Schlupfwespen - wirkungsvoll gegen Motten

SchlupfwespeSchlupfwespen sind lebende Tiere, die ebenso wie Florfliegen oder Raubmilben zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Sie werden u.a. gegen Blattläuse, Schildläuse, Woll- und Schmierläuse aber auch gegen Motten eingesetzt, und



zwar sowohl im Haushalt als auch in Industrie und Landwirtschaft und bei der Altbausanierung.

Im Haushalt werden Schlupfwespen in der Regel gegen Lebensmittelmotten und Kleidermotten eingesetzt. Der eigentliche Schädling bei beiden Mottenarten sind jedoch nicht die Motten, sondern deren Larven, da sie den größten Schaden anrichten. Die Kleidermotte nistet sich vor allem im Kleiderschrank, in Polstermöbeln und Teppichen ein, wo sie schließlich ihre Eier ablegt.

Die Lebensmittelmotte fühlt sich dagegen in der Vorratskammer oder im Küchenschrank besonders wohl. Häufig werden Lebensmittelmotten beim Kauf von Lebensmitteln eingeschleppt. Sie sind vor allem in Getreideprodukten, Dörrobst, Nüssen, Mandeln und Hülsenfrüchten sowie in Gewürzen und Tees zu finden.


Unterscheidung beider Mottenarten

Lebensmittel- und Kleidermotten sehen sich äußerlich sehr ähnlich. Wenn sie beispielsweise in der Wohnung an einer Wand sitzen, kann man sie nicht sofort zuordnen. Unterscheiden kann man sie vor allem an ihrem Flugverhalten. Während die Lebensmittelmotte eher ruhig und geradlinig fliegt, zeigt die Kleidermotte einen taumelnden, flatternden Flug.

Vorteile der Bekämpfung mit Schlupfwespen

Schlupfwespe auf BlattSchlupfwespen sind die natürlichen Feinde der Motten. Sie sind mit einer Größe von etwa 0,4 mm sehr klein und kaum mit bloßem Auge zu erkennen. Sie können weder stechen, noch krabbeln oder fliegen sie herum. Die Eier der Schlupfwespen sind auf kleinen Kärtchen aufgebracht, die man im Nützlingsversand bestellen und zu Hause an Ort und Stelle z.B. im Kleider- oder Küchenschrank auslegen kann.

Die Schlupfwespen interessieren sich ausschließlich für die Eier und Larven der Motten. Sie können auch nicht in Lebensmittelverpackungen gelangen. Für Menschen sind sie vollkommen ungefährlich. Sind keine Eier und Larven mehr da, verschwinden die Schlupfwespen von ganz allein wieder.

Kleidermotten
  • Einen Befall durch die Kleidermotte erkennt man oft erst relativ spät.
  • Zunächst bemerkt man kleine Löcher in den Kleidungsstücken.
  • Teilweise sieht man auch vereinzelt Motten an den Wänden sitzen.
  • Dabei kann es sich allerdings auch um die Lebensmittelmotte handeln.
  • Die Kleidermotte bevorzugt vor allem hochwertige Wollstoffe.
  • Textilien aus Synthetik oder Baumwolle werden in der Regel gemieden.
  • Zur Bekämpfung wird die Schlupfwespe Trichogramma evanescens eingesetzt.
  • Diese ist mit 0,3 bis 0,4 mm sehr klein und kann nicht fliegen.
  • Sie spürt die Eier der Motten mit ihrem Geruchssinn auf.
  • Die Schlupfwespe parasitiert die Eier der Kleidermotte mit ihren eigenen Eiern.
  • Daraufhin sterben die der Kleidermotte ab. 
Optimale Bedingungen für die Schlupfwespe

Optimale Lebensbedingungen findet diese Schlupfwespe bei Raumtemperaturen von etwa 22 Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 65 und 70 Prozent. Diese Bedingungen entsprechen in der Regel denen in Truhen und Kleiderschränken.

