Jalapeños und Habanero Pflanzen im Garten anbauen

Chili anbauenScharfe Paprika werden gern angebaut, Jalapeños und Habaneros gehören dazu. Die kleinen bis mittelgroßen Jalapeños wurden nach einer mexikanischen Stadt benannt, nach Xalapa. Es sind typische Vertreter der Art Capsicum annuum, also des Spanischen Pfeffers. Habaneros stammen nicht, wie häufig vermutet aus Havanna, also aus Kuba, sondern von der Halbinsel Yucatan, wo sie auch heute noch angebaut werden. Sie sind etwa 50 Mal schärfer als Jalapeños und wirklich mit Vorsicht zu genießen. Beide Pflanzenarten kann man auch bei uns anbauen, wobei es Sorten gibt, die sich besser oder eben auch schlechter eignen. Wichtig sind Wärme und möglichst viel Sonne. In der Regel werden die Pflanzen im mitteleuropäischen Klima nicht so groß, aber es gibt meist eine recht gute Ernte. Viele der Gewächse sehen mit den Früchten sehr attraktiv aus und scharf werden diese auch bei uns.

Tipp - Im Umgang mit den Früchten sollten Handschuhe getragen werden, denn auch die Haut wird extrem gereizt. Niemals in die Augen oder die Nase fassen, wenn man zuvor die Früchte oder Kerne in der Hand hatte.




Kurzer Steckbrief der Jalapeños
  • Ca. 1,5 m hoch
  • Meist weiße Blüten
  • Varietäten mit teilweise oder komplett violetten Blüten
  • Etwa 30 Früchte pro Pflanze
  • Zwischen Bestäubung und ausgereifter Frucht – 70 bis 80 Tage
  • Frucht in der Regel 7 bis 8 cm lang, schmal, bis 2 cm dick
  • Unterscheidungsmerkmal zu anderen Sorten – deutlich abgerundete Spitze
  • Unreife Früchte meist grün, reife rot
  • Zuchtformen – dunkel-violett bis schwarze oder weiße Früchte
  • Dickfleischige Früchte
  • Überdurchschnittlich viele Samen
  • Häufig Verkorkungen, wie bräunliche Risse aussehend, keine Beeinträchtigungen
  • Schärfe auf Scoville-Scala zwischen 2.500 und 8.000 Einheiten.
Kurzer Steckbrief der Habaneros
  • Pflanzenart Capsicum chinese
  • Außergewöhnliche Schärfe, gehören zu den schärfsten Chilis
  • Stammen nicht aus Havanna (Kuba), sondern eher von der Halbinsel Yucatan
  • Bis 1,2 m hohe Pflanze
  • Wird etwa 6 Jahre alt
  • 2,5 bis 6 cm lange Früchte in gelb, orange, rot oder braun
  • Viele neue Sorten
  • Tropisch-fruchtiges Aroma
  • Aussehen – wie Minipaprika mit Falten, meist in Laternen- oder Lampionform, selten spitz zulaufend
  • Braucht meist etwa 100 Tage bis zur Ausreifung
  • Habaneroschoten 100.000 bis 500.000 Einheiten
Chilis, Jalapeños und Habaneros im Garten anbauen

Ideal zum Anbau dieser scharfen Paprikasorten ist ein Gewächshaus, aber auch wer keines besitzt, kann die lecker-scharfen Früchte anbauen. Zwar werden die Pflanzen bei uns nicht so groß wie in wirklich warmen und sonnigen Ländern, aber sie bilden doch einige Früchte aus und sie werden je nach Sorte auch recht scharf.

Anzucht

Habanero anbauenSamen für die Anzucht kauft man am besten bei Saat-Spezialversandhändlern oder in Saatgeschäften im Urlaubsland. Beim Kauf von Samen auf die Reifezeiten achten. Sie dürfen nicht zu lang sein. Ideal sind Sorten mit 70 Tagen Reifezeit, 80 Tage gehen noch, bei 90 Tagen wird es schon etwas kritisch. Dafür muss man sehr früh aussäen und auch nachreifen lassen. Hier ist ein beheiztes Gewächshaus ideal.

Alternativ kann man natürlich auch im Urlaub Früchte kaufen und die Samen mit nach Hause nehmen. In Deutschland sind Asia-Läden eine gute Quelle. Diese bieten häufig recht scharfe Früchte an. Außerdem gibt es viele Fans der Früchte, mit denen kann man tauschen oder abkaufen. Nach der ersten Ernte können die eigenen Samen genutzt werden.

