Holzterrasse selber bauen - Holz-Auswahl und Bauanleitung

Holzterrasse CollageWer als begeisterter Hobbygärtner seinen Garten hegt und pflegt, strebt in der Regel auch naturverbundene Gestaltungselemente an, wie bewachsene Natursteinmauern, einen ökologisch wertvollen Teich und eben auch eine Holzterrasse, weil diese sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt. Mit einer Kombination aus fundierten Informationen, kreativen Ideen und ein wenig handwerklichem Geschick ist es durchaus möglich, eine Holzterrasse selber zu bauen. Damit sich bei diesem Vorhaben keine Fehler einschleichen, die später nicht wieder gutzumachen sind oder die Lebensdauer der Konstruktion erheblich einschränken, ist es ratsam, sich in die folgende Bauanleitung zu vertiefen - eine Investition, die sich lohnt.





Die richtige Holz-Auswahl treffen

Bevor es an die Planung der Konstruktion geht, wird das bevorzugte Holz ausgewählt, denn dieses stellt den mit Abstand größten Kostenfaktor dar. Was nützt es, eine einzigartig gestaltete Holzterrasse zu konzipieren, wenn sich nachher herausstellt, dass die passende Holzart nicht ins Budget passt? Damit wäre bereits im Vorfeld eine herbe Enttäuschung vorprogrammiert, was den Enthusiasmus des Bauherrn erheblich schmälern würde. Daher werden im Folgenden die populärsten Holzarten für eine Terrasse vorgestellt hinsichtlich ihrer wichtigsten Parameter, wie Dauerhaftigkeit, Ästhetik, Umweltschutz und natürlich der Preis.

TerrassenholzEindeutig definierte DIN-Normen für Terrassenholz gibt es bisher nicht. Einzig die Resistenz der Holzarten wird in 5 Dauerhaftigkeitsklassen eingeteilt:

Klasse 1
  • sehr dauerhaft
  • über 25 Jahre
Klasse 2
  • dauerhaft
  • 15 bis 25 Jahre
Klasse 3
  • mäßig dauerhaft
  • 10 bis 15 Jahre
Klasse 4
  • wenig dauerhaft
  • 5 bis 10 Jahre
Klasse 5
  • nicht dauerhaft
  • weniger als 5 Jahre
Ein weiteres Qualitätsmerkmal, das dem umweltbewussten Hobbygärtner einen Anhaltspunkt bei der Auswahl gibt, ist die FSC-Zertifizierung. Diese internationale Organisation - Forest Stewartship Council - ist darum bemüht, Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung zu kennzeichnen.

Tropenhölzer der Dauerhaftigkeitsklasse 1 und 100 % FSC-zertifiziert:
  • Itauba
  • Cumaru
  • Tali
  • Mandioqueira
  • Massaranduba
  • Teak (Burma)
Das Original-Teak-Holz aus Burma zählt zweifellos zur Königsklasse unter den Holzarten. Es wird nicht nur beim Bau von Luxus-Yachten eingesetzt, sondern gilt als Synonym für das ideale Terrassenholz schlechthin. Allerdings wurden die Einschlagmengen in Burma so drastisch reduziert, dass die Preise in ungeahnte Höhen schossen. Zudem besteht Verwechslungsgefahr mit dem minderwertigeren Teakholz aus Plantagenanbau. Daher raten Experten zu dem ebenfalls hochwertigen Cumaru oder ähnlichen Tropenhölzern.

Beliebte Holzarten für Terrassen der Dauerhaftigkeitsklasse 2 und FSC-Mix zertifiziert:
  • Eiche
  • Bangkirai
  • Teak (Plantagen)
  • Bongossi
  • Almendrillo
Insbesondere das südasiatische Bangkirai-Holz zählt für die Gartenfreunde, die eine Holzterrasse planen, zu den Top-Favoriten. Diese Holzart punktet mit zahlreichen, überzeugenden Vorteilen. So weist es eine ungewöhnliche Festigkeit auf, die 50 % höher liegt, als bei dem heimischen Eichenholz. Seine Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Einflüssen, Schädlingen und Pilzen ist bemerkenswert. Darüber hinaus verwöhnt Bangkirai das Auge des Betrachters mit einem warmen gelblich-braunen Farbton, der im Laufe der Jahre in ein sattes oliv-braun nachdunkelt.
Europäische Holzarten, die sich für den Terrassenbau anbieten:
  • Eiche
  • Kastanie
  • Robinie
  • Lärche
  • Douglasie
Wer ein haltbares Holz aus heimischer Bewirtschaftung zum günstigen Preis sucht, wird Terrassendielen aus Douglasien- oder Lärchenholz wählen.

