Organische Dünger - Arten, Anwendung, Nach- und Vorteile

Organischer DüngerSolange die Menschen Pflanzen kultivieren, um sich von den Erträgen zu ernähren oder sich an ihrer Schönheit zu erfreuen, gleichen sie mit Dünger bestehenden Nährstoffmangel aus. Nachdem im 19. und 20. Jahrhundert industriell hergestellte Präparate bevorzugt wurden mit all ihren negativen Folgeerscheinungen, dominiert heute im Hausgarten eine Rückbesinnung auf natürliche



Düngemethoden. Die Auswahl an Arten beschränkt sich längst nicht auf Kompost allein. Vielmehr liefern pflanzliche und tierische Abfälle verschiedenster Herkunft reichlich Material, das von emsigen Mikroorganismen im Boden zu wertvollem Humus verarbeitet wird. Wie organische Dünger angewendet werden, und welche Nach- und Vorteile sich gegenüber stehen, erläutern die folgenden Zeilen.

Die Arten im Überblick:
  • Kompost
  • Pflanzenjauche
  • Guano
  • Hornspäne/Hornmehl
  • Stallmist
  • Organischer Volldünger
Obgleich die genannten organischen Dünger durchweg tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sind, ohne jeglichen Zusatz industriell gefertigter Beigaben, bergen sie ebenfalls die Gefahr der Überdüngung. Folglich dürfte es für Hobbygärtner lohnenswert sein, ein Blick auf die näheren Erläuterungen bezüglich der Zusammensetzung und Anwendung zu werfen.

Kompost

Zusammensetzung
Selbst im kleinsten Hausgarten richten Gartenfreunde einen Komposthaufen ein, um hier die Pflanzenabfälle dem ewigen Stoffkreislauf der Natur wieder zuzuführen. Bis heute erfolgt die Eigenkompostierung nach den traditionellen Vorgaben, zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und Erhöhung des Nährstoffangebotes für Kulturpflanzen.
  • Gartenabfälle
  • Grünschnitt
  • Bioabfall
  • Ungekochte Küchenreste
KompostRichtig aufgeschichtet, am adäquaten Standort, machen sich im Verlauf des Jahres Regenwürmer und andere Mikroorganismen daran, die Abfälle in nährstoffhaltigen Humus zu verwandeln. Dabei handelt es sich in erster Linie um einen gehaltvollen Bodenhilfsstoff, der in zweiter Linie als organischer Dünger Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium und andere Spurenelemente enthält. Wer den Kompost hingegen als Biomülldeponie betrachtet, ihn nicht umschichtet für eine gute Durchlüftung, wird nach dem tiefbraunen, fruchtbaren Gartenerde und dem umweltgerechten Dünger vergebens Ausschau halten.

Anwendung
Aus Kompost entsteht Humus, der eine herausragende Stellung einnimmt im Hobbygartenbau. Nach 6 bis 12 Monaten liefert eine klassische Miete bereits den ersehnten organischen Dünger, der sich in vielerlei Hinsicht als äußerst nützlich erweist. Bei der Neuanlage von Beeten stärkt Kompost die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe. Zugleich gibt reifer Humus Stickstoff, Phosphor, Kalium und Mineralien ab.
  • Zur Vorbereitung wird die gewünschte Menge Kompost durchgesiebt.
  • Im Frühjahr den Kompost mit der Harke flach ins Erdreich einarbeiten.
  • Abhängig von der Bepflanzung, schwankt die Dosierung zwischen 2 und 5 l pro m².
  • Im Verlauf der Vegetationsphase alle 2 bis 4 Wochen diesen Vorgang wiederholen.
  • Zur Vorbeugung gegen Austrocknung hilft eine dünne Schicht aus Grasschnitt.
Als Zugabe in Pflanzlöcher verwenden kundige Hobbygärtner ausschließlich 2 bis 3 Jahre alten, reifen Kompost, der in seiner Konsistenz an duftenden Waldboden erinnert. Darin ist der Zersetzungsprozess weitgehend beendet, sodass die zarten Wurzeln der Jungpflanzen keinen Schaden nehmen können. Die gewünschte Startdüngung leistet das biologische Material trotzdem noch.

Tipp: Die gröberen Bestandteile, die nach dem Sieben übrig bleiben, bilden das ideale Startmaterial für die nächste Miete, weil sie bereits Bakterien und Pilze beheimaten.

