Gartenpflanzen Pflanzen im Garten - Pflege-Tipps

Blumentreppe selber bauen – Pflanzen für Pflanzentreppe

Blumentreppe

Blumentreppen sind praktisch, wenn man wenig Platz hat und möglichst viele Pflanzen auf kleinstem Raum unterbringen möchte. Ich hatte früher eine auf dem Balkon, 5 Etagen, darauf war Platz für etwa 15 mittelgroße Pflanztöpfe. Die Gewächse und Gefäße lassen sich auf so einer Pflanzentreppe sehr gut arrangieren. Es ist noch gut Platz für viel kleine, schmückende Dekoelemente. Ich weiß noch, jeder der uns besuchen kam, hat über die Treppe und ihre Pflanzen gestaunt. Auch Amseln fanden sie toll und haben gleich mal ihr Nest hinter den Kasten auf der obersten Etage gebaut.

Nun muss man auf eine Blumentreppe nicht zwangsläufig nur Blumen stellen. Sie lässt sich auch anders dekorieren, der Jahreszeit oder bestimmten Anlässen entsprechend. So machen sich dort auch die verschiedensten Windlichter Klasse, in unterschiedlichen Höhen und ganz verschiedene Modelle oder alle von der gleichen Art. In der Adventszeit können dort Kränze, Kerzen, Gestecke, Lichterketten und ähnliches arrangiert werden. Auch Vogelfutter in speziellen Behältern macht sich prima. Wer etwas Fantasie besitzt und gern bastelt, der wird immer etwas finden, was sich auf der Blumentreppe gut macht.

Ausführungen

Pflanzentreppen gibt es natürlich in verschiedenen Ausführungen und aus unterschiedlichen Materialien im Handel zu kaufen. Man hat da regelrecht die Qual der Wahl. Man kann sich so eine Treppe aber auch selbst basteln, es geht recht einfach.

Blumentreppe selber bauen – verschiedene Möglichkeiten

Aus alt mach neu

Manchmal findet man in alten Häusern, die kurz vor dem Abriss stehen oder welche total saniert werden, noch originale Holztreppen. Die großen Treppenaufgänge sind zu wuchtig und lassen sich extrem schwer ausbauen, aber die kleinen, meist zum Boden hoch führenden, an eine Leiter erinnernde Treppen, die sind ideal als Blumentreppe. Man muss nur noch zwei Stützbeine anbauen und sie hinten an der obersten Stufe anbringen, damit die Treppe nicht umfällt. Die müssen nicht einmal sonderlich breit oder massiv sein, vor allem, wenn man die Blumentreppe an eine Wand anlehnt.

FrangipaniDas Problem mit den alten Holztreppen ist, dass sie meist einige Schichten Farben und Lacke auf dem „Buckel“ haben. Die gilt es abzuschleifen. Das macht eine Menge Arbeit, aber solche massiven Holztreppen bekommt man heute kaum mehr und wenn doch, dann für viel Geld.

  • Zum Abschleifen verwendet man passende Spachteln oder eine Schleifmaschine.
  • Alle Farbe, Klebereste und dergleichen müssen runtergeschliffen werden.
  • Kleber erweist sich manchmal als sehr hartnäckig und geht nur sehr schwer ab. Er muss aber runter.
  • Am Ende muss man alle Flächen schön in Holz haben, ohne Rückstände.
  • Die weitere Gestaltung ist Geschmackssache. Man kann die Blumentreppe farbig anstreichen. Will man sie für den Außenbereich verwenden, muss man natürlich eine geeignete Außenfarbe verwenden, ansonsten braucht es das nicht.
  • Wer den Holzcharakter erhalten möchte, verwendet Holzlasuren, auch hier dem Verwendungszweck entsprechend für den Innen- oder Außenbereich.
  • Am Ende muss man die Höhe abmessen und die Stützleisten zuschneiden und anbringen. Sie sollten natürlich auch passend farblich behandelt werden. Wenn die Treppe getrocknet ist, kann sie am geeigneten Ort platziert und gestaltet werden.

Blumentreppe aus Obstleitern und Brettern

Eine andere Idee, eine Blumentreppe zu gestalten ist, zwei Obstleitern aus Holz zu einem Dreieck zusammenzufügen, oben zusammen, unten weit geöffnet. Auf die Streben legt man dicke Holzbretter. Oben reichen kurze Bretter, nach unten werden sie immer länger. Einige Streben muss man natürlich auslassen, sonst wird es in der Höhe zu eng. Auf diese Treppe passen viele Pflanzen und sie ist ganz schnell zusammengebaut. Aufpassen muss man, dass sie festen Halt hat. Alte Obstleitern haben unten an den Stützen Erdspieße. Diese können fest im Erdreich verankert werden. So bekommt die Blumentreppe Halt.

