohr kann in Beeten und auch problemlos in Kübeln gepflanzt werden und der richtige Standort für das Indische Blumenrohr ist ein Platz, wo die Pflanze viel Sonne bekommt. Da sie viel Licht verträgt und auch als Kübelpflanze gut gedeiht, eignen sich auch sonnige Terrassen und Balkone ausgezeichnet als Standplatz für das Indische Blumenrohr.

Viel gießen

Um gut zu gedeihen, benötigt das Indische Blumenrohr neben viel Sonnenlicht auch ausreichend Wasser. Wie alle Arten der Gattung Canna bevorzugt das Indische Blumenrohr einen sehr feuchten Boden. Dem entsprechend verträgt das Indische Blumenrohr sogar Staunässe, wohingegen es Trockenheit als ursprünglich tropische Pflanze verständlicherweise überhaupt nicht mag. Deshalb ist regelmäßiges Gießen angesagt, um die Pflanze optimal mit Wasser zu versorgen.

Düngen ist wichtig

Da man alle Canna Pflanzen als Starkzehrer bezeichnen kann, sollte auch das Indische Blumenrohr häufiger als andere Pflanzen mit einer ausreichenden Menge Dünger versorgt werden. Üblicher Blumendünger erfüllt hierbei voll und ganz den gewünschten Zweck. Anfang September ist eine zusätzliche Versorgung mit Patentkali empfehlenswert. Damit reifen die Wurzelknollen des Indische Blumenrohrs besonders gut aus und sind besser für die Überwinterung vorbereitet.

Statt Schnitt nur ausputzen

Ein regelmäßiger Schnitt ist für das Indische Blumenrohr nicht notwendig. Blütenstiele können direkt nach dem Verblühen unten abgeschnitten werden. Solange die Blätter von Canna Pflanzen nicht ganz vergilbt sind, produzieren sie wichtige Nährstoffe für die Blüten. Deshalb sollte man die Blätter der Pflanze erst dann abschneiden, wenn sie bereits vollständig vergilbt sind. Vor der Überwinterung wird die Pflanze bis fast auf die Wurzelknolle hinunter zurückgeschnitten.

Für das Überwintern vorbereiten

Blätter des BlumenrohrsEtwa Ende Oktober bzw. noch vor dem ersten Frost ist die richtige Zeit, um das Indische Blumenrohr auf die Überwinterung vorzubereiten. Um Canna indica in die Winterruhe zu versetzen, schneidet man sie etwa fünf bis zehn Zentimeter über dem Boden ab. Anschließend werden die Wurzelknollen ausgegraben. Bevor man das Indische Blumenrohr dann in seinem Winterbett platziert, sollte die aus dem Beet mitgebrachte und noch an den Wurzelknollen anhaftende Erde sorgfältig entfernt werden. Dabei sollte man besonders vorsichtig vorgehen, denn eine Verletzung der Wurzelknollen kann leicht zu Pilzkrankheiten der Pflanze führen. Besonders bei stark anhaftenden, lehmigen Böden, kann Auswaschen das einfachste Verfahren sein, um die Wurzelknollen ausreichend gründlich und gleichzeitig schonend zu reinigen. Anschließend setzt man die Pflanze am besten in einen Topf mit Blumenerde, in denen die Cannaknollen besonders gut überwintern können.

Vor der endgültigen Einlagerung ist es sinnvoll, die Knollen an einem trockenen, gut belüfteten und warmen Ort für einige Tage zwischen zu lagern, damit die Knollen dort gut abtrocknen können.
Auch an ihrem endgültigen Lagerplatz für die Überwinterung stehen die Töpfe am besten dort, wo eine gute Luftzirkulation dazu beiträgt, dass feuchte Luft gut abtransportiert wird und sich so mit einem trockenen Raumklima die Gefahr der Schimmelbildung verringert.