Laubkompost

Zusammensetzung
Das wertvolle Herbstlaub ergibt durch Kompostierung einen feinkrümeligen Humus, bestens ausgestattet mit Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor. Es wird gesondert kompostiert, weil es häufiger umgelagert wird, um eine Klumpenbildung zu vermeiden.
  • Reiner Laubkompost aus Eichenblättern düngt Rhododendren und andere Moorbeetpflanzen.
  • Unverfälschter Kompost aus Buchenlaub fungiert als selbst hergestellte Aussaaterde.
Alternativ verbleibt der Laubfall als Mulchkompost kurzerhand im Beet, um dort im Rahmen der Verrottung als organischer Dünger und Bodenhilfsstoff zu agieren. Damit der Herbstwind die Blätter nicht davon weht, streuen erfahrene Hobbygärtner etwas Steinmehl darüber und besprühen

es leicht mit Brennnesseljauche.

Pflanzenjauche

Zusammensetzung
Eine besonders milde Form der Nährstoffzufuhr mittels organischem Dünger erfolgt durch Pflanzenjauche. Im Gegensatz zu Brühe, Tee oder Extrakt, nimmt die Herstellung bis zu 14 Tage in Anspruch. Folglich ist die Mischung aus frischen oder getrockneten Pflanzenteilen und Wasser ausgesprochen reich an Stickstoff und Kalium. Die von Hobbygärtnern meist verwendeten Pflanzen für Jauchen sind:
Anwendung
Die Pflanzenjauche ist fertig, wenn sie nicht mehr schäumt und eine dunkle Farbe annimmt. Nach dem Abseihen, wird sie im Verhältnis 1:10 verdünnt. Zur Stärkung der Pflanzen sprühen Gartenfreunde die Mixtur von März/April bis in den Spätsommer auf Blätter und Boden. Insbesondere Starkzehrer, wie Tomaten profitieren von diesem organischen Dünger. An Gemüsepflanzen, die roh verzehrt oder schwierig zu waschen sind, wird ausschließlich der Wurzelbereich gedüngt.

Guano

Zusammensetzung
Die Exkremente von Seevögeln in Südamerika liefern einen stickstoff- und phosphorhaltigen organischen Dünger, der als Guano bezeichnet wird. Die Hinterlassenschaften europäischer Seevögel warten mit diesem Nährstoffgehalt nicht auf, weil der häufige Regen den Vogeldung zu stark auslaugt.

Verwendung
Bevor ein ökologisch verantwortungsbewusster Hobbygärtner Guano in Händen hält, wird der Dung verarbeitet zu Granulat, Stäbchen oder Flüssigdünger.
  • Im Frühjahr und Sommer die Pflanzen ein- bis zweimal pro Monat mit Guano düngen.
  • Eine durchschnittliche Dosierung von 2 l auf 10 m² möglichst nicht überschreiten.
  • Ab Juli nicht mehr düngen, denn der enthaltene Stickstoff schwächt die Winterhärte.
  • Aufgrund des strengen Geruchs ist Guano für Zimmerpflanzen weniger geeignet.
Damit das Erdreich nicht überdüngt wird, ist es empfehlenswert, vor der Verwendung von Guano als organischem Dünger eine

Bodenanalyse zu erstellen, die Aufschluss gibt auf den tatsächlichen Bedarf.

Hornspäne/Hornmehl

Zusammensetzung
Pellett-DüngerGeraspelte oder fein gemahlene Hörner und Hufe von Schlachtvieh ergeben einen gehaltvollen organischen Dünger, der mit einem Stickstoffgehalt von mehr als 10 % überzeugt. Andere Spurenelemente sind lediglich in geringer Konzentration von unter 1 % enthalten.

Anwendung
Da Hornspäne eine recht lange Zeit im Boden benötigen, ehe die Düngewirkung einsetzt, ist es ratsam, diesen organischen Dünger bereits im Herbst auf dem Beet auszubringen. Das feinere Hornmehl gibt seine nahrhaften Bestandteile zügiger an das Erdreich ab, sodass es im Frühjahr verstreut wird.
  • Je Quadratmeter Gartenboden werden ca. 100 g Hornspäne oder Hornmehl verwendet.
  • Mit der Harke den organischen Dünger flach in die Erde einarbeiten.
  • Vorteilhaft wirken sich Hornspäne aus, die im Pflanzloch hinzugegeben werden.
Hobbygärtner, die von Rindenmulch unter Gehölzen Gebrauch machen, düngen an diesen Pflanzstellen gezielt mit Hornspänen oder Hornmehl. Es hat sich herausgestellt, dass derartiger Mulch dem Erdreich Stickstoff entzieht, der auf diese Weise ausgeglichen wird.

