Washingtonia robusta, Petticoat-Palme, Washingtonpalme - Pflege

washingtonia robusta BlattIn der Natur wachsende Petticoat-Palmen (Washingtonia robusta) erreichen imposante Wuchshöhen bis über 20 Meter, während ihr Stamm dicht von eingetrockneten Blättern bedeckt bleibt. Kultiviert man die aparte Palme in der Wohnung, werden diese Wedel in der Regel abgeschnitten, sobald sie komplett getrocknet sind. Diese schlanke Fächerpalme wächst



einstämmig und bildet an der Basis eine elefantenfußartige Verdickung. Blüten entstehen in der Regel nur bei älteren Freilandpflanzen. Die bis zu 3 m langen, überhängenden Rispen setzen unscheinbare cremerosafarbene Blüten an, die im Spätsommer braune Samen ausbilden.

Steckbrief

  • botanischer Name: Washingtonia robusta
  • Pflanzenfamilie: Palmengewächse (Arecaceae)
  • Gattung: Washingtonia
  • Trivialnamen: Petticoat-Palme, Washingtonpalme, Priesterpalme
  • Herkunft: Südwesten der USA und Nordwesten Mexikos
  • Wuchshöhe: bis über 20 m
  • Blätter: fächerförmig, stark eingeschnitten, an langem Blattstiel
  • Blüten: Blütenstandsstiel mit zahlreichen Seitenachsen
  • Samen: kleine, elliptische Samen, braun bis schwarz
  • immergrün

Standort

Eine Petticoat-Palme liebt die Sonne und die Wärme. Sie benötigt daher einen sehr hellen Standort. Je mehr Licht die Palme bekommt, umso kräftiger färben sich die Wedel.  Steht die Pflanze zu dunkel, verliert die Washingtonia robusta die unteren Blätter. Zimmerpflanzen wissen es zu schätzen, wenn sie während der Sommermonate einen geschützten Platz im Freiland erhalten.
  • Lichtbedarf: vollsonnig
  • so warm wie möglich

Boden/Substrat

Washingtonpalme StammBei normaler Gartenerde oder einer herkömmlichen Blumenerde ist die Durchlässigkeit von Wasser und Luft nicht ausreichend gewährleistet, um der Washingtonia robusta perfekte Bedingungen für ihr Wachstum zu bieten. Daher wird empfohlen, nur hochwertiges Kübelsubstrat oder folgende Mischung zu verwenden:
  • Grünpflanzenerde oder normale Gartenerde
  • grober Sand oder Splitt
  • geringe Mengen Humus-Ziegel oder Kokosfasern
  • mindestens zweijähriger Kompost
  • Blähton, Lavagranulat oder Tonscherben
  • alternativ hochwertiges Palmensubstrat verwenden
  • pH-Wert: sauer, neutral

Pflege-Anleitung

In der nachfolgenden Pflege-Anleitung erfahren Sie, wie Sie die Palme richtig behandeln, um dauerhaft Freude an ihr zu haben.

Gießen

Da die Washingtonpalme aus dem Südwesten der USA beziehungsweise dem Nordwesten Mexikos stammt, liegt der Verdacht nahe, dass die Palme nicht viel Wasser benötigt. In ihrer Heimat wächst sie allerdings nur an trockenen Standorten, die über ein ausreichendes Grundwasservorkommen verfügen. Die Petticoat-Palme benötigt für ihr schnelles Wachstum hohe Wassermengen und muss daher regelmäßig gegossen werden. Je wärmer es also im Verlauf des Jahres wird, umso häufiger muss gewässert werden. Der Ballen darf niemals vollständig austrocknen. Am besten stellt man die Palme in einen großen Untersetzer und gießt diesen immer wieder voll. Das ist in heißen Trockenperioden meist zweimal täglich notwendig.

