Gymnocalycium-Kakteen - Pflege und Arten

Gymnocalycium KaktusLeider gibt es keinen gebräuchlichen übersetzten Namen für die Gymnocalycium-Kakteen. Die direkte Übersetzung aus dem botanischen Namen bedeutet „Nackter Blütenkelch“. In der Regel handelt es sich um niedrig wachsende, meist einzeln oder in kleinen Polstern stehende Pflanzen



mit einem kugelförmigen bis kurzzylindrischen Stamm. Charakteristisch sind die 4 bis 15 Rippen, die meist breit gerundet und selten warzig sind. Die meisten dieser Kakteen besitzen Dornen. Diese können sehr variabel sein. Gymnocalycium-Kakteen bleiben klein, deshalb kann man auch mehrere von ihnen in einem Gefäß zusammen kultivieren.


Blüten

Von anderen sind diese Kakteen durch ihre Blütenknospen zu unterscheiden. Sie sind bei Gymnocalycium-Kakteen beschuppt, ebenso wie die Blüten. Das besondere an diesen Kakteen sind die Blüten. Für die kleinen Pflanzen sind diese meist von beeindruckender Größe. Sie öffnen sich tagsüber und sind trichter- oder glockenförmig. Die Blütenfarben gehen von weiß, über gelb und rosa bis kräftig rot.

Gymnocalycium-Kakteen stammen aus Bolivien, dem Süden Brasiliens, aus Paraguay, Uruguay und Argentinien. Es gibt sehr viele Untergattungen und Arten.

Arten von Gymnocalycium-Kakteen

Blüte des Gymnocalycium KaktusDie bekanntesten der Gymnocalycium-Kakteen sind die chlorophylfreien Mutationen, die als „Roter Kugelkaktus“ im Handel angeboten werden. Sie sind nicht grün, sondern eher rot und manchmal auch gelb bis hin zu violett. Man nennt diese Kakteen auch Erdbeerkaktus oder Spinnenkaktus. Sie sind selbst nicht in der Lage Photosynthese zu betreiben. Deshalb werden sie auf einen grünen Kaktus (meist einen Myrtillocactus) aufgepfropft. Es ist ähnlich wie beim Veredeln von Gehölzen. Die Unterlage dient hier als Nährstofflieferant.
  • G. ambatoense – stammt aus Argentinien, wächst einzeln, kugelig, erreicht einen Durchmesser von 15 cm und eine Höhe von 5 bis 10 cm. Er besitzt 9 bis 17 Rippen, einen einzelnen, meist geraden Mitteldorn und neun bis elf leicht gebogene, abstehende Randdornen. Die glockenförmigen, seidigweißen Blüten haben einen hellrosafarbenen Mittelstreifen.
  • G. amerhauseri – stammt ebenfalls aus Argentinien, wächst einzeln und hat dunkelgrüne bis bläulichgrüne Triebe. Seine Form ist abgeflacht kugelförmig bis kugelförmig. Der Kaktus wird nur etwa 2,5 cm hoch mit einem Durchmesser von etwa 5 cm, besitzt meist acht Rippen, einen Mitteldorn und fünf bis sieben Randdornen: Er überzeugt mit trichterförmigen cremeweißen bis hellrosafarbenen Blüten.
  • G. andreae – stammt ebenfalls aus Argentinien. Diese Art besitzt zahlreiche Unterarten, ein kugelförmiges bis niedergedrückt kugelförmiges Aussehen und hat einen Durchmesser bis 15 cm. Der Kaktus wird etwa 5 cm hoch, hat blaugrüne bis blaugraue Triebe, acht bis zwölf Rippen, die deutlich quergefurcht sind, einen Mitteldorn und sechs bis zehn Randdornen. Die Blüten sind blass bis leuchtend schwefelgelb oder weiß bis hellrosafarben.
  • G. baldianum – seine Heimat ist Argentinien. Er wächst einzeln und später in Gruppen, niedergedrückt kugelförmig und hat graugrüne bis blaugrüne Triebe. Sein Durchmesser beträgt etwa 6 cm, seine Wuchshöhe bis 10 cm. Dieser Kaktus hat neun bis elf Rippen und fünf bis sieben Randdornen. Besonders schön sind seine rosaroten bis tiefroten oder purpurfarbenen Blüten.
  • G. bruchii – stammt aus Argentinien und ist ein sehr kleiner, aber vielköpfiger Kaktus mit kugeligem Körper. Er erreicht einem Durchmesser von bis zu 6 cm und Wuchshöhen bis 3,5 cm, hat acht bis 12, manchmal bis 17 Rippen, einen bis drei kräftige Mitteldornen und bis zu 24 kleinere, zarte, bürstenartige Randdornen. Die zart violettrosafarbenen bis weißen Blüten sind nicht ganz so groß, dafür gibt es aber mehrere. Es ist eine reichblühende Art.
  • G.denudatum – stammt aus Brasilien,

