Flieder - Pflege und Schneiden des Fliederstrauches

Blüten des FliedersFlieder (Syringa) gehört zu den Ölbaumgewächsen. Davon gibt es ungefähr 20 bis 25 Arten. In unseren Hausgärten wächst in der Regel der Gemeine Flieder (Syringa vulgaris). Es gibt Sträucher und kleine Bäume, die bis 6 Meter hoch werden können. Beliebt sind die



Fliedergewächse hauptsächlich wegen ihrer Blüten. Diese sehen nicht nur toll aus, sie verbreiten auch einen betörenden Duft. Die Blütezeit ist meist im Mai. Einige Sorten blühen etwas früher, einige etwas später. Die Blütenfarben reichen von strahlendem weiß, über hellgelb und helllila, bis dunkelviolett und violett-rot. Inzwischen gibt es auch zweifarbige Blüten. Besonders schön sind gefüllte Blüten.


Flieder ist ein genügsames Gewächs und braucht nicht viel Pflege. Er stellt kaum Ansprüche an den Standort und die Pflege. Auch Garteneinsteiger kommen mit dem Flieder zurecht. Wichtig ist nur, dass Flieder exakt geschnitten wird. Allerdings ist ein Schnitt nicht zwingend erforderlich. Man kann den Staruch oder das Bäumchen auch einfach wachsen lassen. Flieder ist recht schnellwüchsig. Allerdings hängt die Wuchskraft vom Standort und der Pflege, hauptsächlich da vom Wasser ab. Bei optimalem Standort beträgt der jährliche Zuwachs 30 bis 50 cm. 

Pflege

Standort

Der Flieder stellt keine großen Ansprüche an seinen Standort. Nur zu schattig sollte das Gehölz nicht stehen, dann können sich die Blüten nicht entwickeln.
  • Standort am besten sonnig, auch absonnig wird vertragen.
  • Verträgt Hitze und Stadtklima.
  • Windgeschützter Platz macht Sinn, dann wird der Duft nicht verweht. 
Pflanzsubstrat

Auch an den Boden stellt der Flieder keine besonderen Ansprüche, solange er nicht zu nass ist. Ständig nasse Füße vertragen die Gehölze nicht, aber das ist ja bei sehr vielen so.
  • Bevorzugt mäßig trockenen bis frischen, nährstoffreichen, sandig humosen Boden
  • Gedeiht auch auf gut durchlässigen, sommerwarmen und sommertrockenen Lehmböden
  • Flieder liebt kalkhaltige Böden.
  • Dauernasser Boden wird nicht vertragen.
  • Sehr sandhaltige Böden durch Kompost aufbessern!
  • PH-Wert schwach sauer bis alkalisch
Pflanzen

rosa FliederEinen Flieder zu pflanzen ist nicht schwierig. Da gehört nicht viel Geschick dazu.
  • Das Pflanzloch sollte doppelt so groß sein wie der Topfballen.
  • Erde mit Kompost oder Gartenerde mischen.
  • Keinen reinen Torf verwenden!
  • Flieder so tief pflanzen, wie er vorher im Topf stand.
  • Pflanzabstand zu Gebäuden möglichst groß wählen. Fliederbäume wurzeln sehr stark. Wurzeln können durch Hauswände wachsen.
  • Flieder steht nicht gern allein, lieber im Verbund mit ähnlichen Gewächsen.
  • Pflanzloch füllen und Erde gut festtreten!
  • Angießen nicht vergessen!
  • Beim Pflanzen von Edelflieder darauf achten, dass die Veredlungsstelle unter der Erde liegt.
  • Wer seinen Flieder umsetzen möchte, sollte das im Frühjaht tun, so im März oder April. Die Blüte fällt allerdings in diesem Jahr aus. 
Gießen und Düngen