Düngen

Washingtonia filifera BlattFür ein gesundes Wachstum benötigt die Petticoat-Palme in der aktiven Wachstumsphase ausreichende Mengen an Nährstoffen. Deshalb ist vor allem bei Kübelpflanzen eine regelmäßige Düngung notwendig. Ideal sind Langzeitdünger, die über mehrere Monate langsam die Nährstoffe freigeben. Bei der Verwendung von Flüssigdünger, der über das Gießwasser verabreicht wird, reicht ein Intervall von drei bis vier Wochen aus. Wenn die Washingtonia robusta unter Nährstoffmangel leidet, zeigt sie das, indem sie für jedes neu gebildete Blatt eines der alten verliert.

Tipp: Wer nur über begrenzte Platzverhältnisse verfügt und vermeiden möchte, dass die Petticoat-Palme zu groß wird, sollte nur sehr verhalten düngen.

Umpflanzen

In der Regel wird die Washingtonia robusta wegen ihrer fehlenden Winterhärte im Kübel kultiviert. Da die Palme sehr schnell wächst, ist gerade in jungen Jahren ein häufiges Umtopfen notwendig. Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist das zeitige Frühjahr. Nehmen Sie zur Kontrolle die Petticoat-Palme vorsichtig aus dem Topf. Sind außen am Wurzelballen bereits Wurzeln erkennbar, benötigt die Pflanze ein größeres Gefäß. Pflanztöpfe und Kübel müssen

unbedingt mit einem Drainageloch ausgestattet sein, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann.
  • Zeitpunkt: März bis April
  • altes Substrat vorsichtig aus den Wurzeln entfernen
  • vorwiegend hohe Pflanzgefäße benutzen
  • nur hochwertiges Pflanzsubstrat verwenden
  • unten im Topf Drainageschicht aus Blähton oder Kies einfüllen
  • Wurzelballen einsetzen und mit frischem Substrat auffüllen
  • hohe Pflanzgefäße benutzen (bildet Pfahlwurzel aus)
  • leicht angießen

Schneiden

Wie die meisten Palmen besitzt auch die Petticoat-Palme nur einen einzigen Vegetationspunkt, aus dem die fächerförmigen Blätter entspringen. Deshalb ist es nicht möglich, das Höhenwachstum der Washingtonpalme einzuschränken. Lediglich kranke Blätter sollten herausgenommen werden. Eine Eigenheit dieser Palmenart ist es, dass die eingetrockneten Blätter im unteren Bereich bei jüngeren Pflanzen nicht abgeworfen werden, sondern einfach als graubrauner "Rock" (Petticoat) nach unten hängen. Dieser Petticoat wird üblicherweise nur bei Zimmerpflanzen abgeschnitten.

Vermehren

WashingtoniaWichtig bei der Anzucht der Petticoat-Palme aus Samen ist, dass zur Keimung auf keinen Fall normale Blumen- oder Gartenerde benutzt werden darf, da diese nicht frei von Keimen und Eiern oder Larven von Insekten sind, die dem Samen oder dem Keimling schaden. Statt die Samen in Anzuchttöpfe zu legen, hat es sich bewährt, sie in einem Beutel zum Keimen zu bringen. Kokosquellerde oder Kokohum muss zunächst für mindestens 8 Stunden in Wasser quellen. Danach kann es per Hand ausgedrückt werden und in eine verschließbare Plastiktüte gegeben werden.
  • Samen einlegen
  • mit dem Substrat mischen
  • Beutel verschließen
  • hell oder dunkel lagern
  • Temperatur: 20 bis 30 Grad
  • Keimdauer: sehr lang (einige Wochen bis mehrere Monate)
Sie sollten regelmäßig kontrollieren, ob einzelne Samen bereits gekeimt haben. Diese werden aus der Tüte genommen und in nährstoffarmes Pflanzsubstrat umgetopft. Ab sofort wird der Keimling an einem hellen und warmen Ort aufgestellt und regelmäßig gegossen.

Tipp: Wenn das erste Keimblatt nach einigen Monaten eine Größe von etwa 10 cm Durchmesser hat, kann

die Jungpflanze in spezielles Palmensubstrat umgetopft werden.