Thermoholz

Das zunehmende Umweltbewusstsein, vor allem im Hinblick auf den Raubbau der tropischen Wälder, hat die Forscher dazu bewegt, verstärkt Verfahrensweisen zu entwickeln, die heimische Hölzer, wie Esche, Ahorn, Fichte, Birke, Kiefer, Erle oder Buche so modifizieren, dass sie im Terrassenbau eingesetzt werden können. Das Ergebnis ist Thermoholz, das bis zu 230° Celsius erhitzt wird und auf diese Weise Eigenschaften erhält, die denen der Tropenhölzer ähnlich sind. Aufgrund der geringeren Dichte und Biegefestigkeit ist Thermoholz zwar nicht geeignet für tragende Elemente. Dafür bietet es sich allerdings an als idealer Bodenbelag, der ohne zusätzliche Behandlung glatt, hochwertig und überraschend preisgünstig einsetzbar ist.

Der goldene Mittelweg: WPC-Dielen

Holzterrasse planenWPC steht für Wood-Plastic-Composites, was bedeutet, dass die Dielen gefertigt sind aus einer Holz-Kunststoff-Kombination, wobei der Holzanteil 50 % bis 90 % ausmacht. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Oberfläche der Terrasse trocknet
schneller ab, was die Rutschgefahr deutlich minimiert. Pilze und Schädlinge sowie Algen und Moose haben kaum eine Chance, sich auszubreiten. Die Behandlung mit Holzschutzmitteln oder Terrassen-Öl erübrigt sich, denn zur Pflege genügt es, die WPC-Dielen mit lauwarmem Wasser und einer weichen Bürste zu reinigen. Ein weiterer, überzeugender Vorteil liegt darin, dass sich auf einer Terrasse aus diesem Material Barfußläufer auf keinen Fall die gefürchteten Splitter zuziehen können. Wer für seine neue Terrasse eine extravagante Optik anstrebt, wird unter den WPC-Dielen auch markante Farbtöne entdecken, wie ein elegantes Anthrazit, auffälliges Rot, strahlendes Gelb oder romantisches Blau. Allerdings haben diese Sonderfarben auch ihren Preis. Hinsichtlich der Montage werden WPC-Dielen genauso behandelt, wie herkömmliche Holzdielen.