    Uruguay, Argentinien und Paraguay und hat einen niedergedrückt kugelförmiger Wuchs und eine glänzend dunkelgrüne Farbe. Sein Durchmesser erreicht 6 bis 8 cm, seine Höhe bis 3 cm. Er besitzt 5 bis 8 sehr breite Rippen und dicke, stark gebogene gelbe Dornen. Außerdem überzeugt er durch seine glänzenden, reinweißen und großen Blüten.
  • G. quehlianum – meist einzeln, hin und wieder auch in Gruppen wachsend. Er besitzt graugrüne, aber rötlich überhauchte Triebe, ein niedergedrückt kugelförmiges Aussehen und einen Durchmesser von 10 bis 15 cm und wird nur 4 cm hoch. Dazu kommen 11 bis 14 niedrige Rippen und fünf bis sieben Dornen und weiße Blüten mit rötlichem Schlund.
  • G. saglione – stammt aus Argentinien und gehört zu den größten Arten. Er erreicht bis 30 cm Durchmesser und wird 90 cm hoch (selten). Seine 13 bis 32 Rippen sind scharf quer gefurcht. Der Kaktus wächst breitkugelig und besitzt eine blaugrüne Farbe. Die Dornen sind leicht zum Körper gebogen, es sind 8 bis 10 Randdornen, bis 4 cm lang. Die Blüten sind weiß oder rötlich, oft erscheinen viele gleichzeitig. Er blüht erst ab einer Größe von etwa 20 cm.
Die Pflege von Gymnocalycium-Kakteen

Gymnocalycium KakteenGymnocalycium-Kakteen sind recht pflegeleicht, wenn der Standort stimmt und exakt gegossen wird. Ansonsten ist nur noch das Pflanzsubstrat wichtig. Diese Kakteen gehören zu den anspruchloseren. Sie sind keine Diven, kommen mit wenig Pflege aus. Zu viel Nässe und Kalk im Boden mögen sie gar nicht. Dafür muss das Substrat leicht sauer sein, sonst gibt es kein Wachstum und kaum einmal Blüten. Im Sommer freuen sich Gymnocalycium-Kakteen über einen Platz im Freien. Zu heiß sollte es aber nicht werden. Im Sommer benötigen die Pflanzen auch recht viel Wasser, im Winter dagegen stehen sie trocken besser. Ansonsten gibt es nicht viel zu

beachten.

Standort

Im Sommer stehen die Gymnocalycium-Kakteen gern im Freien. Sie mögen die Sonne, aber es darf mittags nicht zu heiß werden. Im Winter stehen die Kakteen gern kühl. Auf alle Fälle mögen die Pflanzen viel Licht.
  • Hell mit direkter Sonneneinstrahlung
  • Bei zu wenig Licht geht die charakteristische Kugelform verloren
  • Auch fällt die Blüte nur spärlich aus oder ganz weg.
  • Normale Zimmertemperatur
  • Im Sommer ist ein Standort im Freien empfehlenswert, in der Sonne.
  • 3 Stunden Sonne am Tag reichen aus, es dürfen aber gern mehr sein
  • Der Platz sollte regengeschützt sein. Hin und wieder Wasser von oben ist nicht schlimm, zu viel davon aber schon.
  • Arten aus Gebirgsregionen kommen mit großer Hitze nicht klar. Sie stehen besser nicht zu sonnig, also nicht in der Mittagssonne oder nicht vor einer abstrahlenden Wand. Besonders empfindlich sind G. mostii.
  • Im Winter kühler stellen.
Pflanzsubstrat

