Himbeeren düngen: 5 Hausmittel | Kaffeesatz, Brennesseljauche & Co

Himbeeren düngen Himbeeren sind sehr beliebt in unseren Gärten. Das ist sicherlich dem guten Geschmack und der einfachen Pflege zu verdanken. Bezüglich ihres Düngeranspruches sind die Beerensträucher recht bescheiden. Aber ganz ohne zusätzliche Nährstoffe kommen auch diese Beerensträucher nicht aus, um eine gute Ernte zu garantieren. Welche Hausmittel sich eignen, Himbeeren zu düngen, haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.


Zeitpunkt

Nicht nur die Zusammensetzung des Düngers, sondern auch der Zeitpunkt der Düngung hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Pflanze sowie eine reichhaltige Ernte. Generell werden Himbeerpflanzen bereits beim Pflanzen gedüngt. Weitere Düngergaben sind dann bei nährstoffarmen Böden im Frühjahr und eventuell noch einmal im Spätsommer sinnvoll.
Düngung im Frühjahr
  • Zeitpunkt: April bis spätestens Anfang Mai
  • noch vor der Blüte
  • niemals während der Fruchtreife düngen
  • sonst werden die Früchte wässrig

Zweite Düngung

Zu viel Dünger ist fast noch schädlicher als zu wenig. Deshalb ist eine zweite Düngung lediglich auf sehr mageren Böden angebracht. Diese erfolgt nach der Fruchtperiode im Juli oder August und dient dazu, der Pflanze Kraft für den bevorstehenden Winter zu geben.
  • nach der Fruchtreife
  • einmal tragende Himbeeren oder Sommerhimbeeren: Mitte bis Ende Juli
  • Herbsthimbeeren oder mehrfach tragende Sorten: August
  • Dünger darf nur wenig Stickstoff enthalten
  • spät tragende Sorten kein zweites Mal düngen

Dünger ausbringen

Beim Düngen gilt natürlich, die entsprechende Form (fest, flüssig) sowie die Witterungseinflüsse zu berücksichtigen.

Himbeeren düngen - FlüssigdüngerFlüssigdünger:
  • ziehen schnell ein
  • Nährstoffe liegen in wasserlöslicher Form vor
  • sind sofort für die Pflanze verfügbar
  • werden schnell vom Regen ausgewaschen
  • halten daher nicht lange vor
  • mehrfache Düngung im wöchentlichen Rhythmus
  • Dauer: maximal 4 Wochen (im Frühjahr)
Feste Dünger:
  • die Nährstoffe müssen meist noch durch Verrottung freigesetzt werden
  • ins Erdreich einarbeiten
  • geben Nährstoffe nur langsam frei
  • gelten als Langzeitdünger
  • einmalige Düngung

  Tipp: Düngen Sie niemals bei starker Sonneneinstrahlung, da der Dünger die Pflanze sonst verbrennt. Starker Regen wäscht die Nährstoffe womöglich gleich wieder aus. Am effektivsten für die Pflanze ist ein bewölkter, aber regenfreier Tag.

Himbeeren mit Hausmitteln düngen

Grundsätzlich ist zu beachten, dass ein Dünger ohne Chlorid verwendet wird, denn Himbeeren vertragen diesen Stoff nicht besonders gut. Alle Hausmittel, die Kochsalz enthalten, sind daher ungeeignet. Verzichten Sie ebenfalls darauf, den Boden zu kalken oder Substanzen einzubringen, die den pH-Wert erhöhen. Hohe Kalkgehalte im Boden verhindern die Wuchskraft der Pflanze und erniedrigen den Ertrag. Bewährt haben sich Hausmittel, von denen Sie problemlos auch größere Mengen herstellen können und bei deren Verwendung es nicht schnell zu einer Überdosierung kommt. Organische Dünger, die sich langsam im Boden zersetzen, sind daher ideal.

Brennnesseljauche

Himbeeren düngen - BrennnesseljaucheBrennnesseln benötigen zum Wachstum besonders viel Stickstoff. Aus diesem Grund ist das verrottende Pflanzenmaterial auch ein guter Stickstofflieferant und kann als natürlicher Dünger für Himbeeren verwendet werden. Zum Ansetzen einer Jauche werden die grob zerkleinerten Blätter und Stängel in einem Eimer oder Bottich gerade eben mit Wasser bedeckt und je nach Temperatur ein bis zwei Wochen stehen gelassen.
  • alle Pflanzenteile bis auf Wurzeln geeignet
  • grob zerkleinern
  • Gefäß aus Kunststoff oder Holz verwenden (kein Metall)
  • mit Wasser bedecken
  • mit einem Brett oder Deckel abdecken
  • nicht luftdicht verschließen
  • beim Verrotten bilden sich Gase
  • täglich umrühren
Die Brennnesseljauche ist einsatzbereit, wenn der Schaum, der sich auf der Flüssigkeit im Eimer bildet, nicht weiter steigt. Zum Düngen der Himbeersträucher wird sie im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und an die Wurzeln der Pflanzen gegossen. Verwenden Sie Brennnesseljauche wegen des hohen Stickstoffgehaltes nur in niedrigen Dosierungen und ausschließlich im Frühjahr.

