Elefantengras, Miscanthus x giganteus - Pflege der Heiz-Alternative

ElefantengrasElefantengras ist ein schnellwüchsiges, winterhartes, horstbildendes und laubabwerfenden Gras. Es wird ordentlich groß und hoch und wird häufig einfach als Chinaschilf oder Chinagras bezeichnet, obwohl es davon viele unterschiedliche Sorten gibt. Miscanthus x gigantheus ist eine Hybridpflanze, das heißt, sie ist durch Hybridisierung einer tetraploiden Form von Miscanthus sacchafiflorus und einer diploiden Form von Miscanthus sinensis entstanden (ungleiche Chromosomenzahlen).


Wuchs und Eigenschaften

Elefantengras zeichnet sich durch seinen etwas überhängenden Wuchs aus. Es sieht wirklich beeindruckend und sehr schön aus, ist recht auffällig, allein schon wegen seiner Größe und als Sichtschutz sehr beliebt. Gräser haben immer den Vorteil, leicht und luftig zu wirken, grazil und doch dicht. Elefantengras macht da keine Ausnahme. Die Blätter sind lang und schmal, haben eine schöne grüne Farbe und hängen bogenförmig. Die Blüte ist braun und nicht spektakulär, wirkt aber in der Masse auch interessant. Blütezeit ist der Herbst, allerdings nur in ausreichend warmen Jahren. Es werden in unserer Klimaregion keine Samen und Früchte gebildet, dafür ist das Klima nicht warm genug. Wie der Name Chinaschilf schon vermuten lässt, das Gras stammt aus Asien, aber ursprünglich nicht aus China, sondern aus Japan.

Elefantengras wird bis zu 4 Meter hoch. Die Stängel sind kräftig und stabil. Sehr günstig ist, das sich dieses Gras nicht so ausbreitet wie andere Arten und Sorten. Es vermehrt sich mit Hilfe seiner Wurzelrhizome. Bambus, der ähnlich schnell wächst und hoch wird, kann in Gärten durch seine Wurzelausläufer schnell zum Problem werden. Elefantengras ist da eine gute Alternative. Das horstige Elefantengras breitet sich kreisförmig aus und kann gut unter Kontrolle gehalten werden. Die Stängel von Elefantengras trocknen über den Winter ein. Sie werden Ende des Winters bodennah abgeschnitten, kurz bevor die Pflanze wieder austreibt. Bis zum Erreichen einer Höhe von 4 Metern braucht es ein paar Jahre. Drei bis vier sind aber ausreichend, dann erstrahlt das Elefantengras in seiner vollen Pracht.
Günstig ist auch, dass die Pflanzen nur sehr wenig Pflege brauchen. In den ersten Jahren muss darauf geachtet werden, dass andere Pflanzen entfernt werden, denn sie machen dem Gras Wasser und Licht streitig, aber dann kommt Miscanthus x gigantheus gut alleine zurecht.

Das Elefantengras wächst enorm schnell. Dafür benötigt es kaum Pflege und entzieht dem Boden nur wenige Nährstoffe. Das alles macht dieses Gras zu einem beliebten nachwachsenden Rohstoff. Es wird gern und häufig in der Automobil- und Bauindustrie eingesetzt. Durch seine Schnellwüchsigkeit eignet sich das Elefantengras auch als Holz- und Heizöl-Ersatz. 1 Hektar des Grases kann 4.000 bis 9.000 Liter Heizöl ersetzen. Elefantengras gedeiht überall dort, wo auch Mais gedeiht und produziert maximale Biomasse.

Elefantengras ist innen nicht hohl, wie z.B. Bambus, es ist mit einer Art Mark gefüllt. Damit eignet sich dieses Gras, wenn man es häckselt, als natürliches Isoliermaterial. Noch etwas Gutes hat die Pflanze. Beim Verbrennen wird deutlich weniger Kohlendioxid abgegeben, als es bei anderen fossilen Brennstoffen der Fall ist. Die eigentliche Ernte des Grases erfolgt im Winter, also von Februar bis März. Die eingetrockneten Stängel werden bodennah abgeschnitten.

Pflege von Elefantengras

Elefantengras ist pflegeleicht. Es kommt, zumindest ab dem dritten Standjahr fast ohne Pflege aus. Wichtig ist, im Pflanzjahr und im ersten Standjahr den Boden unkrautfrei zu halten. Wurzelkonkurrenz verträgt Miscanthus x gigantheus überhaupt nicht. Wissen muss man, dass dieses Gras nicht überall gleich gut gedeiht. In Gebirgslagen, schneereichen Regionen und sehr kalten Ecken sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Junge Pflanzen leiden unter dem Klima und gedeihen nicht wie vorgesehen. Schlimmstenfalls überstehen sie die Winter nicht.

