Phönixpalme, Phoenix canariensis - Pflege und Überwintern

PhoenixpalmeWer versinkt nicht sogleich in Urlaubsträume beim Anblick einer Phönixpalme? Mit ihrem typischen Erscheinungsbild gilt die Dattelpalme als Inkarnation einer Wüstenpflanze, geprägt von prächtigen Wedeln, einer gewaltigen Krone und dem mit Narben übersäten Stamm. Seit Jahrtausenden ist sie beliebt als imposanter Begleiter der Menschen



im und am Haus. Dank ihrer robusten Konstitution und genügsamen Ansprüche, gedeiht sie in den hiesigen Gärten oder im Kübel auf dem Balkon. Als repräsentative Zimmerpalme ist die Phoenix canariensis ebenfalls anzutreffen. Ergründen Sie im Folgenden alle Details zur richtigen Pflege und zum erfolgreichen Überwintern.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie: Palmgewächse (Arecaceae)
  • Gattung: Dattelpalmen (Phoenix)
  • Art: Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis)
  • Wuchshöhe in Kultur bis 5 Meter
  • Fiederblätter bis 60 Zentimeter breit
  • Gelbe bis gelblich-weiße Blüte von Februar bis Juni
  • Dicker, gerader Stamm mit rautenartigen Narben
  • Braune Beerenfrüchte bis 2,5 Zentimeter lang
  • Winterhart bis - 5 Grad Celsius
  • Weitere Namen: Phönixpalme
Im unteren Bereich ist die Phönixpalme bewehrt mit Stacheln. Werden diese einmal abgeschnitten, wachsen keine weiteren Dornen nach.

Standort

Nach einer Phase der Eingewöhnung, gedeiht die Phönixpalme ausgezeichnet am vollsonnigen Platz. Halbschattige Lagen werden toleriert, freilich zulasten der Wüchsigkeit.

Eine erworbene Dattelpalme, die bislang im leicht diffusen Licht eines Gartencenters verweilte, sollte in den ersten 10 Tagen am halbschattigen Ort aufgestellt werden. Sie unvorbereitet der UV-Strahlung auszusetzen, verursacht Verbrennungen auf den schönen Fiederblättern, die nur schwer heilen.

Bodenbeschaffenheit und Kübelsubstrat

In milden Lagen spricht nichts dagegen, eine Phönixpalme im Beet anzusiedeln. Wie die meisten Palmenarten, bevorzugt sie ein leicht saures, durchlässiges Erdreich. In Anbetracht der Wüchsigkeit, sollten genügend Nährstoffe im Boden vorhanden sein. Allzu trocken darf der Standort ebenfalls nicht geartet sein. Ein frischer, leicht feuchter Charakter des Bodens ist von Vorteil.

phoenixpalmeIm Kübel können Sie auf die Verwendung hochpreisiger Spezialsubstrate für Palmen getrost verzichten. Eine gute Blumenerde auf Kompostbasis mit einigen Handvoll Sand, genügt den Ansprüchen einer Dattelpalme bereits vollauf. Idealerweise mischen Sie das Substrat selbst, indem Sie folgende Bestandteile kombinieren:
  • Lehmhaltige Gartenerde
  • Kompost
  • Sand
  • Blähton, Perlite oder Kies
Um eine saure Komponente hinzuzufügen, bieten sich Torf, Rhododendronerde oder Laubkompost an. Reine Humus- oder Torferde ist ungeeignet, weil sie innerhalb kurzer Zeit in sich zusammenfällt, verdichtet und somit die erforderliche Durchlässigkeit verliert.

Tipp: Je größer die Phönixpalme, desto höher wird der Anteil an lehmhaltiger Gartenerde bemessen. Das sorgt für mehr Standfestigkeit im Kübel.

Gießen

In Korrelation zur Witterung und der Palmengröße erfolgt die Wasserversorgung. Gießen Sie die Phönixpalme durchdringend, sodass ihr Wurzelsystem bis in die Spitzen getränkt ist. Daran anschließend warten Sie ab, bis die Substratoberfläche angetrocknet ist. In der warmen Jahreszeit kann bereits nach 2 bis 3 Tagen der nächste Durchgang erforderlich sein. Idealerweise verwenden Sie gesammeltes Regenwasser. Alternativ erfüllt abgestandenes Leitungswasser ebenfalls die Anforderungen an einen möglichst geringen Kalkgehalt. Während kühlerer Monate kommt die Dattelpalme eine Woche und länger mit dem Gießwasser aus. In dieser Hinsicht ist folglich ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Als Grundregel gilt, dass eine Phoenix canariensis mit kurzzeitiger Trockenheit sehr viel besser zurechtkommt, als mit Staunässe.