  • Ideal sind Holzleitern und dazu passend Holzbretter.
  • Es gibt aber auch eine modernere und pflegeleichtere Version, Aluminiumleitern und Streckmetallplatten. Aluminiumblech tut es auch, muss aber bearbeitet sein, um das Gewicht tragen zu können. Diese Blumentreppe braucht so gut wie keine Pflege.

Freistehende Blumentreppe in Podestform

Während die beiden oben beschriebenen Treppen eher für Wandstellung geeignet sind, ist diese Treppe hier dafür gedacht, frei in den Raum gestellt zu werden. Die Pflanzgefäße werden ringsum arrangiert. Diese Blumentreppe besteht praktisch aus drei „Hockern“, die übereinander gestapelt werden. Der unterste ist natürlich der flächenmäßig größte, darauf kommt ein kleinerer und darauf wiederum ein recht kleiner, so für ein Pflanzgefäß.

  • Die drei Grundplatten könnten die Maße 200 x 200 mm, 400 x 400 mm und 600 x 600 mm haben. Natürlich sind auch andere Abmessungen möglich. Kleiner sollten sie nicht sein, aber größer ist absolut möglich. Die Platten sollten mindestens 20 mm dick sein, denn sie müssen schon einiges an Gewicht tragen und dürfen sich nicht verbiegen.
  • Für die „Beine“ eignen sich Kanthölzer, 40 x 40 mm, 30 x 30 mm und 20 x 20 mm. Sie sollten etwa 300 mm lang sein. Wichtig ist, dass alle gleichlang sind.
  • Man baut jeden der kleinen Tische separat zusammen. Genutzt werden Holzdübel und Leim.
  • In die Kanthölzer wird auf beiden Seiten ein Loch gebohrt, einmal um die Tischplatte zu montieren und einmal, um die Teile übereinander feststecken und befestigen zu können.
  • Günstig ist, die Tischplatte nicht durchzubohren, damit von oben keine unschönen Löcher zu sehen sind.
  • Die drei Ebenen müssen noch miteinander verbunden werden. Man zeichnet auf den Platten an, wo die Löcher für die Beine der darüberliegenden Platte befestigt werden sollen.
  • Es sind die Löcher für die Holzdübel zu bohren. Der Dübel und etwas Leim kommen ins Loch und schon kann der kleinere Tisch auf dem großen positioniert werden. Der kleinste Tisch wird ebenso gearbeitet.
  • Es empfiehlt sich, die Holzoberfläche zu versiegeln, damit verschüttetes Wasser nicht zu Aufschwemmungen führt.
  • Mit Lasur oder Beize kann die Blumentreppe farblich verändert werden.

Blumentreppe nach ähnlichem Prinzip, aber mit einheitlichem Abschluss der Etagen auf der Rückseite. Man kann nach dem Prinzip der eben beschriebenen Blumentreppe auch noch andere bauen. Man nutzt wieder drei Etagen. Das Aussehen ist wie eine normale Treppe. Die unterste Grundfläche ist die größte. Die darüber liegende ist gleich breit, aber nicht so tief. Sie wird mit ihren „Beinen“ so montiert, dass beide hinten gleich abschließen. Vorn bleibt genug Fläche, um Blumengefäße darauf zu stellen. Die oberste Treppenstufe ist die kleinste. Aber auch sie ist gleich breit, aber nur sehr schmal, gerade das in der Tiefe jeweils ein Topf darauf stehen kann. Nebeneinander können es mehrere sein, je nachdem, wie breit die Blumentreppe ist.

Blumentreppe aus verschiedenen Elementen, ähnlich von Regalteilen

Schön finde ich ganz variabel gestaltete Elemente, die nach Lust und Laune zusammengestellt werden können. Man nimmt einfach einen Korpus, bzw. Sinn machen mehrere, sonst wird es keine Treppe, ähnlich einer Holzliste ohne Boden. Praktisch benötigt man nur das Gerüst einer Box. So etwas ist aus vier gleich tiefen Holzbrettern recht einfach zu bauen. Die Bretter können alle gleich lang sein, mindestens zwei, nämlich die, die gegenüberliegen, müssen gleich lang sein.

