Gartenpflanzen Rosen

Englische Rosen, David Austin – Sorten und Pflege

Strauchrosen

Der englische Züchter David Austin (* 16.02.1926) hat sein Leben den Rosen gewidmet und beschert Anhängern der Königin der Blumen seit 1961 alljährlich neue, faszinierende Kreuzungen. Die Bezeichnung ‚Englische Rosen‘ gilt als weltweit anerkanntes Qualitätsmerkmal und wird stets in einem Atemzug mit seinem Namen genannt. Herausragender Charakterzug der David Austin Züchtungen ist die Verquickung der Vorzüge duftender Alter Rosen mit widerstandsfähigen, modernen Teehybriden und resistenten Floribundarosen. Hier thronen opulent gefüllte Blütenkelche über buschigem, tiefgrünem Laub und erfreuen den Hobbygärtner mit einem mehrmaligen Blütenflor jedes Jahr. Eine überwältigende Vielfalt an Sorten lässt einzig eine Selektion herausragender Exemplare und deren Pflegeansprüche zu.

Charakteristische Merkmale aller Rosen-Sorten

  • Intensiver Duft von fruchtig-leicht bis süßlich-markant.
  • Schalenförmige bis rosettenartige gefüllte Blüten.
  • Buschiger, natürlicher Habitus.
  • Zumeist öfter blühend.

Duftrosen

Die zentrale Motivation, die David Austin zur Züchtung Englischer Rosen bewog, war das Fehlen der duftenden Komponente, die bei modernen Teehybriden abhanden gekommen war. Folglich führen diejenigen Sorten, deren Fokus auf ein ansprechendes Bouquet gerichtet ist, die Systematik an.

Abraham Darby

  • Fruchtiger Duft mit herber Note.
  • Gefüllte Blüten in Apricot oder Gelb.
  • Öfter blühend.

Claire Austin

  • Duftet nach Myrre, Mädesüß und Vanille.
  • Cremig-weiße Blüten in konzentrischen Kreisen.
  • Sehr gesunde und kräftige Englische Rose.

Summer Song

  • Intensives Aroma reifer Bananen und Tee.
  • Unkonventionelle Farbe in Braun-Orange.
  • Winterhart und öfter blühend.

Stammrosen

StammrosenEindrucksvolle Hochstammrosen, geschaffen durch die Veredelung bezaubernder Strauchrosen, inspirieren Gartenfreunde bei der Gestaltung formaler Parkanlagen oder bestechen als augenfälliger Solitär inmitten ebenmäßiger Rasenflächen.

Darcey Bussell

  • Rosenschönheit in imposantem Rot.
  • Zählt zu den gesündesten Sorten überhaupt.
  • Dekorative Rosettenblüte, halb gefüllt.

Graham Thomas

  • Halb gefüllte Blüten in sattem Gelb.
  • Ausgezeichnet als ‚Weltrose‘.
  • Zumeist öfter blühend.

Princess Alexandra of Kent

  • Große Blüten in herrlichem Rosa.
  • Duftet nach Zitronen und Johannisbeeren.
  • Entfaltet ihre Blüte mehrmals im Jahr.

Ramblerrosen

Typisch für Ramblerrosen sind unzählige, kleine Blüten und die Fähigkeit, Bögen, Pergolen und andere Kletterhilfen zu verschönern. Da stört es wenig, dass sie nur ein Mal pro Saison blühen.
The Lady of the Lake

  •  Klettert bis 350 cm hoch.
  • Rosafarbene, 5 cm große Blüten.
  • Blüht den ganzen Sommer hindurch.

Russelliana

  • Karmesin-purpurfarbene Blütenbüschel.
  • Rankt sich bis 600 cm in die Höhe.
  • Gedeiht auch unter schwierigen Bedingungen.

Ghislaine de Féligonde

  • Traumhafte Blüten in Apricot bis Creme.
  • Verströmt verführerischen Moschusduft.
  • Gesund und nahezu stachellos.

