Spinnmilben an Zimmerpflanzen bekämpfen

SpinnmilbenSpinnmilben (Tetranychidae) ist eine 1200 Arten zählende Gemeinde aus der Kategorie Milben und zählen zu den am weitesten verbreiteten Pflanzenschädlingen. Sie sind an Unterseiten der Pflanzenblätter zu finden und können am feinen Gespinst erkannt werden. Dieses produzieren sie zu ihrem eigenen Schutz. Die Gemeine Spinnmilbe, wie sie genannt wird, hat nur eine Größe zwischen 0,25mm und 0,8mm. Sie kommt in den Farben gelb, grün, orange oder rot vor und hat einen eher birnenförmigen Körper. Auch bei der Spinnmilbe ist der vordere Teil als Tastorgan eingerichtet, wie bei allen Spinnentieren. Allerdings ist bei ihr das vierte Glied mit einem klauenartigen Anhang versehen worden. Diese Spinnmilben haben die Fähigkeit, einen Faden zu produzieren und deshalb im deutschen Sprachraum den Namen Spinnmilbe erhalten. Die anderen Arten können keinen Faden spinnen.


Spinnmilben als Feind der Blumenfreunde

Blumenfreunde und Pflanzenliebhaber sind nicht erfreut, wenn sie an ihren Pflanzen Spinnmilben entdecken. Sie sind gleichzeitig der am häufigsten auftretende und auch der schlimmste Schädling. Sie stechen mit ihren Werkzeugen am Kopf in die Pflanze ein und saugen aus den Zellen den Pflanzensaft heraus.
Achtung: Spinnmilben lieben trockene Luft und Wärme, Vorsicht deshalb in der Heizperiode

GrünlilieSo vielfältig wie es unterschiedliche Arten von Spinnmilben gibt, so speziell ist auch deren Appetit auf bestimmte Pflanzen. Bei der im normalen Haushalt am meisten vorkommenden gemeinen Spinnmilbe sind vor allem diese Pflanzen gefährdet:
Der Speiseplan der Spinnmilben ist vielfältig und selbst vor eher seltenen Zimmerpflanzen machen sie nicht Halt. An Orchideen sind sogar spezielle Orchideenspinnmilben zu finden (Tenuipalpus rupacificus) und Besitzer von Gewächshäusern kennen das Problem, dass Spinnmilben wie die Gewächshausspinnmilbe (Brevipalpus obovatus) hier ganze Züchtungen angreifen können, wenn sie nicht frühzeitig entdeckt und bekämpft werden.

Wie man Spinnmilben ganz einfach loswird – egal welche

So wie jedes andere Lebewesen auch möchte die Spinnmilbe ein bestimmtes Klima haben, um wachsen und gedeihen zu können. Das ist eine niedrige Luftfeuchtigkeit, was auch die erhöhte Anwesenheit im Winter bei trockener Heizungsluft erklärt. Aus diesem Grund kann eine mit Spinnmilben befallene Pflanze ganz einfach davon befreit werden, indem man sie ordentlich gießt und in eine Plastiktüte steckt, die gut verschlossen wird. Der Pflanze macht dieses feuchte Kleinklima nichts aus, ein paar Tage kann sie das überstehen. Die Spinnmilbe verträgt das jedoch überhaupt nicht und stirbt schon nach kurzer Zeit ab.

KakteenMöchte man sich nicht darauf verlassen, die Spinnmilbe auf so harmlose Weise zu beseitigen, können natürlich auch spezielle Mittel gekauft werden. Diese sind aber aufgrund der Zusammensetzung eher als die berühmte Kanonenkugel für den Spatzen anzusehen. Viel schonender sind Mittel auf der Basis von natürlichen Fettsäuren oder Ölen, die vor allem keine Nützlinge schädigen.

Spinnmilben im Gewächshaus bekämpfen

Gewächshausbesitzer sind am wenigsten über den Befall der Pflanzen mit Spinnmilben erfreut. Das Gewächshaus ist ein idealer Ort für die Vermehrung der speziellen Spinnmilbe, die im Gegensatz zu der Gemeinen Spinnmilbe auch feuchte Luft erträgt. Auch so mancher Wintergarten kann schnell zu einem bevorzugten Tummelplatz für die Schädlinge werden. Hier hat sich der Einsatz von Raubmilben bewährt. Diese können im Versand bestellt werden und kommen dann in speziellen Behältnissen an. Sie werden direkt auf die befallene Pflanze gesetzt und können dann ihr vernichtendes Werk beginnen. Raubmilben fressen sowohl die Spinnmilben selbst, wie auch deren Brut und haben schon nach kurzer Zeit die Überhand und damit das Problem gelöst. Raubmilben selbst sind keine Schädlinge für die Pflanzen.

  Tipp: Spinnmilben fressende Raubmilben sind kleine Nützlinge, ebenso wie Marienkäfer.



