Dolomitkalk im Garten-Wiki - Zusammensetzung und Vorteile

dolomitkalk 5963Bedingt durch Bodenerosion, saurem Regen und der Umsetzung organischer Masse unterliegen unsere Gartenböden einem ständigen Versauern. Wichtige Nährstoffe werden dem Erdreich entzogen, was sich unweigerlich auf die Entwicklung der Pflanzen auswirkt. Nur wenige Nutz- und Ziergewächse gedeihen auf mageren Böden. Moos



und Unkraut machen sich auf diesen Flächen breit. Um dem kontinuierlichen Schwund an Mineralstoffen entgegenzuwirken, muss der Boden regelmäßig gedüngt werden. Dolomitkalk ist ein mineralischer Dünger, der mit seinen zahlreichen positiven Eigenschaften das Substrat im Garten aufwertet. Gleichzeitig erhöhen sich das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit der Zier- und Nutzpflanzen.

Zusammensetzung

Neben der richtigen Pflege und dem optimalen Standort spielt für die Entwicklung der Pflanzen das Substrat eine wichtige Rolle. Durchlässig und locker sollte es sein, damit Regen- und Gießwasser schnell abfließen können und die Wurzeln mit wertvollem Sauerstoff versorgt werden. Der Nährstoffgehalt des Bodens wird oft nur stiefmütterlich behandelt. Abhängig vom Alter und der Zusammensetzung ist es nicht damit getan, bei der Pflanzung der Gewächse Humus bzw. Kompost auszubringen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Nährstoffen im Substrat ist für das Wachstum der Pflanzen entscheidend und eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Bodenqualität. Dolomitkalk ist ein mineralischer Dünger, der nicht unterschätzt werden sollte und der entscheidend zur Entwicklung der Gewächse im Garten beitragen kann.

Zu den beiden wichtigsten Hauptbestandteilen des meist gekörnten Gesteins gehören Kalzium und Magnesium. Die beiden Mineralien sind für das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen wichtig. Ein ausgewogener Magnesiumgehalt im Boden ist für alle Gewächse lebensnotwendig. Das Mineral fördert die Bildung von Chlorophyll und wirkt sich unmittelbar auf die Fotosynthese der Gewächse aus. Knapp 30 % des in den Pflanzen vorhandenen Magnesiums sind im grünen Blattfarbstoff Chlorophyll enthalten. Ein niedriger Magnesiumgehalt führt zu Mangelerscheinungen und Stoffwechselstörungen. Die Chlorose gehört mit zu den bekanntesten Krankheiten bei Nährstoffarmut. Auch ein verringerter Ernteertrag und eine verzögerte Blütenentwicklung sind typische Anzeichen für einen Nährstoffmangel. Abhängig von der Zusammensetzung des Substrats fällt der Magnesiumgehalt im Boden unterschiedlich hoch aus. Tonreiche Böden weisen einen hohen Magnesiumgehalt auf, während der Wert in sandigem Erdreich gering ist.

Dolomitkalk ausbringenKalzium im Boden ist für die Bodenstruktur wichtig. In Verbindung mit anderen Stoffen wirkt sich das Mineral vorteilhaft auf die Konsistenz des Substrats aus und lockert es auf. Mikroorganismen im Boden profitieren von Kalzium im Boden, was sich in ihrer erhöhten Aktivität positiv bemerkbar macht. Der Nährstoff ist für Nutz- und Zierpflanzen lebensnotwendig. Kalzium wird in die Zellwände eingebaut und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels. Neigen die Früchte zu einer verstärkten Schimmelbildung und treten braune Flecken am Obst auf, kann dies ein Hinweis auf Kalziummangel sein.

Wichtige Nährstoffquelle für den Garten

Der Name von Dolomitkalk lässt, anders als häufig vermutet wird, nicht auf seine Herkunft schließen. Das Gestein ist weltweit verbreitet, in Deutschland liegen die relevanten Abbaugebiete für das Mineral überwiegend in West- und Süddeutschland. Weitere wichtige Dolomitkalk-Vorkommen sind in Estland, Polen und Norwegen anzutreffen. Die Gesteinsart ist chemisch eng mit Kalkstein verwandt. Im Vergleich zu diesen ist Dolomitgestein jedoch härter und spröder. Die Einwirkung von Säure verursacht bei dem Mineral nur eine langsame Reaktion. Das macht sich positiv in seiner Wirkung als Dünger im Garten bemerkbar.

Wo und in welchen Mengen Dolomitkalk in den Boden eingearbeitet wird, ist abhängig

von der Eigenschaft des Substrats und den kultivierten Gewächsen. Denn nicht jede Pflanzenart verträgt einen hohen Kalkgehalt im Erdreich. Bei vielen mediterranen Sorten kann Kalk den Stoffwechsel der Gewächse stören und die Aufnahme von Wasser verhindern. In einigen Fällen kann das zum Tod der exotischen Pflanzen führen. Vor dem Ausbringen ist es empfehlenswert, eine genaue Analyse des Bodens durchführen zu lassen. Die detaillierte Auswertung zeigt, welche Maßnahmen zur Verbesserung des Substrats optimal beitragen und welche Nährstoffe dem Erdreich zugeführt werden sollten. Ist die Dosierung von Dolomitkalk auf Ihren Gartenboden richtig abgestimmt, ergeben sich folgende Vorteile für die Pflanzen:
  • Erhöht die Widerstandsfähigkeit.
  • Verringert das Risiko von Krankheiten und Schädlingen.
  • Das Wachstumspotenzial steigt.
  • Die Erntemenge und Blütenbildung steigt.
Abhängig von den Ergebnissen der Bodenanalyse und der Beschaffenheit des Erdreichs wird Dolomitkalk ungefähr alle zwei oder drei Jahre ausgebracht. Pro Quadratmeter beträgt die Aufwandmenge bei schweren Böden 0,150 bis 0,200 kg. Leichte bis mittlere Böden brauchen eine Menge von 0,200 bis 0,250 kg pro m². Wie bei allen Düngern gilt die Devise: Weniger ist mehr. Eine Überdosierung von Dolomitkalk kann die Entwicklung der Pflanzen negativ beeinflussen.

