Nadelpalme, Rhapidophyllum hystrix - Pflege der Gartenpalme

PalmeNadelpalmen sind anders, als viele der so beliebten Kübelpflanzenpalmen. Sie bilden keinen richtigen Stamm, sondern wachsen mehr buschig, ausläufertreibend, sind aber trotzdem sehr dekorativ. Die tief geschlitzten Blätter und der dichte Wuchs älterer Exemplar haben durchaus etwas für sich. Dazu kommen ihre Pflegeleichtigkeit und die gute Winterhärte. Nadelpalmen sind noch recht selten.



Wer also ein besonderes Exemplar für seinen Balkon, die Terrasse oder auch den Garten sucht, sollte hier einmal weiterlesen! Es lohnt sich.

Kurzer Steckbrief der Nadelpalme
  • Kleinwüchsige Palmenart
  • Es gibt nur eine Art der Gattung Rhapidophyllum.
  • Stammt aus der südlichen USA, aus den Feuchtgebieten
  • Bildet mit zunehmendem Alter mehrstämmige Horste
  • Kurzer Stamm, maximal einen Meter hoch und 8 cm Durchmesser
  • Dichter, mit langen Nadeln besetzter Stamm
  • Maximal 3 m hoch, aber ohne richtigen Stamm, mehr undurchdringliches Dickicht
  • Fächerförmige, sehr tief geteilte Blätter, unterseits mit silbrigen Schuppen besetzt
  • Lange Blattstiele
  • Wächst im Unterwuchs sommerlicher Laubwälder
  • Kurze Blütenstände
  • Gelten als kälteresistent bis zu –24°C; damit eine der winterhärtesten Palmen; für viele Kenner die Härteste überhaupt
Die Pflege der Nadelpalme

Nadelpalmen sind recht selten in Mitteleuropa anzutreffen. Die Ausläufer treibende Palme ist recht speziell, sieht etwas anders aus, als viele unserer so geliebten Palmenarten. Sie besteht nicht aus einem Stamm, sondern hat mehrere sehr kleine, die ein eher dichtes Blättergewirr bilden. Oft macht es Sinn, einige Ausläufer herauszunehmen, damit das Durcheinander nicht zu groß wird. Weniger macht mehr, gilt für diese Palme ganz speziell. Ansonsten ist diese buschige Palme eine Augenweide, die jeden Kübel, aber auch den Garten ausgepflanzt ziert. Wer die Nadelpalme auspflanzt sollte wissen, dass sie trotz aller theoretischer Winterhärte einen Schutz benötigt, sowohl vor Niederschlägen, als auch vor Frost. Der Aufwand ist meist geringer als bei anderen Palmen, denn diese Exemplare werden nicht so groß, lassen sich besser einpacken und benötigen nicht ganz so viel Aufwand.

Der Standort sollte warm, sonnig und geschützt sein, das Pflanzsubstrat etwas feucht, humusreich, locker und luftig. Bei der Gefäßkultur muss auf hohe Gefäße geachtet werden, denn Palmen sind Tiefwurzler. Beim Auspflanzen ist der Standort wichtig. Beim Gießen wird etwas Fingerspitzengefühl benötigt. Gegossen wird durchdringend, dann aber muss das Substrat gut abtrocknen, etwa zu zwei Dritteln. Gedüngt wird in der Wachstumsperiode. Geschnitten wird nicht, außer vertrocknete Wedel. Die Überwinterung ist wichtig, sowohl im Kübel, als auch im Freiland. Zu warm sollte die Palme nicht stehen, aber auch nicht zu kalt. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat. Krankheiten sind selten. Schädlinge treten meist bei warmer Überwinterung auf.

Standort

Der Standort sollte sonnig sein, wobei es günstig ist, dass die Palme im Hochsommer etwas vor Mittagssonne geschützt wird. Zwar ist ein nach Süden gerichteter Platz sehr gut, aber wenn ein Baum mittags die Sonne etwas verdeckt, hat das durchaus etwas Gutes.
  • Vollsonnig und windgeschützt
  • Am besten nach Süden ausgerichteter Platz
  • Je älter die Pflanzen, um so mehr Sonne benötigen sie
  • Über Mittag darf die Palme allerdings gern schattiger stehen.
  • Sonne und Wärme im Herbst fördern die Winterhärte
Tipp - Wenn die Palme als Kübelpflanze im Winter ohne Sonne stand, darf sie nur langsam wieder an diese gewöhnt werden. Schnell kommt es zu Verbrennungen und diese Flecken gehen nicht mehr weg. Die Pflanze benötigt ungefähr 10 Tage, um sich wieder an UV-Licht zu gewöhnen.