Heckenrosen

Englische Rosen von David Austin bilden spektakuläre Hecken, über und über mit aparten Blüten besetzt. Im Laufe der Zeit entsteht ein blickdichter Sichtschutz, der sich zugleich als stachelige Barriere gegenüber ungebetenen Gästen recht wehrhaft zeigt.
Harlow Carr

  • Rosarote, mittelgroße Rosetten
  • Umhüllt vom einer kraftvollen Duftwolke.
  • Ausgezeichnete Gesundheit und Winterhärte.

Queen of Sweden

  • Zart rosafarbene Blüten mit einem Hauch von Apricot.
  • Erinnert an den Duft von Myrre.
  • Gewidmet der deutschstämmigen Königin von Schweden.

The Mayflower

  • Ideale Rose für niedrige Hecken bis 100 cm.
  • Blüht im Frühjahr als eine der ersten.
  • Zählt zu den gesündesten Englischen Rosen.

Rosen für große Kübel

Rosen im TopfSeine weltweite Popularität hat David Austin nicht nur seinen einzigartigen Rosenkollektionen zu verdanken. Die gezielte Ausrichtung neuer Züchtungen auf die Wünsche der Kunden, trägt ebenfalls zu seiner Bekanntheit bei. So konzentrierte er sich in den vergangenen Jahren unter anderem auf die Schöpfung Englischer Rosensorten für große Kübel. Somit bleibt Rosenliebhabern ohne eigenen Garten die Freude an der Königin der Blumen nicht verwehrt.

Blythe Spirit

  • Üppig gefüllte Blüten in sanftem Gelb.
  • Über die gesamte Pflanze verteilter Blütenflor.
  • Resistent gegen die meisten Krankheiten.

Munstead Wood

  • Besticht mit tiefroten Blüten.
  • Herrlicher Kontrast zu bronzefarbenem Laub.
  • Fruchtiger Duft nach Heidelbeeren und Brombeeren.

Winchester Cathedral

  • Elegante weiße Blüten.
  • Zart duftend nach Honig und Mandelblüten.
  • Nachfahre der weltberühmten ‚Mary Rose‘.

Die vorgestellten Rosensorten sind lediglich ein kleiner Auszug aus dem umfangreichen Zuchtprogramm von David Austin. Aus den mehr als 150.000 Kreuzungen, die jedes Jahr in Albrighton, England, vorgenommen werden, entstehen durch intensive Selektion immer neue, überzeugende Sorten, die Rosenfreunde auf der ganzen Welt begeistern.

Pflege

Seit 1961 brachte das Rosenzuchtprogramm von David Austin nahezu 200 einzigartige Rosensorten hervor. Eine erstaunliche Leistung in Betracht des Umstandes, dass es mindestens 8 Jahre dauert, bis eine neue Züchtung Marktreife erreicht hat. Zugleich signalisiert die bemerkenswerte Anzahl, dass sich Englische Rosen über ein breit gefächertes Spektrum an Verwendungsmöglichkeiten im Hobbygarten erstrecken. Dieser Umstand impliziert, dass eine zentrale Voraussetzung für die gelungene Kultivierung darin liegt, für den gewählten Standort die adäquate Rosensorte zu wählen. Ist diese Prämisse erfüllt, erfolgt die Pflege nach einer weitgehend einheitlichen Abfolge.

Standort

Die Sonne spielt eine zentrale Rolle im Leben einer jeden Rose, denn einzig wenn genügend Lichtenergie zur Verfügung steht, entfaltet sich die feudale Blütenpracht. Mindestens 4 bis 5 Stunden Sonne sollten es schon sein, die Englische Rosen genießen dürfen.

  • Sonnige, warme Lage, die ab und zu von einem Windhauch berührt wird.
  • Lichtarme Standorte im Tropfbereich von Laubgehölzen sind ungeeignet.

weisse RosenExtreme Bedingungen in die eine oder andere Richtung mögen Englische Rosen wenig. Nass und schattig bekommt den Blütenschönheiten ebenso wenig, wie intensive Reflexionsstrahlung vor der Südwand eines Gebäudes.

