Narzissen, Osterglocken - Pflanzen und Pflege im Topf

Narzissen, OsterglockenOsterglocken gehören mit zu den ersten Frühlingsblühern des Jahres. Denn kaum, dass die ersten warmen Sonnenstrahlen uns erreichen, treibt diese mehrjährige Narzissenart aus und erfreut uns mit ihrer stark duftenden Blütenpracht. Bereits seit dem Mittelalter werden Osterglocken in heimischen Gärten kultiviert und als Vorboten der warmen Jahreszeit geschätzt. Dabei sind



die Blumen auch noch überaus leicht zu kultivieren und zaubern in Töpfen einen bunten Frühlingsgruß auf Ihren Balkon. 


Standort und Boden

Osterglocken sind sehr anspruchslos und einfach zu pflanzen. Um sich an den farbenprächtigen Blüten der Pflanze zu erfreuen, sollten Sie dennoch den richtigen Standort wählen:
  • Ein sonniger Platz ist optimal.
  • Heller Platz im Halbschatten wird ebenfalls toleriert. 
Die auch als Trompetennarzisse bekannte Pflanze reagiert empfindlich auf Bodenverdichtungen. Greifen Sie dabei auf herkömmliche Blumenerde zurück und lockern Sie diese zusätzlich durch Sand auf. Der pH-Wert des Bodens sollte dabei zwischen 6 - 7 liegen.

Gießen

Narzissen haben in der Blütezeit einen sehr hohen Wasserbedarf. Gießen Sie die Pflanzen deswegen bei Bedarf mehrmals täglich mit Regenwasser. Achten Sie dabei jedoch auf einen zügigen Wasserabfluss. Dies können Sie beispielsweise bereits im Vorfeld durch eine Schicht Lavasplitt am Topfboden erreichen.

Narzissen als DekoSollte das Substrat einmal komplett ausgetrocknet sein, ist die richtige Gießtechnik wichtig. Wässern Sie das Substrat ausreichend und wiederholen Sie diesen Vorgang ein paar Mal. Wird nur einmalig gegossen, sucht sich das Wasser nur den schnellsten Weg durch das Substrat. Diese Zeit reicht nicht aus, damit die Erde sich ausreichend mit Feuchtigkeit vollsaugen kann. Überschüssiges Wasser zum Schluss unbedingt aus dem Untersetzer entfernen.

Düngen

Gedüngt wird im Frühjahr und direkt nach der Blüte. Die restliche Zeit des Jahres benötigen die Blumenzwiebeln keine zusätzliche Versorgung mit Nährstoffen. Lockern Sie das Erdreich rings um die Narzissen regelmäßig auf und greifen Sie bei Bedarf auf einen herkömmlichen Universal-Blumendünger zurück.

Für einen optimalen Start in Kübeln können Sie das Substrat auch direkt mit Kompost anreichern. In diesem Fall sind die Narzissen ausreichend versorgt und müssen erst wieder nach der Blütezeit - Ende Mai - gedüngt werden.

Umtopfen

Um jährlich in den Genuss der hübschen Pflanze mit den trompetenförmigen Blüten zu kommen, gehört das "Umtopfen" schon fast mit zum Pflichtprogramm. Trennen Sie bei dieser Aktion gleich die kleinen Tochterzwiebeln ab und bereiten Sie am Boden des neuen Pflanzgefäßes eine Drainage vor. Gut bewährt dabei haben sich grobe Kieselsteine oder Lavasplitt. Die Narzissenzwiebeln werden etwa 8 Zentimeter in das humusreiche Substrat gedrückt und zuletzt ausreichend mit kalkarmem Wasser gegossen.

Während des Umtopfens können Sie die lieblich duftenden Blumen durch die kleineren Zwiebeln problemlos vermehren. Gestalten Sie Ihre eigene Frühlingsoase auf dem Balkon oder setzen Sie die noch nicht ausgetriebenen Osterglocken ins Freiland um.

  Hinweis: Die Frühlingsblüher sind sehr anfällig gegen Staunässe. Mit einem lockeren Substrat können Sie Wurzelfäule jedoch entgegenwirken.