Flieder verträgt Trockenheit deutlich besser als Nässe. Er benötigt nicht viel Wasser, außer im ersten Jahr nach der Pflanzung. Wässern muss man spätestens dann, wenn die Blätter anfangen, schlaff zu werden.
  • Gießen nur bei langanhaltender Trockenheit nötig!
  • Um die Blüte zu fördern, düngt man phosphorbetont. Der Dünger muss im zeitigen Frühjahr ausgebracht werden.
  • Organischer Dünger und Kompost können ebenfalls verwendet werden.
  • Wichtig ist, nicht zu viel Stickstoffdünger zu gebrauchen. Das führt zu Längenwachstum, aber es bilden sich kaum Blüten. Die Kraft wird für das Wachstum benötigt.
  • Ideal ist eine Mulchschicht. Die sorgt für eine ausgeglichene Wurzeltemperatur und verhindert eine zu starke Verdunstung über den Boden.
Schneiden

Flieder schneidenEigentlich sollte Flieder nicht geschnitten werden. Viele Frühjahrsblüher werden direkt nach der Blüte geschnitten. Flieder entwickelt aber schon während der Blüte die neuen Blütentriebe. Bei einem Schnitt werden diese

entfernt. Man schneidet nur, wenn es unbedingt notwendig ist und dann so, dass die Schnittmaßnahmen nicht auffallen.
  • Flieder kann geschnitten werden, wenn es sein muss, z.B. wenn er einfach zu groß geworden ist.
  • Man kann ins alte Holz hinein schneiden.
  • Allerdings dauert es zwei bis drei Jahre, bis der Flieder wieder nach etwas aussieht.
  • Radikaler Schnitt darf nur eine Notlösung sein.
  • Abgeblüte Blüten etwa eine Woche nach dem Ausblühen entfernen. Damit ist sichergestellt, dass der Flieder seine Kraft nicht in die Ausbildung von Samen steckt.
  • Verjüngungsschnitt, wenn man möchte, alle drei Jahre durchführen. Das älteste Drittel aller Äste, die dicker als 4 cm sind, auf ca 30 bis 40 cm zurücksetzen.
  • Radikalschnitt nur im Winter durchführen!
Überwintern

Flieder sind ausreichend winterhart. Sie benötigen keinen Winterschutz.

Vermehrung

Die einfachste Art der Vermehrung ist, den Flieder selbst die Arbeit tun zu lassen. Dieser bildet nach der Blüte häufig Schößlinge um den Stamm herum aus. Die meisten Gartenbesitzer lassen die Schösslinge stehen, sieht doch der Strauch dadurch kompakter und dichter aus. Allerdings können die Schößlinge auch am Ende des Sommers ausgegraben werden. Meist haben sie genügend Wurzeln ausgebildet, um alleine existieren zu können. Man pflanzt sie einfach dort ein, wo man sie haben möchte. Wenn nicht genügend Wurzeln ausgebildet sind, den Schößling einfach in Wasser bewurzeln lassen.
  • Ansonsten kann man Flieder durch Samen, Stecklinge, Wurzelausläufer und durch Veredlung mit Edelsorten vermehren.
  • Stecklinge im Juni nach der Blüte schneiden. Diese Art der Vermehrung funktioniert nicht immer gut.
  • Beim Absenkern wird ein Ast bis zum Boden hinunter gebogen und angebunden. Er wird mit Erde bedeckt. Über Monate können sich da unter der Erde am Ast Wurzeln bilden. 
Krankheiten und Schädlinge

Der Flieder ist nicht sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Manchmal wird eine Pflanze von der Fliedermotte befallen. Zu erkennen ist das durch die unregelmäßigen braunen, teilweise getrockneten Flecken, welche

von braunen Raupen verursacht werden. Eine Krankheit, die auftreten kann ist die Vertilium-Welke, eine Pilzerkrankung. Betroffen sind die Wasserleitungsbahnen. In beiden Fällen helfen nur chemische Mittel und am besten ein Standortwechsel.

Wenn der Flieder nicht blüht

Wenn man einen Flieder pflanzt, dauert es meist etwas, bis der sich im Garten richtig eingelebt hat. Selten blüht er gleich im folgenden Jahr. Meist braucht er ein, manchmal auch zwei Jahre, bis er zum ersten Mal blüht. Dann kann man aber beobachten, dass die Blüte jedes Jahr prächtiger ausfällt. Wenn der Flieder nicht blüht, kann das verschiedene Ursachen haben.
  • Falscher Rückschnitt – Werden die Zweige eingekürzt, schneidet man die Blütenanlagen mit ab. Diese Befinden sich am Ende.
  • Falsche Kulturbedingungen – bei zu wenig Sonne und zu wenig Feuchte im Frühling kann die Blüte ausbleiben.
  • Witterungsbedingungen – zu feuchte Sommer, vor allem Spätsommer lassen Flieder immer weiter wachsen. Sie reifen nicht aus und legen keine Blütenknospen an, bzw. frieren die im Winter weg.
  • Überdüngung – führt zuTriebwachstum, der Flieder wird blühfaul
  • Junger Flieder ist manchmal einfach blühfaul.
  • Spätfrost – bei frühblühenden Sorten kann Frost die Blüte verhindern.