Stallmist

Zusammensetzung
KuhmistDung von Kühen, Pferden und anderen vierbeinigen Nutztieren, ist anerkannt als klassischer organischer Dünger. Verabreicht auf dem Gartenboden, bedienen sich die Pflanzen daran, wie an einem opulenten Nährstoff-Buffet. Neben unterschiedlichen Mineralstoffen enthält insbesondere Pferdedung reichlich Zellulose, die Zier- und Nutzpflanzen in ihre Zellwände einbauen.

Anwendung
Da Stallmist erst in gut abgelagertem Zustand seine Wirkung entfaltet, ist es ratsam, vorkompostierten Dung bei Bauern oder Pferdebesitzern zu erwerben. Alternativ wird der frische Mist selbst im Garten gelagert, wobei sich allerdings das Volumen innerhalb von 12 bis 18 Monaten drastisch reduziert.
  • Kompostierten Mist in die Beeterde einarbeiten.
  • Alternativ ca. 20 cm unterhalb der Pflanzen platzieren.
  • Die ideale Startdüngung im Frühjahr für Gemüsepflanzen.
  • Als Rottebeschleuniger auf dem Komposthaufen verstreuen.
Da Stallmist eine merkliche Wärme entwickelt, nutzen findige Hobbygärtner das Material als naturgegebene 'Heizung' in ihrem Frühbeet.

Tipp: Im Rahmen der Anwendung organischer Dünger, wie Stallmist, Guano oder Pflanzenjauche, darf keine Geruchsbelästigung der Nachbarn entstehen. In einigen Bundesländern bestehen zu diesem Thema spezielle Verordnungen der Landesregierung.

Organischer Volldünger

Zusammensetzung
Hobbygärtner, die über keinen eigenen Komposthaufen verfügen, sind deshalb noch lange nicht gezwungen, auf organischen Dünger zu verzichten. Der Fachhandel hält eine Vielzahl an Präparaten bereit, die auch für den zertifizierten Bio-Anbau zugelassen sind. Als Bestandteile sind beispielsweise vorhanden Hornmehl, Rübenschnitzel und Mikroorganismen.

Anwendung
Angesichts der mannigfaltigen Angebote, ist es ratsam, sich exakt an die Dosierungsanleitung der Hersteller zu halten.
  • Von Mai bis September nach Dosierungsanleitung ausbringen.
  • In der Regel genügen 50 g bis 150 g pro m² Beetfläche.
  • Vermischt mit Substrat, reichen 2 bis 5 g pro Liter Erde aus.
Erfreulich für die Nährstoffversorgung von Kübelpflanzen ist der Umstand, dass organische Volldünger mittlerweile auch in flüssiger Form erhältlich sind.

Algensaft

Zusammensetzung
Als ausgezeichneter organischer Dünger macht Algensaft von sich Reden. Kaltgepresst aus Grün- oder Braunalgen, entsteht ein Saft, der zu 75 % aus organischen Stoffen und zu 25 % aus Mineralien besteht. Zusätzlich zu den klassischen Substanzen, wie Stickstoff und Phosphor, wartet das Mittel auf mit mehr als 70 verschiedenen Spurenelementen, die das Meer zu bieten hat.

Anwendung
Da die zahlreichen Ingredienzien in der Blattdüngung ebenso effektiv wirken, wie an den Wurzeln, ist es von Vorteil, dass es hierbei um ein Flüssigpräparat handelt.
  • Verdünnte Anwendung nach Angaben des Herstellers.
  • Nach dem Austrieb wird Algensaft auf die Blattunterseiten gesprüht.
  • Wahlweise mit der Gießkanne an die Wurzeln geben.
  • Dient darüber hinaus als effizienter Beschleuniger auf dem Kompost.
Gut zu wissen, dass Algensaft sich bestens eignet für die Pflege von Zimmerpflanzen. Neben der reichhaltigen Versorgung mit Nährstoffen und Spurenelementen, lassen sich mittels Algensaft die glänzenden Blätter von Blattschmuckpflanzen wunderbar reinigen.