Überwintern

Während kühle Temperaturen ausgesprochen gut von der Washingtonia robusta vertragen werden - sie treibt sogar ab etwa 5 bis 10 Grad Blätter aus - bedeuten Fröste unter -3 Grad den sicheren Tod der Palme. Wer seine Pflanze ins Freiland gepflanzt hat, muss also unbedingt für eine Heizmöglichkeit sorgen und Feuchtigkeit abhalten, damit es nicht zu Schimmelbildung kommt. Einfacher ist es daher, die Washingtonpalme in einem Wintergarten oder Gewächshaus zu überwintern. Im Winter wird etwas weniger gegossen, die Palme darf aber niemals völlig austrocknen.
  • ab den ersten Frösten ins Winterquartier stellen
  • vorzugsweise überwintern
  • je kühler die Palme steht, umso weniger Wasser benötigt sie
  • im Winter nicht düngen
  • je wärmer der Standort, umso mehr Licht und Wasser benötigt die Pflanze
  • bei warmer Überwinterung unbedingt regelmäßig mit Wasser besprühen
Nach der Ruhephase sollte die Petticoat-Palme langsam wieder an die Lichtverhältnisse im Freien gewöhnt werden. Wird sie sofort wieder der prallen Sonne ausgesetzt, kann es zu Verbrennungen an den Wedeln kommen. Es ist daher ratsam, die Palme für etwa zwei Wochen an einen halbschattigen Standort zu stellen, bevor sie an ihren endgültigen Platz im Garten kommt.

Tipp: Nach Möglichkeit sollte die Washingtonia nicht in beheizten Wohnräumen überwintert werden. Die Palme wird durch die Kombination aus warmer Heizungsluft, geringer Luftfeuchtigkeit und wenig Licht anfällig für Erkrankungen und Schädlingsbefall.

Im Freiland überwintern

Petticoat-PalmeEine ganzjährige Freilandkultur ist nur in Regionen möglich, in denen die Winter recht mild ausfallen (Weinanbaugebiete). Fallen die Temperaturen unter -3 Grad, ist bereits mit ersten Frostschäden an den Blättern zu rechnen. Ab etwa -8 Grad stirbt die Washingtonpalme vollständig ab. Junge Fächerpalmen reagieren auf kühle Temperaturen deutlich empfindlicher als ältere Exemplare. Sie sterben im Regelfall genauso schnell ab wie Kübelpflanzen, die im Freiland verbleiben.
  • nur an gut geschützte Stellen im Garten auspflanzen
  • nur in wintermilden Regionen ins Freiland setzen
  • portables Gewächshaus (beheizbar) über die Pflanze stellen
  • alternativ Heizschlange (oder Lichterschlange) um den Stamm wickeln
  • auch die obere Substratschicht heizen
  • Blätter mit Vlies abdecken
  • unbedingt vor Feuchtigkeit schützen (Gefahr von Pilzbefall)

Krankheiten und Schädlinge

Grundsätzlich ist die Petticoat-Palme sehr robust, insofern Standort und Pflege perfekt auf die Pflanze abgestimmt sind. Im warmen Winterquartier kann es zu einem Befall mit Schädlingen kommen. Kontrollieren Sie deshalb die Washingtonia regelmäßig, denn je früher ein Befall erkannt wird, umso einfacher ist die Bekämpfung der Schädlinge. Neben Spinnmilben kommen auch Blattläuse sowie Wollläuse und Schildläuse auf der Pflanze vor.

Pilzerkrankungen
  • Symptome: schwarzer Belag auf den Blättern
  • Abhilfe: Pflanze sechs Wochen lang spritzen, zur Vorbeugung regelmäßig mit kalkarmem Wasser einsprühen (Ursache sind in der Regel Läuse, die ebenfalls bekämpft werden müssen)
Phönix Brandpilz
  • Symptome: kleine Knötchen auf den Wedeln
  • Abhilfe: mit Fungizid spritzen, bei starkem Befall eventuell ganze Blätter abschneiden und im Hausmüll entsorgen oder verbrennen
Tipp: Regelmäßiges Einsprühen mit entkalktem Wasser wirkt vorbeugend gegen einen Schädlingsbefall.

