Rhipsalis-Kakteen - Pflege und Arten

Rhipsalis KaktusRhipsalis-Kakteen zählen zu seltenen Sukkulenten, deren Triebe sich zumeist hängend entwickeln. Daher kultivieren die Kakteen-Freunde unter den Hobbygärtnern sie gerne als Ampelpflanze. Es sind etwa 40 Arten bekannt, die



bei richtiger Pflege nicht nur die für Kakteen ungewöhnlichen Blätter oder flechtartig verwobenen Triebe entwickeln, sondern darüber hinaus eine prachtvolle Blüte im Frühjahr. Aus den unzähligen kleinen weißen, cremefarbenen oder rosa Blüten entwickeln sich beerenartige, glatte Früchte. Gerne werden sie als Zimmerpflanzen gehalten, fühlen sich im Sommer aber auch im Garten wohl. Wie alle Kakteen sind sie pflegeleicht und können viele Jahre alt werden.


Pflege

Rhipsalis-Kakteen halten keine Winterruhe und können daher ganzjährig in der Wohnung gehalten werden. Wer ihnen im Sommer den Aufenthalt an der frischen Luft gönnt, wird mit einer reichhaltigeren Blüte belohnt. Da diese Kakteen nicht winterhart sind, müssen sie bei fallenden Temperaturen in Haus geholt werden, in den beheizten Wintergarten oder das Gewächshaus. Im Folgenden werden die wichtigsten Pflegehinweise vorgestellt:
  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • vor praller Mittagssonne schützen
  • im Freien regen- und windgeschützt platzieren
  • nur Gießen bei gut angetrockneter Erde
  • kein kalkhaltiges Leitungswasser
  • ideal ist Regenwasser
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Pflanzballen nicht komplett austrocknen lassen
  • Verdunstungsbehälter sorgen für hohe Luftfeuchtigkeit
  • im Winter zusätzlich wassergefüllte Schalen auf die Heizung
  • alle 14 Tage Kakteendünger verabreichen
  • nur bis zur Knospenöffnung düngen
  • regelmäßig auf Schädlinge untersuchen
  • im Winter seltener wässern
  • nicht während des Winters umtopfen
Rhipsalis im TopfDas ideale Substrat für Rhipsalis-Kakteen ist ein Gemisch aus 2/3 Torf und 1/3 scharfem Sand. Das ist günstiger, als spezielle Kakteenerde zu kaufen, unterstützt das Wachstum und die Blüte aber genauso gut. Da diese Kakteenart nur wenige und recht kleine Wurzeln bildet, ist ein Umtopfen nur äußerst selten erforderlich. Sollte das Pflanzgefäß trotzdem komplett durchwurzelt sein, ist die beste Zeit zum Umtopfen das Frühjahr.

Krankheiten und Schädlinge

Wie die meisten Kakteen, sind auch die Rhipsalis nicht gefeit gegen Krankheiten und Schädlinge. Häufig ist der Befall mit Schmierläusen bzw. Wollläusen zu beobachten, der sich durch feine, wollige Gespinste auf den Blättern und Trieben zeigt. Die winzigen Läuse saugen den Pflanzensaft heraus und schwächen so den Kaktus. Gleichzeitig geben sie ein Gift in die Triebe oder Blätter ab, das eine gelbe Verfärbung verursacht und letztendlich die Rhipsalis sterben lässt. Als erste Maßnahme sollte die befallene Pflanze in Quarantäne, damit sich die Wollläuse nicht noch weiter ausbreiten. Erfolgreich in der Bekämpfung haben sich Pflanzenschutzmittel erwiesen, die aus dem Extrakt des Niem-Baumes produziert werden. Darüber hinaus berichten erfahrene Hobbygärtner von guten Erfahrungen mit den Larven der Florfliegen, die im Fachhandel erhältlich sind. Werden diese Larven in der richtigen Dosierung auf dem befallenen Kaktus ausgebracht, vertilgen sie die Wollläuse restlos.