Vermehren

Die angenehm duftende Narcissus pseudonarcissus kann problemlos durch das Abtrennen der "Tochterzwiebeln" vermehrt werden. Setzen Sie die kleinen Knollen in vorbereitete Pflanztöpfe um, damit diese darin im Folgejahr austreiben können. Eine Samenanzucht hingegen gelingt nur, wenn es sich bei der von Ihnen gewählten Pflanze um keine

Hybridform handelt.

Dekoration mit OsterglockenVermehrung über Samen - Zur Bildung und Reifung der Samen, dürfen nicht alle Blüten direkt nach dem Verwelken entfernt werden. Schneiden Sie die Samenkapseln, sobald der Stängel weich geworden ist und durch das Gewicht der Samen nach unten fällt. Osterglocken sind Kaltkeimer und bis zur Bildung der ersten Blüte können 2 bis 3 Jahre vergehen. Für eine bessere Keimfähigkeit sollten Sie die Samen nicht trocknen, sondern sofort in einem separaten Pflanzgefäß aussäen. Halten Sie das Substrat bis zum Herbst mäßig feucht und entfernen Sie regelmäßig das Unkraut. Die jungen Keimlinge ähneln im Frühjahr Grashalmen. Gehen Sie deswegen auf Nummer sicher und zupfen Sie nur das weg, was auch offensichtlich nicht in das Pflanzgefäß gehört.

Pflanzen

Um sich an der üppigen Pracht der blühenden Frühlingsboten zu erfreuen, müssen Sie keinen eigenen Garten besitzen. Wenn Ihr Balkon oder die Terrasse eine sonnige Lage aufweist, können Sie die Osterglocken auch in Kübeln oder Kästen kultivieren. Im Zusammenspiel mit anderen farbigen Blumen und Pflanzen schaffen Sie so Ihre eigene Wohlfühloase auf kleinstem Raum. Für die Pflanzung von Narzissenzwiebeln im Topf gibt es nur wenig zu beachten:
  • Pflanzung der Zwiebeln erfolgt im Januar/Februar.
  • Abstand von 6 - 8 Zentimeter zwischen den Knollen einhalten.
  • Drainage am Topfboden aus Lavasplitt oder Tonscherben anlegen.
  • Blumenerde mit Kompost anreichern.
  • Narzissenzwiebeln in einer Tiefe von ungefähr 8 Zentimetern einsetzen.
  • Mit Erde auffüllen und festklopfen.
  • Zu lehmhaltiges Substrat meiden.
  • Der Boden darf nicht festgedrückt werden.
  • Die Erde gut anfeuchten.
Die Anzuchtgefäße sollten für etwa 8 - 10 Wochen in einem dunklen Raum bei einer Temperatur von 8 - 10°C verbleiben. Sobald der Austrieb eine Höhe von 8 Zentimetern erreicht hat, können die

jungen Pflanzen auf den Balkon oder die Terrasse umgesiedelt werden.
Bereits im Frühjahr hält der Fachhandel kleine Töpfe mit Osterglocken für Sie bereit. Wenn Sie auf diese Pflanzen zurückgreifen, sollten Sie die Narcissus pseudonarcissus im Spätherbst in ein größeres Gefäß umsetzen. Bei der Pflanzung von bereits ausgetriebenen Narzissen gehen Sie ebenso vor wie bei den Blumenzwiebeln. Lediglich der Aufenthalt in einem dunklen Raum bei niedrigen Temperaturen entfällt.

  Tipp: Narzissenzwiebeln eignen sich auch für eine Pflanzung in Hydrokultur. Schaffen Sie somit beispielsweise einen dekorativen Blickfang mit Osterglocken und Steinen in einem Glasgefäß.



Schneiden


Narzissen im SchneeZu der Unart vieler Hobbygärtner gehört, dass die komplette Pflanze direkt nach der letzten Blüte radikal zurückgeschnitten wird. Lassen Sie sich bei den Osterglocken keinesfalls zu diesem Schritt verführen. Verwelkte Blütenstände und Stängel können Sie getrost - aus optischen Gründen - entfernen. Über die Blätter jedoch sammelt die Narzissenzwiebel noch genügend Kraft für ihre unterirdische Vermehrung und für den Austrieb im Folgejahr.
Schneiden Sie nur verwelkte Osterglocken-Blüten direkt weg, denn das regt die Pflanze sofort zur Bildung neuer Knospen an.

