Echter Eibisch, Althaea officinalis - Pflege

Eibisch PflanzeApotheker verkaufen die Wurzel des wirksamen Gewächses vor allem bei Husten oder Heiserkeit - doch insbesondere Besitzer von Bauerngärten kultivieren Echten Eibisch auch in der heimischen Grünanlage. Dort wirkt die Pflanze, die der Familie der Malvengewächse zugeordnet wird, besonders dekorativ. - Nicht zuletzt aufgrund seiner weißen oder rosa Blütenblätter, die in lockeren Trauben um den bis zu 150m hohen Stängel angeordnet sind. Die Pflanze ist sowohl in Europa, als auch in Sibirien und im Mittelmeerraum verbreitet. Pflegeleicht und robust, kann der Eibisch, der auch als Samtpappel bezeichnet wird, auch von Anfängern kultiviert werden.

Standort und Boden

Damit der Echte Eibisch gut gedeihen kann, sollten sowohl der Standort als auch der Boden sorgfältig ausgewählt werden. Besonders wohl fühlt sich das Gewächs an sonnigen Bereichen im Garten; darüber hinaus werden auch Standorte, die sich im leichten Halbschatten befinden, vertragen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass der ausgewählte Platz über einen Windschutz verfügt. Aufgrund seiner stattlichen Größe kann der Echte Eibisch gut als Hintergrundpflanze eingesetzt werden; aber auch im Rahmen von Kräuterrabatten wirkt die Pflanze dekorativ. Hier kann das Gewächs entweder einzeln oder aber als kleine Gruppe zum Einsatz kommen. Alternativ ist eine Kultivierung an Zäunen und am Wegrand möglich. Da wilde Bestände des Eibischs besonders gut auf feuchten, salzigen Wiesen gedeihen, kann die Pflanze im heimischen Garten auch zur Bepflanzung von Teichrändern eingesetzt werden. Insgesamt lohnt sich die Bepflanzung vor allem in Naturgärten oder Bauerngärten. Hier kann der Eibisch entweder in der Freifläche gepflanzt oder aber im Kübel kultiviert werden. Das Gewächs ist vor allem auch als wichtige Bienenfutterpflanze bedeutsam; der Einsatz kann deshalb im Rahmen einer Bienenweide erfolgen.

Bei der Wahl des geeigneten Bodens, auf dem sich die Pflanze gut entwickeln kann, sollten unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden. Bezüglich des Nährstoffreichtums sollte das verwendete Substrat folgende Eigenschaften aufweisen:
  • humos
  • reich an Nährstoffen
  • fruchtbar
Bei der Wahl des Substrats spielt darüber hinaus auch der Feuchtigkeitsgehalt eine große Rolle. Frische bis feuchte Böden, die nicht austrocknen sollten, sind für die Kultivierung des Eibischs am besten geeignet. Hilfreich, aber nicht zwingend notwendig, ist ein gewisser Salzanteil im Boden; in der freien Natur fühlt sich der Eibisch auf salzigen Böden in Küstennähe besonders wohl. Die Beschaffenheit des Substrats sollte sandig-lehmig oder sandig-kiesig sein. Im Idealfall weist das Substrat darüber hinaus einen pH zwischen 8 und 10 auf. Ein möglichst tiefgründiger Boden ist wichtig für die optimale Ausbildung der Wurzeln.

  Hinweis: Steht die Gewinnung von Wurzelstöcken im Vordergrund, sollte das Substrat möglichst sandig gewählt werden.



Gießen, Düngen, Schneiden, Überwintern - optimale Pflege

Zur Pflege des Echten Eibisch gehört zunächst ein optimales Gießverhalten. Die Bewässerung sollte vor allem bei anhaltender Trockenheit erfolgen; ansonsten ist keine zusätzliche Wasserzufuhr notwendig. Allerdings ist die Entstehung von Staunässe unbedingt zu vermeiden; als ideale Prävention hat sich zu diesem Zweck eine gute Drainage des Bodens bewährt. Bei der Bewässerung sollte zusätzlich auch die ideale Tageszeit gewählt werden. Besonders gut geeignet sind die frühen Morgen- und die späten Abendstunden. Eine Bewässerung in der Mittagszeit oder in der prallen Sonne sollte grundsätzlich vermieden werden.

EibischFür ein optimales Wachstum des Echten Eibisch ist darüber hinaus eine gezielte Düngung notwendig. Diese sollte jährlich im Frühjahr erfolgen; bewährt haben sich sowohl mineralische als auch organische Dünger. Zusätzlich eignet sich auch eine gezielte Versorgung mit Kompost, am besten ebenfalls im Frühjahr. Auch im Herbst kann eine Gabe erfolgen. Wenn die Pflanze auf diese Weise mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird, verbessern sich die Wachstumsbedingungen. Darüber hinaus kann eine verstärkte Blütenbildung beobachtet werden.

