Quecken im Rasen entfernen - das Unkraut richtig bekämpfen

QueckeQuecken auch als Haargerste, Schnürgras oder Kriechquecke bekannt, sind ausdauernde krautige Wurzelunkräuter aus der Familie der Süßgräser. Einige Arten entwickeln lange, unterirdische Rhizome, die die Fähigkeit besitzen, an jedem einzelnen Knoten Wurzeln zu bilden. Selbst aus kleinen Wurzelresten können sich wieder neue Pflanzen entwickeln. Deshalb ist es bei der Bekämpfung besonders wichtig, alle Wurzelreste komplett aus dem Boden zu entfernen. Quecken bilden aufrechte, kahle oder herabhängende Halme und können je nach Art bis zu 120 cm groß werden. Die Verbreitung erfolgt über  Ausläufer, die diese Pflanze massenhaft bildet.




Steckbrief
  • Wissenschaftlicher Name: Agropyrum repens L
  • Gehört zur Pflanzenfamilie der Süßgräser
  • Erreicht je nach Art Wuchshöhen zwischen 40 und 120 cm
  • Verwendung als Heilkraut
  • Quecke ist flach wurzelnd
  • Sie bildet lange unterirdische Rhizome
  • Stark ausläuferbildend
  • Vermehrt sich außergewöhnlich stark
  • Blüht von Juni bis September
  • Wächst auf Brachland, in Gärten und Äckern
  • Mechanische Bekämpfung
Ausstechen

Bei vereinzeltem Auftreten von Quecken wird häufig das Ausstechen mit einem scharfen Messer oder einem speziellen Unkrautstecher empfohlen. Am besten beginnt man damit, bevor die Quecke blüht bzw. Samen bildet, denn sie breitet sich nicht nur über Ausläufer aus, sondern vermehrt sich auch über Samen. Beim Ausstechen sollte man immer versuchen, so viel Wurzelwerk wie möglich mit zu entfernen, am besten natürlich die komplette Wurzel. Restlos lässt sich diese hartnäckige Pflanze durch Ausstechen aber nicht entfernen. In der Regel bleiben dabei immer vereinzelte Wurzelreste im Boden zurück, woraus sich wieder neue Pflanzen entwickeln. Dazu reichen selbst kleinste Wurzelreste aus.

Umgraben nicht empfehlenswert

Die Quecke durch Um- oder Ausgraben zu entfernen ist wie das Ausstechen nur bedingt bzw. gar nicht zu empfehlen. Zum einen werden hierbei die Wurzeln regelrecht zerstückelt und so die Ausbreitung eher unterstützt als verhindert. Zudem sieht die Rasenfläche danach nicht wirklich besser aus.
Wenn man es trotz allem versuchen möchte, nimmt man anstelle eines Spatens besser eine Schaufel und folgt dem Verlauf der Wurzel, um diese schließlich zu entfernen. Dabei sollte man sehr vorsichtig vorgehen, da die Wurzeln relativ leicht abreißen und dann kaum noch zu finden sind. Auch hierbei bleiben immer Wurzelteile im Boden zurück, die dann wieder problemlos in der Lage sind, neue Ausläufer zu bilden und eine weitere Ausbreitung dieses Unkrauts begünstigen.

Tipp - Wenn beim Umgraben nicht äußerst penibel vorgegangen wird, bewirkt sie eher das Gegenteil, von dem was eigentlich damit erreicht werden soll. In der Regel ist von dieser Methode eher abzuraten.

QueckenPlastikfolie auslegen
  • Manch Hobbygärtner hat mit lichtundurchlässiger Folie gute Erfolge erzielt.
  • Diese Methode der Bekämpfung ist recht langwierig.
  • Nach dieser Behandlung muss der Rasen neu angelegt werden.
  • Ein gleichzeitiges Absterben von Rasengräsern, ist dabei nicht zu vermeiden.
  • Man bedeckt die betreffende Fläche komplett mit dunkler Folie.
  • An den Rändern beschwert man diese mit Steinen, Holzbalken oder Ähnlichem.
  • Weder Regen noch Sonnenlicht dürfen danach bis zum Boden durchdringen.
  • Die Folie bleibt für die Dauer von mindesten einer Gartensaison liegen.
  • Besser ist es, sie 6-12 Monate liegen zu lassen, je länger desto besser.
  • Im besten Falle stirbt die komplette dabei Quecke ab.
  • Nach dieser Zeit wird die Folie wieder entfernt.
  • Anschließend die Fläche gründlich mit einem Grubber bearbeiten.
  • Alle abgestorbenen Pflanzenreste sorgfältig entfernen.
  • Im Anschluss daran kann wieder neu ausgesät werden.
Tipp - Bei der Neuaussaat sollte man unbedingt auf qualitativ hochwertiges Saatgut achten, um einen erneuten Bewuchs mit Quecke oder anderen robusten Unkräutern zu vermeiden.

