Gartenpflanzen Oleander

Oleander – Pflege, Schneiden, Vermehren und Überwintern

Oleander

Träumen Sie von einem Garten, der im Sommer ein Märchenland reicher Blüten entwickelt? Dann sollte der Oleander oder Rosenlorbeer in der Kombination Ihrer geplanten Blütenpflanzen unbedingt dabei sein. Oleander verwöhnt Sie von Mai oder Juni bis September, manchmal auch Oktober, mit einer Fülle von handtellergroßen Blüten in den verschiedensten Farben. Je nach Sorte und Züchtung erfreut er Sie mit weißen oder cremefarbenen, roten, pinken oder violetten Blüten, bei guter Pflege über mehrere Jahre hinweg.

Oleander im Garten: Pflege

Je nach Heimatregion und Sorte können Sie den Oleander in den Garten pflanzen. Die Winterhärte von Pflanzen wird in USDA-Klimazonen angegeben, die jedes Gebiet nach durchschnittlicher kältester Jahrestemperatur erfassen.

Deutschland

Oleander Deutschland liegt in den Zonen 6 bis 7 (minus 23,3 bis minus 12,3 Grad) mit vereinzelten Gebieten in Zone 8 (nicht kälter als minus 6,7 Grad). Der in Mittelmeerraum und Orient heimische Oleander ist die Wärme der USDA-Zonen 10 (ohne Frost) bis höchstens 8 gewöhnt. Deshalb passen Oleander und deutscher Garten eher selten zusammen. Auf die gewählte Sorte unter den etwa 160 Oleander kommt es jedoch auch an. Es gibt nämlich durchaus Oleander, die den Winter in deutschen Garten mit Winterschutz gut überstehen können. Die Sorten “Nerium villa romaine”, “Nerium atlas”, “Nerium italia” und “Nerium cavalaire” haben in Feldversuchen bis zu minus 10 Grad fast ohne jeden Schaden überstanden. “Nerium Provence” soll fast ähnlich frostresistent sein. Sogar wenn die Temperaturen noch tiefer gehen, geben die Rosenlorbeer erst nach und nach auf.

Oleander, die Temperaturen unter minus 20 Grad ausgesetzt waren und im oberen Bereich komplett abgestorben waren, sind schon im Frühjahr wieder austrieben. Wer sich in einer milden Region die richtige Oleandersorte besorgt, kann den Oleander also an einen sonnigen Platz im Garten pflanzen.

Dann pflanzt man den Oleander in eine besonders vorbereitete Erde. Vom Naturstandort am Flussufer ist er einen Boden gewöhnt, der gelegentlich Opfer von Überschwemmungen ist. Das bringt viele Nährstoffe heran, versorgt den Boden mit reichlich Kalk und verdichtet ihn stark. Die Gartenerde sollte deshalb ebenfalls auf einen für Oleander erträglichen pH-Wert eingestellt werden, der nach Literaturangaben zwischen 6 und 8,3 liegen soll. Gegebenenfalls sollte der Boden nach einer Prüfung des pH-Wertes eine Kalkzufuhr bekommen, Sie sollten etwas Kompost als Nährstoffpolster und am besten auch Lehm untermischen.

Wasser ist wirklich wichtig für Ihren Oleander, daran leidet er in seinem natürlichen Umfeld am Fluss ja niemals Mangel. Deshalb möchte er bei warmem Wetter reichlich Wasser, lieber zu viel als zu wenig. Gegen Staunässe ist ein Gewächs, das am Flussufer öfter einmal überschwemmt wird, logischerweise nicht sehr empfindlich. Der Rosenlorbeer ist meist mehr als einverstanden damit, wenn Sie ihn in Gegenden mit sehr “hartem”, also kalkhaltigem Wasser, mit eben diesem Leitungswasser gießen. Er mag kalkhaltiges Wasser nämlich viel lieber als das schöne, weiche Regenwasser. Aber bitte nicht aus der gerade benutzten Leitung, eine eiskalte Dusche mögen Pflanzen ebenso wenig wie die meisten Menschen.

Oleander Mitunter ist zu lesen, dass ein Rosenlorbeer auf keinen Fall dem Regen ausgesetzt werden dürfe. Diese Warnung erfolgt aus der Überlegung heraus, dass die gefüllten Blüten vieler Oleandersorten einem starken Regenguss in ihrer Entwicklungsphase nicht wirklich gewachsen sind. In der restlichen Zeit des Jahres genießt der Oleander einen Regenguss jedoch genauso wie jede andere Pflanze. Die oben genannten frostbeständigeren Sorten können Sie sowieso ohne Bedenken frei in den Garten setzen, sie haben durchweg ungefüllte und nicht übermäßig empfindliche Blüten.