Überwintern

Trompetennarzissen - wie die lieblich duftenden Osterglocken auch genannt werden - sind normalerweise überaus winterhart und können im Freiland ohne weiteres in der Erde verbleiben. Bei der Kultivierung im Topf sind die Blumenzwiebeln nur unzureichend vor starken Frostperioden geschützt und können erfrieren. Bringen Sie die Pflanzgefäße in einen dunklen, frostfreien Raum oder greifen Sie auf ein spezielles Vlies zurück, sofern die Narzissen im Freien verbleiben.

Giftigkeit

Beim Umgang mit den Osterglocken sollten Sie stets Handschuhe tragen. Alle Teile der Pflanze sind überaus giftig für Mensch und Tier. Der Pflanzensaft der Narzissenart verursacht auf der Haut Reizungen und kann ebenfalls zu Allergien führen. Direkt nach der Arbeit mit den Frühlingsblumen sollten Sie die Hände ausreichend mit warmem Wasser waschen.

Auch als Schnittblume neigen Osterglocken dazu, andere Vasenblumen durch ihr giftiges Secret zu "vergiften". Dennoch müssen Sie nicht auf Narzissen in der Vase verzichten. Nach etwa 24h ist die Schnittstelle "ausgeblutet". Geben Sie in dieser Zeit die Narzissen einfach in ein separates Wassergefäß. Oder aber Sie kombinieren die prächtigen Blüten nicht mit anderen Schnittblumen zusammen. Denn auch auf sich allein gestellt, bieten die trompetenförmigen Osterglocken einen faszinierenden Anblick.

Pflegetipps und Verwendungsmöglichkeiten

Osterglocken im FrühlingUm über mehrere Jahre hinweg Freude an den bis zu 35 cm hoch wachsenden Frühlingsblumen zu haben, können Sie auf folgende Tipps zurückgreifen:

Gelbe Blätter verschwinden lassen? Wie bereits erwähnt, benötigen Osterglocken die Blätter, um genügend Energiereserven in der Knolle anzulegen. Doch bereits kurze Zeit nach dem Welken der letzten Blüte im Mai werden die Blätter unansehnlich und verfärben sich. Werten Sie den ehemals aparten Blickfänger noch einmal auf, indem Sie die verbliebenen Blätter flechten oder zusammenbinden. Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Topf an einem luftigen, hellen Ort zu verbergen.

Pflanztipps: Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie Sie welkende Blätter gut kaschieren können: Kultivieren Sie in größeren Kübeln oder Kästen verschiedene Narzissenarten, welche zu unterschiedlichen Zeiten blühen.
  • Pflanzabstand von 6 - 8 Zentimetern einhalten.
  • Die Setztiefe der verschiedenen Zwiebel kann um einige Zentimeter variieren.
Erkundigen Sie sich vorher, welche Blumen beispielsweise direkt nach den Osterglocken blühen und sorgen Sie auf diesem Weg für eine lange und abwechslungsreiche Blütenpracht auf dem eigenen Balkon bzw. der Terrasse. Zwei bis drei verschiedene Narzissen-Sorten können Sie somit in einem großen Topf oder Blumenkasten problemlos pflanzen.

  Hinweis: Erst wenn die Blätter der Osterglocke komplett verwelkt sind, dürfen sie restlos entfernt werden.



Den Wuchs fördern? Fünf bis sechs Wochen vor der Blütenbildung können Sie das Wachstum der Frühlingsblumen tatkräftig unterstützen. Greifen Sie dafür auf Flüssigdünger mit einem geringen Stickstoffanteil zurück. Dieser wird solange nach Packungsanleitung verabreicht, bis sich die ersten Knospenansätze zeigen.

Pflanze blüht nicht? Wenn Osterglocken lediglich Blätter ausbilden, kann dies mehrere Ursachen habe. Die Blumenzwiebel neigt beispielsweise dazu, eifrig Tochterknollen auszubilden. Sobald die Zwiebeln das Pflanzgefäß vollkommen durchdrungen haben, sind sie zu einer Aufnahme von Nährstoffen nicht mehr in der Lage. Gönnen Sie den Narzissen regelmäßig einen größeren Topf und trennen Sie die Knollen. Osterglocken blühen erst ab dem 2. - 3. Lebensjahr und erstrahlen dann in den Monaten März bis Mai in ihrer vollen und wohlduftenden Pracht.