Tipp - Zieht man unterschiedliche Sorten, kann es zu Kreuzungen kommen. Die Nachzuchten können unter Umständen völlig andere Pflanzen und Früchte hervorbringen.
  • Mindesttemperaturen für die Keimung mindestens 20 bis 22°C, besser höher
  • Ein beheizbares Anzuchtgefäß vereinfacht und beschleunigt die Keimung
  • Alternativ eine thermostierte Keimbox nutzen
  • Bei nicht idealen Lichtverhältnissen eine Pflanzenleuchte verwenden
  • Aussaaterde nutzen, die ist keimfrei
  • Alternativ Torfkultursubstrat, Agro-Perlite und Vermiculit mischen
  • Samen vorbehandeln
  • 24 Stunden einweichen
  • Schwimmen sie danach immer noch, weitere 24 Stunden einweichen
  • Ein bis zwei Tropfen Spülmittel in das Glas geben
  • Warm stellen, am besten bei etwa 28°C
  • Wasser alle 12 Stunden tauschen, um Fäulnis zu vermeiden
  • Habaneros haben eine Keimdauer von etwa 4 Wochen, hier sollte man Mitte Februar mit der Aussaat beginnen
  • Jalapeños keimen nach 7 bis 21 Tagen, man beginnt Ende Februar, Anfang März
  • Viele Chilis keimen schon nach einer Woche, weshalb man hier erst Mitte März startet
Tipp - Wer ein beheizbares Gewächshaus zur Verfügung hat, kann schon Mitte Januar aussäen. Dann werden die Früchte garantiert reif. Wer das nicht hat, sollte bis etwa Mitte März warten und Sorten mit frühem Fruchtansatz wählen.

Wer eine Packung Samen gekauft hat, kann meist darauf lesen, ob es sich bei den Samen um Licht- oder Dunkelkeimer handelt. Nicht alle Sorten sind da gleich. In der Regel ist es so:
  • Jalapeños – Lichtkeimer – nicht mit Erde bedecken, nur andrücken
  • Habaneros – Lichtkeimer – nicht mit Erde bedecken, nur andrücken (es gibt definitiv Ausnahmen)
  • Chilisamen 3 bis 4 Millimeter mit Erde bedecken
  • Samen einzeln in die Saattöpfchen geben
  • Gefäße mit Glasscheibe oder Kunststoffplatte abdecken
  • Warm und hell stellen, am besten über 22°C, besser 25 bis 30°C, keine Sonne
  • Erde leicht feucht halten. Sie darf nie austrocknen, aber auch nicht zu nass sein.
  • Wichtig ist ausreichend Licht, sonst vergeilen die Sämlinge
  • Beim einzelnen Aussäen erspart man sich das Vereinzeln, ansonsten müssen sie pikiert werden, sobald die Pflanzen ihr zweites Paar echte Blätter gebildet haben
Pflanzsubstrat

Entweder beim Pikieren oder dem Umsetzen der Sämlinge wird ein neues Substrat verwendet. Man kann normales Substrat nutzen, aber Perlite oder groben Sand untermischen, damit es durchlässiger wird. Wasserstau muss unbedingt vermeiden werden. Eine Drainage im Topfboden verhindert, dass überschüssiges Wasser nicht ablaufen kann.
  • Durchlässige Erde
  • Perlite oder groben Sand untermischen
  • Nährstoffreich – Urgesteinsmehl und reifen Kompost untermischen
  • Gefäße immer eine oder zwei Nummer größer wählen
  • Drainage im Topf ist hilfreich
  • Am Ende ein 8 Liter fassendes Gefäß verwenden, das ist in der Regel ausreichend
  • Zierchilis kommen meist mit deutlich kleineren Gefäßen aus
  • Bei starkwüchsigen Sorten bis 30 Liter nutzen
Standort

chili sortenIn milden Gegenden können die Pflanzen ins Freie gepflanzt werden. Sie benötigen dann einen sehr sonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Ausgepflanzt wird frühestens nach den Eisheiligen. Wichtig sind ausreichend Pflanzabstände, je nach Sorte zwischen 30 und 60 cm, bei starkwachsenden Sorten noch etwas mehr.
Die meisten Chilis, Jalapeños und Habaneros bleiben in ihren Gefäßen. So kann man sie selbst auf einem hellen Fensterbrett kultivieren, ebenso auf dem Balkon (Südlage) oder der Sonnenterrasse. Bekommen die Pflanzen nicht genügend Sonne, was ja auch am Wetter liegen kann, reifen die Früchte nicht aus. Am besten stehen die Gewächse regengeschützt. Alternativ können sie mit Folien abgedeckt werden.
  • Auspflanzen erst nach den Eisheiligen
  • Unbedingt sonnig, warm und windgeschützt
  • Auch Gefäße dementsprechend aufstellen
  • Am besten auch vor Regen schützen
Tipp - Junge Pflanzen nicht gleich in die volle Sonne stellen, denn das sind sie nicht gewöhnt und es kann zu Verbrennungen kommen. Besser ist, sie langsam an die Sonne zu gewöhnen.

Pflege

Egal welche Paprikaart man gewählt hat, alle mögen keine nassen Füße. Deshalb sollte mit Bedacht gegossen werden. Bei zu viel Nässe faulen die Wurzeln und das recht schnell. Völlig austrocknen sollte das Substrat allerdings nicht. Ungünstig sind auch starke Schwankungen, also erst lange kein Wasser und dann gleich wieder viel.