Bauanleitung

Ist die Entscheidung für eine Holzart gefallen, geht es an die detaillierte Planung der Holzterrasse. Dabei sollte die Terrassenfläche genau ausgemessen und mit Bleistift und Lineal detailliert aufgezeichnet werden. Daraus ergibt sich die Anzahl der Holzdielen, der Trägerbalken und der Schrauben. Da im Holzhandel die Dielen in den unterschiedlichsten Längen und Stärken angeboten werden, ist eine exakte Kalkulation unerlässlich, damit die gewählte Holzart so preisgünstig, wie möglich erworben werden kann. Erfahrene Gartenfreunde raten dazu, die Abmessung so zu wählen, dass ein nachträgliches Zersägen der Holzdielen nicht erforderlich ist. Folgende Materialien und Werkzeuge werden benötigt:
  • Holzpfähle
  • Schnur
  • Handschuhe
  • Gummihammer
  • Wasserwaage
  • Schotter
  • Bohrgerät
  • Verlegesand
  • Betonsteine (ca. 15 cm x 15 cm)
  • Holzlatten für die Unterkonstruktion
  • Edelstahlschrauben und Dübel
  • Holzdielen (vorzugsweise mit Nut-Feder-Verbindungen)
  • Gurtbandzwingen
  • eventuell LED-Leuchten-Set einschließlich Kabel
  • Zylinderbohrer mit Lochsägen-Aufsatz
  • Holzlatten, Natursteine oder Palisaden für die Einfassung
UnterkonstruktionLiegt das gesamte Material bereit, kann die Arbeit beginnen:
  1. Die Terrassenfläche mit Holzpfählen und Schnur markieren. Dies ist eine gute Gelegenheit, schon einmal auszuprobieren, ob die Gartenmöbel darauf auch Platz finden.
  2. Die vorgesehen Fläche für die Holzterrasse wird nun so tief ausgehoben, dass die Oberkanten der Dielen später mit dem anliegenden Boden, dem Hauseingang oder der Treppe bündig abschließen.
  3. Für die erforderliche Stabilität wird eine 15 cm dicke Schotterschicht ausgebracht, die mit einer 5 cm dicken Schicht aus Verlegesand bedeckt wird. Damit ist sichergestellt, dass die Betonplatten für die Unterkonstruktion präzise ausgerichtet werden können.
  4. Die Betonsteine werden idealerweise in einem Abstand von 40 cm bis 50 cm verlegt. So wird ausgeschlossen, dass sich die Traghölzer später durchbiegen. Dabei liegen die äußeren Platten genau am Rand der Terrassenfläche. Die gespannte Richtschnur dient dabei als Orientierung.
  5. Mithilfe der Wasserwaage, einer Richtlatte und eines Gummihammers werden nun die Platten so nivelliert, dass ein Gefälle von 2° bzw. 15 % vom Haus Richtung Garten entsteht zur Entwässerung.
  6. Wird eine besonders harte Holzart verarbeitet, ist nun der Zeitpunkt gekommen, die Löcher für die Schrauben vorzubohren.
  7. Da die Holzdielen vorzugsweise parallel zum Haus verlegt werden, positioniert der erfahrene Heimwerker die Tragehölzer in Querrichtung. Da Feuchtigkeit der größte Feind der Holzdielen ist, werden die Auflagepunkte vor dem Verschrauben mit den Betonplatten mit Neoprenfolie zusätzlich isoliert. Ist geplant, eine LED-Beleuchtung in die Beplankung zu integrieren, werden die entsprechenden Zu- und Ableitungen jetzt verlegt und markiert.
  8. Jetzt steht die Unterkonstruktion und die Holzdielen können darauf verlegt werden. Bei der ersten Diele wird dabei ein Fugenabstand zum Haus von 5 mm eingehalten. Jetzt macht sich bezahlt, Holzdielen mit Nut-Feder-Verbindungen gewählt zu haben, denn diese werden einfach ineinander gesteckt. Wer sich für normale Holzplanken entschieden hat, braucht jetzt nicht die Flinte ins Korn zu werfen, weil sie verrutschen, sondern nimmt eine oder zwei Gurtbandzwingen zur Hand. Diese halten die Holzplanken fest zusammen, sodass sie problemlos mit den Balken der Unterkonstruktion verschraubt werden können. Wichtig ist, einen Verlegeabstand von 3 mm bis 5 mm einzuhalten, was für die erforderliche Luftzirkulation sorgt und dem Holz ausreichend Raum gewährt, zu 'arbeiten'. Kleine Plättchen zwischen den Planken tragen dazu bei, den erforderlichen Abstand einzuhalten.
  9. Terrassenholz MaserungDie Belagsplanken werden an jedem Ende mit zwei Edelstahlschrauben befestigt.
  10. Sind alle Holzdielen befestigt, werden die Löcher für die LED-Leuchten gebohrt, wobei dieser Arbeitsgang mit einem Zylinderbohrer mit Lochsägen-Aufsatz besonders leicht von der Hand geht. Steckverbindungen montieren und die Leuchtengehäuse mithilfe der Klammern befestigen. Dank der unter den Planken automatisch zuschnappenden Federn ist ein zusätzliches Verschrauben nicht erforderlich.
  11. Hinsichtlich der Randgestaltung kann der kreative Hobbygärtner seiner Fantasie freien Lauf lassen. Befindet sich die neue Holzterrasse nah am Boden, ist eine dekorative Randgestaltung mit großen Natursteinen eine schöne Idee, die mit Stauden bepflanzt werden. Holz- oder farbige Betonpalisaden sind ebenfalls denkbar, wobei hier unbedingt auf einen Dehnungsabstand zur Terrasse von 2 cm geachtet werden sollte. Eine einfache und trotzdem dekorative Lösung ist die Verwendung der Bodendielen als Sockelblenden. So wird ein harmonisches Bild geschaffen und die Unterkonstruktion unsichtbar. Idealerweise schließen diese Blenden bündig mit dem Terrassenrand ab.
  12. Jetzt ist die Arbeit bald geschafft, denn nur noch einige Feinarbeiten sind zu erledigen. So wird kontrolliert, ob keine Schraubenköpfe hochstehen, um diese bei Bedarf festzuziehen. Außerdem werden sämtliche Ecken und Kanten geschliffen, damit sich niemand daran verletzen kann. Dann spricht nichts mehr dagegen, die Gartenmöbel, Pflanzkübel und andere Dekorationen auf der neuen, selbst gebauten Holzterrasse aufzustellen.
Holzterrasse vor Vergrauen schützen

