Ackerwinde im Garten bekämpfen - Tipps zum Beseitigen

AckerwindeDie Ackerwinde, auch Teufelsdarm, Windling oder Feldwinde genannt, ist eine mehrjährige, windende und krautige Pflanze, die zu den Windengewächsen gehört. Trotz ihrer hübschen rosafarbenen oder bläulichen trichterförmigen Blüten gehört sie zu den gefürchtetsten Unkräutern sowohl im Garten als auch in Weinbergen und auf



den Feldern.

Die Ackerwinde wird leicht mit der Echten Zaunwinde verwechselt. Von dieser unterscheidet sich die Ackerwinde jedoch in der Größe ihrer Blüten, die nur etwa halb so groß sind wie die der Zaunwinde und in der Farbe der Blüten. Während die Blüten der Ackerwinde bläulich oder zartrosa sind, sind die der Zaunwinde komplett strahlend weiß. Die Blätter der Ackerwinde sind länglich, während die der Zaunwinde eher rundlich sind.

Das größte Problem stellt das ausladende Wurzelwerk dar, welches ständig neue Sprosse treibt, sodass beispielsweise ein ausschließlich oberflächliches Entfernen in der Regel keinen Sinn macht. Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es einige, allerdings sind nur die wenigsten wirklich Erfolg versprechend.

Bekämpfung durch Ausgraben

Das Ausgraben der Ackerwinde zählt zu den effektivsten Methoden bei deren Bekämpfung. Am besten macht man das an sonnigen und leicht windigen Tagen, da die ausgegrabenen Wurzelstücke an der Luft relativ schnell vertrocknen. Dabei sollte man allerdings besonders vorsichtig vorgehen, denn aus jedem Wurzelrest, der im Boden zurückbleibt, können sich wieder neue Pflanzen entwickeln und das Problem ist wieder dasselbe.

Zum Ausgraben benötigt man eine Grabegabel, einen Unkrautstecher und ein feinmaschiges Durchwurfsieb. Die Verwendung eines Spatens ist nicht empfehlenswert. Zunächst entfernt man die Pflanzen mit einem hochwertigen Unkrautstecher. Dabei sollte man versuchen, mit viel Fingerspitzengefühl so viel Wurzelwerk wie möglich bereits aus dem unmittelbaren Umfeld der Pflanze mit herauszuziehen.

Dann hebt man mit einer Grabegabel den Boden bis zu drei Spatentiefen aus. Dabei sollte man jedes noch so kleine Wurzelteil gründlich entfernen und am besten in einem Eimer oder Ähnlichem sammeln. Nun kommt das Durchwurfsieb zum Einsatz. Dieses sollte vor allem feinmaschig sein. Der Aushub wird nun Stück für Stück gesiebt und mögliche Wurzelreste sofort entfernt. Gegebenenfalls das Ganze noch mal wiederholen.

Dann kann der gesiebte Boden wieder ausgebracht werden. Die entfernten Wurzelreste sollten auf keinen Fall auf dem Kompost entsorgt werden, sondern in der Biotonne oder dem Hausmüll. Wenn die Möglichkeit besteht, kann man sie auch verbrennen.

Ackerwinde rankendAllerdings hat das Ausgraben auch einen wesentlichen Nachteil, vor allem dann, wenn dazu ein Spaten verwendet wird. Denn beim Ausgraben mit einem Spaten kann das Wurzelwerk der Ackerwinde derart zerstochen bzw. zerhackt werden, dass dies eher zu einer Ausbreitung dieses Gewächses beiträgt.

Alle Wurzelreste entfernen
  • Die Ackerwinde wirklich restlos zu entfernen ist fast unmöglich.
  • Diese Pflanze bildet sehr feine Fadenwurzeln.
  • Diese können sich sehr schnell sowohl in die Breite als auch in die Tiefe ausbreiten.
  • Besonders wichtig ist es, sämtliche Wurzelreste zu entfernen.
  • Nur dann kann man die Ackerwinde nahezu loswerden.
  • In der Regel ist es jedoch kaum möglich, auch den letzten Wurzelrest aus dem Boden zu entfernen.
  • Deshalb kann man die Ackerwinde meist nur im Zaum halten aber nicht dauerhaft entfernen.
Ackerwinde im Rasen bekämpfen

Ebenso wie in einem schönen Blumen- oder Staudenbeet stellt die Ackerwinde auch für einen liebevoll gepflegten Rasen immer ein großes Ärgernis dar. Hier ist das Problem, dass man sie nicht ausgraben kann, ohne

die gesamte Rasenfläche zu ruinieren oder zumindest viele kahle Stellen zu hinterlassen, sodass Ausgraben schon mal nicht infrage kommt.

