Verblühte Tulpen - darf man sie schneiden oder nicht?

verblühende TulpeAllgemein heißt es, dass der Hobbygärtner verblühte Tulpen auf jeden Fall schnell abschneiden soll. Blüte, welke Blätter und Stiel sollten entfernt werden. Andere Ratgeber bestehen dagegen darauf, dass die Tulpe wie alle Pflanzen Zeit braucht, um Samen



auszubilden, und eher nicht geschnitten werden sollte. Ob die Blüten geschnitten werden sollten, hängt davon ab, was man mit der Tulpe noch vorhat.

Zwiebelpflanzen vermehren sich auf zwei verschiedene Arten

Tulpen gehören zu den Zwiebelpflanzen. Diese Pflanzen vermehren sich auf zwei verschiedene Arten:
  • Blüten und Samen werden ausgebildet
  • Brutzwiebeln werden ausgebildet
Die Ausbildung von Samen kostet die Pflanze recht viel Energie, sie muss dafür andere Aufgaben zurückstellen. Die Brutzwiebeln bildet die Pflanze wie alle Zwiebelgewächse unter der Erde. Aus den kleinen Zwiebeln können im nächsten Frühjahr neue Tulpen entstehen, die wunderschön blühen. Die Ausbildung von Brutzwiebeln geht schneller und ist die effizientere Art, Tulpen zu vermehren.

Die Ausbildung von Samen kostet Energie

blühende TulpenLässt man die Pflanze Samen ausbilden, statt die welken Blüten zu schneiden, kostet das die Pflanze viel Energie. Diese Energie kann die Tulpe dann nicht in die Ausbildung von Brutzwiebeln stecken. Eine Tulpe, die nach der Blütezeit noch Samen ausbildet und reifen lässt, wird also immer weniger und vor allem weniger kräftige Brutzwiebeln ausbilden als eine Tulpe, die geschnitten wird. Und an diesem Umstand ändern auch regelmäßiges Gießen und gutes Düngen nichts.

Zu früher Schnitt schadet der Pflanze

Die Tulpe benötigt ihre grünen Teile aber auch dann noch, wenn sie schon verblüht ist. Denn über die grünen Pflanzenteile werden dank Photosynthese Sonnenlicht und Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff und Energie umgewandelt. Energie benötigt die Pflanze. Auch verblühte Tulpen brauchen ihre Blätter also noch, um ausreichend Energie für die Ausbildung von Brutzwiebeln und die Blüte im nächsten Frühjahr zu tanken. Abschneiden sollte man grüne Blätter also nicht.

Verwelkte Blumen im Beet sind keine Freude

Ein Blumengarten wird in der Regel angelegt, damit es grünt und blüht. Je bunter und vielfältiger der Garten, desto stolzer ist der Hobbygärtner oder die -gärtnerin. Verblühte Pflanzen stören. Trotzdem sollte man Tulpen die benötigte Zeit lassen, nach der Blüte noch Kraft für das Wachstum der Zwiebeln zu sammeln. Wer die welken Blumen mit wenigen Blättern nicht mehr im Beet haben will, sollte die Tulpenzwiebeln vorsichtig ausgraben und in Töpfen und Kästen einpflanzen. Dort können die Pflanzen in Ruhe Kraft tanken und sich auf das nächste Frühjahr vorbereiten.

abblühende TulpeZwiebelgewächse ziehen sich ohnehin kurz nach der Blütezeit in ihre Zwiebeln zurück und stecken alle Energie in die Ausbildung von Brutzwiebeln. Sind die fertig ausgebildet, wird in jeder Zwiebel noch eine Menge Energie verstaut, die für die nächste Blütezeit benötigt wird. Viele Hobbygärtner haben ein ganzes Arsenal an Töpfen und Kästen, in denen die Pflanzen auf ihren jeweiligen Einsatz warten. Im Beet sind sie oft nur, wenn sie gerade blühen und somit für eine bunte Farbenpracht sorgen.

Zwiebelgewächse zeigen selbst an, wenn man sie schneiden sollte

Wenn die Blüten welk werden, tut sich bei den Tulpen noch mehr. Sie bilden nicht nur Fruchtknoten aus, sondern lassen auch langsam den Stiel welken. Die Blätter sinken schlapp auf den Boden und verfärben sich gelblich.