Bekämpfung mit chemischen Mitteln (Herbiziden) (nicht empfehlenswert!)

Totalherbizides Renofluid Royal
Wenn herkömmliche Mittel keinen Erfolg gebracht haben, bleibt meist nur noch die Neuanlage des Rasens beispielsweise unter Zuhilfenahme des Herbizids Renofluid Royal. Diese Methode ist bei einem sehr starken Unkrautbewuchs im Rasen häufig die sicherste und erfolgversprechendste.
Zunächst muss der alte Rasen entfernt werden, etwa drei Wochen, bevor man mit der Neuaussaat beginnen kann. In diesen drei Wochen wird der Rasen nicht mehr geschnitten. Wenige Stunden vor dem Ausbringen dieses Herbizids, vorzugsweise bei warmer Witterung, soll die Fläche bewässert werden. Anschließend wird das Herbizid entsprechend den Anweisungen des Herstellers ausgebracht.
Nach etwa 1-3 Wochen, je nach Temperatur und Witterung, sind sowohl die Gräser als auch die Quecke und andere Rasenunkräuter braun, d.h., sie sind abgestorben. Nun kommt der wichtigste Teil, der Rasenfilz muss gründlich entfernt werden. Dazu muss die Fläche tief vertikutiert werden. Dabei wird der Rasenfilz an der Bodenoberfläche aufgerissen und der Boden oberflächlich gelockert. Beim Vertikutieren unbedingt auch über Kreuz arbeiten.

Nach dem Vertikutieren wird der komplette Rasenfilz mit einem Rechen oder Rasenkamm gründlich entfernt, sodass die offene Erde zum Vorschein kommt. Mögliche Unebenheiten können anschließend mit scharf gewaschenem Sand oder einem Sand-Erde-Gemisch korrigiert werden. Nun kann mit der Neuaussaat begonnen werden. Dabei sollte wie bereits erwähnt, unbedingt auf qualitativ hochwertiges Saatgut geachtet werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Richtige Pflege ist das A und O
Ganz verhindern lassen sich Rasenunkräuter sicherlich nicht. Allerdings kann man vorbeugend einiges tun, denn ein gesunder und dichter Rasen ist deutlich weniger anfällig für Quecke und Co. Hier spielt die richtige Pflege des Rasens eine entscheidende Rolle, denn stimmt die Pflege nicht, können sich Unkräuter wie auch die Quecke sehr schnell ansiedeln und ausbreiten.

Zur richtigen Pflege gehören das Wässern des Rasens, Düngen, Mähen und Vertikutieren. Am besten wässert man den Rasen einmal wöchentlich. Dabei sollte durchdringend gewässert werden, etwa 10 Liter pro Quadratmeter, sodass das Wasser mindestens 15 cm tief in den Boden einsickern kann. Im Gegensatz zu lehmigen bis tonigen Böden muss auf Sandböden häufiger gewässert werden, im Sommer gegebenenfalls alle zwei Tage. Dabei sollte nie in der prallen Mittagssonne gegossen werden, denn das könnte Verbrennungen der Halme zur Folge haben.

Quecke ZeichnungNeben dem Wässern muss der Rasen regelmäßig, jeweils einmal im Frühjahr und im Herbst, vertikutiert und anschließend von Rasenfilz befreit werden. Nicht minder wichtig ist das Mähen. Das erste Mal im Jahr sollte im April gemäht werden und ab dann regelmäßig. Eine Halmhöhe von etwa 4 cm ist optimal.
Da die Rasengräser beim Mähen auch Nährstoffe verlieren, ist das Düngen ein weiterer wichtiger Schritt zur Gesunderhaltung des Rasens. Etwa 6-8 Wochen nach dem ersten Schnitt sollte gedüngt werden und dann noch einmal im Sommer und ein letztes Mal im Herbst. Wird gar nicht oder zu wenig gedüngt, bekommt die Rasenfläche Lücken, in denen sich dann wiederum Moose und vor allem Unkräuter wie Quecke oder Klee ansiedeln können.

Tipp - Zum Wässern des Rasens sind handelsübliche Rasensprenger eine sehr gute und empfehlenswerte Alternative zum Gießen mit der Gießkanne oder dem Gartenschlauch. Mit einem Düngewagen lässt sich Rasendünger wesentlich gleichmäßiger auf dem Rasen verteilen als mit der Hand.

