Fischschwanzpalme, Caryota mitis - Pflege-Tipps

FischschwanzpalmeMit stilvollen, dreieckig geformten Fiederblättern an schlanken, aufrechten Stämmen, bewegt sich die Fischschwanzpalme jenseits klassischer Palmen-Silhouetten. Somit empfiehlt sie sich als ganzjährige Begrünung von Wintergärten und Wohnräumen. Da jedes Blatt gleich doppelt gefiedert erscheint und sich die Palmwedel in mehrere Segmente zerteilen, entsteht ein ausgesprochen üppiges



Erscheinungsbild. Da können die meisten anderen Palmenarten nur schwerlich mithalten. Wer sich zu einer Kultivierung entschließt, sollte bereit sein, sich auf die recht untypischen Ansprüche einer Caryota mitis einzustellen. Mithilfe der folgenden Pflege-Tipps bereiten Sie Ihrer Fischschwanzpalme ein artgerechtes Heim, das sie über viele Jahre mit Ihnen teilt.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Palmengewächse  (Arecaceae)
  • Gattung Fischschwanzpalme (Caryota)
  • Art innerhalb der Gattung (Caryota mitis)
  • Beheimatet in Südostasien
  • Wuchshöhe in Zimmerkultur bis 3 Meter
  • Seltene Blüte ab dem zwanzigsten Lebensjahr
  • V-förmige, doppelt gefiederte Wedel, 60 cm bis 90 cm breit
  • Nicht winterhart und immergrün
  • Palmfrüchte enthalten giftige Oxalsäure
Die Caryota mitis übertrumpft mit ihrem mehrstämmigen Habitus alle anderen Arten innerhalb der Gattung. Aus der Ferne betrachtet, assoziiert sie einen kleinen Palmenwald, was den zierenden Effekt praller, tropischer Opulenz zusätzlich verstärkt.

Substrat

Die Kultivierung einer Fischschwanzpalme ist geprägt von Kontinuität in jeglicher Hinsicht. Hierzu zählt unter anderem, dass sie nach dem Erwerb möglichst lange Zeit im bestehenden Substrat verweilen möchte. Topfen Sie Ihre Caryota mitis zum Einzug in Ihr Heim daher möglichst nicht um. Erst wenn es ihr nach einigen Jahren zu eng wird im Kübel, siedelt sie um in frische Pflanzerde. Handelsübliche Blumenerde ist im Grunde zwar unbedenklich; den speziellen Ansprüchen einer Palme entsprechend, ist folgendes Substrat besser geeignet:
  • Palmenerde aus dem Fachhandel auf Torfbasis
  • Eigenmischung aus lehmhaltiger Gartenerde, Torf,  Kompost und Sand
  • Die Zugabe von Styroporkügelchen oder Perlite verbessert die Durchlässigkeit
Eine Fischschwanzpalme gedeiht darüber hinaus ganz ausgezeichnet in Hydrokultur. Das gelingt jedoch nur dann, wenn sie bereits in Wasser herangezogen wurde. Eine nachträgliche Umgewöhnung übersteht die Palme erfahrungsgemäß nicht.

Tipp: Hobbygärtner, die aus Sicht des Umweltschutzes nicht gerne Torf verwenden, wählen als Alternative eine Kombination aus Holz- und Kokosfasern als Torfersatz.

Standort

FischschwanzpalmeUm einer Caryota mitis einen perfekten Platz im Haus zu bieten, gibt ein Blick auf die natürlichen Bedingungen hilfreichen Aufschluss. In Südostasien gedeiht die Palme in lichten Wäldern und entlang sonnenverwöhnter Hänge in typischem Monsun-Klima.
  • Sonnige bis halbschattige Lage
  • Ideal ist ein Platz am Ost- oder Westfenster des Raumes
  • Bei praller Mittagssonne ist eine Beschattung der Fiederblätter wünschenswert
Eine Fischschwanzpalme liebt die Wärme. Unter 15 Grad Celsius sollte die Temperatur in ihrer Umgebung nicht fallen. Ideal sind 18 bis 25 Grad Celsius, wobei es ihr keine Probleme bereitet, wenn es im sommerlichen Wintergarten noch wärmer wird. Die warme Jahreszeit verbringt das tropische Gehölz gerne auf dem Balkon oder der Terrasse. Nach einer entsprechenden Zeit der Eingewöhnung, toleriert sie an diesem Platz sogar direkte Sonneneinstrahlung, ohne dass die sattgrüne Färbung der Wedel beeinträchtigt wird.