Um dieses Unkraut aus dem Rasen zu entfernen, bleibt nur das vorsichtige Herausziehen mit einem Unkrautstecher. Allerdings lassen sich so auch nicht die kompletten Wurzeln aus dem Boden entfernen aber man kann zumindest versuchen, diese in ihrem Wachstum zu schwächen. Das kann man tun, indem man sie regelmäßig über der Erdoberfläche kappt, und da Rasenflächen sowieso regelmäßig gemäht werden sollten, wird die Ackerwinde ohnehin jedes Mal mit abgeschnitten.

Mit Folie gegen Ackerwinde

Eine weitere Methode, die übrigens auch gegen viele andere Wurzelunkräuter hilft, ist das großflächige Abdecken mit schwarzer Folie. Geeignet ist diese Methode allerdings nur für Flächen, auf die man längere Zeit verzichten kann, denn das Abdecken erstreckt sich über einen Zeitraum von einem bis drei Jahren.

Die betreffende Fläche wird zunächst umgegraben und von sämtlichen Unkräutern und vor allem Wurzeln zu gut wie möglich befreit. Dann wird der betreffende Bereich großflächig mit schwarzer Folie abgedeckt und gegebenenfalls noch mit Rindenmulch.

Diese Form der Bekämpfung kann teilweise sehr wirkungsvoll sein, allerdings können die Samen der Ackerwinde, die sich möglicherweise noch im Boden befinden, über mehrere Jahre keimfähig bleiben und so für ein erneutes Wachstum der Ackerwinde sorgen. Aber die Bekämpfung der Ackerwinde ist ohnehin keine Sache von wenigen Wochen oder Monaten sondern von mehreren Jahren.

Neues Beet anlegen

Ein Beet komplett neu anzulegen ist vermutlich die effektivste Methode, die Ackerwinde zu bekämpfen. Dazu muss zunächst die alte, mit Ackerwinde und anderen Unkräutern durchwachsene Erde komplett entfernt und durch frische Muttererde ersetzt werden.

Frische Muttererde bedeutet aber nicht automatisch, dass diese keine Samen der Ackerwinde

enthält. Sobald wieder Ackerwinde zu sehen ist, sollte man diese sofort per Hand oder mit einem Messer entfernen. Allerdings kann man die frische Muttererde zunächst auch mit einer dichten schwarzen Folie abdecken, das aber für mindestens eine komplette Gartensaison, sodass man die betreffende Fläche erst mal nicht für den Anbau nutzen kann. Dafür ist diese Methode, vorausgesetzt, sie wird richtig ausgeführt, sehr wirkungsvoll.

Man kann ein neu angelegtes Beet aber auch mit Unkrautvlies abdecken und zum Einsetzen der Pflanzen an die entsprechenden Stellen Kreuze in das Vlies schneiden, in die man dann die Pflanzen einsetzt. Zusätzlich kann man das Ganze dann noch mit einer Schicht Mulch abdecken. Das unterdrückt bzw. hemmt zumindest den Wuchs von Unkräutern jeglicher Art.

Einsatz von chemischen Mitteln

In einigen Bereichen ist die Bekämpfung durch Ausgraben nicht immer möglich, denn die Ackerwinde sucht sich auch gern Standorte zwischen anderen Pflanzenbeständen aus. In diesen Fällen kann man mit einem speziellen zugelassenen Herbizid die Blätter und Triebe der Pflanze vor der Blüte betupfen, sodass die Pflanze die Giftstoffe aufnimmt. Um die Blattmasse hierfür zu minimieren, empfiehlt es sich, die Ackerwinde zuvor bis auf etwa 30 cm zurückzuschneiden.

Um zu verhindern, dass etwas von der jeweiligen Chemikalie auf den Boden gelangt, kann man ein größeres Stück Pappe nehmen, ein Loch in die Mitte schneiden und durch dieses Loch die Pflanze ziehen, sodass die Pappe dann auf dem Boden aufliegt.

Allerdings ist es wichtig, so viel Blattmasse wie möglich mit einem entsprechenden Mittel zu behandeln, denn je mehr die Pflanze davon aufnimmt, desto wirkungsvoller ist es. Das Problem hierbei ist jedoch, dass diese Mittel zum einen für den heimischen Garten zugelassen sein müssen und dass man die Pflanzenteile wirklich nur damit betupft und nicht besprüht.

Gelangt das Mittel an andere Pflanzen, was nicht immer zu vermeiden ist, da sich die Ackerwinde ja um andere Pflanzen herumwindet, würden diese schlimmstenfalls auch verenden. Einen hundertprozentigen Erfolg versprechen derartige chemische Mittel jedoch auch nicht, denn die Ackerwinde ist ein sehr guter Überlebenskünstler und außerdem ist diese Form der Bekämpfung sehr aufwendig. Zudem kann es passieren, dass die Ackerwinde irgendwann auch Resistenzen gegenüber diesen Mitteln entwickelt, sodass diese dann auch keine Wirkung mehr haben.