Bekämpfung der Kleidermotte

Motten in MottenfalleZunächst sollte man überprüfen, ob tatsächlich ein Mottenbefall vorliegt. Das kann man sehr gut mit speziellen Pheromonfallen aus dem Fachhandel feststellen. Hat man diese ausgelegt und sind innerhalb weniger Tage Motten darauf zu sehen, liegt ein Befall vor.

Da Schlupfwespen nicht überall hingelangen können, sollte man zuvor jeden Winkel untersuchen und gründlich reinigen, denn gerade Spalten, Ritze, Falten und versteckte Stellen sind beliebte Rückzugsgebiete für die Motten. Zudem sind Motten sehr hitzeempfindlich, weshalb es hilfreich sein kann, an derartigen

Stellen zusätzlich einen Föhn einzusetzen.

Schlupfwespen sind lebende Tiere, deren Eier auf kleinen Kärtchen aufgebracht sind und so per Post verschickt werden. Nachdem man die Schlupfwespen erhalten hat, sollten die Kärtchen schnellstens ausgelegt werden. Ist das nicht möglich, können diese maximal 1-2 Tage bei 8-12 Grad, beispielsweise im Kühlschrank, gelagert werden.

Sämtliche Kleidungsstücke oder Textilien, in denen man Fraßlöcher gefunden hat, sollte man in ein Schrankfach und die Kärtchen dann direkt zwischen die Sachen legen. Aus den Schlitzen an der Seite der Kärtchen krabbeln dann innerhalb weniger Tage die Schlupfwespen und begeben sich sofort auf die Suche nach Motteneiern. Textilien, die nicht mehr zu retten sind, sollten in gut verschlossenen Plastiktüten im Hausmüll entsorgt werden.

Im Abstand von drei Wochen werden dann jeweils in sechs Teillieferungen Schlupfwespen nachgeliefert, die dann ebenfalls nach Erhalt schnellstens ausgelegt werden sollten. Die alten Kärtchen können dann entfernt werden.

Die Nachlieferungen neuer Schlupfwespen sind wichtig, um auch alle Motten zu erwischen. Nach der letzten Lieferung sollte der Mottenbefall in der Regel überstanden sein. Durch das Auslegen von Pheromonfallen kann man gegebenenfalls überprüfen, ob noch Motten vorhanden sind oder nicht.

Kleidermotten vorbeugen
  • Einem Befall mit der Kleidermotte kann man gut vorzubeugen.
  • Man sollte z.B. getragene Kleidung regelmäßig waschen oder zumindest gut auslüften.
  • Kleiderschränke sollten immer geschlossen gehalten werden.
  • Ab und zu auch die Ritzen im Schrank selbst, mit dem Staubsauger reinigen!
  • Besonders wertvolle Kleidungsstücke kann man zum Schutz in Kleidersäcken aufbewahren.
  • Diese sollten möglichst aus Synthetik oder Baumwolle sein.
  • Zudem sollte Kleidung möglichst kühl und trocken aufbewahrt werden.
  • Fliegennetze an den Fenstern, vor allem im Sommer, können vor Zuflug von Motten schützen. 
Lebensmittelmotten

Schlupfwespe nahAuch bei der Lebensmittelmotte verursachen nicht die Motten selbst, sondern deren Larven bzw. die gefräßigen Raupen die Schäden. Erste Anzeichen

für einen Befall sind meist kleine Löcher in Lebensmittelverpackungen. Da die Raupen jedoch nach dem Schlüpfen noch sehr klein sind, sind auch die Löcher die sie verursachen dementsprechend winzig, sodass man sie mitunter gar nicht bemerkt.

Verklumptes Mehl oder Müsli ist meist ein eindeutiger Hinweis auf einen Befall. Gespinstartige Gebilde in den Lebensmitteln sind dann in der Regel Anzeichen für einen bereits fortgeschrittenen Befall durch die Lebensmittelmotte. Auch die Lebensmittelmotte breitet sich sehr schnell aus, sodass auch hier schnellstens gehandelt werden sollte.