Tipps zum Schneiden von Fliederblüten für die Vase
  1. Nach Möglichkeit am frühen Morgen schneiden!
  2. Alle Blätter vom Blütenstiel entfernen! Blattzweige separat dazu stecken!
  3. Stiele mit sehr scharfem Messer frisch anschneiden.
  4. Stiele mit einem Hammer vorsichtig flachklopfen!
Besonders schöne Sorten

Es gibt wunderschöne Fliedersorten. Ständig kommen neue auf den Markt, meist Hybriden. Allerdings stimmen die Farben nicht immer immer mit denen überein, mit welchen sie beworben werden. Ich habe beispielsweise einen angeblich gelben Flieder gekauft, der leider nur einfach weiß blüht.
  • 'Beauty of Moscow®' – weiße Blüten, geschlossene Blüten in rosa, toller Kontrast und starker Duft, Neuzüchtung
  • 'Charles Joly' – Edelflieder mit purpurnen bis violetten gefüllten Blüten, sehr üppige Blüte, eine der beliebtesten Hybriden
  • 'Lila Wonder®' – zweifarbige Fliederhybride, zartlila Blütenblätter mit einem weißen Rand, etwas ganz besonderes
  • 'Sensation' – zweifarbige Sorte, purpurfarbenen Blütenblätter mit weißem Rand, sehr exklusive Sorte
  • 'Primrose' – einzige gelbliche Sorte, cremegelbe einfache Blüten, im Verblühen in weiß übergehend
  • 'Professor Hoser' – purpurfarbene Knospen, die sich in lichtblauen Blüten öffenen, einfache Blüten
  • 'Taras Bulba' – Blüten doppelt lavendelfarbig gefüllt, changieren zum Teil rosa, sehr große Knospen und Blüten
Fazit

Flieder ist eine Bereicherung für jeden Garten. Zwar ist die Blüte relativ kurz, aber trotzdem gehört dieses Ziergehölz unbedingt dazu. Die Blüte mit ihren tollen Farben und dem starken Duft darf nicht fehlen. Flieder ist anspruchslos und pflgeleicht. Bekommt er genug Sonne, kann er sich gut entwickeln.
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Tipps für Schnellleser
Flieder - Pflege des Fliederstrauches

- Sonniger Standort!
- Je mehr Schatten, um so weniger Blüten.
- Bevorzugt mäßig trockenen bis frischen, nährstoffreichen, sandig humosen Boden
- Flieder liebt kalkhaltige Böden.
- Dauernasser Boden wird nicht vertragen.
- Großer Pflanzabstand zu Gebäuden, da Wurzeln sogar Mauern durchdringen!
- Flieder mag Gesellschaft ähnlicher Gehölze, aber auf Pflanzabstand achten!
- Bei Edelflieder muss Veredlungsstelle unter der Erde liegen!
- Verträgt Trockenheit deutlich besser als Nässe. 
- Nur bei langanhaltender Trockenheit gießen!
- Für Blüte im Frühjahr phosphorbetont düngen!
- Nicht zu viel Stickstoff düngen!
- Mulchschicht empfehlenswert!
- Am besten nicht schneiden!
- Kann aber geschnitten werden und verträgt es auch, aber dann fällt Blüte aus.
- Abgeblühte Blüten eine Woche nach Ausblühen entfernen!
- Radikalschnitt nur im Winter!
- Überwintert problemlos.
- Vermehrung durch Schößlinge, Samen, Stecklinge, Wurzelausläufer und Veredlung mit Edelsorten.
- Schädlinge – Fliedermotte
- Krankheiten – Vertilium-Welke – Pilzerkrankung
- Insgesamt pflegeleicht und anspruchslos.
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