Die Töpfe mit den eingelagerten Pflanzen sollten darüber hinaus dunkel und kühl stehen.
Während ihrer Überwinterung benötigt das Indische Blumenrohr Temperaturen im Bereich zwischen 8 und 15 Grad Celsius und die Pflanze darf in dieser Zeit auf keinen Fall gedüngt oder gegossen werden. Nur so wird vermieden, dass die Pflanze zu früh austreibt.

gelbes BlumenrohrEinerseits sollte man das Indische Blumenrohr sehr trocken halten, andererseits darf man es jedoch auch nicht ganz austrocknen lassen. Wenn der Lagerort während der Überwinterung besonders warm ist, muss man aktiv verhindern, dass die Knolle austrocknet. Es reicht dazu jedoch aus, die Erde, in der die überwinternde Pflanze lagert, leicht feucht zu halten. Wenn man das Indische Blumenrohr schon im Januar zum Beispiel an einem sonnigen Fenster hell und warm stellt, kann es bereits ab Mai wieder erste Blüten treiben. Sobald es dann beginnt auszutreiben, sollte die Pflanze normal gegossen und gedüngt werden.

Das Vermehren der Knollen

Die Vermehrung von Canna kann durch die Anzucht von Samen oder durch Teilen der Wurzelknollen erfolgen. Letztere Art der Vermehrung wird am häufigsten genutzt. Zur Vermehrung des Indischen Blumenrohrs nach dieser Methode werden die Wurzelknollen nach dem Überwintern vorsichtig in Stücke Teilstücke mit einem bis drei Augen geteilt. Danach werden die Teilstücke eingetopft. Jetzt darf man die frisch getopften Wurzelknollen des Indischen Blumenrohrs nicht gießen. So lange sie keine Wurzeln gebildet haben, vertragen sie nur so viel Wasser, das die Erde nicht austrocknet. Ohne Wurzeln können die Knollen nämlich noch kein Wasser aufnehmen und bei zu intensiver Wasserzufuhr besteht die Gefahr des Faulens. Nach kurzer Vorkultur kann man die Teilstücke dann auspflanzen. Nach dem Pflanzen bildet jedes Teilstück eine neue Pflanze und vergrößert sich schnell um das Mehrfache seiner Ausgangsgröße. Eine bisher ungeteilte Canna, die man schon ein bis zwei Jahre kultiviert hat, benötigt jedoch vor dem Auspflanzen keine Vorkultur mehr. Man kann sie deshalb nach dem letzten Frost im Mai auspflanzen.

Das Auspflanzen der Knollen

Ins Freiland kann man das Indische Blumenrohr jedoch erst nach dem Ende der Frostperiode und den Eisheiligen auspflanzen.

Die richtige Pflanztiefe für das Indische Blumenrohr ist dann in einer Tiefe, die zwei bis drei Mal dem Durchmesser der Wurzelknolle entspricht.

Als Pflanzabstand reicht die halbe Wuchsbreite eines Indischen Blumenrohrs aus.

Aussaat, Anzucht und Auspflanzen

Collage von CannaEs kann zwar sehr interessant sein, die Samen zu gewinnen und anzuziehen, durch den höheren Aufwand wird diese Methode der Vermehrung besonders im Hobbybereich deutlich seltener genutzt. Man sollte sich für das relativ aufwändige Aussäen und Anziehen von Canna Pflanzen vor allem dann entscheiden, wenn man neue Sorten züchten will.

Wer Samen des Indischen Blumenrohrs anziehen möchte, sollte ab Anfang März damit beginnen. Eine der Grundregel für das Aussähen und die Anzucht ist sauberes Arbeiten, um die Gefahr von Infektionen aller Art zu vermeiden. Um sicher zu stellen, dass die Sämlinge zu Pflanzen heranwachsen, die bereits in ihrem ersten Sommer blühen, ist die beste Zeit für die Aussaat schon im Dezember oder Januar sofort nach Reife der Samen.

Canna Samen besitzen eine ziemlich harte Schale. Deshalb werden die sie am besten an der glatten Seite und sehr vorsichtig angeschliffen, so dass der weiße Keimling zwar sichtbar, jedoch nicht verletzt wird. Eine Spitzzange zum Halten der Samen kann dabei sehr nützlich sein. Die angeschliffenen Samen werden eine Nacht lang in lauwarmem Wasser eingelegt und anschließend in kleine Anzuchttöpfe ausgesät. Die etwa Erbsen großen Samen werden etwa zwei Zentimeter tief in Blumenerde ausgesät. Die angefeilte Stelle sollte dabei nach unten zeigen. Anschließend wird mit lauwarmem Wasser angegossen und die Erde wird feucht gehalten, wobei in diesem Stadium Nässe unbedingt zu vermeiden ist.

rote CannaZur Anzucht sind zwar warme Raum Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius und Helligkeit ideal, direkte Sonneneinstrahlung ist jedoch zu vermeiden.
Die Anzucht wird sehr gefördert, wenn nicht nur der Raum warm ist, sondern wenn die die Töpfe auf einem warmen Boden stehen können.

