Fleißiges Lieschen, Impatiens - Standort, Pflege, Vermehren und Überwintern

Fleißiges Lieschen in PflanzschaleBlütenproduktion am laufenden Band - das Fleißige Lieschen macht seinem Namen alle Ehre. Das in heimischen Gärten weit verbreitete Gewächs, das zur Gattung der Springkräuter und der Familie der Balsaminengewächse gehört, bildet das ganze Jahr über ununterbrochen neue Blüten aus. Diese können je nach Sorte unterschiedliche Farben aufweisen, zum Beispiel Rosa, Pink, Orange oder Violett. Auch mehrfarbige Exemplare sind im Handel. Ursprünglich in Gebirgswäldern tropischer Gebiete Ostafrikas beheimatet, erreicht die Pflanze eine Gesamthöhe von 30 bis 70cm. Neben den einjährigen Gewächsen sind mittlerweile auch mehrjährige Sorten erhältlich, die sich bei guter Pflege lange halten.





Standort und Boden

Die optimale Pflege des Fleißigen Lieschens beginnt bereits bei der Wahl eines geeigneten Standortes. Je nach Sorte eignen sich unterschiedliche Bereiche im Garten, die entweder in der Sonne oder im Halbschatten liegen können. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Pflanze nicht ständig direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Soll eine Kultivierung dennoch in diesem Bereich erfolgen, ist im Vorfeld eine gute Gewöhnung notwendig. In diesem Fall muss auch die Bewässerung angepasst werden. Sonnenverträgliche Sorten gedeihen besonders gut in Bereichen im Garten, die Morgen- und Abendsonne bieten. Als Zimmerpflanze kultiviert, sollte ein Fenster ausgewählt werden, das gegen Norden ausgerichtet ist; ein Standort im Südfenster wird weniger gut vertragen. Insgesamt eignet sich für alle Sorten ein leicht luftiger Standort, der jedoch einen gewissen Schutz vor starken Luftbewegungen aufweisen sollte.

Fleißiges LieschenGrundsätzlich eignen sich für die Kultivierung vor allem helle Standorte. Das Fleißige Lieschen gedeiht bei Temperaturen zwischen 16 und 25°C. Während des Sommers kann die Pflanze deshalb gut im Freiland gehalten werden. Dort erfolgt die Kultivierung am besten in Gruppen auf Beeten und Rabatten; auch unter oder vor Gehölzen wirkt das Gewächs sehr dekorativ und kann auch als Bodendecker verwendet werden. Auf dem Balkon kommt das Fleißige Lieschen in Kästen oder Schalen zum Einsatz. Darüber hinaus ist die Kultivierung in Ampeln möglich. Als Zimmerpflanze verschönert das Gewächs jede Fensterbank. Lobelien, Petunien und Pelargonien stellen ideale Kombinationspartner dar.

An den Boden stellt die Pflanze wenige Ansprüche. Dennoch sollten bestimmte Substrateigenschaften erfüllt sein. So gedeiht das Fleißige Lieschen besonders gut an Standorten, deren Erde folgende Eigenschaften aufweist:
  • gute Durchlässigkeit
  • sandig-lehmige Eigenschaften
  • reich an Nährstoffen
  • reich an Humus
  • locker
  • frisch bis feucht
Substrat, das weniger geeignet ist, kann durch entsprechende Beimischungen angereichert werden. Zu diesem Zweck hat sich beispielsweise die Zugabe von verrottetem Stallmist oder Gartenkompost bewährt. Um einen verbesserten Wasserablauf zu gewährleisten, hat es sich außerdem als sinnvoll erwiesen, feinen Kies unterzumischen.

Gießen, Düngung und Pflege

Das Fleißige Lieschen sollte während der Sommermonate stets ausreichend feucht gehalten und gut gewässert werden. Allerdings darf das Substrat niemals nass sein, da in diesem Fall schnell die Stängel der Pflanze zu faulen beginnen. Darüber hinaus sollte Staunässe unbedingt vermieden werden, die zu Wurzelfäule führen kann. Zur Prävention hat es sich bewährt, den Untersetzer nach dem Gießen zu leeren. Darüber hinaus kann eine geeignete Drainageschicht in den Topf eingebaut werden. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, das Abzugsloch im Boden einen größeren Kiesel oder eine Tonscherbe zu legen, die das Verstopfen verhindert. Zwischen den einzelnen Wassergaben sollte der Boden stets leicht antrocknen, nicht jedoch vollständig austrocknen.

  Tipp: Für die Bewässerung ist kalkarmes Wasser zu verwenden.



Neben der optimalen Bewässerung sollte das Fleißige Lieschen regelmäßig gedüngt werden. Durch die gezielte Gabe von zusätzlichen Nährstoffen wird der Blütenreichtum optimal gefördert. Die Düngung erfolgt bei Blühbeginn im März und erstreckt sich über den ganzen Sommer bis hin zum September. Auf nährstoffarmem Boden wird im Abstand von vier Wochen gedüngt; wird das Fleißige Lieschen hingegen in Pflanzengefäßen kultiviert, sollte die Gabe von Nährstoffen alle zwei Wochen erfolgen. Grundsätzlich ist auf eine schwache Konzentration des Düngers zu achten. Am besten eignen sich Flüssigdünger mit Guano; für Gefäßkulturen können auch Langzeitdünger, die unter die Erde gemischt werden, zum Einsatz kommen. Auch eine organische Düngung, zum Beispiel mit Hornerde, ist möglich.