Zu den regelmäßigen Pflegemaßnahmen gehört darüber hinaus auch der gezielte Rückschnitt der Pflanze. Hierfür stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung:
  • Formschnitt
  • Verjüngungsschnitt
  • Pflegerückschnitt
Diese Maßnahme kann sowohl im Herbst nach der Blüte als auch im Frühjahr durchgeführt werden. Im Herbst werden dabei verblühte Blüten und Blütenstände hierbei gezielt abgetrennt; im Frühjahr hingegen steht die Entfernung von Trieben im Vordergrund, die vom Frost beschädigt wurden. Um einen besonders üppigen Wuchs zu erzielen, hat es sich beim Herbstschnitt bewährt, die neuen Triebe um etwa ein Drittel zu kürzen. Auch störende Triebe werden dann herausgeschnitten.

Bei dem Rückschnitt im Herbst ist stets auch die bevorstehende Überwinterung im Auge zu behalten: Vor Beginn der kalten Jahreszeit sollten keinesfalls die Stängel des Eibisch abgeschnitten werden. Auf diese Weise bleibt die Pflanze stärker und widerstandsfähiger gegenüber Frost. Ansonsten verhält sich das Gewächs durchweg frosthart. Ein zusätzlicher Winterschutz ist nicht nötig.

Doch das regelmäßige Schneiden kann nicht nur aus Pflegegründen erfolgen; auch ein gezielt durchgeführter Formschnitt ist möglich. Für einen Hochstamm sind die Triebe, die sich an der Seite befinden, so zu kürzen, dass nur noch eine Knospe übrig bleibt. Nur Triebe, welche die Krone der Pflanze bilden sollen, bleiben bestehen, während der Rest bis zur Knospe hinunter abgeschnitten wird. Wird hingegen eine Buschform bevorzugt, schneidet man den Eibisch kuppelartig. Dabei sollte jedoch das Innere des Strauches immer wieder einmal gelichtet werden.

Vermehrung und Aussaat

Der Echte Eibisch wird über Teilung der Wurzel vermehrt. Als bester Zeitpunkt eignet sich für diese Maßnahme der Herbst. Die Pflanze wird zunächst vorsichtig ausgegraben, am besten mit einer Grabegabel. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass das Wurzelsystem nicht verletzt wird. Anschließend kann die Teilung der Wurzel mit Hilfe eines Spatens erfolgen. Vorzugsweise trennt man faustdicke Teilstücke ab, die sich am besten im jüngeren Zuwachsbereich der Wurzeln befinden. Unsaubere Trennstellen sollten mit dem Messer nachgeschnitten, angerissene und verletzte Pflanzen- und Wurzelteile entfernt werden. Dann bilden sich keine Angriffsstellen für Krankheiten. Nach der Teilung sollten die einzelnen Pflanzen direkt in die Erde gepflanzt werden. Werden mehrere Exemplare in die Erde gegeben, hat sich ein Abstand von etwa 80cm zwischen den einzelnen Pflanzen als sinnvoll erwiesen. Zum Schluss wird die Erde um die Pflanzenstelle herum gut angedrückt, der Eibisch sorgfältig gewässert.

weißer EibischDie Aussaat der Eibischsamen erfolgt entweder im Frühjahr oder im Oktober. Bei der Anzucht muss man grundsätzlich berücksichtigen, dass der Eibisch zu einer langen Keimdauer neigt. Die Aussaat selbst erfolgt in speziellen Aussaatschalen, die im Idealfall im unbeheizten Gewächshaus oder im Frühbeet kultiviert werden. Alternativ kann das Vorziehen der Samen auch auf der Fensterbank erfolgen. Der Eibisch gehört zu den Kaltkeimern; Das bedeutet, dass die Samen zunächst kühleren Temperaturen ausgesetzt sein müssen, bevor sie zu keimen beginnen. Wenn die Pflanzen nach dem Keimen groß genug geworden sind, können diese in kleine Töpfe umgesetzt und anschließend pikiert werden. Später erfolgt dann das Umsetzen ins Freiland. Insgesamt ergeben sich folgende beispielhafte Zeiten für die Aussaat und Kultivierung des Echten Eibisch:
  • Aussaat-Zeitpunkt im September und Oktober
  • Umsetzen in Töpfe von März bis April
  • Aussetzen ins Freiland von April bis Mai
Der Echte Eibisch eignet sich sowohl zur Kultivierung in Solitärstellung als auch innerhalb kleiner Gruppen in Rabatten. Soll eine Gruppenpflanzung erfolgen, hat es sich bewährt, zwischen drei und fünf Exemplaren zu pflanzen. Der Abstand zwischen den einzelnen Exemplaren beträgt zwischen 60 und 80 Zentimetern.

Schädlinge des Eibischs effektiv behandeln

Der Echte Eibisch wird vor allem von minierenden Insekten befallen, zum Beispiel von der Minierfliege. Als charakteristisches Schadbild präsentieren sich auf den Blättern hellgelbe bis silbrige, geschwungene Fraßgänge. Werden die Blätter gegen das Licht gehalten, sind häufig Kotkrümel und Fliegenlarven erkennbar. Als geeignete Gegenmaßnahme haben sich Insektizide auf Neembasis bewährt; zusätzlich sollten befallene Blätter zeitig abgesammelt und vernichtet werden. Vorbeugend hilft auch die Förderung von natürlichen Feinden, zu denen hauptsächlich Schlupfwespen gehören.