Bodenbeschaffenheit

Rosengewächse senden kräftige Pfahlwurzeln in die Tiefe des Erdreichs, um sich dort auf die Suche nach Wasser und Nährstoffen zu begeben. Je weniger Energie sie in dieses Wachstum investieren müssen, desto mehr Reserven stehen zur Verfügung, um die oberirdische Entfaltung von Trieben, Laub und Blüten voranzutreiben.

  • Durchlässiges, lockeres, tiefgründiges Erdreich.
  • Reich an Humus und wertvollen Nährstoffen.
  • Der optimale pH-Wert bewegt sich zwischen 6,5 und 7,5.

In Wurzelkonkurrenz mit Nachbarpflanzen möchten Englische Rosen nicht geraten, erst recht nicht mit dominanten Bäumen. Einzige Ausnahme stellen Ramblerrosen von David Austin dar, die sich mit Gehölzen aller Art bestens arrangieren.

Bodenmüdigkeit

Lange galt das Phänomen der Bodenmüdigkeit als eines der letzten großen Mysterium im Zier- und Nutzgarten. Insbesondere Rosengewächse sind davon betroffen. Werden an gleicher Stelle immer wieder Rosen im Beet gepflanzt, legen die jungen Pflanzen eine auffällige Wachstumsdepression an den Tag. Blüten, Blätter und Wurzeln kümmern vor sich hin und erreichen selten ein hohes Alter. Bis ins letzte Detail sind die Ursachen für Bodenmüdigkeit zwar nicht aufgedeckt; es liegen indes aussagekräftige Erkenntnisse vor, nach denen Rosenfreunde die Kultur der edlen Blumen vor diesem Schadbild bewahren können.

  • Englische Rosen nicht wiederholt am gleichen Standort pflanzen.
  • Eine bestehende Bepflanzung bei Bedarf umsiedeln.
  • Anschließend im ermüdeten Beet Gründüngung ausbringen.
  • Zuvor Algenkalk und reifen Kompost ins Erdreich einarbeiten.

Keinesfalls wird Bodenmüdigkeit beseitigt, wenn das Erdreich unterschiedlicher Beete miteinander vermischt wird. Einziger Effekt dieser Maßnahme ist eine weitere Ausbreitung des Phänomens im Garten. In Lagen, die davon einmal heimgesucht wurden, können in späteren Jahren andere Blumenarten wieder gedeihen. Englische Rosen oder andere Rosengewächse werden hier selbst nach 10 Jahren Wartezeit nicht wieder gedeihen. Einzig eine aufwändige und kostenintensive Entseuchung bzw. ein vollständiger Austausch der Erde sorgt für Abhilfe.

Gießen

Englische Rosen verlangen nach einem gut ausbalancierten Wasserhaushalt. Gießen nach einem festgezurrten Zeitplan wird diesem Anspruch folglich nicht gerecht. Vielmehr ist in dieser Hinsicht eine gute Portion Einfühlungsvermögen gefragt.

  • Das Erdreich gleichmäßig feucht halten.
  • Dann wässern, wenn die Substratoberfläche antrocknet.
  • Vorzugsweise am frühen Morgen oder späten Abend gießen.
  • Das Gießwasser stets unmittelbar an die Wurzeln geben.
  • Mulchen mit Grasschnitt hält die Erde länger warm und feucht.
  • Englische Rosen im Kübel grundsätzlich nach der Daumenprobe gießen.

Container-Rosen, die im Sommer gepflanzt werden, verdunsten besonders rasch Feuchtigkeit. Daher ist es unter Umständen obligat, die Jungpflanzen in der ersten Zeit täglich zu gießen.

Düngen

Neben einer gebührenden Versorgung mit Lichtenergie, ist eine sattsame Nährstoffzufuhr unverzichtbar für das Wachstum und die Blüte. Inwieweit sich Hobbygärtner für die Verwendung organischer, mineralischer oder organisch-mineralischer Rosendünger entscheiden, hängt von ihrer grundsätzlichen Einstellung zur Ökologie zusammen.