Die Blätter von jungem Elefantengras sterben bei Temperaturen von minus 5°C ab, treiben aber meist bei wärmeren Temperaturen wieder aus. Wichtig ist noch, dass nicht zu viel Stickstoff in den Boden gelangt. Dieser verzögert das Ausreifen der Triebe im Herbst. Die Frostresistenz ist dann nicht mehr gesichert.

Ansonsten ist Elefantengras sehr pflegeleicht und stellt keine hohen Ansprüche an den Standort und das Pflanzsubstrat. Die Pflanzen müssen ausreichend gewässert werden, sollten nicht austrocknen und brauchen, wenn überhaupt, nur minimal Dünger.

Standort

ElefantengrasDer Standort sollte unbedingt sonnig und warm sein. Elefantengras ist keine Schattenpflanze. Ohne Sonne gedeiht es nicht, bzw. erreicht nie die eigentlich mögliche Größe. Es kann sich nicht zu seiner ganzen Schönheit entfalten. 
  • Vollsonnig bis teilsonnig
  • Unbedingt warm
  • Mindestens drei Stunden Sonne pro Tag
  • Nicht für Lagen oberhalb von 700 bis 800 Meter Seehöhe geeignet und auch nicht für sehr schneereiche Gebiete
  • Keine Nordhänge, keine kältestauenden Tallagen und keine Flächen, die spätfrostgefährdet sind

Pflanzsubstrat

Das Pflanzsubstrat sollte nicht zu leicht sein, nicht zu trocken und nicht zu nass. Normaler Gartenboden ist nicht schlecht, besser noch ist guter Ackerboden. Sandige Böden können mit einfachen Mitteln verbessert werden und auch zu schwere Böden können etwas leichter gemacht werden.
  • Ideal ist gut durchwurzelbarer und wasserführender Ackerboden, also humose Lehmböden
  • Sandige Böden müssen verbessert werden
  • Ungünstig sind sehr schwere und verdichtete Böden
  • Staunasse Böden sind ungeeignet
  • Extrem trockener Boden ist auch nicht ideal, kann aber durch Bewässerung ausgeglichen werden.

Pflanzen

Elefantengras eignet sich gut als Solitär oder Sichtschutzhecke. Beides wirkt sehr gut. Als Solitär, mitten auf dem Rasen, kann sich das Gras nach allen Seiten ausbreiten und wird immer größer. Es kann aber auch gut in Zaum gehalten werden. Wer die Ausbreitung der Rhizome verhindern möchte, baut beim Pflanzen eine Rhizomsperre ein. Sie muss mindestens 30 cm tief in den Boden und oben etwas herausschauen.
  • Beste Zeit ist zwischen April und Mai
  • Gute Bodenvorbereitung ist von großem Vorteil. Dafür im Herbst den Boden mindestens 20 cm tief umgraben und auflockern.
  • Gepflanzt werden oft nur die Rhizome. Die sind einfach im Einkauf deutlich billiger. Bei einer Heckenpflanzung macht sich das erheblich bemerkbar. Wer nur eine Pflanze als Solitär haben möchte, kann diese natürlich beim Gärtner seines Vertrauens beziehen, ansonsten ist das ziemlich teuer.
  • Die Rhizome vertragen keine Trockenheit. Am besten pflanzt man sie schnellstmöglich nach dem Kauf.
  • Pflanzabstand etwa 1 Meter
  • Boden gut vorbereiten und auflockern
  • Optimale Bodentemperatur bei der Pflanzung etwa 10°C.
  • Rhizome bei schweren Böden 8 cm tief in die Erde legen, bei leichten Böden 4 cm tief.
  • Wichtig ist, die Erde nach dem Pflanzen gut anzudrücken und festzutreten.
  • Danach wässern.

Gießen und Düngen

ElefantengrasGießen ist für Elefantengras wichtig. Die Rhizome kommen schlecht mit Trockenheit klar. Ideal für Elefantengras ist, wenn man beim Pflanzen einer Hecke gleich einen Bewässerungsschlauch mit einbaut. Das erleichtert die Arbeit ungemein. Düngen muss nicht sein, das macht also kaum Arbeit. Gießen hingegen sollte nicht längere Zeit ausfallen.
  • Der Boden sollte nicht zu trocken sein und nicht austrocknen
  • Bei zu wenig Nässe wächst das Gras einfach nicht so gut
  • Bei langer Trockenheit kommt es zu Wachstumsstillstand. Außerdem können Blätter abfallen.
  • Besonders die ersten drei Monate nach der Pflanzung ist Wasser sehr wichtig.
  • Nach dem Anwachsen ist eine kurze Trockenperiode nicht mehr schlimm.
  • Düngen muss nicht sein, der Nährstoffbedarf ist eher gering.
  • Im Pflanzjahr generell nicht düngen!
  • Ansonsten kann beispielsweise mit Asche gedüngt werden – guter Kaliumdünger
  • Dünger unmittelbar nach dem Schnitt ausbringen.