Der Einsatz von Herbiziden ist in einigen Bundesländern verboten. Einige dieser Mittel bedürfen einer Sondergenehmigung. Dementsprechend sollte man sich immer über die aktuelle Rechtslage in dem betreffenden Bundesland erkundigen. Von der chemischen Keule ist ohnehin immer abzuraten, denn dadurch können nicht nur andere Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch zahlreiche Bodenlebewesen geschädigt oder gar getötet werden. Das Gleiche gilt für Total-Unkrautvernichter, denn auch diese machen keinen Unterschied zwischen Unkraut und Kulturpflanze.

Vorbeugung einer erneuten Ausbreitung
  • Die Entfernung der Ackerwinde ist sehr langwierig und man sollte unbedingt dranbleiben.
  • Das ist wichtig, um einer wiederholten Ausbreitung vorzubeugen.
  • Zumindest aber kann dies eine erneute Ausbreitung so gering wie möglich halten.
  • Vorbeugend ist es wichtig, die entfernten Wurzelreste richtig zu entsorgen.
  • Das kann in der Biotonne oder im Hausmüll sein.
  • Der Komposthaufen ist für die Entsorgung komplett ungeeignet.
  • Des Weiteren sollte jeder neue Ableger immer schnellstens herausgezogen werden.
  • Das schwächt die Ackerwinde und hemmt demzufolge deren Ausbreitung. 
Was die Ackerwinde so hartnäckig macht

Was die Ackerwinde so hartnäckig und unbeliebt macht, ist ihr starker Ausbreitungsdrang und die Tatsache, dass sie auch aus einem noch so kleinen Wurzelrest immer wieder neu austreibt, was ihre Bekämpfung so schwierig und teilweise auch unmöglich macht.

Das Wurzelwerk bzw. die Sprossausläufer dieser Pflanze reichen bis zu 2 m tief in die Erde. Sie vermehrt sich durch Wurzelsprosse und Ausläufer. Durch die Bearbeitung des Bodens werden Teile der Wurzel zerkleinert und daraus können sich immer wieder neue Pflanzen entwickeln.

Die Ackerwinde wächst kriechend und umschlingt bzw. windet sich dabei in beeindruckender Geschwindigkeit um andere Pflanzen, was diese schwächt bzw. schädigt und schlimmstenfalls auch erstickt. Zudem ist sie ein ernst zu nehmender Licht- und Nährstoffkonkurrent für andere Pflanzen.

Fazit

Die erfolgreiche Bekämpfung der Ackerwinde ist immer eine langwierige Angelegenheit und bringt meist nur durch eine dauerhafte, mehrjährige Bekämpfung den gewünschten Erfolg. Auch wenn es so aussieht, als sei das Problem gelöst, sollte man immer dranbleiben und neu auftretende Ackerwinden sofort entfernen, das kann zumindest eine zu starke Ausbreitung verhindern. Wirklich Erfolg versprechend ist in der Regel nur die restlose Entfernung aller Wurzelreste, was im Normalfall aber kaum möglich ist. Wenn alle Bekämpfungsmaßnahmen keinen wirklichen Erfolg gebracht haben und dieses hartnäckige Unkraut wieder und wieder kommt, sollte man vielleicht versuchen, sich mit diesem ungeliebten Störenfried zu arrangieren und sich darauf zu beschränken, die Ausbreitung der Ackerwinde im Zaum halten zu können.
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Tipps für Schnellleser
Tipps zur Bekämpfung

- Die Ackerwinde gehört zu den hartnäckigsten Unkräutern im Garten.
- Sie entwickelt ein sehr ausladendes, Ausläufer bildendes Wurzelwerk.
- Die Ausläufer können bis zu 2 m tief in die Erde vordringen.
- Die Ackerwinde vermehrt sich vegetativ durch Ausläufer und Wurzelsprosse.
- Bekämpfung der Ackerwinde ist sehr schwierig und langwierig.
- Restlos bzw. auf Dauer entfernen lässt sie sich in der Regel nicht.
- Eine relativ effektive Methode ist das Ausgraben der Wurzeln.
- Dabei sollte man sehr vorsichtig vorgehen.
- Die Erde sollte etwa bis zu drei Spatentiefen ausgehoben werden.
- Dann den Aushub mit einem feinmaschigen Durchwurfsieb sieben.
- Die entfernten Wurzelreste sollten separat gesammelt und dann entsorgt werden.
- Der Komposthaufen ist für die Entsorgung komplett ungeeignet.
- Die Bekämpfung im Rasen ist nur mittels Unkrautstecher und Mähen möglich.
- Das Abdecken mit Folie ist wegen der Langwierigkeit nur bedingt effektiv.
- Die Neuanlage eines Beetes durch den Austausch des Bodens ist empfehlenswerter.
- Chemische Mittel sollten immer die letzte Wahl sein.
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