Schädlinge und Krankheiten

Osterglocken im TopfNarzissen sind anfällig für eine Reihe hartnäckiger Schädlingsarten, deren fortschreitender Befall oft zum Tod der kompletten Pflanze führt.

Blattälchen - Nematoden, welche maximal 1 mm Länge erreichen. Diese Fadenwürmer verbreiten sich durch das Gießwasser über die Osterglocken. Dabei ernähren sich die Schädlinge vom Zellsaft der Pflanze. Bei einem Befall weisen die Blätter der infizierten Narzisse glasige Stellen auf den Blättern auf. Schneiden Sie befallene Pflanzenteile sofort großzügig weg und greifen Sie auf eine andere Wasserquelle zurück. Wenn diese Maßnahmen nicht greifen und die Infektion mit den Blattälchen zu groß ist, muss die Osterglocke komplett entfernt werden. Vor der nächsten Pflanzung sollten Sie auch das Substrat vollständig wechseln.

Narzissenfliegen - Von diesem geflügelten Schädling sind mehrere Arten bekannt. Die Fliegen legen ihre Eier direkt auf der Narzisse ab, wobei die Larven unmittelbar nach dem Schlüpfen zur Zwiebel hinab wandern. Buchstäblich haben sie diese zum Fressen gern und höhlen sie fast vollständig aus. Wenn die Pflanze im Folgejahr nicht bereits komplett zerstört wurde, so sind die Triebe jedoch schwach und welken sehr schnell. Legen Sie befallene Zwiebeln in 44°C heißes Wasser über drei bis vier Stunden. Bei dieser Temperatur sterben die Larven komplett ab. Ist der Befall bereits zu weit fortgeschritten, sollten die Pflanze und das Substrat über den Restmüll entsorgt werden.

Zwiebelbasal-Fäule - Auch Narzissen bleiben keineswegs von Krankheiten verschont. Dieser Pilz befällt die Blumenzwiebel und lässt sie komplett von innen heraus verfaulen. Das vorzeitige Welken von Blüten und Blättern kann mitunter auf einen Pilzbefall hinweisen. Entfernen Sie die befallene Narzisse über den Restmüll, um eine Infizierung von benachbarten Pflanzen zu vermeiden.

Fazit

Narzissen sind ein Muss für alle Blumenliebhaber. Denn bei der Kultivierung können kaum Fehler auftreten. Bis auf den richtigen Standort und die regelmäßige Versorgung mit Wasser stellt die Osterglocke sonst keine weiteren Ansprüche an ihren Halter. Erfreuen Sie sich an der lieblich duftenden Blütenpracht und holen Sie sich mit Osterglocken ein Stück vom Frühling auf den eigenen Balkon oder die Fensterbank.
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Tipps für Schnellleser
Osterglocken, Narzissen - Pflege-Tipps

- Osterglocken sind eine Unterart der Narzissen.
- Mehrjährige Frühlingsblumen, welche eine Wuchshöhe von bis zu 35 Zentimetern erreichen.
- Die Blütezeit liegt zwischen März und Mai. 
- Benötigen einen vollsonnigen Standort, tolerieren aber auch einen Platz im hellen Halbschatten. 
- Substrat muss wasserdurchlässig und ph-neutral sein.
- Die Blumen vertragen keine Verdichtung des Bodens.
- Staunässe fördert bei Narzissen rasch Wurzelfäule. 
- Bei Kultivierung im Topf nur bedingt winterhart.
- Vermehrt wird über Zwiebelteilung und durch die Anzucht der Samen.
- Verwelkte Blüten werden sofort entfernt, die Blätter müssen von selbst verwelken. 
- In Pflanztöpfen muss die Narcissus pseudonarcissus einmal jährlich umgetopft werden.
- Gedüngt wird vor dem Austrieb im zeitigen Frühjahr und direkt nach der Blüte. 
- Herkömmlicher Kompost ist ebenfalls zur Versorgung mit Nährstoffen geeignet. 
- Alle Teile der Osterglocken sind für Menschen und Tiere giftig. 
- Anfällig für Schädlinge und Pilzkrankheiten.
- Die Frühlingsblüher können das Pflanzgefäß mit anderen Narzissenarten teilen.
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