  • Englische Rosen im März und Juni mit stickstoffbetontem Dünger versorgen.
  • Ausgezeichnete organische Dünger sind reifer Kompost oder Rinderdung.
  • Wahlweise organisch-mineralischen Spezialdünger für Rosen verwenden.
  • Mehrnährstoffdünger, wie Blaukorn ist ebenfalls geeignet.
  • Die Winterhärte stärken mittels Patentkali im Herbst (30 g pro m²).

Überdüngte Rosen werden in allen Teilen weich und somit anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Düngemittel aus dem Handel sollten demgemäß stets nach Herstellerangaben dosiert werden.

Tipp: Der innovative Rosendünger mit Mykorrhiza-Pilzen ist eine Entwicklung von David Austin. Insgesamt 18 verschiedene Pilze, ergänzt durch Bakterienkulturen stimulieren Wachstum und Blüte. Idealerweise wird dieses Düngepräparat bereits bei der Pflanzung verabreicht.

Schneiden

RosenschnittZu den elementaren Pflegeaspekten zählt ein alljährlicher Schnitt. Der damit verbundene Arbeits- und Zeitaufwand wird belohnt mit vitalen, blühfreudigen Englischen Rosen über viele Jahre hinweg.

  • Pflegeschnitt an Rosen im Januar oder Februar durchführen.
  • Nach einem kalten Winter wird spätestens zur Forsythienblüte geschnitten.
  • Stark verholzte, mehrjährige Triebe knapp über dem Boden abschneiden.
  • Jüngere, grüne Äste mindestens um die Hälfte oder zwei Drittel stutzen.
  • Verblühtes regelmäßig auszuputzen, fördert einen immer neuen Blütenflor.

Rambler- bzw. Kletterrosen treten hier wiederum als Ausnahme von der Regel auf, denn diese Sorten geben sich mit einer sorgfältigen Auslichtung zufrieden. Dabei beschränkt sich die Arbeit auf die Beseitigung vertrockneter, abgestorbener Triebe.

Tipp: Entsprießen der Veredelungsunterlage lange, kümmerliche Zweige, werden diese Wildlinge unverzüglich mit einem Ruck vom freigelegten Wurzelstock abgerissen.

Überwintern

Englische Rosen sind von Natur aus gut winterhart. Umsichtige Hobbygärtner beachten trotzdem einige vorbereitende Maßnahmen, damit die Königin der Blumen in dieser kritischen Zeit keinen Schaden erleidet. Es sind weniger die Minustemperaturen, die sich destruktiv auswirken, sondern vielmehr die Schwankungen zwischen Kälte und Wärme. Pflanzliche Gewebezellen, die abwechselnd einfrieren und wieder auftauen, entkräften die Rosengewächse auf Dauer und zehren sie aus.

  • Englische Rosen am Wurzelhals mit Erde, Kompost oder Laub anhäufeln.
  • Bodendecker-Rosen vollständig bedecken mit Tannenwedeln, Reisig oder Stroh.
  • Hochstämme erhalten eine wärmende Haube aus Jute oder Gewebevlies.
  • Matten aus Schilfrohr halten Frost und Schnee von Kletterrosen fern.

Englische Rosen im Kübel sind explizit angreifbar für Frostschäden am Wurzelballen. Empfehlenswert ist folglich, jegliches Pflanzgefäß vor einer Südwand auf eine Unterlage aus Styropor oder Holz zu stellen und zugleich mit Luftpolsterfolie zu umhüllen.

Fazit

Den größten Teil seines Lebens hat der begnadete Züchter David Austin den Rosen gewidmet. Seinen kundigen Händen entstammen nahezu 200 faszinierende Sorten, die unter der Bezeichnung ‚Englische Rosen‘ Hobbygärtner auf der ganzen Welt begeistern. Sie bestechen mit üppig gefüllten Blüten in bezaubernden Farben, robuster Gesundheit und einem betörenden Duft, der die Sinne verwöhnt. Englische Rosen vereinen die Attribute Alter Rosen, Teehybriden und Floribundarosen, weshalb sie zudem anspruchslos und pflegeleicht zu Tage treten.