Pflanzsubstrat

Das Pflanzsubstrat sollte nicht zu trocken und humusreich sein. Ein Lehm-Sand-Gemisch mit größerem Humusanteil wäre also effektiv. Um es durchlässiger zu machen, kann noch Kies, Blähton oder Lavagranulat untergemischt werden. Das Substrat muss sowohl Wasser speichern können, als auch durchlässig genug sein.
  • Feuchte und humusreiche Lehm-

    und Sandböden
  • Locker und luftig
  • Gut wasserdurchlässig
  • Erdgemisch auf Kompostbasis, allerdings gemischt mit scharfem Sand, Kies, Blähton oder Lavagranulat.
  • Keine Torf- und keine Humuserde, da diese zusammensackt und zu fest wird. Eine Belüftung der Wurzel wird nicht mehr gewährleistet.
  • Nicht zu stark vorgedüngte Erde verwenden!
Pflanzen

Beim Pflanzen muss danach unterschieden werden, ob man die Nadelpalme als Kübelpflanze kultivieren möchte oder ob sie im Garten ausgepflanzt werden soll. Bei beiden Methoden gibt es einige Dinge zu beachten, damit der Plan aufgeht und die Palme zufriedenstellend gedeiht.
Kübelpflanze
  • Hohe Pflanzgefäße nutzen – Pfahlwurzel
  • Drainage im Pflanzgefäß
  • Umtopfen, wenn sich die Wurzel oben aus dem Substrat schiebt
  • Nach Umtopfen erst einmal nicht düngen
Nadelpalme auspflanzen

Auspflanzen würde ich nur, wenn ich nicht in einer Gegend wohnen würde, wo sehr lange und raue Winter an der Tagesordnung sind. Wenn die wärmere und warme Jahreszeit gar zu kurz sind, fühlen sich die Pflanzen nicht wohl. Offiziell ist die Palme aber bis über –20°C winterhart.
  • Unbedingt einen windgeschützten Platz wählen, zum einen, um die Palme vor den kalten Ostwinden im Winter zu schützen und zum anderen auch ganzjährig, denn die weit geschlitzten Blätter zerreißen bei starkem Wind.
  • Ordentlich großes Pflanzloch ausheben.
  • Ist der Boden zu feucht, unten hinein eine Drainage einarbeiten, zum Beispiel aus Kieseln. Überflüssiges Wasser muss schnell ablaufen können.
  • Wurzelballen in Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • In das vorbereitete Pflanzloch stellen und  mit entsprechender Erde (siehe Text Pflanzsubstrat) auffüllen
  • Erde festdrücken, aber nicht festtreten.
  • Reichlich Wässern, am besten mit Gießring.
  • Die nächsten Wochen sehr regelmäßig und reichlich gießen, um der Palme das Anwachsen zu erleichtern.
Gießen und Düngen

Nadelpalmen benötigen im Frühjahr und Sommer mehr Wasser, als im Herbst und vor allem im Winter. Ausgepflanzte Exemplare müssen im Gegenteil in der kalten Jahreszeit vor zu viel Nässe geschützt werden. Bei Kübelhaltung ist etwas Fingerspitzengefühl erforderlich, um weder zu viel, noch zu wenig Wasser zur Verfügung zu

stellen.
  • Im Frühjahr und Sommer gleichmäßig gießen und vor allem durchdringend. Der ganze Boden muss durchdrungen sein!
  • Zwischen den Wassergaben den Boden gut abtrocknen lassen (zu 2/3)
  • Gießrhythmus ist abhängig von Pflanzengröße und von der Gefäßgröße
  • Keinesfalls Staunässe
  • Im Winter deutlich weniger gießen
  • In der Wachstumsperiode 4wöchig düngen
  • Nicht zu lange Düngen, das schadet der Winterhärte!!!
Tipp - Bei trockener Luft mit kalkarmem Wasser besprühen. So fühlt sich die Nadelpalme besonders wohl.