Luftfeuchtigkeit

Der Hinweis auf das heimatliche Monsun-Klima deutet bereits an, dass die Fischschwanzpalme eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, um zu gedeihen. Ein adäquater Wert von mehr als 60 Prozent wird erreicht, wenn Sie die Palme regelmäßig mit kalkarmem Wasser bei Zimmertemperatur einsprühen. Verstärkend wirkt sich aus, den Untersetzer des Kübels mit Kieselsteinen und Wasser zu füllen, sodass permanent Feuchtigkeit aufsteigt. Luftbefeuchter und Zimmerbrunnen leisten ebenfalls einen wertvollen Beitrag zur erhöhten Luftfeuchtigkeit.

Gießen

Hand in Hand mit

einer intensivierten Luftfeuchtigkeit, spielt regelmäßiges Gießen im Wasserhaushalt eine tragende Rolle.
  • Fischschwanzpalme konstant feucht halten
  • Zu keiner Zeit antrocknen lassen
  • Prinzipiell kalkarmes Wasser verwenden
Das Substrat einer Palme darf nicht verkalken. Herkömmliches Wasser aus der Leitung ist erfahrungsgemäß zu hart, um es unbehandelt als Gießwasser zu verwenden. Lassen Sie es einige Zeit bei Zimmertemperatur stehen, bevor es zum Einsatz kommt. Den Kalkgehalt reduzieren Sie auf natürliche Art, indem Sie in den Wasserbehälter einen Baumwollsack mit 1 Liter Torf hängen. Idealerweise verfügen Sie über eine Regentonne, denn gesammeltes Regenwasser kommt den Gegebenheiten am tropischen Standort noch am nächsten.
Überlassen Sie die Caryota mitis einmal für einige Tage sich selbst, darf der Wurzelballen ruhig klitschnass sein. Dauerhafte Staunässe bekommt der Palme indes genauso wenig, wie den meisten anderen Zimmerpflanzen.

Düngen

Die Fischschwanzpalme zählt zu den wüchsigsten Palmen überhaupt. Der hohe Energieverbrauch zieht einen entsprechenden Bedarf an Nährstoffen nach sich.  Dieser wird erfüllt durch die Gabe von flüssigem Palmendünger oder Grünpflanzendünger alle 4 Wochen. Die Unterbrechung für eine Wachstumspause, wie sie von anderen Zimmerpflanzen her bekannt ist, findet nicht statt.

Schneiden

Der ungewöhnliche Habitus lässt erkennen, dass ein Verschnitt nicht erforderlich oder wünschenswert ist. Ältere Wedel vertrocknen mit der Zeit und verbleiben am Stamm, bis sie von der Palme abgeworfen werden. Wen dieser Anblick stört, darf ohne weiteres verwelkte Pflanzenteile ausputzen. Das Blatt wird unmittelbar an der Basis abgeschnitten, wobei ein kleiner Stummel von ca. 3 cm stehen bleibt. Darüber hinaus spricht nichts gegen einen Rückschnitt, wenn die Caryota mitis eine Höhe erreicht, für die keine Platzkapazitäten zur Verfügung stehen. Bitte bedenken Sie bei jeglichen Pflege- und Schnittmaßnahmen den Gehalt an giftiger Oxalsäure in dieser Palme. Auf den Schutz von Arbeitshandschuhen sollten Sie nicht verzichten.

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Überwintern

Früchte von CaryotaÜberwiegend befindet sich eine Caryota mitis in durchgängiger Zimmerkultur, was eine einheitliche Pflege impliziert. Während der dunklen Jahreszeit bewirkt die geringere Lichtmenge einen minimierten Bedarf an Gießwasser. Von November bis Februar/März darf die Substratoberfläche schon einmal kurzzeitig antrocknen. Staunässe zieht sehr viel nachteiligere Konsequenzen nach sich, als ein wenig Trockenheit. Parallel dazu düngen Sie die Fischschwanzpalme weiterhin alle 4 Wochen, gleichwohl in halbierter Konzentration.

Regelmäßiges Einsprühen mit kalkfreiem Wasser unterliegt im Winter keinen Einschränkungen, was zugleich die Gefahr eines Schädlingsbefalls reduziert. Unter das Temperaturminimum von 15 Grad Celsius darf die Quecksilbersäule nicht fallen.