Sind einmal einige Urlaubstage zu überbrücken, wenden erfahrene Hobbygärtner die Tauchmethode an. Zu diesem Zweck kommt der Wurzelballen in ein Gefäß mit Wasser. Hier darf er sich so lange vollsaugen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Es bildet sich in der Phönixpalme ein ausreichender Wasservorrat, der für etliche Tage vorhält.

Hat sich eine Palme im Garten nach einigen Jahren gut etabliert,

reicht ihre Pfahlwurzel bis zum Grundwasser. Ältere Phönixpalmen werden demzufolge nur noch während sommerlicher Trockenperioden gegossen.

Düngen

Während der Wachstumsperiode erhält eine Dattelpalme zwar zusätzliche Nährstoffe; ihr Überleben hängt indes nicht davon ab.
  • Von April bis September im Kübel alle 14 Tage düngen
  • Geeignet ist handelsüblicher Flüssigdünger für Grünpflanzen
  • Alternativ im März und Juli einen Langzeitdünger verabreichen
  • Im Beet erhält die Phönixpalme alle 14 Tage Kompost und Hornspäne
Wie bei der Wahl des Substrats, können Sie sich das Geld für teure Spezial-Palmendünger sparen. Eine Phoenix canariensis benötigt Stickstoff, Kalium und Phosphor in der gleichen Kombination, wie die meisten anderen Pflanzen auch.

Tipp: Einsprühen der Wedel mit Algensaft, übt einen positiven Einfluss aus auf Erscheinungsbild und Vitalität. Einmal im Monat auf die Ober- und Unterseiten aufgebracht, beugte diese Pflege zugleich Schädlingen und Krankheiten vor.

Schneiden

Die Phönixpalme verfügt nur über einen einzigen Vegetationspunkt, von dem aus sie ihre prächtige Krone entwickelt. Jeglicher Rückschnitt ist demzufolge kontraproduktiv. Geschnitten werden nur verwelkte Wedel. Warten Sie in diesem Fall ab, bis sie vollkommen verdorrt sind. Bis dahin assimiliert die Dattelpalme alle Nährstoffreserven, die sich im Blatt gebildet haben. Schneiden Sie ein Fiederblatt stets an der Basis ab. Ein 3-5 Zentimeter hoher Rest verbleibt am Stamm, damit sich dort eine harmonische Anordnung möglichst gleichartiger Narben bildet.

Überwintern von Kübelpalmen

PhoenixDie exotische Phönixpalme verträgt ein kurzzeitiges Temperaturminimum von - 5 Grad Celsius. Wahrhaft gerüstet für einen harten, mitteleuropäischen Winter ist sie somit nicht. Daher ist es empfehlenswert, die Dattelpalme im Kübel zu kultivieren, damit sie im geschützten Ambiente überwintern kann.
  • Kübelpalmen im Herbst ab 10 Grad Celsius einräumen
  • Im Winterquartier ist es hell, bei 8 bis 12 Grad Celsius
  • Gießabstände an den geringeren

    Wasserbedarf anpassen
  • Von Oktober bis Februar keinen Dünger verabreichen
Lassen Sie die Dattelpalme auf keinen Fall längere Zeit bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf dem Balkon, um sie dann urplötzlich warmen Zimmertemperaturen auszusetzen. Diesen Schock wird selbst die robusteste Phönixpalme nicht überstehen. In frostiger Umgebung nehmen die Palmenwurzeln kaum noch Wasser auf. Das ist im Freiland kein Problem, da die oberirdischen Pflanzenteile nur noch wenig Feuchtigkeit benötigen. Tragen Sie den großen Kübel ins Zimmer, dauert es lange, bis sich der Wurzelballen erwärmt. Bei den Wedeln erfolgt die Anpassung an höhere Zimmertemperaturen hingegen zügig. Das Resultat ist ein eskalierender Wasserbedarf, den die Wurzeln nicht liefern können. Es entsteht extremer Trockenstress bis hin zum vollkommenen Absterben der gesamten Pflanze, was durch Gießen nicht zu beheben ist. Warten Sie daher mit dem Einräumen nicht zu lange. Die nächtlichen Temperaturen dürfen sich zwar um 0 Grad bewegen; tagsüber sollte es hingegen noch warm genug sein, damit der Wurzelballen Wärme speichern kann.