Schneiden

Wie bei den meisten Palmen gibt es auch bei der Nadelpalme nicht viel zu schneiden. Mit Schneiden kann man viel kaputt machen, deshalb sollte man es nur  mit Bedacht tun.
  • Keinesfalls an der Spitze schneiden, denn dort sitzt der Vegetationspunkt
  • Braune Blätter erst entfernen, wenn sie vollständig eingetrocknet sind. Die Palme zieht noch jede Menge Nährstoffe aus diesen Blättern. Ein kleiner welker Rand sollte stehen bleiben.
Überwintern

Mehrere Jahre alte Palmen sollen bis –24°C vertragen (Winterhärtezone 7). Das kann ich nicht glauben. Viele Pflanzenbesitzer haben negative Erfahrungen berichtet und das bei weniger Minusgraden. Ohne Winterschutz wird eine ausgepflanzte Palme nur recht milde Winter überstehen, wobei kurze tiefe Fröste nicht ganz so schlimm sind wie langanhaltende Minusgrade, auch wenn sie nicht unter minus 10°C gehen.
  • Kübelpalmen sind deutlich frostanfälliger
  • Schon nach wenigen Frosttagen frieren die Gefäße durch und das vertragen Palmenwurzeln nicht.
  • Man sollte sie besser bei Temperaturen von 8°C überwintern, als im Freien.
  • Niedrige Temperaturen werden aber zur Einhaltung einer Ruhephase benötigt.
  • Auf alle Fälle heller Platz
  • Wenig gießen. Je kühler die Temperaturen, umso weniger Wasser benötigen die Pflanzen.
  • Nicht düngen
  • Ausgepflanzte Exemplare gut vor Nässe und Frost schützen
  • Nässe ist meist der Killer nur 1, nicht der Frost.
  • Mit Folie oder ähnlichem Überdachen, dass nicht zu viel Regen oder Schnee ins Palmenherz vordringen können
  • Wedel am besten oben zusammenbinden und locker mit Vlies umwickeln
  • Bei frostfreiem Wetter abwickeln, um Luftaustausch zu gewährleisten und Fäulnis zu vermeiden
  • Viele Palmenfreunde bauen auch ein kleines Gestell um ihre Palme herum, eine Art Carport. Oben kommt ein Dach darauf, die Seiten bleiben weitestgehend offen, es sei denn, die Temperaturen gehen stark in den Keller. Dann können auch diese geschlossen werden. Im Notfall kann auch eine Heizung integriert werden, da ist mit der heutigen Technik alles möglich.
Tipp - Wichtig ist, nach der Überwinterung, egal ob die Palme diese im Haus oder im Freien verbracht hat, dass sie langsam wieder an die Sonne gewöhnt wird. Kommt sie sofort wieder mit UV-Strahlung in Berührung, kann es zu Verbrennungen kommen, hässlichen braunen Flecken, die auch nicht mehr weggehen.