Unkräuter noch vor der Rasenaussaat entfernen
  • Den Wuchs von Rasenunkräutern möglichst von vorneherein unterbinden.
  • Dazu bereits vor der Neuanlage einer Rasenfläche Unkräuter gründlich entfernen.
  • Besonders Quecke, Klee und Löwenzahn so gründlich wie möglich entfernen.
  • Unkräuter entfernen, noch bevor diese blühen bzw. Samen bilden.
  • Dabei immer die komplette Wurzel mit entfernen.
  • Ansonsten ist die Quecke in wenigen Wochen wieder da.
Ursache für den Wuchs von Quecken

Für den Wuchs von Quecken im Rasen kann es unterschiedliche Ursachen geben. Am häufigsten liegt ein Nährstoffmangel vor, denn Rasengräser haben einen relativ hohen Nährstoffbedarf. Bei einem Mangel werden die Gräser schwächer, es bilden sich immer mehr Lücken im Rasen, was wiederum dazu führt, dass sehr anpassungsfähige Unkräuter wie die Quecke die Oberhand gewinnen und sich rasend schnell ausbreiten können. Verstärkt wird das Ganze noch, wenn neben den Nährstoffen auch das Wasser knapp wird.

Eine weitere Ursache für die Bildung und Verbreitung von Quecken ist eine qualitativ minderwertige Rasensaat. Hier ist vor allem das Saatgut 'Berliner Tiergarten' zu erwähnen, welches besonders stark zum Verunkrauten neigt. Bei derartigem Saatgut wird auf schnelles Wachstum gezüchtet, weshalb überwiegend preiswerte Futtergräser darin enthalten sind. Diese Gräser schießen sehr schnell in die Höhe, bilden jedoch keine geschlossene Grasnarbe, wie es bei Rasenflächen eigentlich gewünscht ist.

Tipp - Aufgrund dessen, das sich Quecken sehr schnell ausbreiten, sollte möglichst frühzeitig mit der Bekämpfung begonnen werden. Je länger man damit wartet, desto schwieriger wird es, sie komplett los zu werden.

Häufig gestellte Fragen

Worauf sollte man bei der Verwendung von Unkrautvernichtern achten?
Unkrautvernichter sind chemische Substanzen, die immer nur dann zum Einsatz kommen sollten, wenn alle anderen Maßnahmen erfolglos geblieben sind. Vor dem Kauf sollte man sich unbedingt beraten lassen, welches Mittel gegen welche Unkräuter wirkt. Unkrautvernichter für den Rasen sind in der Regel so konzipiert, dass diese nur gegen bestimmte Unkräuter wirken. Ein Mittel speziell gegen Quecken gibt es allerdings nicht. Dementsprechend kommen hier nur Totalherbizide wie Renofluid Royal infrage. Diese unterscheiden allerdings nicht zwischen Unkraut und Kulturpflanze, sodass sie punktuell eingesetzt werden sollten. Bei der Verwendung derartiger Mittel sollte man sich immer genauestens an die Vorgaben des Herstellers halten. Wichtig ist u.a., dass sie nicht in Gewässernähe ausgebracht werden dürfen.

Kann man Wurzelunkräutern wie Quecken vorbeugen?
Am besten kann man der Bildung von Wurzelunkräutern vorbeugen, indem man den Rasen richtig pflegt, sprich düngen, mähen, gießen und vertikutieren. Ansonsten ist es hilfreich, den Boden bereits vor der Anlage einer Rasenfläche gründlich von sämtlichen Unkräutern zu befreien. Um Quecken dauerhaft aus dem Rasen zu verbannen, sollte ihre Vermehrung unterbunden werden. Da sie sich sowohl über Samen als auch unterirdische Ausläufer vermehren, die im Laufe eines Jahres etwa einen Meter weit in alle Richtungen wachsen können, ist es wichtig, Quecken  konsequent vor der Blüte zu entfernen, ohne dass dabei Wurzelreste im Boden zurückbleiben. Das ist allerdings sehr schwierig.


Tipps für Schnellleser
- Quecken sind hartnäckig und siedeln sich in geschwächtem Rasen an.
- Möglichst frühzeitig entfernen.
- Ausstechen und Umgraben nur bedingt empfehlenswert.
- Wurzeln werden dabei zerstört, was eine weitere Ausbreitung begünstigt.
- Plastikfolie mindestens 6-12 Monate auf der Fläche liegen lassen.
- Nach dem Entfernen der Folie, Boden mit Grubber bearbeiten und Rasenfilz entfernen.
- Bei starkem Befall alten Rasenbestand entfernen und neu anlegen.
- Dabei kann das Herbizid Renofluid Royal zum Einsatz kommen.
- Rasen konsequent auf Rasenunkräuter kontrollieren.
- Vorbeugend Rasen regelmäßig mähen, düngen, wässern und vertikutieren.
- Nach dem Vertikutieren Rasenfilz gründlich entfernen.
- Nur qualitativ hochwertige Rasensaat verwenden.
- Vor Neuanlage einer Rasenfläche, den Boden gründlich von Unkräutern befreien.
- Wurzelreste gründlich aus dem Boden entfernen.
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