Ganzjährig im Zimmer kultivierte Phoenix canariensis bleiben länger vital und gesund, wenn ihnen eine Winterpause gegönnt wird am hellen, kühlen Platz. Ideal ist ein ungeheiztes, lichtdurchflutetes Treppenhaus. Hier ist allerdings auf kalte Zugluft zu achten. Eine durchgängige Pflege im warmen Zimmer ist natürlich ebenfalls möglich. Der Wechsel zwischen Feuchte und Antrocknen wird beibehalten.

Überwintern im Beet

In wintermilden Regionen kann eine Phönixpalme im Beet angesiedelt werden, sofern sie während der kalten Jahreszeit einen adäquaten Schutz erhält. Je jünger die Pflanze, desto mehr Aufmerksamkeit sollten Sie diesem Pflegeaspekt schenken. Da  erst im Laufe der Jahre die kräftige Pfahlwurzel tief ins Erdreich vordringt, ist sie bis dahin noch anfällig für starken Bodenfrost.
  • Vor dem ersten Frost die Baumscheibe 20 Zentimeter hoch anhäufeln mit Lauberde, Stroh und Reisig
  • Diese isolierende Schicht alle paar Wochen lüften, damit der Wurzelballen Sauerstoff erhält
  • Die Krone einwickeln in Luftpolsterfolie oder einen Jutesack überstülpen
  • An wärmeren Tagen die Hülle entfernen, damit sich kein Schimmel bildet
Im Rahmen der Pflanzung kann bereits ein geeigneter Winterschutz geschaffen werden. Hierzu wird ein quadratisches Pflanzloch geschaufelt, das 30-40 Zentimeter breiter ist, als der Wurzelballen. Die Ränder der Grube kleiden Sie mit Hartschaumplatten aus, nicht jedoch die Grubensohle. Anschließend installieren Sie Heizkabel, wie sie für den Frostschutz an Dachrinnen verwendet werden, bevor sie die Phönixpalme einpflanzen. Somit steht Ihnen per Knopfdruck ein effizienter Winterschutz zur Verfügung.

Umtopfen

Im Frühjahr ist die beste Gelegenheit, eine Phoenix canariensis umzutopfen. Spätestens wenn sich die Wurzeln nach oben durch das Substrat drücken, steht diese Pflegemaßnahme auf dem Programm. Bei der Wahl des neuen Kübels kommen einzig Gefäße infrage, die der senkrecht nach unten gerichteten Pfahlwurzel genügend Raum bieten. Darüber hinaus sollte eine Öffnung im Boden vorhanden sein, damit Gießwasser abfließen kann.
  • Über dem Wasserablauf eine Drainage anlegen aus Kies, Perlite oder Tonscherben
  • Ein ausgebreitetes Gartenvlies verhindert, dass die Drainage durch Erdkrümel verstopft
  • Den Topf zu einem Drittel mit Substrat füllen und die Phönixpalme mittig einsetzen
  • Die restliche Erde einfüllen und wiederholt andrücken, damit sich keine Luftlöcher bilden
Phoenix canariensisAbschließend gießen Sie die umgetopfte Dattelpalme mit zimmerwarmem Wasser an. Um ganz sicher zu gehen, dass der Wurzelballen vollständig befeuchtet wird, gießen Sie von unten. Zu diesem Zweck stellen Sie den Palmentopf in eine Schale mit Wasser. Die Kapillarwirkung zieht nun die Feuchtigkeit hoch. Wird die Substratoberfläche nass, ist der Prozess beendet.