Schneiden

Am Elefantengras muss nicht viel herumgeschnitten werden. Es wird einmal im Jahr bodennah abgeschnitten, damit es sich erneuert, mehr ist eigentlich nicht zu tun. Es gibt zwei Möglichkeiten, wann man schneidet. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.
  • Kann im Herbst und Winter geschnitten werden
  • Ich empfehle den Frühjahrsschnitt, denn das Gras ist auch im Winter noch hübsch anzusehen und die Halme schützen den Wurzelstock vor Kälte, zu viel Nässe und dienen Insekten als Überwinterungsquartier.
Wer in kälteren Regionen lebt, ist aber wahrscheinlich besser beraten, schon im Herbst zu schneiden und dann den Gräserhorst einzupacken. Das schützt einerseits vor Kälte, aber auch vor Nässe. Zu viel Nässe lässt Gräser viel häufiger absterben als Kälte. Die Nässe dringt bis ins Herz der Pflanze vor und von dort aus stirbt das Gras ab.

Überwintern

Eigentlich ist Elefantengras gut winterhart, in etwa bis minus 20°C. In oben beschriebenen Regionen ist das nicht immer der Fall. Dann sollten die Horste geschützt werden. Bei einer Hecke ist das natürlich schwieriger, als bei einer Einzelpflanze.

Vermehren

ElefantengrasElefantengras lässt sich auf verschiedene Weise vermehren, durch Rhizome, durch Teilung und Aussaat. Durch Rhizome vermehrt sich das Gras auch selbst, also manchmal auch ungewollt. Wer das verhindern möchte, muss eine Rhizomsperre einbauen und darüber hinauswachsende Stücke mit dem Spaten abstechen.
  • Samen im Handel erhältlich
  • Aussaat sehr selten, besser geeignet ist die Teilung von Rhizomen
  • Rhizome sollten ausreichend groß (7 bis 10 cm) sein und mindestens 4 bis 5 Augen haben.
  • Je länger ein Rhizom ist, um so größer ist der Nährstoffvorrat für den Austrieb.
  • Das Gewebe muss gesund und fest sein. Weiches oder schwarzes Gewebe entsorgen!
  • Die Teilung des Horstes erfolgt bei Austrieb im Frühjahr,
  • Der Horst wird ausgegraben und mit einem Spaten glatt entzweit.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge sind sehr selten. Elefantengras ist robust und recht unempfindlich. Bei falschem Standort, vor allem bei zu viel Nässe, neigt das Gras zu Pilzkrankheiten. Ansonsten ist Unkraut in unmittelbarer Nähe der schlimmste Feind des Grases, vor allem in den ersten beiden Jahren.

Fazit
Auch wenn Elefantengras nicht der wissenschaftlich richtige Name für Miscanthus x gigantheus ist, dieses Gras ist ein absolutes Highlight im Garten. Ich bin sowieso ein großer Fan von Gräsern und dieses hier gefällt mir wirklich gut. Ich liebe aber auch die Geräusche, die solch ein Gräserhorst oder gar eine ganze Hecke machen. Die Pflege des Elefantengrases ist recht einfach, wenn man es hinbekommt, das Unkraut zu entfernen und für ausreichend Wasser zu sorgen. Ich finde Miscanthus x gigantheus als Hecke sehr schön, wenngleich natürlich der Sichtschutz nach dem Schnitt im zeitigen Jahr erst einmal weg ist. Es dauert schon etwa drei Monate, bis das Gras wieder als Sichtschutz funktioniert. Wem das nicht zusagt, der sollte sich für eine andere Sichtschutzhecke entscheiden.


Tipps für Schnellleser
- schnellwüchsig, winterhart, horstbildend, laubabwerfend und sehr dekorativ
- Wird 3 bis 4 Meter hoch
- Auch Chinaschilf genannt – was falscher Name ist
- Wenig Pflege nötig
- Wächst enorm schnell – Rohstoff der Zukunft
- Wird schon in der Automobilindustrie und im Baugewerbe eingesetzt
- Produziert maximale Biomasse
- Ab dem dritten Standjahr kaum noch Pflege notwendig
- Standort – sonnig und warm
- Nicht im Gebirge, nicht an Nordhängen, keine Gegend mit viel Schnee und Spätfrost
- Pflanzsubstrat – humoser Lehmboden
- Keine Staunasse, nicht zu leicht und nicht zu schwer
- Pflanzen – zwischen April und Mai
- Gute Bodenvorbereitung
- Rhizome zwischen 4 und 8 cm tief pflanzen
- Gießen wichtig – Rhizome mögen keine Trockenheit
- Düngen muss nicht sein
- Im ersten Standjahr generell nicht düngen
- Nicht zu viel Stickstoff
- Schneiden – im Herbst oder Frühjahr in 5 cm Höhe
- Überwinterung – winterhart bis minus 20°C
- Vermehrung – Rhizome, Teilung des Horstes und Aussaat
- Krankheiten und Schädlinge – kaum bekannt
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