Auch Düngen sollten Sie Ihren Oleander recht eifrig. Wie schon oben angedeutet, ist er es gewohnt, das man ihn mit angeschwemmten Nährstoffen reichlich versorgt. Sie können wöchentlich oder zweiwöchentlich (je nach Packungsanweisung) mit Flüssigdünger düngen oder am Anfang der Saison einen speziellen Langzeitdünger zugeben. Eine NPK-Mischung 15/8/12 (15 % Stickstoff, 8 % Phosphat, 12 % Kalium) mit Magnesium und Spurenelementen ist der richtige Dünger für den Oleander.

Oleander im Kübel

Die meisten Oleander in den meisten Gegenden Deutschlands sind jedoch in einem Kübel besser untergebracht. Auch die Erde im Kübel sollte sich nach den Bedürfnissen der Mittelmeerpflanzen richten, Sie sollten z. B. nicht einfach zu normalem torfhaltigem Substrat greifen, das in Säcken verkauft wird. Wer seine natürliche Umwelt erhalten möchte, verzichtet ohnehin auf den unnötigen Einsatz von Torf. Diese Substrate werden aber auch meist auf einen pH-Wert eingestellt, der weit unter dem liegt, was ein Oleander bevorzugt. Für Ihren Oleander greifen Sie deshalb am besten auf normale (Garten) Erde zurück, die bei Bedarf mit einer Kalkgabe im pH-Wert erhöht wird und mit etwas Kompost und Lehm gemischt ein wunderbarer Boden für Ihren Oleander ist.

Eine Blühpflanze im Topf sollte immer genügend Platz für die Entwicklung ihrer Wurzeln erhalten. Nur dann kann das Gewächs auch im sichtbaren Bereich prächtig wachsen. Junge Pflanzen wachsen eifrig. Sie sollten deshalb jedes Jahr einen etwas größeren Topf erhalten. Ältere Pflanzen entwickeln sich dann etwas gemächlicher. Sie werden nach Bedarf umgetopft. Dieser Bedarf ist gegeben, wenn der Ballen fast nur noch aus Wurzelmasse besteht. Das kann nach 5 Jahren der Fall sein, aber auch bis zu 10 Jahren dauern. Irgendwann wird eine Solitärpflanze so groß werden, dass Sie ihr keinen größeren Kübel mehr geben können. Dann wird sie trotzdem alle paar Jahre in den gleichen Kübel “umgetopft”.

Rosenlorbeer Sie sollten dann auch gleich den Wurzelballen beschneiden, nach dem Zurücksetzen wird der Kübel mit frischer Erde aufgefüllt. Sie sollten auch im oberen Bereich einige Triebe zurückschneiden, so stellen Sie das Gleichgewicht zwischen den gerade gekappten Wurzeln und der oberirdisch zu versorgenden Pflanzenmasse wieder her. Die beste Zeit, eine Kübelpflanze umzutopfen, ist das Frühjahr. Lassen Sie Ihrem Oleander nach dem Umzug aus dem Winterquartier noch ein wenig Zeit, wenn er sich draußen gerade wieder so richtig wohlfühlt, bekommt er seinen neuen Topf.

Gegossen werden auch die Kübelpflanzen am besten mit (gerne hartem) Leitungswasser. Hier erfordert die Flüssigkeitsversorgung besondere Aufmerksamkeit, weil Töpfe wegen der Begrenzung des Erdreichs sehr schnell austrocknen können. Bei großer Hitze kann es sein, dass Sie einen Oleander im Kübel täglich gießen müssen.

Wenn die Erde im Kübel einmal komplett durchtrocknet, müssten Sie sich ein großes Gefäß suchen, in dem Sie den gesamten Kübel tauchen können. Wenn Sie solch verdorrte Erde einfach nur von oben gießen, würde das Wasser einfach durchlaufen ohne die Pflanze zu versorgen. Bequemer und besser für Ihre Pflanze ist es also, wenn Sie sie gar nicht erst austrocknen lassen. Dabei können Sie sich zunutze machen, dass Oleander zu den wenigen Pflanzen gehört, die gerne ständig mit „nassen Füßen“ leben. Sie können also den Untersetzer ständig mit Wasser gefüllt halten.

Gedüngt wird der Oleander im Kübel wie der Oleander in der Gartenerde. Bloß die Menge des Düngers sollte etwas zurückhaltender berechnet werden. In einem Kübel ist ja nicht die gleiche Erdmenge zu versorgen, als wenn der Oleander im Garten steht.