Nährstoffe sind wichtig, aber auch beim Düngen ist Vorsicht geboten. Zu viel Dünger verbrennt die zarten Wurzeln. Am besten gibt man einen Langzeitdünger schon beim Pilieren zur Erde. Nach 2 Monaten ist dieser verbraucht und das ist meist die Zeit, in welcher die Pflanzen zu blühen beginnen. Dann kann noch einmal nachgedüngt werden, hauptsächlich Phosphor und Kalium. Stickstoff wird dann kaum noch benötigt.

Die Temperaturen sollten hoch sein, so hoch es im Sommer im Freien eben geht. Nachttemperaturen unter 5°C sind ungünstig. Sinken die Temperaturen derartig, sollte man die Pflanzen lieber ins Haus holen bzw. schützen.
  • Mit Bedacht gießen und Düngen
  • Nicht austrocknen lassen, aber auch nicht zu nass halten
  • Langzeitdünger beim Pikieren oder dem ersten Umpflanzen beigeben
  • Nach 2 Monaten Phosphor und Kalium düngen
  • Auf möglichst hohe Temperaturen achten
  • Keine Temperaturen unter 5°C, alles über 10°C ist ok
Schneiden

Beim Schneiden streiten sich die Gelehrten und sind nicht immer einer Meinung mit den Hobbygärtnern. Prinzipiell kann man sagen, dass stark wachsende Arten und Sorten geschnitten werden sollten. Die Pflanzen werden so buschiger und setzen mehr Blüten an. Schwachwachsende Pflanzen besser nicht schneiden.
Geschnitten wird immer oberhalb eines Wachstumsknotens
Ausgeizen unterlassen

Schneiden vor der Überwinterung

Am besten wird nach der Ernte zurückgeschnitten, man kann es aber auch noch im Frühjahr tun. Der Schnitt vor der Überwinterung hat den Vorteil, dass die Pflanzen kleiner und handlicher sind und man nicht so viel Schmutz im Winterquartier hat. Die Haupttriebe werden in 30 oder 40 cm Höhe abgeschnitten. Wichtig ist, eine buschige Form beizubehalten. Im Frühjahr müssen dann nur noch die Triebe entfernt werden, die trocken und abgestorben sind.

Chilipflanze Überwintern

chili habaneroMeist wird angegeben, dass nur Capsicum frutescens überwintert werden kann, also beispielsweise Cayenne Chili und Tabasco, aber im Prinzip klappt es bei fast allen Sorten. Allerdings lohnt sich der Aufwand bei schnellwachsenden Sorten nicht, zu denen die Jalapeños gehören. Es ist einfacher, sie jedes Jahr neu heranzuziehen.

Die Pflanzen müssen beizeiten eingeräumt werden, möglichst schon, wenn die Temperaturen unter 10°C fallen. Der Platz muss hell und kühl sein. Ideale Temperaturen liegen zwischen 10 und 15°C. Unter 10°C sollten sie nicht fallen, das hat Auswirkungen auf die nächste Ernte. Lieber höhere Temperaturen, bis ca. 20°C, damit kommen die Pflanzen besser klar. Wichtig ist ausreichend Licht. Eine oder mehrere Pflanzenlampen sind da hilfreich.

Man kann die Pflanzen etwas zurückschneiden, muss es aber nicht. Wer Platz genug hat, kann sie wachsen lassen. Gegossen wird sparsam, gerade so viel, dass die Erde nicht völlig austrocknet. Bei zu viel Wasser schimmelt die Erde und fault die Wurzel. Anders herum darf die Wurzel auch nicht austrocknen. Bei beheizten Räumen breiten sich meist innerhalb kürzester Zeit Schädlinge aus, allen voran Blattläuse und Weiße Fliegen. Hier helfen Gelbsticker und das Zurückschneiden der Pflanzen. Die Blätter werden sowieso im Laufe der Zeit abgeworfen und dann verschwinden meist auch die Schädlinge. Gedüngt wird nicht. Im Frühjahr wird umgetopft, in ein etwas größeres Gefäß. Am besten die Erde reichlich austauschen.
  • Beizeiten einräumen, bei Temperaturen unter 10°C
  • Ideal sind Temperaturen zwischen 10 und 15°C
  • Notfalls bis 20°C, aber dann gibt es meist Probleme mit Schädlingen
  • Viel Licht – Pflanzenlampen einsetzen
  • Evtl. vor Einräumen zurückschneiden
  • Wenig gießen, aber nicht austrocknen lassen
  • Je kühler der Standort, umso weniger gießen
  • Nicht düngen
Häufige Fragen

Welche Sorten sind gut zum Kochen geeignet?

Thai Dragon, Californian Wonder, Friggitello, Aji Dulce, Anaheim, Serrano, Thai Orange, Corno di Toro, Jamy Chili, Orange Lantern, Lemon Drop, Tabasco

Welche eignen sich zum Einlegen?

Peter Pepper, Lombardo, Aji Cristal, Friggitello, Orange Lantern, Inferno, Jalapeño, Tennessee Teardrop, Purple Tiger, Jamy, Bishops Crown

Welche Sorten isst man am besten frisch?

Jalapeños, Lombardo, Long Yellow Ringo, Californian Wonder, Friggitello, Anaheim, Apache, Lemon Drop, Tabasco, Habanero, Aji Habanero, Scotch Bonnet


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