Bei optimalen Bedingungen keinem die Canna Samen der meisten Sorten dann innerhalb von etwa sechs Tagen. Nur einige Sorten des Indischen Blumenrohrs benötigen auch unter idealen Bedingungen für die Keimung einen Zeitraum zwischen wenigen Tage bis zu etwa zwei Wochen.

Die Keimlinge können nach Beendigung der Frostperiode ausgepflanzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Einer der wichtigsten tierischen Schädlinge für das Indische Hanfrohr sind die Nacktschnecken. Bekämpfen kann man Nacktschnecken nur mit den üblichen Methoden wie zum Beispiel durch Absammeln, das Auslegen von Schneckenkorn usw. Blattläuse oder Wühlmäuse meiden das Indische Blumenrohr zwar nicht, sie verursachen jedoch kaum nennenswerten Schaden an den Pflanzen. Bei besonders bei sehr trockenem Wetter oder an sehr sonnigen Standorten der Pflanze kommt es auch häufiger zu einem Befall mit Spinnmilben. Hier empfiehlt sich als sofortige Gegenmaßnahme, die Blätter der betroffenen Pflanzen mit Wasser abzuspritzen. Um die Gefahr eines erneuten Befalls zu reduzieren, kann man die Pflanze in eine Umgebung mit höherer Luftfeuchtigkeit umsetzen. Bei starkem Schädlings- oder Krankheitsbefall ist der Einsatz von Nützlingen oder auch von Pflanzenschutzmitteln wie für andere Pflanzen empfehlenswert, da es für das Indische Hanfrohr keine speziellen Präparate zur Schädlings- oder Krankheitsbekämpfung gibt.

Bedingt durch den globalen Handel mit Pflanzen tauchen auch beim Indischen Blumenrohr vermehrt Viren- und Pilzerkrankungen auf, die auf eingeschleppte Erreger zurückzuführen sind. Auf diese Art und Weise hat sich der so genannte Canna Yellow Mottle Virus - CYMV verbreitet, der sich bei ungünstigen Wachstumsbedingungen wie bei kalter Witterung besonders leicht auftritt. Der Canna Yellow Mottle Virus befällt jedoch nicht die Samen des Indischen Blumenrohrs und bei einer auch ansonsten sauberen Kultur entstehen virusfreie Pflanzen. Stellt man den Befall mit dem CYVM fest, ist die Pflanze sicher zu entsorgen, um eine weitere Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu unterbinden.

Fazit


Das Indische Blumenrohr sorgt als Dauerblüher für sommerliche Blütenpracht. Am besten gepflegt wird es durch relativ viel Dünger und gute Bewässerung. Die Vermehrung mit Samen ist relativ aufwändig, wohingegen die Vermehrung durch Teilen der Knollen einfach ist. Als mehrjährige, jedoch nicht winterharte Pflanze, muss sie an einem frostgeschützten Ort überwintern.


Tipps für Schnellleser
Anzucht und Pflege von Canna

- Canna indica, das Indische Hanfrohr, sorgt als Tropenpflanze mit spektakulären Blüten für besonders attraktive Effekte
- die Pflanze kann im Beet als auch im Kübeln gehalten werden
- das Indische Hanfrohr bevorzugt Standorte mit viel Licht und Sonne 
- als Freilandpflanze benötigt Canna indica außer ausreichender Düngung und Bewässerung kaum Pflege
- zum Überwintern wird die nur die Wurzel ausgegraben und frostfrei eingelagert
- die Vermehrung der Pflanze durch Samen gilt als relativ kompliziert und wird vornehmlich zur Zucht angewendet
- die Vermehrung durch Teilung des Wurzelballens ist einfach
- der Canna Yellow Mottle Virus bedroht das Indische Hanfrohr weltweit, andere Krankheiten und Schädlinge können mit herkömmlichen Mitteln und Methoden bekämpft werden
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