Bekämpfung der Lebensmittelmotte

Zunächst sollte man versuchen, den eigentlichen Befallsherd zu finden, der nicht zwingend in demselben Raum liegen muss. Dieser kann sowohl im Vorratsschrank als auch im Keller oder Haustierkäfig liegen. Wenn man ihn gefunden hat und ihn beseitigt, kann das die Bekämpfung maßgeblich erleichtern und beschleunigen.

Ist es nicht möglich den Befallsherd zu finden, sollten auf jeden Fall alle befallenen Lebensmittel samt Verpackung sofort entsorgt werden. Auch augenscheinlich noch intakte und verschlossene Verpackungen, sowie alle gefährdeten Lebensmittel sollten entsorgt werden, auch wenn es weh tut, denn die Lebensmittelmotte bzw. ihre Raupen können auch diese bereits bevölkern, da sie durch die kleinsten Öffnungen gelangen. Man sollte lieber etwas mehr wegwerfen als zu wenig. Ansonsten kann es passieren, dass man diese hartnäckigen Plagegeister gar nicht los wird und sie sich in der ganzen Wohnung ausbreiten.

Einsatz von Schlupfwespen

Ebenso wie bei der Kleidermotte wird auch zur Bekämpfung der Lebensmittelmotte die Schlupfwespe Trichogramma evanescens eingesetzt. Auch hier legt sie ihre Eier in die der Motten ab, woraus dann keine Motten, sondern neue Schlupfwespen schlüpfen. Zunächst bestellt man die Schlupfwespen. Diese kommen dann in der Regel innerhalb weniger Tage. In der Zwischenzeit sollte man, nachdem man die Lebensmittel entsorgt hat, die betreffenden Schränke gründlich mit Essigwasser auswaschen.

Die Kärtchen mit den Schlupfwespen, in der Regel immer drei Stück, werden automatisch, über neun Wochen lang, von dem jeweiligen Nützlingsversand zugeschickt, jeweils dreimal, in Abständen von drei Wochen. Die Dauer von mehreren Wochen ist notwendig, da diese Zeit dem Entwicklungszyklus der Lebensmittelmotte vom Ei bis zur Motte entspricht und dieser unbedingt unterbrochen werden muss.

Schlupfwespe auf BlüteJedes einzelne dieser Kärtchen ist, je nach Anbieter mit etwa 3.000 Schlupfwespeneiern bestückt. Während bei der Kleidermotte sechs Anwendungen erforderlich sind, reichen bei der Lebensmittelmotte in den meisten Fällen bereits drei je nach Grad des Befalls.

Nach Erhalt der Kärtchen mit den Schlupfwespen sollten auch diese schnellstens an der Stätte ihres Wirkens ausgelegt werden. Eines dieser Kärtchen reicht etwa für ein abgeschlossenes Schrankfach oder ein Regal von etwa einem Meter Breite. Hat die Schlupfwespe ihre Arbeit getan und sind alle Motten vernichtet, verschwindet sie entweder durchs offene Fenster oder sie verendet. Sie verschwindet ebenso still und unauffällig, wie sie ihre Arbeit verrichtet hat.

Lebensmittelmotten Vorbeugung

Auch der Lebensmittelmotte kann man mit unterschiedlichen Maßnahmen vorbeugen. Zunächst sollte man es vermeiden, Lebensmittel offen herumstehen zu lassen, damit die Motten nicht ihre Eier dort drinnen ablegen können. Sehr häufig schleppt man sich die Lebensmittelmotte schon beim Kauf von Lebensmitteln ein.

Demzufolge ist es empfehlenswert, Lebensmittel in Tüten, wie z.B. Mehl, Nudeln, Müsli, Reis oder Kakao, direkt nach dem Kauf zu öffnen, auf einen möglichen Befall zu überprüfen und sie dann in verschließbare Behälter, wie beispielsweise verschließbare Gläser, umzufüllen und so in den Vorratsschrank zu stellen.