So kann man Spinnmilben vorbeugen

Durch vorbeugende Maßnahmen kann man dem Befall von Spinnmilben vorbeugen. Das wäre vor allem, die klimatischen Verhältnisse im Raum so zu gestalten, dass die Spinnmilbe erst gar keine Lust hat, sich breitzumachen. Also ist es wichtig, allgemein für einen optimalen Standort der Pflanze zu sorgen. Also keine ruhigen Ecken, wo man höchstens alle zwei Wochen herankommt zum Gießen, regelmäßig Dünger verabreichen und gießen, Pflanzen im Winter kühl stellen, mit Wasser besprühen und die Pflanzen nicht zu dicht nebeneinander stellen. Wer seine Lieblinge auf der Fensterbank regelmäßig mit der Lupe unter den Blättern untersucht, kann frühzeitig erkennen, wenn Handlungsbedarf besteht.

  Tipp: Pflanzen öfter auch unter den Blättern kontrollieren.



Hausmittel zur Bekämpfung von Spinnmilben

Nicht jeder Pflanzenliebhaber möchte die ungebetenen Gäste in seinen Pflanzen gleich mit der Chemiekeule behandeln. Aus Großmutters Trickkiste gibt es auch für diesen Bereich erprobte Mittel, die nicht nur leicht selbst herzustellen sind, sondern auch praktisch mit Mitteln aus dem Küchenschrank hergestellt werden können.
  • 1 Liter Wasser und 250 ml Rapsöl verschütteln und mittels Sprühflasche 2x pro Woche auf die befallene Pflanze sprühen
  • 500 ml destilliertes Wasser, 2,5 g Kaliseife, 2,5 ml Brennspiritus, 5 ml Algan Dünger mischen und besonders für Bananenpflanzen geeignet
  • 1 Waschnuss in 1 Liter Wasser aufkochen und ein paar Minuten köcheln lassen, zum Einsprühen verwenden
  • Knoblauch“Tee“ oder Sud, auch eine Knoblauchzehe in die Blumenerde gesteckt kann helfen
Mit diesen harmlosen Mitteln kann eine Mixtur angefertigt werden, die dann auf die Pflanzen aufgesprüht wird, die von der Spinnmilbe befallen sind. Vielleicht muss man selbst herausfinden, welches der Mittel am Besten hilft, auf jeden Fall ist Vorsorge immer eine gute Maßnahme und dazu gehört auch:

  Tipp: beim Umtopfen nur saubere Töpfe verwenden, damit Spinnmilben nicht „übergeben“ werden.



Jeder Pflanzenfreund topft seine Blumen und Zimmerpflanzen, die Kübelpflanzen und auch die Stecklinge um. Töpfe, in denen von Spinnmilben befallene Pflanzen gewachsen sind, sollten deshalb gut gesäubert werden. Vor allem Tontöpfe, die ja zu schade zum Wegwerfen sind, müssen ordentlich geschrubbt werden. Manchmal hängen noch Wurzelreste oder Reste von der alten Blumenerde daran und es ist sehr verlockend, das zu ignorieren. Aber, die neuen Bewohner können auf diese Weise schon gleich mit Krankheitserregern in Kontakt kommen, was nicht unbedingt notwendig ist.

  Tipp: Ein Schuss Essig im heißen Reinigungswasser für die Blumentöpfe desinfiziert auch.



Fazit

Spinnmilben kommen bevorzugt im trockenen Milieu um Pflanzen vor, deshalb können sie leicht mit dieser Waffe in die Flucht geschlagen werden. Ein feuchtes Klima um die befallene Pflanze schafft man ganz leicht, indem man sie in nach einer guten Wässerung in eine Plastiktüte steckt, diese verschließt und die Pflanze ein paar Tage darin stehen lässt. An einer warmen Stelle wird die Spinnmilbe dieses für sie unangenehme Klima nicht überleben, die Pflanze jedoch schon. Alternativ können auch Spritzmittel aus Waschnuss-Lauge oder eines der anderen oben genannten Hausmittel angewendet werden. Wenn Blumen auf der Fensterbank zu dicht aneinander stehen, übertragen sich Schädlinge und Krankheiten schnell von einer Pflanze zur anderen. Deshalb lieber etwas Abstand halten, aber vor allem regelmäßig kontrollieren.
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Tipps für Schnellleser
Tipps gegen Spinnmilben

- Spinnmilben lieben trockene Raumluft und Blumen in trockener Erde
- Sie saugen den Zellsaft der Pflanzen aus und schädigen diese dadurch
- Die Gemeine Spinnmilbe spinnt „Spinnweben“ zwischen den Blattachseln
- Pflanzen regelmäßig kontrollieren, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen
- Blumenerde nur mäßig feucht halten
- Blumen nicht zu dicht aneinanderstellen
- Kleinere befallene Pflanzen mit der Tüten-Technik von Spinnmilben befreien
- Große befallene Pflanzen, die nicht in Plastiktüten passen, mit Hausmitteln einsprühen, wie oben beschrieben
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