Rhipsalis vermehren

Diese Kakteen werden vorzugsweise durch Stecklinge vermehrt, die im Frühling oder Sommer von der Mutterpflanze abgeschnitten werden. Die abgetrennten Triebe sind 8 cm bis 15 cm lang. Nach dem Schnitt werden sie einige Tage trocken und kühl gelagert, bis sie in ein geeignetes Kakteensubstrat oder ein Torf-Sand-Gemisch etwa 4 cm tief gesteckt werden. Das Anzuchtgefäß kommt an einen hellen bis halbschattigen Standort, der nicht unter pralles Sonnenlicht gerät. Die optimale Temperatur für diese Phase der Vermehrung liegt bei 20° bis 25° Grad Celsius. Da die Stecklinge eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, wird eine Plastikfolie über das Gefäß gestülpt und mit einem Gummiband befestigt. Um Schimmelbildung zu vermeiden,

wird die Folie täglich für ein paar Minuten gelüftet. Bei dieser Gelegenheit wird geprüft, ob das Substrat leicht feucht ist. Auf keinen Fall darf hier Staunässe entstehen, daher sollte der Anzuchttopf nicht auf einem Untersetzer stehen, in dem sich das Gießwasser sammeln kann. Sobald sich die ersten jungen Triebe zeigen, werden zuerst Luftlöcher in die Folie geschnitten, bevor sie einige Tage später vollständig entfernt wird. So werden die jungen Rhipsalis schrittweise an das Raumklima gewöhnt. Übrigens eignet sich ein altes Aquarium perfekt für die Anzucht der Kaktus-Stecklinge. Dieses wird mit einer Schicht Kies ausgelegt, sodass ganz sicher keine Staunässe entstehen kann. Dann genügt bereits eine Raumtemperatur von 18° Celsius, damit im Aquarium um die 22° Celsius herrschen und so ideale Klimabedingungen für die jungen Pflanzen herrschen.

Rhipsalis - die Kakteen mit den vielen Gesichtern

Rhipsalis ArtWohl kaum eine Kakteen-Gattung präsentiert sich in derart vielgestaltigen Erscheinungsformen, wie die Rhipsalis. Deutsche Hobbygärtner bezeichnen sie als Korallenkaktus, Binsenkaktus, Peitschenkaktus oder Rutenkaktus. Die rund 40 Arten der Rhipsalis erscheinen einmal als Blätterkaktus, dann wieder mit meterlangen, dünnen Trieben oder dreikantigen Verzweigungen. Auf jeden Fall hat der Hobbygärtner die Qual der Wahl, wenn er Rhipsalis in seinem Heim oder im Garten kultivieren möchte. Die pompös überhängend wachsenden Arten sind die idealen Ampelpflanzen, wohingegen die Arten mit den üppigen, kurzen Verzweigungen sich sehr gut im Blumentopf machen. So facettenreich ihre Wuchsformen auch sind; eines haben die Rhipsalis-Kakteen alle gemeinsam: Sie sind denkbar pflegeleicht, solange ihnen der geeignete Standort gegönnt wird. Winterhart sind sie zwar nicht; doch den Sommer verbringen sie gerne an der frischen Luft und bedanken sich dafür mit einer besonders opulenten Blüte. Wer die Gabe von Wasser richtig zu dosieren weiß, wird viele Jahre Freude haben an den zumeist exotisch

anmutenden Kakteen. Gartenfreunde, die nicht genug von ihnen bekommen, können Rhipsalis problemlos mithilfe von Stecklingen vermehren.

Arten der Rhispalis

Die überwiegende Mehrheit der Rhispalis Arten stammt aus Mittel- und Südamerika. Einige Arten wurden auch in Afrika und Brasilien entdeckt. Ihr optisches Erscheinungsbild kann so unterschiedlich sein, dass der Betrachter mitunter recht erstaunt ist, dass sie der Gattung Rhispalis angehören:

Rhispalis aurea
  • Zweige werden bis zu 80 cm lang
  • junge Triebe wachsen aufrecht
  • goldgelbe, glockenförmige Blüten
  • kugelförmige, grüne Früchte
Rhipsalis baccifera
  • bis zu 4 m lange runde Triebe
  • mit steifen Borsten bedeckt
  • weiße Blüten mit 10 mm Durchmesser
  • Blüten erscheinen seitlich
  • weiße bis rosafarbene Früchte
Rhipsalis burchellii
  • 60 cm lange purpurfarbene Triebe
  • wächst breit verzweigt
  • zahlreiche weiße, glockenförmige Blüten
  • leuchtend rote Früchte
Rhipsalis campos-portoana
  • Triebe werden nicht sehr lang, dafür breit verzweigt
  • schöne große, weiße Blüten an den Triebspitzen
  • runde, orangefarbene Früchte
Rhipsalis cassutha
  • auch Korallenkaktus genannt
  • besonders fleischige Blätter
  • kommt auch mit trockener Luft zurecht
  • wächst zuerst aufrecht, später herabhängend
  • viele kleine, weiße Blüten
Rhipsalis cereoides
  • drei- oder vierkantige 10 cm lange Triebe
  • gerade Kanten
  • halb hängend oder aufrecht
  • radförmige, weiße Blüten
  • steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten
Rhipsalis cereuscula
  • bildet reicht verzweigte Triebe
  • Haupttrieb wird bis 30 cm lang
  • an den Triebenden erscheinen weiße Blüten
  • die Triebe sind mit Borsten besetzt
Rhipsalis clavata
  • hängender, üppig verzweigter Wuchs
  • viele weiße Blüten in Glockenform
  • große, rosafarbene Früchte
  • ideale Ampelpflanze
Rhipsalis crispata
  • blattartige, lange abgeflachte Triebe
  • viele kleine cremefarbene Blüten
  • gefährte Kakteen-Art
Rhipsalis crispimarginata
  • herrliche Blatt-Kaktee
  • komplex wachsende Triebe
  • werden bis 2 m lang
  • kleine, weiße bis cremefarbene Blüten
  • viele blassrosa Früchte
Rhipsalis dissimilis
  • auch Rutenkaktus genannt
  • wächst anfangs aufrecht
  • später überhängender Wuchs
  • Triebe drehrund oder dreikantig
  • hellgelbe Blüten
  • rote, runde Früchte
Rhipsalis elliptica
  • strauchig hängender Blatt-Kaktus
  • flache, dunkelgrüne, glänzende Triebe
  • Triebe sind durch Einschnürungen getrennt
  • weiße Blüten erscheinen in Gruppen
  • runde oder längliche rote Früchte
  • eine der attraktivsten Rhipsalis-Arten
Rhipsalis ewaldiana
  • drei- bis vierkantige 50 cm lange Triebe
  • weiße Blüten
  • ideale Topf-Pflanze
  • runde, rosafarbene 8 mm große Früchte
Rhipsalis floccosa
  • zylindrische, 25 cm lange Triebe
  • rot oder purpurn getönt
  • remeweiße oder gelbe Blüten
  • rosafarbene bis rote Früchte
Rhipsalis goebeliana
  • interessante, zweigestaltige Triebe
  • unten rund, zur Spitze hin abgeflacht
  • weiße und rosafarbene Blüten
  • weiße Früchte, rosa angehaucht
  • sehr seltene Art
Rhipsalis grandiflora
  • zierliche lange Triebe
  • in der Spitze leicht rot getönt
  • zwischen 5 cm und 15 cm lang
  • roße, cremeweiße Blüten
  • schöner Kaktus für Kübel
Rhipsalis hoelleri
  • ungewöhnliche, sehr attraktive Art
  • prachtvolle rotglänzende Blüten
  • seltene Kakteen-Art
  • bildet runde, rote Früchte
  • zählt zu den bedrohten Arten
Rhipsalis juengeri
  • sehr dünne Triebe
  • werden bis zu 300 cm lang
  • glockenartige, weiße Blüten
  • Blüten erscheinen zu Zweit
  • purpurfarbene Früchte
  • seltene Art kommt nur in Sao Paulo vor
Rhipsalis lindbergiana
  • stark verzweigte Triebe
  • werden bis 200 cm lang
  • winzige, schwarze Borsten
  • kleine, weiße Blüten
  • zahlreiche hellrote Früchte
Rhipsalis mesembryanthemoides
  • zylindrisch verholzender Haupttrieb
  • wächst bis 40 cm lang
  • zuerst aufrechter, später hängender Wuchs
  • kleine, weiße bis rosafarbene Blüten
  • kugelige, weiße Früchte
Rhipsalis micrantha
  • kräftige, hängende Triebe
  • Triebe entweder flach oder dreikantig
  • rundlich gekerbte Triebe
  • seitlich wachsende, weiße Blüten
  • runde, weiße Früchte
Rhipsalis neves-armondii
  • strauchige Wuchsform
  • runde Triebe bis zu 10 cm lang
  • schöner Topf-Kaktus
  • silberweiße, radförmige Blüten
  • weiße Früchte
Rhipsalis oblonga
  • strauchiger Blatt-Kaktus
  • wellig gerandete Blätter
  • dreikantiger Haupttrieb
  • halb aufrechte Triebe bis 12 cm lang
  • einzelne, weiße Blüten
  • wenige, weiße bis rosafarbene Früchte
  • zählt zu den gefährdeten Arten
Rhipsalis olivifera
  • reich verzweigte, bis 3 m lange Triebe
  • dunkelgrüne Blätter wechseln ins rötliche
  • gelblich-weiße Blüten
  • olivenförmige Früchte mit purpurnen Streifen
  • ein echter Hingucker für die Ampel
Rhipsalis ormindoi
  • hellgrüne, gabelig wachsende Triebe
  • hängender und überhängender Wuchs
  • keulenförmige grüne Seitentriebe
  • magentafarbene Blüten an den Spitzen
  • rangefarbene Früchte
Rhipsalis pacheco-leonis
  • nur spärlich wachsende Triebe
  • unregelmäßiger, verzweigter Wuchs
  • Triebe sind mit Wolle besetzt
  • wenige, kleine weiße Blüten
  • zählt zu den bedrohten Arten
Rhipsalis pachyptera
  • typischer Blatt-Kaktus
  • zwei- bis dreikantige Glieder
  • wird bis zu 100 cm groß
  • wächst weitgehend aufrecht
  • dunkelgrüne Triebe wechseln später ins rötliche
  • gelbe und weiße Blüten erscheinen in Gruppen
  • Früchte sind rund und rot
Rhipsalis paradoxa
  • ausladender, verzweigter Wuchs
  • drei- oder vierkantige, grüne Triebe
  • Triebe zeigen zickzack-förmige Kerben
  • einzeln stehende, weiße Blüten
  • kleine weiße Früchte
Rhipsalis pentaptera
  • wird auch Binsen- oder Rutenkaktus genannt
  • dünne, lange Triebe
  • verzweigter, ineinander verflochtener Wuchs
  • weitgehend aufrecht wachsend
  • daher gut geeignet für Blumenkübel
  • weiße Blüten an den Triebenden
  • weiße bis rosafarbene Früchte
Rhipsalis russellii
  • eine der farbenprächtigsten Arten
  • flache, dunkelgrüne Triebe
  • mit rötlichen bis purpurfarbenen Rändern
  • cremeweiße, seitliche Blüten
  • orangefarbene, runde Früchte 
Rhipsalis teres
  • sehr ungewöhnliches Erscheinungsbild
  • wird auch Korallenkaktus genannt
  • opulent verzweigte, gelbliche Triebe
  • herabhängende Wuchsform
  • gelblich weiße Blüten, einzeln und in Gruppen
  • die ideale Ampelpflanze
Aus diesen Rhipsalis-Arten wurden zahlreiche, teilweise pompös wachsende Hybriden gezüchtet, die im Fachhandel angeboten werden. Die meisten dieser Kakteen haben keine Dornen, dafür aber zahlreiche Blüten und Früchte. In der Regel benötigen diese Kakteen-Arten keinen Rückschnitt. Wem sie jedoch zu lang oder zu groß geraten, kann sie problemlos in die gewünschte Form schneiden. Der Pflanzensaft ist zwar nicht gefährlich giftig, trotzdem trägt der erfahrene Hobbygärtner Handschuhe bei dieser Arbeit.
 