Vermehren

Die Datteln einer Phönixpalme sind zwar nicht giftig, jedoch kaum genießbar. Stattdessen lassen sie sich ausgezeichnet verwenden für die Vermehrung durch Aussaat. Ist Ihre Dattelpalme noch zu jung, um Früchte und Samen zu liefern, hält der Fachhändler geeignetes Saatgut bereit. Je frischer die Samen, desto erfolgversprechender verläuft die Nachzucht.
  • Die Samen 24-48 Stunden einweichen in lauwarmem Wasser
  • Kleine Anzuchttöpfe füllen mit Perlite oder Kokosfasern
  • Saaterde ist aufgrund der langen Keimzeit weniger geeignet
  • Je Topf einen Samen in das Substrat stecken und leicht anfeuchten
  • Einen Glasdeckel auflegen oder mit Klarsichtfolie überziehen
  • Am halbschattigen, warmen Platz aufstellen und konstant feucht halten
Die Dauer bis zur Keimung schwankt zwischen 12 und 24 Monaten oder darüber hinaus. Während dieser Zeit sollte das Saatgut möglichst hohe Temperaturen erfahren, jedoch nicht über 40 Grad Celsius. Einmal pro Woche wird kontrolliert, ob sich ein Keim zeigt. Dann setzen Sie den Sämling vorsichtig um in einen größeren Topf, gefüllt mit magerem Anzuchtsubstrat. Die Pflanztiefe beträgt 1 bis 2 Zentimeter. Am hellen, nicht vollsonnigen Fensterplatz dürfen die Temperaturen jetzt ein wenig kühler sein. Um die 20 Grad Celsius sollten sie tagsüber freilich immer noch schwanken. Während der Winterzeit empfiehlt sich die Verwendung eines Zimmergewächshauses. Gedüngt wird erst, wenn sich das zweite Blatt zeigt. Hat die junge Phönixpalme den Topf vollkommen durchwurzelt, wird sie umgetopft in normales Substrat für erwachsene Pflanzen und entsprechend gepflegt.

Die Vermehrung einer Phoenix canariensis ist verbunden mit reichlich Geduld und entsprechend hohen Ausfallrisiken. Empfehlenswert ist somit, stets mehrere Samen auszusäen, um den Verlust einzelner Keimlinge verschmerzen zu können.

Krankheiten und Schädlinge

Unter freiem Himmel wird die Phönixpalme nur selten behelligt durch Krankheiten oder Schädlinge. Zu Problemen kommt es häufig während des Winters, wenn die trockene Heizungsluft Spinnmilben auf den Plan ruft. Besprühen Sie daher die Dattelpalme regelmäßig mit kalkfreiem Wasser, damit sich die Schädlinge erst gar nicht niederlassen. In der Nähe aufgestellte Luftbefeuchter beugen einem Befall ebenfalls wirksam vor. Alternativ stellen Sie den Kübel auf einen Untersetzer, der mit Kieselsteinen und Wasser gefüllt ist. Es steigt permanent Wasserdampf auf, der die Dattelpalme für Spinnmilben uninteressant macht.

Ab und zu suchen Schild- oder Wollläuse die Phönixpalme heim. Zu erkennen ist der Befall an den typischen Wattebäuschen auf und unter den Wedeln. Die Parasiten können mit einem alkoholgetränkten Tuch abgewischt werden. Wahlweise greifen Sie zur bewährten Schmierseifen-Lösung. Auf 1 Liter Wasser geben Sie jeweils 15-20 Milliliter Spiritus und Schmierseife. Diese Mischung sprühen Sie alle 2-3 Tage auf, bis die Plage beendet ist.

Bei hohem Befallsdruck ist der Griff zu chemischen Insektiziden unvermeidlich. Statt gesundheitsschädlicher Sprays, ist die Verwendung systemischer Stäbchen ratsam. Diese werden in das Substrat gedrückt und wirken von innen her abwehrend auf Spinnmilben und Schildläuse.
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Tipps für Schnellleser
- Sonnige bis halbschattige Lage
- Humoses, nährstoffreiches Erdreich mit leicht saurem pH-Wert
- Frisch, feucht und gut durchlässig
- Wechselweise durchdringend gießen und antrocknen lassen
- Etablierte Phönixpalmen im Beet nur bei Trockenheit wässern
- Vorzugsweise gesammeltes Regenwasser verwenden
- April bis September alle 14 Tage düngen
- Wahlweise im März und Juli Langzeitdünger applizieren
- Im Beet Kompost und Hornspäne einarbeiten
- Rückschnitt ist nicht empfehlenswert
- Verwelkte Wedel 3 cm über der Basis abschneiden
- Hell überwintern bei 8-12 Grad Celsius
- Weniger gießen und nicht düngen
- Im Beet anhäufeln und umhüllen mit Folie oder Jute
- Umtopfen im Frühjahr bei Bedarf
- Im Winter anfällig für Spinnmilben und Wollläuse
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