Man baut mehrere solcher bodenlosen Kisten, je nachdem, wie viel Platz ist, wie viele Gefäße untergebracht werden sollen oder nach Lust und Laune.

Diese einzelnen Boxen fügt man am Ende zusammen, das sie ein harmonisches Bild ergeben. Wenn man sie übereinander stellt, sollten sie schon einigermaßen stabil sein. Man muss also stabilere, dickere Bretter nutzen. Die Boxen können sowohl vor einer Wand platziert werden, als auch frei aufgestellt. Man kann die Pflanzgefäße in den Hohlraum der Box stellen oder darauf. Die Boxen können noch für andere Gelegenheiten genutzt werden. Sind sie stabil genug, kann man sie sogar mal als Bank, also als Sitzgelegenheit und Tisch umfunktionieren. Sie sind vielseitig nutzbar.

Alte Sitzbänke aufarbeiten

Wer noch irgendwo eine ungenutzte Gartenbank, möglichst aus Holz, rumstehen hat, kann diese auch als Blumentreppe umarbeiten. Es braucht natürlich einiges an Fantasie, um eine Treppe daraus zu machen. Natürlich kann die aufgearbeitete Treppe auf dem Sitzbereich mit Blumen vollgestellt werden. Wenn man noch Pflanzen unten vor die Bank stallt, hat man schon zwei Stufen. Die dritte schafft man, indem man in die Lehne Möglichkeiten einarbeitet, dort noch kleinere Pflanzgefäße einzuhängen. Das Können Schnüre sein, die durch zwei Löcher in der Rückwand gefädelt werden oder Holzrahmen, die direkt auf ihr angeschraubt werden. Große, schwere Gefäße kann man dafür nicht nutzen, aber kleinere auf jeden Fall. So wird aus einem alten Gartenutensil, das vielleicht bald auf dem Sperrmüll gelandet wäre, eine schöne Blumentreppe, oder vielleicht doch nur eine Blumenbank, schön in jedem Fall.

Pflanzen für die Pflanzentreppe

Im Prinzip kann man jede Pflanze verwenden, die in einem Gefäß eingepflanzt ist. Auf große Treppen kann man auch größere Gefäße stellen, aber meist bleibt es aus Platzgründen bei kleineren oder mittleren Größen. Es eignen sich sowohl die normalen Balkon- und Kübelpflanzen, aber auch Zimmerpflanzen, die den Sommer gern draußen, im Freien verbringen. Wichtig sind natürlich die Standortbedingungen. Je nachdem, wo die Treppe steht, können dann dazu passende Pflanzen ausgewählt werden.

Ich habe eine recht große Treppe, 5 Etagen und die ist immer gut gefüllt. Es stehen nicht nur Pflanzen darauf, sondern auch eine größere Laterne und einige Windlichter. Als Pflanzen habe ich eine kleine Fichte, eine spezielle Japanische Kirsche und je nach Saison noch einige andere Pflanzen. Im Winter sind immer eine große Christrose, meist noch eine oder zwei kleine, dazu Stiefmütterchen, einen ganzen kleinen Kasten voll, Schneeheide, Topfmyrte und ähnliche Pflanzen dabei. Im Sommer gehören immer eine kleine, aber auffällige Hortensie, ein paar Balkonblumen, meist etwas neues, das ich gefunden habe und kleine Gräser dazu. Es ist immer eine bunte Mischung. Man kann sich da voll austun.

Fazit

Eine Blumentreppe kann ein absolutes Highlight auf dem Balkon oder der Terrasse sein. Auch mitten auf einer Wiese platziert macht sich die eine oder andere Treppe gut. Es gibt zahlreiche Modelle, die man fertig oder als Bausatz im Handel erwerben kann. Wer etwas kreativ und handwerklich begabt ist, kann so eine Treppe aber auch recht leicht selber zusammenbauen. Ich denke, ich habe einige Anregungen zusammengetragen, deren Umsetzung sich recht einfach gestaltet. Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Es kommt immer etwas darauf an, wie und wo man so eine Blumentreppe nutzen möchte. Frei stehende müssen ganz andere Ansprüche erfüllen, als solche, die vor einer Wand oder sogar noch in einer Ecke stehen. Freistehende Treppen müssen von allen Seiten gut aussehen, die meisten an einer Wand stehenden nur von vorn und einer oder zwei Seiten. Diese Blumentreppen sind am Einfachsten umzusetzen.