Rosenlorbeer schneiden

Der Oleander gehört zu den verholzenden Pflanzen: Wenn er unbeschnitten wachsen dürfte, würde er im Inneren kahle, verholzte Äste ausbilden, an deren äußerem Ende einige Triebe mit Blättern und Blüten wachsen. Wie bei allen verholzenden Pflanzen ist der Schnitt ein ständiger Kampf um das Zurückdrängen dieser Verholzung. Sie bleiben siegreich, wenn Sie Ihren Oleander durch regelmäßigen Schnitt von den ältesten Trieben befreien. Er wird sich immer weiter verzweigen und dabei laufend junge, blühwillige Triebe ausbilden.

Der beste Schnittzeitpunkt ist das Frühjahr, jetzt will Ihr Oleander ohnehin gerne wachsen und neue Triebe ausbilden. Sie können aber durchaus auch im Herbst kahle Triebe abschneiden. Sie können sogar den ganzen Rosenlorbeer stutzen, wenn er sonst nicht mehr in sein Winterquartier passt. Ausgelichtet werden kann das ganze Jahr. Das Schlimmste, was beim wuchswilligen Oleander nach einem falschen oder zu radikalen Schnitt passieren könnte, ist das Ausbleiben der Blüte im nächsten Sommer.

Oleander Die Triebe können immer direkt am Ansatz weggeschnitten werden. Deshalb sieht man einem Oleander meist überhaupt nicht an, dass er laufend beschnitten wird. “Stummel” oder “Kleiderhaken” lässt man nur stehen, wenn sich aus diesen Resten neue Triebe bilden sollen. Ein Oleander entwickelt aber von Natur aus immer wieder neue Triebe aus dem Wurzelstock, bei ihm ist das deshalb nicht nötig. Wenn Ihr Oleander doch verkahlt ist, braucht er eine Radikalkur. Sie müssen ihn durch starken Rückschnitt verjüngen. Dabei suchen Sie sich nicht mehr als 3 bis 5 gut verteilte kräftige junge Triebe, die Sie bis auf etwa 20 cm kappen. Der Oleander wird nun eine Weile nicht blühen, sich aber komplett neu aufbauen.

Die Blüten sollten dagegen nicht abgeschnitten werden: Wenn sich Blütenstände bis zum Herbst noch nicht geöffnet haben, werden sie sich im nächsten Jahr weiterentwickeln. Auch wenn sie verblüht sind, dürfen die Blüten am Strauch bleiben, weil aus jedem Blütenstand zweimal neue Blütenknospen treiben. Nach der zweiten Blüte kann man vertrocknete Reste entfernen, das muss aber nicht sein. Wenn Sie unsicher sind über den Entwicklungsstand der Blüten, lassen Sie einfach im Zweifel alles dran, um so früher wird der Oleander im nächsten Jahr blühen.

Vorsicht beim Schneiden: Alle Pflanzenteile des Rosenlorbeers sind stark giftig und dürfen nicht unbeaufsichtigt herumliegen. Sie müssen beim Schnitt und beim Umtopfen darauf achten, dass kein Milchsaft der Pflanze z. B. über eine Wunde in den Blutkreislauf gelangt, nach der Arbeit sollten Sie sich und die Arbeitsgeräte gründlich waschen.

Vermehren

Oleander-Stecklinge lassen sich bewurzeln. Sie könnten z. B. die im Frühjahr abgeschnittenen Triebe in Töpfe mit Erde stecken, nach etwa vier Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben. Eine Vermehrung des Oleanders aus im Handel erhältlichen Samen ist grundsätzlich auch möglich. Sie können sogar versuchen, Ihre eigenen Oleander weiter zu züchten, indem Sie die Fruchtstände an den Blüten ausreifen lassen und die Samen ernten. Die Lichtkeimer streut man einfach in Töpfe und versorgt sie gleichmäßig mit Feuchtigkeit. Sie brauchen eine Umgebungstemperatur um 23 Grad. Nach etwa 14 Tagen sollten sich die ersten Keimlinge zeigen. Allerdings blühen die aus Samen gewonnen Rosenlorbeer manchmal erst nach Jahren, und die Oleander aus den eigenen Samen werden auch nicht die Blüte der Mutterpflanze zeigen, sondern sich auf ihre Urahnen besinnen, sie blühen deshalb meist rot und ungefüllt.

Überwintern

Ausführliche Informationen zur Pflege im Winter im speziellen Beitrag zur Überwinterung des Oleanders.