Nach- und Vorteile

Organische Dünger blicken auf eine lange Tradition im Hausgarten und in der Landwirtschaft zurück. Trotz ihres unbestreitbaren Nutzens für Menschen und Natur, sind ebenso einige Nachteile zu bedenken.

Nachteile
  • Die Bestandteile sind nicht in beliebiger Menge vorhanden.
  • Es bestehen erhebliche Schwankungen im Nährstoffgehalt.
  • Vergleichsweise sehr langsame Bioverfügbarkeit.
  • Bei akutem Nährstoffmangel erbringen sie keine rasche Verbesserung.
  • Geringere Ernteerträge gegenüber mineralischen Düngern.
Mineralischer DüngerHobbygärtner mit einer knapp bemessenen Freizeit bewerten insbesondere das arbeitsaufwändige Verfahren zur Herstellung von Kompost als Nachteil organischer Dünger.

Vorteile
  • Nährstoffversorgung innerhalb des natürlichen Stoffkreislaufs.
  • Keine oder nur geringe, umweltschädliche Nitratauswaschung ins Grundwasser.
  • Dank der Langzeitwirkung besteht nur eine geringe Gefahr der Überdüngung.
  • Förderung der Bodenorganismen und daraus folgend eines gesunden Erdreichs.
  • Die wohl natürlichste Form umweltfreundlicher Abfallwirtschaft.
  • Dank des düngereigenen Feuchtigkeitsgehalts reduziert sich die künstliche Wasserzufuhr.
Die Anwendung organischer Dünger spart bares Geld in zweifacher Hinsicht. Erstens müssen keine teuren Mineraldünger gekauft werden. Zweitens reduziert die Eigenkompostierung die Müllabgaben für Biotonnen oder wendet sie restlos ab.

Fazit

Die Pflanzen im Zier- und Nutzgarten kommen ohne eine zusätzliche Zufuhr von Nährstoffen nicht aus. In der gewerblichen Landwirtschaft sind demgemäß mineralische Düngemittel nach wie vor unverzichtbar, weil einzig dank ihrer zügigen Wirkung die ständig wachsende Weltbevölkerung noch ernährt werden kann. Hobbygärtner sind demgegenüber klar im Vorteil. Sie haben die Wahl, sich für organische Dünger zu entscheiden, wenn ihre Pflanzen einen Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder anderen Spurenelementen signalisieren. Allen voran der Komposthaufen, liefert im Laufe der Zeit kostenlosen, nahrhaften Dünger, ebenso wie Pflanzenjauche oder Stallmist. Wer keinen Zugang zu diesen organischen Düngern hat, greift zu Guano, Hornspänen oder Hornmehl und versorgt seine Pflanzen mit dem guten Gewissen einer ausgezeichneten Umweltbilanz.
Haben Sie weitere Fragen zum Thema?

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Tipps für Schnellleser
Tipps für Organische Dünger
- Kompost
- Laubkompost
- Pflanzenjauche
- Guano
- Hornspäne/Hornmehl
- Stallmist
- Organischer Volldünger
- Algensaft
Anwendung
- Einzig während der Wachstumsphase ausbringen.
- Nicht unter praller Sonne oder bei extremer Trockenheit.
- Pflanzenjauche stets verdünnt anwenden.
- Nur ausgereiften Kompost in Pflanzlöcher geben.
- Stallmist als Dünger und Rottbeschleuniger geeignet.
- Bei Guano die Gefahr der Überdosierung beachten.
- Kompost und Pflanzenjauche zuvor durchsieben.

Nachteile
- Begrenztes Mengenvolumen.
- Schwankender Nährstoffgehalt.
- Schleppende Bioverfügbarkeit.
- Zeit- und arbeitsaufwändige Herstellung.

Vorteile
- Keine Gesundheitsgefährdung.
- Förderung der Bodenorganismen.
- Erhalt des natürlichen Kreislaufs.
- Kaum oder keine Nitratbelastung des Grundwassers.
- Langzeitwirkung mit geringer Gefahr der Überdüngung.
- Reduzierung künstlicher Wasserzufuhr.
- Umweltfreundliche Abfallentsorgung.
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