Amaryllis, Hippeastrum ist verblüht - Pflege nach der Blüte

Blüte der AmaryllisIhre Hippeastrum ist verblüht? Tragen Sie die bezaubernde Blütenpflanze jetzt nur nicht zum Dank auf den Komposthaufen. Eine Amaryllis verfügt durchaus über genügend Lebenskraft, Sie noch etliche Winter hindurch mit ihrer aparten Blüte zu erfreuen. Auf die richtige Pflege nach



der Blüte kommt es an. Diese basiert insbesondere auf der Berücksichtigung eines umgekehrten Lebenszyklus. Die tropische Schönheit blüht im Winter, gedeiht im Frühling und ruht im Sommer. Mit ein wenig Flexibilität gelingt selbst Anfängern die Kultivierung einer Amaryllis über viele Jahre hinweg.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
  • Bezeichnung der Art: Hippeastrum
  • Geläufiger Trivialname: Ritterstern
  • Tropische Zwiebelblume mit roten, weißen, gelben oder rosa Blüten
  • Blütendurchmesser bis zu 20 cm mit Zeichnungen und Mustern
  • Blütezeit von November bis Februar/März
  • Wuchshöhe 50 cm bis 80 cm
  • Hohler Blütenstandsschaft mit grundständigem Laub und zwei Tragblättern
  • Nicht winterhart und mehrjährig in Zimmerkultur
  • Hoch giftig in allen Pflanzenteilen.
Wenngleich detailverliebte Botaniker eine spitzfindige Unterscheidung innerhalb der Gattung der Amaryllisgewächse vornehmen, lassen sich praxiserprobte Hobbygärtner davon nicht irritieren. Amaryllis und Hippeastrum beziehen sich im täglichen Sprachgebrauch auf die hübschen Zwiebelblumen, die im Winter blühen, häufig auch Rittersterne genannt.

Pflege auf einen Blick

Amaryllis-Pflege
Richtig pflegen nach der Blüte

Hippeastrum BlüteUm eine Amaryllis nach der Blüte artgerecht zu pflegen, ist die Kenntnis über ihren Vegetationsrhythmus hilfreich. Im Prinzip wächst und blüht die Hippeastrum entgegen dem botanischen Uhrzeigersinn. Im Anschluss an die winterliche Blüte, die zumeist während der Weihnachtszeit ihren Höhepunkt erreicht, beginnt im Frühling die Wachstumsphase. Diese wichtige Etappe in ihrer Entwicklung dauert an bis weit in den Sommer hinein. Daran anschließend tritt die tropische Schönheit ein in eine Ruheperiode, um Kraft zu schöpfen für eine erneute winterliche Blütenpracht. Eine Amaryllis überträgt somit die Regen- und Trockenzeiten der heimatlichen Subtropen auf die mitteleuropäischen Breiten. Je besser es Ihnen nun gelingt, einem Ritterstern ein simuliertes, tropisches Mikroklima zu bieten, desto erfolgreicher gelingt die Kultivierung.

Ein flexibles Umdenken in Bezug auf den Lebenszyklus schafft somit eine ausgezeichnete Basis für die adäquate Pflege, nachdem die Hippeastrum verblüht ist. Als weiteren Faktor gilt es, die besonderen Anforderungen einer Zwiebelpflanze zu berücksichtigen. Die Blumenzwiebel dient als Überdauerungsorgan und zugleich als Vorratsspeicher für Nährstoffe. Neben einer ausgewogenen Düngung durch die Hand des Gärtners, legt eine Amaryllis selbstständig Kraftreserven an. Dies geschieht, indem sie die oberirdischen Pflanzenteile nach der Blüte einzieht. Den Prozess zu unterbrechen, zöge eine erhebliche Schwächung der Blütenpflanze nach sich. Eine schrumpfende Blumenzwiebel mit nachlassender Festigkeit und sinkender Resistenz gegenüber Krankheiten wäre die Folge.