Tipp: Der mineralische Dünger sollte stets großflächig ausgebracht werden. Als Nährstofflieferant für einzelne Kübelpflanzen ist das Dolomitgestein ungeeignet.

Rasen und Beete richtig düngen

junger RasenDamit der mineralische Dünger an Ort und Stelle seine Wirkung entfalten kann, muss der Boden zuerst ausreichend vorbereitet werden. Dolomitkalk ist dafür geeignet, ganzjährig eingesetzt zu werden. Im Winter lässt sich diese Maßnahme nur bedingt umsetzen, das gefrorene Erdreich erschwert die Arbeit. Der optimale Zeitpunkt ist im Frühjahr bzw. Spätsommer. Leider besteht nicht immer die Möglichkeit, das Mineral in eine frisch umgegrabene Beetfläche einzuarbeiten. Vorsicht ist aus diesem Grund bei bepflanzten Plätzen geboten. Handschuhe, Spaten und Harke sind vor dem

Ausbringen die idealen Gefährten.
  • Entfernen Sie Moospolster und abgestorbene Pflanzenteile.
  • Störende Wurzeln und Steine beseitigen.
  • Welkes Laub zusammenrechen.
  • Den Rasen vertikutieren.
Streuen Sie Dolomitkalk aus und arbeiten Sie ihn im Boden ein. Zur Verbesserung der Bodeneigenschaften und -struktur reicht es aus, wenn der Dünger in einer Tiefe von ungefähr 5 bis 8 cm mit dem Substrat vermischt wird. Ein Eingraben oder tieferes Unterheben ist nicht notwendig. Ein paar Tage nach dem Düngen können Sie im Frühjahr die Pflanzen einsetzen bzw. mit der Aussaat beginnen. Zu Beginn der Hauptvegetationszeit entfaltet der mineralische Dünger in kurzer Zeit seine Wirkung.

Tipp: Lassen Sie alle 4 bis 6 Jahre eine professionelle Bodenanalyse durchführen. Auf diese Weise können Sie optimal Mangel- und Ermüdungserscheinungen des Erdreichs entgegenwirken.

Dolomitkalk für den Teich

Der mineralische Dünger ist vielseitig und kann unterschiedliche Aufgaben im Garten erfüllen. Durch das im Gestein enthaltene Kalziumkarbonat lässt sich im hauseigenen Teich der KH-Wert des Wassers erhöhen. Die Karbonathärte ist ein wichtiger Bestandteil eines ausgeglichenen Ökosystems im Wasser. Der Bedarf richtet sich nach den vorhandenen Pflanzen und den im Wasser befindlichen CO². Steigt der Bedarf der Gewächse an Kohlendioxid, kann der Wert der Karbonathärte sinken. Der Nachteil: Das Wachstum der Pflanzen nimmt ab und es kommt zu einer Versauerung des Teiches. Gleichzeitig sinkt die Produktion von Sauerstoff, was die Algenbildung beschleunigt und den Wasserbewohnern das Leben schwer macht. Dolomitkalk kann dabei helfen, den Säure-Basen-Haushalt des Teichs zu regulieren.
  • Regelmäßig einen Wassertest durchführen.
  • Zeitweise das Wasser mit einem Filter reinigen.
  • Großes Dolomitgestein direkt im Teich ausbringen.
RasenWer ein technikloses Gewässer betreibt, kann den Dolomitkalk dekorativ in ganzen Stücken im Wasser auslegen. Eine regelmäßige Überprüfung der Wasserwerte ist dabei ratsam. So können Sie bei starken Schwankungen rasch eingreifen und einen Mangel bzw. eine Überversorgung verhindern.

Fazit

Dolomitkalk ist ein nachhaltiger mineralischer Dünger, der im Garten ebenso erfolgreich wie in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Das Mineral belebt den Boden, verbessert dessen Eigenschaften und sorgt für ein verstärktes Pflanzenwachstum. Seine Anwendung ist simpel, anders als biologischer Dünger muss das Dolomitgestein nur selten jährlich ausgebracht werden.
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Tipps für Schnellleser
- Der Abbau des Minerals erfolgt weltweit.
- Wichtige Bestandteile von Dolomitkalk sind Magnesium und Kalzium.
- Magnesium fördert die Bildung von Chlorophyll und erhöht den Ernteertrag.
- Kalzium verstärkt den pflanzlichen Stoffwechsel.
- Im Boden regt Dolomitkalk das Wachstum von Mikroorganismen an.
- Der mineralische Dünger kann ganzjährig ausgebracht werden.
- Optimalerweise wird das Mineral im Frühjahr bzw. Spätsommer in den Boden eingearbeitet.
- Vor dem Düngen müssen Moospolster und abgestorbene Pflanzen entfernt werden.
- Den Rasen vor dem Verteilen des Minerals vertikutieren.
- Für Kübelpflanzen ist Dolomitkalk ungeeignet.
- Der mineralische Dünger wird nicht eingegraben, sondern in das Substrat eingearbeitet.
- Dolomitgestein hat sich zur Anhebung der Karbonathärte in Gartenteichen bewährt.
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