Neben den minierenden Insekten gehören auch Raupen zu den klassischen Schädlingen des Echten Eibisch. Diese Insekten stellen die Larven von Schmetterlingen dar, die sich über das Puppenstudium zu ausgewachsenen Faltern entwickeln. Als Hauptspeise dienen Raupen, die Eibischgewächse befallen, Blätter und jungen Triebe der Pflanze. Aber auch die Blüten werden nicht verschmäht. Falls die Population der Raupen überhandnimmt und sich vermehrt Fraßschäden am Eibisch stark bemerkbar machen, können gezielt Fressfeinde gefördert werden. Hierzu gehören vor allem Raupenfliegen und Schlupfwespen. Falls die Pflanze in der Nähe eines Gewässers kultiviert wird, können zusätzlich auch Kröten oder Frösche als direkte Gegenspieler der Raupen eingesetzt werden.

Besonders während der Sommermonate wird der Eibisch von Spinnmilben befallen. Das Schadbild kann anhand typischer Merkmale meist eindeutig identifiziert werden:
  • ab dem Frühjahr winzige Pünktchen (Saugmale) auf den Blättern
  • später Verschmelzung der Pünktchen zu hellgrauen Flecken
  • Einrollen und Abfallen der Blätter
  • bei starkem Befall Überzug aus feinen Gespinsten
Ist die Pflanze von dem Schädling befallen, helfen Insektizide auf Rapsölbasis und das gezielte Entfernen der Blätter. Damit es erst gar nicht zu einem Befall kommt, sollten vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Hierzu gehört vor allem der gezielte Einsatz von Laufkäfern, Raubmilben und Raubwanzen, die wichtige Gegenspieler der Spinnmilbe darstellen. Es hat sich außerdem bewährt, bei starker Trockenheit ausreichend zu gießen und zu mulchen sowie für eine optimale Belüftung von Gewächshaus und Frühbeet zu sorgen.

Verwendungsmöglichkeiten

Echter Eibisch hat eine große medizinische und pharmazeutische Bedeutung; die Wurzel enthält unterschiedliche Stoffe - vor allem Schleimstoffe - die bei verschiedenen Beschwerden Verwendung finden. So hilft ein aus getrockneten Wurzelstücken hergestellter Tee beispielsweise bei Husten und lästigem Kratzen im Hals. Auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum kann die Wurzel verwendet werden. Besonders gerne wird die ganze, gereinigte Wurzel als natürlicher Beißring für Säuglinge eingesetzt. Hier hilft die Wurzel, die Beschwerden beim Zahnen zu lindern. Darüber hinaus eignen sich die verschiedenen Pflanzenteile auch für kulinarische Zwecke. Während sowohl die Blätter und Blüten als auch die Samen als Salatwürze zum Einsatz kommen, schmecken die Wurzelstücke besonders gut in gebratener Form.

Fazit

Eibisch gehört zu den klassischen Gewächsen, die vor allem in naturnahen Grünanlagen oder in Bauerngärten Verwendung finden. Optimal gepflegt und regelmäßig geschnitten, stellt das Gewächs eine Bereicherung für jeden Gartenfreund dar. Dabei ist die Kultivierung einfach zu bewältigen, so dass auch Anfänger von der Pflanze profitieren.
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Tipps für Schnellleser
Pflege des Echten Eibischs

- Standort: sonnig bis halbschattig; vor Wind geschützt
- Einsatzmöglichkeiten: im Naturgarten, in Bauerngärten, für Kräuterrabatte, zur Uferbepflanzung
- Boden: frisch, alkalischer pH, reich an Nährstoffen, im Idealfall leicht salzig, tiefgründig
- Substratbeispiele: sandig-lehmige oder sandig-kiesige Böden
- Bewässerung: bei anhaltender Trockenheit wässern, Staunässe vermeiden, nie bei voller Sonne gießen
- Düngen: jährlich im Frühjahr; sowohl organische als auch mineralische Dünger
- Schnitt: Formschnitt, Pflegeschnitt, Verjüngungsschnitt; im Frühjahr oder im Herbst
- Überwintern: gut frosthart; kein zusätzlicher Winterschutz nötig
- Vermehrung: über Teilung der Wurzeln 
- Aussaat: im Oktober in Aussaatschalen, Umsetzen in Töpfe von März bis April, anschließend pikieren
- Bepflanzung: nach dem Pikieren im Mai; 80cm Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen; 
- Bepflanzungsart: einzeln oder in Gruppen von drei bis fünf Exemplaren
- Schädlinge: Raupen, minierende Insekten und im Sommer Spinnmilben
- Verwendung: als Hustentee, als Beißring für Säuglinge
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