Die erläuterten Erkenntnisse münden in folgende Pflegeaspekte nach der Blüte:
  • Im Februar verwelkten Blütenstand am oberen Ende des hohlen Schaftes abschneiden
  • Der Blütenstandschaft wird erst entfernt, wenn er verdorrt ist
  • Das gesamte Laub verbleibt an der Zwiebel, bis die Amaryllis es selbst einzieht
  • Von März bis Ende Juli regelmäßig gießen, vorzugsweise von unten
  • Ab Mai zusätzlich alle 14 Tage düngen bis zum Beginn der Ruhepause
In diesem Zustand ist die Hippeastrum natürlich nicht mehr so schön anzusehen. Es spricht folglich nichts dagegen, sie in einem abgelegenen Raum zu tragen. Wahlweise platzieren Sie den Ritterstern an einem halbschattigen bis schattigen Ort im Garten oder auf dem Balkon. Die Wasser- und Nährstoffversorgung wird nahtlos fortgesetzt, denn im Inneren der Zwiebel legt die Amaryllis bereits die neuen Knospen an.

Tipp: Wer seine Amaryllis nach der Blüte so liebevoll pflegt, den überrascht sie bisweilen mit einer

zweiten Blüte mitten im Sommer. Hobbygärtner, die zu den Auserwählten zählen, wechseln in diesem Fall über zum Pflegeprotokoll während der Hauptblüte des Winters.


Pflege während der Ruheperiode

Zwiebeln der AmaryllisIm August tritt die Amarayllis ein in ihre Wachstumspause. Parallel zur tropischen Trockenzeit möchte sie jetzt frische Kräfte sammeln für die nächste Blütezeit. Ihre Vorräte an Nährstoffen sind prall gefüllt und die Knospen für die nächste Blüte im Zwiebelinneren angelegt. Wässern und düngen stellen Sie jetzt ein. Nachdem das gesamte Laub verwelkt ist, schneiden Sie es im September oder Oktober ab.
  • Die Hippeastrum im trockenen Zustand am schattigen Platz aufstellen
  • Die Temperaturen überschreiten 15 Grad Celsius nicht mehr
  • Tiefer als bis 10 Grad Celsius darf die Quecksilbersäule indes nicht sinken
Die Zeit der Vegetationsruhe kann ein Ritterstern problemlos im Keller verbringen. Es steht Ihnen frei, die Zwiebel im trockenen Substrat zu belassen oder ausgetopft in Zeitungspapier einzuschlagen.

Hinweis: Bitte bedenken Sie bei sämtlichen Arbeitsschritten einer Pflege nach der Blüte, dass Amaryllen hoch giftig sind. Verzichten Sie zu keiner Zeit auf schützende Handschuhe, eine Brille und einen Mundschutz.

Im November erwacht die Hippeastrum zu neuem Leben

Steht der Winter vor der Türe, beendet die Amaryllis langsam die Zeit der Ruhe. Wasser erhält sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das Pflegeprotokoll schreibt als nächsten Schritt das Umsetzen in frisches Substrat vor. Bestens geeignet ist handelsübliche Blumenerde auf Kompostbasis, die mit reichlich Quarzsand mehr Durchlässigkeit erhält.
  • Die Amaryllis-Zwiebel aus dem Topf nehmen
  • Altes Substrat vorsichtig entfernen und den Rest aus dem Topf entsorgen
  • Am Topfboden eine Drainage anlegen aus kleinen Tonscherben
  • Die Hippeastrum so einpflanzen, dass sie zur Hälfte aus dem Substrat herausschaut
  • Ein Platz am hellen, warmen Fenster bei maximal 25 Grad Celsius ist

    jetzt willkommen
Sobald sich ein erster Austrieb zeigt, beginnen Sie mit dem Gießen. Zunächst feuchten Sie das Substrat nur ein wenig an. Die Gefahr von Fäulnis ist in dieser Phase besonders hoch. Erfahrene Hobbygärtner drücken daher ab und zu ein wenig auf die Zwiebel. Fühlt sie sich weich an, ist es am Standort entweder zu nass oder zu kalt.