Vermehren

Nadelpalmen werden wie andere Palmen auch, durch Aussaat der Samen vermehrt. Das ist nicht sonderlich schwierig, wenn die gleichbleibende, leicht feuchte Erde gewährleistet werden kann. Zu viel Nässe vertragen weder Samen noch Keimlinge. Pilze breiten sich dann zügig aus.
  • Im Frühjahr in einzelne kleine Gefäße aussäen
  • Samen 1 bis 2 cm tief in Anzuchterde setzen
  • Hell und warm stellen, aber ohne direkte Sonne
  • Mindesttemperaturen 20°C
  • Gleichbleibend leicht feucht halten
Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind recht selten. Meist treten sie bei Kübelhaltung auf und dann auch in der Regel im Winterquartier. Schädlinge sind auch da am meisten anzutreffen. Spinnmilben sind dann ein häufiger Gast und auch Schild- und Wollläuse machen sich breit.
  • Spinnmilben – zu erkennen an gelblichen bis weißlichen Wedeln und feinen Gespinsten auf deren Unterseite. Manchmal können diese Gespinste erst durch das Einnebeln mit Wasser sichtbar gemacht werden. Wer mit der Lupe schaut, kann häufig winzige rote Tierchen erkennen. Werden die Schädlinge nicht bekämpft und können sich massenhaft ausbreiten, kann die Palme dadurch sogar absterben. Vorbeugend hilft eine hohe Luftfeuchte, die Spinnmilben zu unterdrücken. Die Wedel sollten häufig richtig eingenebelt werden. Ansonsten hilft nur eine regelmäßige Spritzung mit entsprechenden Bekämpfungsmitteln.
  • Schildläuse – zu erkennen an hell verfärbten Wedeln und braunen Punkten mit Erhebung meist an den Stielen und Blattunterseiten. Noch besser auszumachen sind die klebrigen Flecken auf dem Boden um die Palme herum. Das ist Honigtau, die Ausscheidungen der Läuse. Hier hilft absammeln, immer wieder nachkontrollieren. Mit Mineralöl bepinseln, damit sie keine Luft mehr bekommen, ist auch für die Palme nicht sehr günstig. Das letzte Mittel sollte Chemie bleiben. Zu empfehlen sind systemisch wirkende Mittel. Diese werden dem Gießwasser beigemischt, von der Palme aufgenommen und beim Saugen von den Schädlingen aufgenommen. Das bringt sie um, tötet aber nicht die Eier. Deshalb ist es wichtig, die Behandlung zu wiederholen, damit die frisch geschlüpften kleinen Plagegeister auch erwischt werden.
  • Wollläuse – zu erkennen an weißen, wolligen Belägen, meist an der Austriebsstelle der Blätter und später an gelblich-weißer Blattverfärbung. Zu bekämpfen sind Wollläuse ebenso wie Schildläuse, absammeln oder systemische Mittel verwenden. Alternativ kann eine Spiritus-Schmierseifen-Lösung versucht werden.
Häufige Fragen

Welche Ursache können gelbe bzw. braune Blätter an der Nadelpalme haben?
Die entstehen in der Regel durch Pflegefehler. Meist wurde zu viel gedüngt bzw. gegossen. Deshalb sollten diese beiden Gaben sofort reduziert werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, topft die Palme vorsichtig um. Dann kann man auch gleich Schäden an der Wurzel (durch zu viel Nässe) erkennen und vorsichtig abschneiden.
Braune unregelmäßige Flecken auf den Wedeln sind dagegen häufig ein Zeichen von Verbrennungen. Diese passieren, wenn die Palme gleich nach dem Ausstellen oder Abdecken der Sonnen ausgesetzt wird.

Ist die Blaue Nadelpalme gleichermaßen frosthart wie die normale Sorte?
Die Blaue Nadelpalme ist eine andere Palmenart. Es gibt nur eine Art der Gattung Rhapidophyllum. Die Blaue Nadelpalme ist eine Trithrinax campestris, eine kraftvolle und ebenfalls meist mehrstämmige, ausläuferbildende Palme mit langen Stacheln am Stamm. Sie hat dazu noch sehr harte Blätter mit Dornenspitzen. Zwar soll sie auch zur Auspflanzung geeignet sein, aber sie verträgt wohl nur Temperaturen bis –15°C. Die Blaue Nadelpalme wird deutlich größer als die normale Version.
Haben Sie weitere Fragen zum Thema?

Wir beantworten Ihre Fragen gern im Forum von Gartendialog.de: direkt zum Gartenforum.
Tipps für Schnellleser
- Seltene, langsam wachsende und sehr winterharte Kleinpalme
- Kann sogar ausgepflanzt werden
- Soll bis –24°C vertragen, allerdings nicht ungeschützt
- Standort – sonnig und windgeschützt, über Mittag gern schattig
- Pflanzsubstrat – etwas feucht, humusreich, locker, luftig
- Pflanzen – in tiefe Gefäße mit Drainage
- Oder ausgepflanzt – geschützt, vor allem vor Wind
- Gießen – durchdringend, dann zu 2/3 abtrocknen lassen
- Düngen – in Wachstumsperiode 4wöchig
- Bei trockener Luft reichlich besprühen
- Nicht schneiden, nur vertrocknete Wedel
- Überwintern – Kübelpflanzen bei etwa 0 bis 10 °C, hell
- Im Freien – Winterschutzdach, Seiten offen
- Nur bei großer Kälte verkleiden, dann wieder öffnen
- Nach Überwinterung langsam an Sonne gewöhnen
- Vermehren – Aussaat
- Krankheiten – nur durch Nässe – Fäule
- Schädlinge – Spinnmilben, Woll- und Schildläuse
- Blaue Nadelpalme – andere Palmenart
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