Umtopfen

Abhängig von den Kulturbedingungen, erweist sich ein Umtopfen alle paar Jahre als erforderlich. Entscheiden Sie sich indes nicht zu früh für diesen Schritt. Eine Fischschwanzpalme gedeiht dann besonders gut, wenn sie sich in einem scheinbar beengten Kübel befindet. Erst wenn die kräftigen Wurzeln drohen, den Topf zu sprengen, topfen Sie die Palme im Frühjahr um.
  • Der neue Kübel ist nicht wesentlich größer
  • Wichtig ist eine Drainage zum Schutz vor Staunässe
  • Die Palme austopfen und das verbrauchte Substrat entfernen
  • Nach dem Einpflanzen in frische Erde wird reichlich angegossen
Das reich verzweigte Wurzelsystem darf beim Umtopfen nicht beschädigt werden. Vermeiden Sie unbedingt, scheinbar zu lang geratene Wurzelstränge zu kürzen. Diesen radikalen Eingriff übersteht die Fischschwanzpalme nicht.

Tipp: Kommt beim Umtopfen vorgedüngte Palmenerde zum Einsatz, verzichten Sie in den kommenden 6 Monaten auf die Gabe von Dünger.

Vermehren

Da eine Fischschwanzpalme nur unter optimalen Bedingungen in den hiesigen Breiten nach ihrem 20. Lebensjahr blüht und Früchte trägt, vermehrt sie sich nicht selbsttätig. Wünschen Sie sich weitere Exemplare, stehen Ihnen zwei Methoden zur Auswahl.

Aussaat
  • Das Saatgut für 24-36 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen
  • Kleine Anzuchttöpfe mit nährstoffarmer Erde füllen
  • Geeignet sind Torf-Sand, Perlite oder reine Kokosfasern
  • Substrat ein wenig anfeuchten und die Samen darauf auslegen
  • Ganz dünn mit einer Schicht Anzuchtsubstrat bedecken
  • Für die Keimung ist eine Mindesttemperatur von 24 Grad Celsius erforderlich
Je näher die Standortkonditionen an ein feucht-warmes Tropenklima heranreichen, desto rascher erfolgt die Keimung. In einem beheizbaren Zimmergewächshaus am halbschattigen Platz dürften sich die Samen wie zu Hause fühlen. Wahlweise stellen Sie jedes Saatgefäß in eine Plastiktüte. Wichtig ist eine permanente Feuchtigkeit des Substrats, ohne Staunässe zu verursachen. Trotz aller Bemühungen, kann es mehrere Monate dauern, bis sich Leben regt in den Palmensamen.

Ausläufer/Kindel
Bilden sich an einer adulten Fischschwanzpalme seitliche Ausläufer, die exakt der Mutterpflanze gleichen, bieten sie sich als erstklassiges Vermehrungsmaterial an. Aufgrund des Wachstumsvorsprungs, werden Sie bei dieser Variante bei weitem nicht solange auf die Folter gespannt, wie bei einer Aussaat.
  • Im Frühjahr mit einem desinfizierten Messer einzelne Ableger auf einer Länge von 20 cm abschneiden
  • Wichtig zu beachten ist, dass der Ableger über ein eigenes, kleines Wurzelsystem verfügt
  • Jedes Kindel einpflanzen in einen Topf mit feuchten Kokosfasern oder anderer Anzuchterde
  • Ins Mini-Gewächshaus verbringen oder eine Plastikhaube überstülpen
Damit der Nachwuchs kräftig gedeiht, wird er platziert am warmen, halbschattigen Fensterplatz. Regelmäßig gegossen und ab und zu mit verdünntem Flüssigdünger versorgt, dürfte sich innerhalb von 4 bis 6 Wochen ein erster Austrieb zeigen. Haben sich 1 bis 2 Wedel vollständig entfaltet, topfen Sie die Jungpalme um und pflegen sie ab dann wie ein erwachsenes Exemplar.