Kaffeesatz

Eine günstige Alternative zu gekauften Düngern für Beerensträucher ist Kaffeesatz. Er ist reich an Stickstoff, Phosphor, Kalium und anderen Mineralstoffen und dazu noch besonders günstig, da er als Abfallstoff anfällt. Das erkaltete Pulver kann im Frühjahr in den Boden eingearbeitet werden. Da Kaffeesatz sehr schnell schimmelt, sollte er nicht frisch verwendet werden, da das nasse Pulver klumpt und schimmelt. Breiten Sie den Kaffeesatz lieber auf einem Zeitungspapier aus und legen ihn zum Trocknen an eine gut belüftete Stelle. Zum Düngen sollte der Kaffeesatz gut in die Erde eingearbeitet werden.
  • Himbeeren düngen - Kaffeesatzzunächst trocknen
  • einige Wochen lagerfähig (in geschlossenem Gefäß)
  • frisch nur beim Einpflanzen oder Umtopfen verwenden
  • wirkt als Langzeitdünger
  • zieht Regenwürmer an
  • lockert den Boden auf
  • hält den pH-Wert im Boden optimal (leicht sauer)
  • gute Kaliumquelle (auch für eine Herbstdüngung geeignet)
  • Geruch schreckt Schädlinge ab

Holzasche

Holzasche ist ein guter Nährstofflieferant und eignet sich unter bestimmten Umständen auch zum Düngen von Himbeersträuchern. Allerdings erhöht die Holzasche durch den hohen Anteil von Kalzium den pH-Wert im Boden. Da Himbeeren jedoch einen Boden-pH von 5,5 bis 6, also leicht sauer, bevorzugen, sollten nur saure Böden mit Holzasche versetzt werden - und auch nur in geringem Maße. Der Vorteil von Holzasche liegt auf der Hand: Sie kann problemlos selbst hergestellt werden und ist gut lagerfähig. Möchten Sie Holzasche aus einer Feuerstelle für die Düngung von Pflanzen in Ihrem Garten verwenden, sollten Sie darauf achten, dass das Holz nicht behandelt oder bearbeitet wurde. Ungeeignet sind für die Düngung der Himbeersträucher:
  • Himbeeren düngen - Holzaschelasiertes oder lackiertes Holz
  • imprägnierte Bretter oder Latten
  • Holzkohle oder Briketts (enthalten oft Schwermetalle)
Nutzen Sie also nur unbehandeltes Holz, beispielsweise Scheite für den Holzofen im Haus. Um keine Stoffe hinzuzufügen, die die Himbeeren nicht vertragen, sollten Sie keine herkömmlichen Grill- oder Ofenanzünder benutzen, sondern lediglich schadstofffreie Holzwolle oder Papier (keine bunt bedruckten Zeitschriften oder Hochglanzmagazine).
  • maximal 30 g Holzasche pro Quadratmeter
  • bei starkem Wind in Wasser aufschlämmen

Kochwasser von Kartoffeln und Gemüse

Ein altes Hausmittel zum Düngen von Himbeeren ist das Wasser, in dem Kartoffeln oder Gemüse gekocht wurden. Während des Kochvorganges lösen sich Mineralstoffe und andere Nährstoffe aus dem Gemüse im Wasser. Sie müssen nach dem Kochen nur das Wasser auffangen und abkühlen lassen. Anschließend können Sie Ihre Himbeersträucher damit gießen. Da sich keine hohen Mengen an Nährstoffen aus den Kartoffeln oder dem Gemüse herauslösen, sollten Sie während der Wachstumsperiode im wöchentlichen Rhythmus mit dem Sud gießen.

  Tipp: Himbeeren vertragen keine hohen Salzgehalte und Chlorid, das Bestandteil von Kochsalz ist. Verwenden Sie daher ausschließlich ungesalzenes Kochwasser zum Düngen Ihrer Himbeeren.

Kompost

Himbeeren düngen - KompostIn der Natur wachsen Himbeeren im Wald oder in der Nähe von Wäldern. Ein guter Waldboden ist ein hervorragender Lieferant für Nährstoffe, die ein Himbeerstrauch benötigt. Waldböden haben einen hohen Humusanteil, der aus Laub, Holz und abgestorbenen Pflanzen besteht und durch Bodenorganismen zersetzt werden. Die meisten Böden im Garten sind für Himbeeren zu mager oder enthalten zu wenig Humus, der nicht nur wichtige Nährstoffe liefert, sondern auch eine optimale Umgebung für die Pflanze schafft, da er beispielsweise das Wasser gut speichert. Ein optimaler Dünger für Himbeeren ist daher reifer Kompost, der ohnehin in vielen Gärten anfällt.
  • im Frühjahr oder Herbst in den Boden einarbeiten
  • bereits bei der Pflanzung verwenden
  • keine Überdüngung möglich
  • nicht bei zu Staunässe neigenden Böden verwenden
Fazit
Um Himbeeren zu düngen, eignen sich vor allem organische Dünger. Als Hausmittel sind daher pflanzliche Ausgangsstoffe perfekt, die langsam in der Erde verrotten und die Nährstoffe über eine Dauer von Monaten freigeben. Vorsichtig sollten Sie bei allen Hausmitteln sein, die hohe Salzgehalte enthalten oder den pH-Wert im Boden erhöhen.


Tipps für Schnellleser
Tipps für Schnellleser
- Himbeeren bevorzugen humosen Boden und moderate Nährstoffgehalte
- die Pflanzen wachsen ursprünglich auf Waldböden
- vertragen keine hohen Salzgehalte
- vorzugsweise organische Dünger verwenden
- günstig sind Abfälle aus Haus und Garten
- perfekt ist reifer Kompost (als Humuslieferant)
- Zeitpunkt: im Frühjahr (April)
- eventuell ein zweites Mal nach der Ernte (spätestens Anfang August)
- Dauer: einmalig bei festen Düngern
- auch Holzasche ist ein guter Nährstofflieferant
- Holzasche nur in geringen Mengen einsetzen (erhöht den pH-Wert im Boden)
- Flüssige Hausmittel: Brennnesseljauche, Abkochwasser von Gemüse und Kartoffeln
- kann auch wöchentlich in kleinen Dosen gegeben werden
- nicht während der Fruchtreife düngen
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