Zur Pflege des Fleißigen Lieschens gehört ferner ein regelmäßiges Umtopfen. Bei mehrjährigen Pflanzen erfolgt diese Maßnahme im Frühjahr. Während des Umtopfens werden lange und kahl gewordene Triebe zurück geschnitten; die Spitzen der Triebe können dann als Steckling zur Vermehrung verwendet werden. Ein gezieltes Stutzen der Triebe ist zu jeder Zeit möglich, sobald diese zu lang und zu dünn werden. Um zusätzlich die Blütenbildung anzuregen, hat es sich bewährt, in regelmäßigen Abständen verwelkte Blätter zu entfernen. Nach der Blüte wird die Pflanze dann vollständig kompostiert, falls keine Überwinterung gewünscht ist.

Überwintern

rosa ImpatiensDie Überwinterung des Fleißigen Lieschens ist in erster Linie bei mehrjährigen Exemplaren möglich, kann aber auch bei einjährigen Sorten gelingen. Pflanzen, die im Freiland oder im Balkon stehe, sollten bereits ab September ins Haus geholt werden, da sich Temperaturen unter 10°C nachteilig auf die Blütenbildung auswirken. Die Überwinterung gelingt an einem Raum, der Temperaturen zwischen 15 und 20°C aufweist; außerdem sollte ein heller Standort bevorzugt werden. Besonderer Bedingungen an Luftfeuchte bestehen nicht. Das Gewächs verbleibt bis März oder April im Winterquartier. Sobald die Pflanze an den neuen Standort verbracht wurde, sollte auch die Bewässerung stark eingeschränkt werden; eine Düngung ist komplett zu unterbinden. Ist die Winterruhe abgeschlossen, erfolgt das Umtopfen oder Umsetzen; auf diese Weise wird die Blütenbildung optimal angeregt. Hierbei sind folgende Aspekte zu beachten:
  • Umtopfen stets in durchlässiges Substrat
  • Rückschnitt langer Triebe
  • Auspflanzen im Garten erst bei Temperaturen von 10°C 
Vermehrung und Aussaat

Die Vermehrung der Pflanze erfolgt über Samen und Kopfstecklinge. Der Steckling wird am besten im Frühjahr während des Umtopfens oder beim Rückschnitt im Frühjahr gewonnen; es handelt sich hierbei um die Triebspitzen der Pflanze. Der Steckling sollte eine Größe von fünf bis zehn Zentimetern aufweisen. Bei der Art der Anzucht kann zwischen der herkömmlichen Methode der Kultivierung in Erde und der Hydrokultur gewählt werden. Soll der Steckling in Erde eingesetzt werden, sollte ein Gemisch aus Torf und Sand bevorzugt werden. Alternativ hängt man die Triebspitzen ins Wasser. In beiden Fällen bewurzeln die Stecklinge rasch. Nachdem sich ausreichend Wurzeln ausgebildet haben, kann die Pflanze umgetopft werden. Beim Umtopfen ist Vorsicht geboten: Die feinen Wurzelausläufer können schnell brechen. Jetzt kann das für erwachsene Pflanzen geeignete Substrat verwendet werden. Anschließend dauert es in der Regel noch vier Monate, bis sich die ersten Blüten ausbilden.

  Hinweis: Die Vermehrung von einjährigen Sorten des Fleißigen Lieschens ist ausschließlich über Aussaat möglich.



Alternativ kann die Vermehrung des Fleißigen Lieschens durch Aussaat erfolgen. Hierfür eignet sich am besten ein heller Tag im Februar oder März. Das Vorziehen erfolgt in der Regel in einem Blumentopf, der mit spezieller Anzuchterde gefüllt ist. Die Samen des Fleißigen Lieschens gehören zu den Lichtkeimern; bei der Aussaat sollte darauf geachtet werden, dass die Samen nur leicht mit Erde bedeckt sind. Am besten legt man das Saatgut auf die Anzuchterde auf und drückt die Samen nur leicht an. Die Anzucht erfolgt bei Temperaturen zwischen 18 und 22°C. Besonders wichtig ist die Gewährleistung der Bodenwärme in diesem Temperaturbereich. Aus diesem Grund hat es sich als sinnvoll erwiesen, heizbare Anzuchtschalen zu verwenden. Besonders gut keimen die Samen, wenn zusätzlich eine Haube aufgelegt wird. Nach etwa drei Wochen sind die Pflanzen zu einer Größe von etwa drei Zentimetern herangewachsen; anschließend müssen die Gewächse vereinzelt werden. Während der Anzucht sollten die Triebspitzen insgesamt zweimal gekürzt werden; die Pflanze wächst dann insgesamt buschiger. Ende Mai können die angezogenen Pflanzen dann auch ins Freiland gesetzt werden. Hierbei ist auf ausreichenden Abstand zwischen den einzelnen Exemplaren zu achten, der zwischen 20cm und 30cm betragen sollte.