Zudem sollte man immer nur so viele Lebensmittel einkaufen, wie man in relativ kurzer Zeit auch verbrauchen kann, eine größere Vorratshaltung ist nicht empfehlenswert. Das gilt aber nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Tierfutter, auch damit kann man sich diesen Schädling ins Haus holen.

Ergänzender Einsatz von Pheromonfallen

Lavendel gegen MottenPheromonfallen werden in der Regel nicht vorrangig gegen Kleider- oder Lebensmittelmotten eingesetzt. Sie können aber einen möglichen Befall nachweisen und zudem die Wirkung der Schlupfwespen wesentlich verstärken. Am besten ist es, die Pheromonfallen zusammen mit den Schlupfwespen einzusetzen.

Bei diesen Fallen handelt es sich um Klebefallen, die einen bestimmten Lockstoff weiblicher Motten enthalten. Mit diesem Lockstoff sollen die Mottenmännchen angelockt werden. Diese bleiben dann auf diesen Kärtchen kleben und verenden. Die Fallen müssen ebenso wie die Schlupfwespen für mehrere Wochen an Ort und Stelle liegen bleiben, mindestens jedoch für sechs Wochen.

Für die Dauer, in denen die Fallen ausliegen sollte man unbedingt darauf achten, sämtliche Fenster des betreffenden Raumes geschlossen zu halten. Ansonsten könnte es passieren, dass diese Pheromonfallen auch männliche Motten von draußen anlocken, was das Problem noch verstärken würde.

Fazit

Sowohl die Kleidermotte als auch die Lebensmittelmotte können sehr hartnäckig sein. Viele bekommen schon bei dem Gedanken daran eine Gänsehaut. Um diesen beiden Plagegeistern vorzubeugen, kann man allerdings einiges tun. Und wenn das alles nichts hilft und man sich die Motten doch eingeschleppt hat, ist die Schlupfwespe eine sehr gute und wirkungsvolle Hilfe. Und durch die Unterstützung von Pheromonfallen und anderen Nützlingen wird das Ganze noch mal verstärkt. Trotz allem sollte man bei einem Befall schnellstmöglich handeln und auch danach immer mal wieder kontrollieren, um einer erneuten Schädlingspopulation vorzubeugen.
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Tipps für Schnellleser
Schlupfwespen einsetzen

- Ein Befall sowohl mit Kleidermotten als auch Lebensmittelmotten kann jederzeit auftreten.
- Die eigentlichen Schädlinge sind die Larven bzw. die Raupen.
- Deshalb sollte man einem Befall möglichst vorzubeugen.
- Kleidungsstücke sollten nur gewaschen in den Schrank gelegt werden. 
- Getragene und verschwitzte Kleidung sollte man regelmäßig waschen.
- Kleidung, die man länger nicht trägt, kann man in Kleidersäcken aufbewahren.
- Das Gleiche gilt für besonders wertvolle Kleidung. 
- Kleidersäcke sollten aus Baumwolle oder Synthetik sein.
- Fast noch unangenehmer ist die Lebensmittelmotte.
- Dementsprechend sollten Lebensmittel immer in verschließbaren Behältern gelagert werden.
- Papiertüten sind zur Aufbewahrung gänzlich ungeeignet.
- Bei einem Befall egal mit welcher Mottenart, sollte immer schnellstens gehandelt werden.
- Ansonsten kann sich dieser Schädling sehr schnell sehr stark ausbreiten.
- Das erschwert eine wirksame Bekämpfung wesentlich.
- Pheromonfallen können eine Bekämpfung effektiv unterstützen. 
- Beim Kauf von Schlupfwespen sollte man unbedingt auf Qualität achten.
- Auf Billigangebote sollte man hierbei unbedingt verzichten.
- Diese beinhalten meist nur einen Bruchteil an Nützlingen bzw. Schlupfwespen.
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