Oleander-Blätter Ein Oleander im Garten sollte dort wirklich nur eingepflanzt werden, wenn Sie wissen, dass die gewählte Sorte die normale Wintertemperatur bei Ihnen verträgt. Sie können ihm vorsichtshalber aber auf jeden Fall einen Winterschutz aus angehäufelter Mulche geben, vielleicht noch mit Vlies darüber, damit er keine Schäden erleidet, wenn es einmal untypisch kalt wird.

Oleander im Kübel möchte im Winter kühl (5 bis 10 Grad) und hell gehalten werden. Je heller er überwintern darf, desto mehr Blütenanlagen wird er bereithalten. Bevor die Kübelpflanze ins Winterquartier wandert, wird sie natürlich auf Schädlinge untersucht und ggf. behandelt. Sie sollten die Kübelpflanze so lange draußen stehen lassen wie möglich. Die meisten Rosenlorbeer dürfen bis zu den ersten Frösten um minus 5 Grad im Freien bleiben. Im neuen Jahr darf der Kübel auch so früh wie möglich wieder ins Freie. Der Oleander im Winterquartier braucht etwas weniger Wasser, darf aber nicht austrocknen. Gedüngt wird er nicht. Im Frühjahr können Sie ihn dann direkt in die volle Frühlingssonne stellen. Er gehört zu den wenigen Pflanzen, bei denen Sie keine Verbrennungen befürchten müssen.

Wenn Ihnen kein geeigneter heller Raum zur Verfügung steht, können Sie auch versuchen, Ihren Oleander mithilfe eines dunklen, aber garantiert frostfreien Raumes über den Winter zu bekommen. Dann ist es um so wichtiger, dass Sie ihn so spät wie möglich einräumen und so früh wie möglich wieder ins Freie stellen. So leidet er er unter dem Lichtmangel so wenig wie möglich. Vielleicht wäre in einem solchen Fall eine Kombination aus “Einpacken in Winterschutz” und “sobald es geht ins Freie stellen” empfehlenswert. Vielleicht in der Form, dass Ihr Oleander nur in den dunklen Raum gestellt wird, wenn die Temperaturen es unbedingt notwendig machen und (gut eingepackt) immer wieder ein Lichtbad zwischendurch nehmen darf, wenn es nicht arg so kalt ist. Um das mehrfache Ein- und Ausräumen erträglich zu machen, könnten Sie den Rosenlorbeer dann auf einen rollbaren Wagen stellen. Zumindest wenn Ihr Ausweichraum ebenerdig liegt, hilft das ein wenig.

Schädlinge und Krankheiten

Wenn ein Rosenlorbeer gelbe Blätter bekommt, kann das zunächst völlig normal sein. Die ältesten Blätter vergilben irgendwann, der Oleander wirft sie dann nach einiger Zeit ab. Wenn in kürzerer Zeit eine Menge Blätter gelb werden, sollten Sie zuerst an einen Nährstoffmangel denken. Wenn Ihr Oleander im Pflanzeninneren Blätter verliert, liegt das meist an Wassermangel.

Schildläuse Der Oleander wird vor allem durch Schildläuse und gelegentlich auch von Spinnmilben oder Thripsen befallen. Eine Bekämpfung dieser tierischen Schädlinge ist mechanisch, aber auch mit Pflanzenschutzmitteln auf Rapsölbasis möglich.

Aus dem Süden importierte Oleander sind meist mit Oleanderkrebs befallen, einer bakteriellen Erkrankung, die sich durch höckerartige Ausstülpungen auf der Blattoberseite und an dunkel gefärbten Aufrissstellen der Triebe zeigt. Gegen Oleanderkrebs gibt es keine andere Bekämpfungsmöglichkeit außer einen tiefen Rückschnitt bis ins gesunde Holz.

Fazit
Der Oleander ist eine ausgesprochen dekorative Blühpflanze, die uns bei korrekter Haltung mit einem wahren Meer an Blüten verwöhnt. Ein Tipp zur Sortenwahl: Die Oleander aus dem Supermarkt oder aus dem Gartencenter sind häufig auf (zu) starken Wuchs gezüchtet. Der macht sie nicht sehr widerstandsfähig und führt oft dazu, dass die Pflanze bald ihr Winterquartier sprengt. Wenn Sie länger Freude an einem Oleander haben möchten, lohnt sich deshalb der Kauf bei einem spezialisierten Züchter. Darunter gibt es Firmen, die inländische Oleander ohne Krankheiten (sogar Jungpflanzen ohne den bei Südimporten fast immer mitgelieferten Oleanderkrebs) heranziehen.