Pflegefehler

Häufig kommt es bei der Pflege der Washingtonpalme zu Pflegefehlern, die sich nachhaltig auf die Gesundheit der Pflanze auswirken können, sodass sie infolgedessen abstirbt. Dazu gehören:

Lichtmangel
  • Symptome: weiche, sehr helle Triebe, zu starker Wuchs in die Länge
  • Abhilfe: hellerer Standort, etwas weniger Wasser und kühler stellen, Triebe keinesfalls zurückschneiden
Eisenmangel
  • Symptome: gelbe, fleckige Blätter
  • Abhilfe: pH-Wert kontrollieren. Bei zu hohen pH-Werten kann kein Eisen aufgenommen werden (über 6). Falls der pH-Wert unter 6 liegt, Eisenchelatdünger verwenden
Sonnenbrand
  • Symptome: zunächst gelbliche, dann braune Flecken auf den Wedeln
  • Abhilfe: keine möglich, Blätter nicht abschneiden, lediglich die Pflanze aus der Sonne nehmen und darauf achten, dass die Palme nach dem Winter langsam an die Sonne gewöhnt wird
Zu geringe Luftfeuchtigkeit
  • Symptome: vertrocknete Blattspitzen
  • Abhilfe: Luftfeuchtigkeit erhöhen, beispielsweise durch regelmäßiges Einsprühen mit kalkarmem Wasser
Wurzelfäule
  • Symptome: Wedel werden im Ganzen gelb und sterben dann ab
  • Abhilfe: die verfaulten Wurzeln müssen unbedingt entfernt werden. Sie sind weicher als gesunde Wurzeln und an der bräunlichen (statt cremeweißen) Farbe zu erkennen. Entfernen Sie alle faulen Wurzeln inklusive des nassen Substrates und ersetzen es durch frische Erde
Wassermangel
  • Symptome: Wedel vertrocknen, bleiben dabei aber leicht grünlich
  • Abhilfe: ist noch mindestens ein grüner Wedel vorhanden, kann die Pflanze gerettet werden, wenn die Pflanze ab sofort mehr gegossen wird (keine Staunässe produzieren!)
Fazit

Die Petticoat-Palme gehört zu den robusten und einfach zu kultivierenden Pflanzenarten und ist deshalb auch gut für unerfahrene Hobbygärtner geeignet. Es sollte sich jedoch nur derjenige eine solche Palme anschaffen, der über genügend Platz verfügt, denn diese Palmenart ist sehr schnellwüchsig und kann rasch zu groß für das Zimmer werden.
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Tipps für Schnellleser
- stark wachsende Fächerpalme
- stammt aus warmen Regionen Mexikos und der USA
- Wuchshöhen bis 15 m
- Lichtbedarf: so hell wie möglich
- Standort: warm und luftig
- Boden: gut wasser- und luftdurchlässig
- mäßig nährstoffreich
- Substrat: Palmensubstrat oder Gemisch aus Erde, Sand, Torf oder Kokosfasern
- bei warmen Temperaturen regelmäßig gießen
- Wurzelballen nur an- aber nicht austrocknen lassen
- im Frühjahr mit Langzeitdünger düngen
- bei Platzmangel in der Wohnung nur sehr verhalten düngen
- bevorzugt im Sommer ins Freie stellen
- bei Bedarf im Frühjahr umtopfen
- Schneiden: lediglich kranke Blätter schneiden
- keine ausreichende Winterhärte (-3 Grad)
- bevorzugt im Kübel pflanzen und im Kalthaus überwintern
- Vermehren: Samen
- Krankheiten: Pilze, Bakterien und Viren
- Schädlinge: Spinnmilben und Schildläuse
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