Eine gute Gelegenheit für die Vermehrung

Nahaufnahme von HippeastrumDie große Mehrheit von Amaryllis-Sorten bildet kleine Brutzwiebeln. Wird die Blumenzwiebel umgesetzt in frisches Substrat, bietet sich eine ausgezeichnete Gelegenheit für die Schaffung weiterer Exemplare. Geeignet sind alle Brutzwiebeln, die einen Mindestdurchmesser von 2 cm aufweisen. Mit einem scharfen, desinfizierten Messer werden sie abgetrennt. Eingetopft in kleine Pflanzgefäße, werden sie von Beginn an kultiviert wie eine adulte Hippeastrum. Es vergehen allerdings mehrere Jahre, bis sie eine erste Blüte entwickeln.

Tipp: Die Zwiebel einer Amaryllis sollte stets zur Hälfte zu sehen sein.

Pflege während der Blühphase

Mit Beginn des Dezembers steigt die Vorfreude auf die diesjährige Blüte. Geübte Hobbygärtner wässern ihre Amaryllis vorzugsweise von unten, um der Gefahr von Schimmel aus dem Weg zu gehen. Hierzu füllen sie den Untersetzer mit Wasser und lassen der Kappilarwirkung für 20 bis 30 Minuten freien Lauf. Die Wurzeln saugen das Wasser an, ohne dass sich Feuchtigkeit im Substrat ansammeln kann. Nach einer halben Stunde wird der Untersetzer wieder entleert.
Findet die Hippeastrum jetzt einen hellen, nicht vollsonnigen Platz vor, mit Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius, dauert die Blüte besonders lange.

Im Februar startet der Kreislauf mit der Pflege nach der Blüte aufs Neue. Auf diese Weise kann es über viele Jahre weitergehen.

Amaryllis gedeiht ausgezeichnet in Hydrokultur

Eine der größten Bedrohungen für eine Hippeastrum während ihrer Pflege nach der Blüte geht von Fäulnis und Schimmel aus. Gießen von unten gilt als bewährte prophylaktische Maßnahme. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte, wählt für die Blumenzwiebel eine Hydrokultur. In diesem Fall gedeiht die Blume in rein anorganischem Material, sodass ein Kontakt mit fäulnisauslösender Erde ausgeschlossen ist. Blähton, Perlite, Seramis oder Vermiculite sind nur einige Beispiele für die geeignete Wahl des Substrats.
  • Amaryllis-Zwiebeln bevorzugen mit einem Durchmesser größer 10 cm
  • Eine spezielle Amaryllis-Vase oder einen Hydrotopf mit Substrat füllen
  • Die Blumenzwiebel darf in diesem Fall ganz bedeckt sein
Wasser und Nährstoffe reichen nicht bis an die Blumenzwiebel heran, sondern befinden sich im unteren Bereich der Vase bzw. im Übertopf. Der Wechsel zwischen der Ruhepause, der Blühphase und der Vegetationsperiode wird entsprechend berücksichtigt.

Krankheiten und Schädlinge

lachsfarbene AmaryllisblüteTrotz ihres hohen Giftgehaltes, kann eine Amaryllis von folgenden Krankheiten und Schädlingen heimgesucht werden:

Wollläuse und Schmierläuse
Die winzigen Schädlinge sind weiß, hellbraun oder rosa. Treten sie auf, ist der Befall anhand kleiner Wattebäusche zu erkennen. Die Plagegeister saugen den Pflanzensaft aus und geben zugleich einen Giftstoff ab, der Rußtaupilz auslösen kann. Da die Weibchen zur Jungfernzeugung fähig sind, vermehrt sich die Brut explosionsartig. Es besteht folglich unmittelbarer Handlungsbedarf, wenn Sie die kleinen, weißen Bällchen auf Ihrer Amaryllis sichten.
  • Betroffene Amaryllis sogleich isolieren am hellen, kühlen Platz
  • Wollläuse mit einem spiritusgetränkten Lappen abwischen
  • Die Bekämpfung ist mehrere Tage nacheinander durchzuführen
  • Stark befallene Pflanzenteile abschneiden
  • Hippeastrum über einem Becken schräg halten und die Läuse abspülen
  • Mit einer Lösung aus 15 ml Spiritus, 15 ml Kernseife, 1 l Wasser wiederholt einsprühen
Narzissenfliege
Wenngleich ihr Name etwas anderes vermuten lässt, befallen Narzissenfliegen auch eine Amaryllis. Die Weibchen legen ihre Eier an der Zwiebel ab und die Larven höhlen sie langsam aus. Da die Maden hier zudem überwintern, bleibt die weihnachtliche Blüte entweder ganz aus oder erscheint nur kümmerlich. Im frühen Stadium eines Befalls kann eine Heißwasserbehandlung die Hippeastrum eventuell noch retten. Legen Sie die Zwiebel für 2 bis 3 Stunden in 45 Grad heißes Wasser.

Thripse - Gewitterfliege
Sie scheinen allgegenwärtig zu sein, die 1-2 mm kleinen schwarzen Fransenflügler. Ihre schädliche Saugtätigkeit ist zu erkennen an unzähligen silbrig glänzenden Punkten auf dem Laub. Zumeist tummeln sich die Schädlinge in Horden auf den Unterseiten der Blätter.
  • Natürliche Freßfeinde ausbringen, wie Florfliegenlarven oder Marienkäfer
  • Wiederholt mit Knoblauchtee besprühen aus 150 g Knoblauch und 2 l Wasser
  • Biologische Insektizide auf Basis von Niemöl anwenden
  • Klebefallen neben die Hippeastrum aufstellen
Roter Brenner (Anthraknose, Pseudopezicula tracheiphila)
Diese Pilzkrankheit offenbart sich durch kleine rote Flecken, umgeben von einem gelben Rand. Im Laufe der Zeit fließen sie ineinander über und verfärben sich rotbraun. Nun beginnt das Gewebe zu vertrocknen und das befallene Blatt fällt ab.
  • Kühle Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit schaffen
  • Infizierte Pflanzenteile herausschneiden und verbrennen
  • Eine erkrankte Trockenzwiebel wiederholt mit Knoblauchtee besprühen
  • Alternativ 100 g Kalk, 6 g Schwefelpulver und 10 g Ammoniak mischen und als Brei aufstreichen
Vorbeugend wirkt ein Bad für 1 bis 2 Stunden in 44 Grad warmem Wasser. Eine Trockenzwiebel anschließend wieder austrocknen lassen.

Fazit

Ist eine Hippeastrum verblüht, entscheiden sich viele Hobbygärtner voreilig für eine Entsorgung auf dem Kompost. Dabei könnten sie noch viele Jahre ihre Freude haben an der prachtvollen Blüte, die sich ausgerechnet zur Weihnachtszeit entfaltet. Wer sich mit den speziellen Ansprüchen einer Amaryllis auskennt, beherrscht automatisch die richtige Pflege nach der Blüte. Findet die exotische Blütenschönheit ähnliche Bedingungen vor, wie in ihrer subtropischen Heimat, ist die Hälfte des Weges bereits geschafft. Ein gelungener Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit animiert den Ritterstern alljährlich zu der spektakulären Blüte.
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Tipps für Schnellleser
- Pflege nach der Blüte ahmt subtropisches Klima nach
- Im Februar verwelkte Blüten am Schaftende abschneiden
- April bis Juli regelmäßig gießen
- Ideal ist ein halbschattiger Platz im Garten
- Mai bis Juli alle 14 Tage düngen
- Ab August nicht gießen oder düngen
- Im Oktober restliches Laub abschneiden
- Bei 10-15 Grad Celsius aufbewahren
- November umtopfen in frisches Substrat
- Geeignet ist handelsübliche Blumenerde mit Sand
- Brutzwiebeln verwenden für die Vermehrung
- Dezember gleichmäßig von unten gießen
- Lange Blüte am hellen Platz bei 18-22 Grad Celsius
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