Das ist ein langsamer Prozess, der nicht bei jeder Tulpe gleich schnell vonstatten geht. Auch die Pflanzen, die keine Samen ausbilden können oder dürfen, die vielleicht geschnitten wurden, lassen irgendwann einfach die Blätter hängen. Die Pflanze beginnt, sich in die Zwiebel zurückzuziehen. Die Blätter werden irgendwann leicht matschig oder ganz hart und trocken. Jetzt lösen sich Stiel und Blätter von alleine von der Zwiebel. Das ist der richtige Zeitpunkt, um die Blätter und den Stiel auch wirklich zu entfernen. Jetzt will die Pflanze ihre Ruhe haben und sich ganz unter die Erde zurückziehen. Und das ist etwas, was alle Zwiebelgewächse gemeinsam haben. Nicht nur Tulpen reagieren so.

Tulpen können im Beet auswildern

Manche Zuchtpflanzen werden im Fachhandel als einjährige Gewächse gehandelt. Das bedeutet normalerweise, dass sie nach einem Jahr absterben und im nächsten Jahr nicht wieder austreiben. Auch bei extrem stark verzichteten Tulpenarten kann das vorkommen. Die meisten Tulpenarten sind jedoch mehrjährig, und das verlangt Pflege:
  • alljährlich bildet die Pflanze neue Blüten aus
  • manchmal nur einseitige Brutzwiebeln
  • Brutzwiebeln können ausgegraben und neu verpflanzt werden
  • Farben und Formen der Blüten verändern sich
  • Zwiebeln bohren sich immer weiter in den Boden
  • deshalb: alle paar Jahre ausgraben
  • auch im Wildbeet gießen und düngen
gefüllte rote TulpeMit etwas Pflege kommen die Tulpen im nächsten Jahr umso schöner wieder
Verblühte Tulpen sehen immer etwas trostlos aus. Die Pflanze braucht aber kein Mitleid. Vielmehr sollte die Zwiebel auch nach dem Schneiden und nach dem Abwerfen der Blätter regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Manche Hobbygärtner/-innen graben die Zwiebeln auch aus und reinigen sie grob von Erde, um sie in einem Netz zu trocknen. So brauchen die Zwiebeln weniger Platz und können trotzdem im Herbst wieder eingepflanzt werden, um im nächsten Frühjahr zu blühen. In diesem Fall sollte darauf geachtet werden,

dass die Zwiebeln wirklich komplett trocknen und keine Feuchtigkeit zurückbleibt.

Denn werden feuchte Zwiebeln eingelagert, bildet sich Fäulnis. Sollten Sie an Ihren Tulpenzwiebeln eine Krankheit oder Parasiten bemerken, dürfen Sie diese Zwiebel nicht gemeinsam mit den anderen lagern, sondern sollten sie entsorgen. Das geschieht am besten im Hausmüll. Auf dem Kompost besteht die Gefahr, dass sich die Erreger ausbreiten und andere Pflanzen ebenfalls infiziert werden.

Warum abschneiden, wenn die Tulpen über Samen vermehrt werden können?

Die Vermehrung über Samen kostet die Pflanzen unheimlich viel Kraft und dauert sehr, sehr lange. Brutzwiebeln werden mit weniger Aufwand und in einem viel kürzeren Zeitraum ausgebildet. Sie können einfach vorsichtig von der ursprünglichen Pflanze getrennt werden und lassen sich alleine oder in kleinen Gruppen einpflanzen, um schon im nächsten Jahr eine bunte Blütenpracht zu entwickeln. Das ist der Grund, warum Sie verblühte Tulpen abschneiden sollten, bevor sie Samen bilden können.
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Tipps für Schnellleser
Tulpen benötigen sehr viel Kraft, um Samen auszubilden.
- Bilden die Pflanzen Samen aus, können sie nicht gleichzeitig Brutzwiebeln ausbilden.
- Brutzwiebeln wachsen schneller und zuverlässiger als Samen.
- Abgeblühte Blüten immer schneiden, bevor sie Samen ausbilden.
- Blätter und Stängel erst entfernen, wenn sie am Boden liegen.
- Tulpenzwiebeln auch in Wildbeeten hin und wieder ausgraben und in geringerer Höhe, aber mit Abstand zueinander wieder einpflanzen.
-  Sollten die Tulpen aufbewahrt werden, können Sie die Tulpen nach der Blüte ausgraben, reinigen und trocknen und im nächsten Herbst wieder einpflanzen.
- Wenn Sie Platz im Bett brauchen und die Tulpenzwiebeln nicht verlieren wollen, graben Sie die Zwiebeln aus. Sie können Sie in Töpfen oder Kübeln einpflanzen, bis sich die Pflanze wieder komplett zurückgezogen hat, und die Zwiebeln anschließend trocknen.
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