Krankheiten und Schädlinge

rotes Fleißiges LieschenDas Fleißige Lieschen zeigt sich gegenüber bestimmten Erkrankungen und Schädlingen empfindlich. Insbesondere Jungpflanzen sind von der Umfallkrankheit betroffen; Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, die durch Bodenpilze hervorgerufen wird. Als typische Symptome präsentieren sich zu Beginn des Befalls dunkle, oft eingeschnürte Stellen an der Stängelbasis; später knicken die jungen Pflanzen um und sterben ab. Als Gegenmaßnahme haben sich sowohl ein Standortwechsel als auch ein Austausch des verwendeten Substrats bewährt. Auch diverse Fungizide können helfen.

Daneben wird das Fleißige Lieschen auch von diversen Schädlingen befallen, zum Beispiel
Ist das Fleißige Lieschen von Spinnmilben befallen, zeigen sich ab dem Frühjahr winzige helle Pünktchen auf den Blättern, die leicht als Saugmale identifiziert werden können. Später verschmelzen die Punkte zu silbrigen und braunen Flecken, bevor die Blätter abfallen. Als vorbeugende Maßnahme hilft das gezielte Einbringen von Raubmilben, Raubwanzen und Laufkäfern. Bei einem akuten Befall helfen schonende Insektizide auf Rapsölbasis und das gezielte Entfernen erkrankter Blätter.

Ist das Fleißige Lieschen hingegen von der Weißen Fliege befallen, erscheinen die Blätter vergilbt, trocknen aus und fallen ab. Vorbeugend helfen Spinnen und Schlupfwespen, die als Gegenspieler gezielt gefördert werden sollten. Notfalls müssen nützlingsschonende Insektizide eingesetzt werden. Auch wenn die Blattlaus die Pflanze befallen hat, nehmen die Blätter Schaden, die sich stark eingerollt, gekräuselt und teils blasig aufgetrieben präsentieren. Darüber hinaus findet man klebrige Pflanzenteile, der häufig mit schwarzem Pilzbelag einhergeht. Die Blattläuse selbst sind dicht gedrängt meist an der Blattunterseite zu finden. Abhilfe schaffen wiederholte Spritzungen mit Seifenösung, Brennnesselauszug oder Rainfarntee. Darüber hinaus kann auch das gezielte Abspritzen der Pflanze hilfreich sein,

Nicht zuletzt können Pflegefehler zu diversen Erkrankungen des Fleißigen Lieschens führen. Zeigt sich die Pflanze besonders blühfaul und neigt das Gewächs insgesamt zu Blattabwurf, sollte der Standort überprüft werden. Häufig wurde hier ein zu nasser und kühler Bereich im Garten gewählt. Handelt es sich hingegen um einen zu sonnigen und trockenen Standort, können Nährstoffdefizite die Folge sein.

Fazit

Das Fleißige Lieschen gehört in jedes klassische Blumenbeet. Wird die Pflanze optimal kultiviert und gut gepflegt, können sich Hobbygärtner lange an den fleißig blühenden Gewächsen erfreuen. Mit ein wenig Erfahrung lassen sich sogar einjährige Sorten überwintern, so dass die Pflanze auch im nächsten Jahr noch einmal blühen kann. - Dann kann das Gewächs im Folgejahr noch einmal seine volle Blütenpracht entfalten.


Tipps für Schnellleser
Pflege von Fleißigen Lieschen

- Standort: hell, sonnig bis Halbschatten; luftig, vor Wind geschützt; im Haus am Nordfenster
- Einsatz im Freiland: Beete, Rabatten, vor und unter Gehölzen, auf dem Balkon in Kästen und Schalen
- Erde: humos, reich an Nährstoffen, durchlässig, sandig-lehmig
- Gießen: im Sommer stets feucht halten; Staunässe vermeiden; kalkarmes Wasser verwenden
- Düngen: im Sommer alle vier Wochen im Freiland, alle zwei Woche als Kübelpflanze
- Düngerbeispiele: Flüssigdünger mit Guano, für Gefäßkulturen Langzeitdünger
- Schneiden: lange und dünne Triebe schneiden
- Umtopfen: im Frühjahr; frische, durchlässige Erde verwenden
- Überwintern: bei mittleren Temperaturen; wenig wässern; Düngung einstellen
- Vermehrung: über Stecklinge und Samen (Lichtkeimer); benötigen zum Keimen Bodenwärme
- Bepflanzung: Keimlinge ab Ende Mai; 30cm Abstand zwischen einzelnene Exemplaren
- Krankheiten: Umfallkrankheit bei Jungpflanzen, blühfaul bei Standort- und Pflegefehlern
- Schädlinge; Weiße Fliegen, Blattläuse und Spinnmilben
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