Pflegefehler vermeiden, Krankheiten und Schädlinge bekämpfen

Die umsichtig gepflegte Fischschwanzpalme entwickelt eine hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge. Geht es ihr nicht gut, können Sie Probleme anhand der folgenden Schadbilder diagnostizieren und beheben:

Bräunlich verfärbte Blattspitzen
  • Die Wasser- und Nährstoffversorgung kontrollieren
  • Die Fischschwanzpalme noch häufiger mit Regenwasser einnebeln
  • Vertrocknete Spitzen abschneiden bis kurz über dem gesunden Pflanzengewebe
Gelbe Fiederblätter und Wedel
  • Ein klassisches Symptom für Licht- oder Wassermangel
  • Die Menge des Gießwassers reduzieren und an einen helleren Platz verbringen
  • Der pH-Wert ist eventuell zu hoch; daher umtopfen in frisches Substrat
Anfänglich gelbe, später ins Braune verfärbte Palmwedel
  • Ein typisches Schadbild bei zu starker Sonneneinstrahlung
  • Entweder den Standort wechseln oder für eine Beschattung sorgen
Wedel vertrocknen vollständig
  • Auf diese Weise offenbart sich Staunässe im Wurzelbereich
  • Unverzüglich umtopfen in trockenes Substrat und einige Tage nicht gießen
  • Werden die Stämme bereits weich, ist die Palme nicht mehr zu retten
Neben Versäumnissen in der Pflege, machen folgende Krankheiten und Schädlinge einer Caryota mitis mitunter zu schaffen:

Schwarze Kruste auf den Blättern
Dieses Symptom lässt keinen Zweifel aufkommen, dass es sich um eine Infektion durch Rußtau handelt. Übertragen wird diese Pilzinfektion durch Läuse, die Honigtau ausscheiden. Im ersten Schritt sollten Sie die Palme sorgfältig mit einem möglichst harten Wasserstrahl abduschen. In der Folge ist eine Bekämpfung der Blattläuse empfehlenswert, beispielsweise durch die Ausbringung von Raubmilben. Wenn nichts anderes wirkt, stehen im Fachhandel systemisch wirkende Pflanzenschutz-Stäbchen zur Verfügung. Diese werden ins Substrat gedrückt und bekämpfen den Befall von innen her.

Unzählige Knötchen auf den Fiederblättern
Ein derartiges Schadbild deutet auf den Phönix-Brandpilz hin. In einem frühen Befallsstadium kann die Rettung in der Entfernung der infizierten Wedel bestehen. Ist die Krankheit weit fortgeschritten, bleibt nur noch die Entsorgung, damit die Erreger sich nicht im gesamten Pflanzenbestand ausbreiten.

Weiße Gespinste auf der gesamten Palme
Sinkt die Luftfeuchtigkeit in unmittelbarer Umgebung einer Fischschwanzpalme, schlagen die Spinnmilben ohne langes Zögern zu. Die saugenden und stechenden Schädlinge bevorzugen insbesondere die trockene Heizungsluft während der Winterzeit. In diesem Fall kann eine kräftige Dusche den Parasiten bereits den Garaus bereiten. Zusätzlich wischen Sie den Befall mit einem alkoholgetränkten Tuch einfach ab. Einem hohen Befallsdruck setzen Sie Raubmilben oder Florfliegenlarven entgegen.

Fazit

Wer auf der Suche ist nach einer anspruchslosen, dekorativen Zimmerpalme, kommt an einer Caryota mitis nicht vorbei. Mit ihren großen Fiederblättern in auffälliger V-Form macht sie ihrem Namen Fischschwanzpalme alle Ehre. Ihre zentralen Pflegeaspekte ranken sich um die reichhaltige Wasserversorgung am tropisch warmen Ort mit entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit. Verwöhnen Sie den exotischen Gast ab und zu mit ein wenig Dünger, dürfen Sie gespannt sein, ob die Palme nach 20 Jahren tatsächlich einmal blüht. Angesichts der opulenten Silhouette mit den prächtigen Wedeln wird indes kaum jemand eine Blüte oder gar die giftigen Früchte vermissen.
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Tipps für Schnellleser
- Handelsübliche Palmenerde als Substrat
- Wahlweise ein Mix aus Torf, Kompost und Sand
- Zugabe von Styroporkügelchen oder Perlite für mehr Durchlässigkeit
- Fischschwanzpalme ist geeignet für die Hydrokultur
- Sonnige bis halbschattige Lage ist ideal
- Bei praller Mittagssonne ist Beschattung erforderlich
- Warme Temperaturen von 18 bis 25 Grad Celsius
- Hohe Luftfeuchtigkeit größer 60 Prozent
- Reichlich und regelmäßig gießen
- Substrat nicht antrocknen lassen
- Durchgängig alle 4 Wochen düngen
- Schneiden nur bei Bedarf
- Überwintern nicht unter 15 Grad
- Weniger gießen und verdünnt düngen
- Vermehren durch Aussaat oder Ausläufer
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