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Tipps für Schnellleser
Pflege-Tipps in Kürze

- Die meisten Rhipsalis-Kakteen wachsen hängend bzw. überhängend mit langen Trieben.
- Sie sind als Ampelpflanzen ausgezeichnet geeignet.
- Rhipsalis werden auch als Korallenkaktus, Binsenkaktus oder Peitschenkaktus bezeichnet.
- Ihre Arten verfügen entweder über Blätter, runde Triebe oder drei- bis vierkantige Zweige.
- Bei richtiger Pflege entwickeln sie prächtige Blüten und attraktive Früchte.
- Rhipsalis sind nicht winterhart, können im Sommer aber in den Garten.
- Die Kakteen sind pflegeleicht und werden nur gewässert, wenn die sie trocken sind.
- Wassergefüllte Schalen auf der Heizung sorgen für mehr Luftfeuchtigkeit.
- Sie vertragen kein kalkhaltiges Leitungswasser; Regenwasser ist besser.
- Staunässe können sie nicht vertragen und werden daher nicht auf Untersetzer gestellt.
- Rhipsalis bevorzugen einen hellen bis halbschattigen Standort ohne pralle Sonne.
- Bis sich die Knospen öffnen, erhalten sie alle 14 Tage etwas Kakteendünger.
- Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, kann aber problemlos ausgeführt werden.
- Die Vermehrung erfolgt vorzugsweise mit Stecklingen.
- Häufig auftretende Schädlinge sind Wollläuse oder Schmierläuse.
- Gegen Schädlinge helfen Niemöl-Produkte oder Florfliegen-Larven.
- Rhipsalis-Kakteen verfallen nicht in einen Winterschlaf.
- Trotzdem werden sie während des Winters seltener gegossen.
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