Holz streichenFür welche Holzart auch immer sich der Gartenfreund entschieden hat; früher oder später setzt der unvermeidliche Alterungsvorgang ein, der sich vor allem in einer gräulich, silbrigen Verfärbung, kleinen Rissen und anderen witterungsbedingten Einflüssen zeigt, wie einem Moos- oder Algenbelag. Hat der fleißige Hobbygärtner den ganzen Arbeitsaufwand auf sich genommen, seine Holzterrasse selber zu bauen, ist es ratsam, diese von Beginn an zu schützen. Sehr gut bewährt hat sich in dieser Hinsicht Terrassenöl, das es für nahezu jede bekannte Holzart zu kaufen gibt:
  • hoher UV-Schutz
  • kein Vergrauen
  • weniger Witterungseinflüsse
  • vorbeugend gegen Grünbelag
  • entwickelt keine Geruchsbelästigung
Ob für Bangkirai, Douglasien, Lärchen, Teak oder andere Holzarten; Terrassenöl gibt es in zahlreichen Farbtönen und abgestimmt auf die Eigenschaften der jeweiligen Holzart.

Mit einer selbst gebauten Holzterrasse der Natur ein Stück näher

Eine schön gestaltete Holzterrasse lädt zum Verweilen ein und gibt dem unermüdlichen Hobbygärtner und seiner Familie Gelegenheit, die Schönheit des Gartens zu genießen. Gegenüber nüchternen Beton- oder Fliesenterrassen, stellen diejenigen aus Holz eine spürbar engere Verbindung zur Natur dar. Mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Bauanleitung kann jeder Gartenfreund seine neue Holzterrasse selber bauen. Das spart nicht nur bares Geld, sondern lässt jede Menge Freiraum bei der individuellen Gestaltung. An erster Stelle steht die Auswahl der bevorzugten Holzart, der eine präzise Planung folgt, bevor es Schritt für Schritt der eigenhändig gebauten Holzterrasse entgegengeht. Zum Schluss erhält sie noch mithilfe von Terrassenöl einen wirksamen Schutz gegen unerwünschte Witterungseinflüsse und Verfärbungen.


Tipps für Schnellleser
Tipps für Ihre Holzterrasse

- Zuerst die Holzauswahl treffen.
- Dauerhaftigkeitsklassen unterstützen die Entscheidung.
- FSC-Zertifizierung garantiert Nachhaltigkeit.
- Tropenhölzer sind widerstandsfähiger, aber teuer.
- Verwechslungsgefahr bei Teak-Holz beachten.
- Heimische Holzarten sind umweltbewusst und preiswert.
- Thermobehandeltes heimisches Holz erübrigt Kauf von Tropenholz.
- Thermoholz nicht geeignet für Unterkonstruktion.
- WPC-Dielen als Kombination aus Holz und Kunststoff.
- WPC-Dielen in vielen Farben erhältlich.
- Präzise Planung ist unerlässlich.
- Integrierte LED-Beleuchtung rechtzeitig einplanen.
- Richtschnur spannen zur Orientierung.
- Fläche ausheben.
- Mit Schotter und Verlegesand füllen.
- Betonsteine im Abstand von 40 cm bis 50 cm verlegen.
- Nivellieren mit 2° Gefälle vom Haus weg.
- Zum Verschrauben ausschließlich Edelstahlschrauben verwenden.
- Fugenabstand zum Haus 5 mm.
- Verlegeabstand der Dielen 3 mm bis 5 mm.
- Holzdielen mit Nut-Feder-Verbindung bevorzugen.
- Harte Holzarten vorbohren.
- Geeignete Randgestaltung: Palisaden, Natursteine, Sockelleisten.
- Ecken und Kanten glatt schmirgeln.
- Terrassenöl beugt Verwitterung und Vergrauen vor.
kontakt gd 300 flWir sind für Sie da! Schreiben Sie uns eine eMail, hinterlassen Sie uns eine Nachricht auf der Gartendialog-Mailbox unter 037601 - 20741 oder senden Sie eine SMS an 0163 - 7680384. Wir melden uns schnellstmöglich zurück.

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