gepfropfter GymnocalyciumFür das Gedeihen der Pflanzen ist das Pflanzsubstrat mit ausschlaggebend. Es sollte recht mineralisch sein. Viele Züchter verwenden ein rein mineralisches Substrat, das muss aber nicht sein. Allerdings ist ein schwach saurer Boden wichtig für das Wachsen und Gedeihen und für die Blüte.
  • Humusreiches Substrat + ein Drittel scharfer Sand
  • Gemisch muss locker und durchlässig sein.
  • Ganz wichtig sind ein schwach saurer Boden und ein hoher mineralischer Anteil.
  • Bei alkalischem Boden hört das Pflanzenwachstum auf.
  • Auch kümmern die Wurzeln.
  • Unbedingt kalkfrei!
  • Es wurden auch gute Ergebnis erzielt, bei der Kultivierung in einem rein mineralischen Substrat, z.B. in rotem Ziegelgrus.
Pflanzen

Beim Pflanzen und Topfen muss man natürlich vorsichtig mit den kleinen Gewächsen umgehen. Vor allem die empfindlichen Wurzeln dürfen nicht verletzt werden. Beim Umtopfen empfehlen manche Fachleute eine jährliche Frist, andere dagegen setzen darauf, dass das Erdreich erst völlig durchwurzelt sein sollte. Am besten, man probiert aus, was den Kakteen besser bekommt.
  • Pflanzen und umtopfen am besten im Frühjahr
  • Ausreichend ist in der Regel ein Topf mit 8 cm Durchmesser
  • Umgetopft wird nur, wenn das gesamte Substrat gut durchwurzelt ist.
  • Dann nutzt man einen etwas größeren Topf.
  • Ansonsten nur lockere Erde abschütteln und in den gleichen Topf wieder einsetzen.
Gießen und Düngen

Gymnocalycium ArtBeim Gießen kommt es auf etwas Fingerspitzengefühl an. Im Sommer brauchen die Gymnocalycium-Kakteen reichlich Wasser, aber auf keinem Fall zu viel. Der Boden darf nicht ständig nass sein, aber auch nicht zu trocken. Im Winter dagegen kann man Wasser sparen. Da stehen die Pflanzen besser fast ganz trocken. Gymnocalycium-Kakteen gießt man am besten von unten.
  • Während der Wachstumsphase gleichmäßig feucht halten
  • Nicht zu viel gießen. Die oberste Erdschicht muss immer erst abtrocknen.
  • Am Anfang der Wachstumsperiode die Kakteen bei schönem Wetter mit Wasser übersprühen.
  • Ideal ist es, die Kakteen nur von unten zu gießen, so kann Fäulnis durch anhaftendes Wasser vermieden werden.
  • Kakteen in eine mit etwas Wasser gefüllte Schale stellen und warten, bis sich die oberste Erdschicht feucht anfühlt. Pflanze herausnehmen, kurz abtropfen lassen.
  • Im Winter nur so viel gießen, dass die Erde nicht komplett austrocknet, also nur sehr wenig. Zu wenig gießen ist deutlich ungefährlicher, als zu viel.
  • Düngen nur während der Hauptwachstumszeit alle 14 Tage mit einem kalireichen Volldünger
  • Manche Liebhaber dieser Pflanzengattung empfehlen einen rein mineralischen Dünger, z.B. reinen Granitgrus oder als Alternative roten Ziegelgrus.
Überwintern

Die Überwinterung ist nicht schwer, wenn man ein kühles Zimmer und ausreichend Licht bieten kann. Im warmen Wohnzimmer macht sich die Überwinterung nicht so gut. Oft blühen die Kakteen dann nicht und es kommt häufig zu Schädlingsbefall und Krankheiten.
  • Im Winter ist ein kühler Standort empfehlenswert.
  • Er muss sehr hell sein, am besten sonnenbeschienen.
  • 5 bis 8° C sind für die Überwinterung ideal.
  • Wenig bis gar nicht gießen.
  • Je kühler der Standort, um so weniger Wasser wird benötigt.
  • Zu viel Wasser führt recht schnell zu Fäulnis.
  • Dagegen trocknen die Kakteen nur extrem selten aus.
  • Unbedingt regelmäßig lüften!
Vermehrung

Blüten von GymnocalyciumDie Vermehrung gelingt durch die Abtrennung von Kindel und durch Aussaat. Die Kindel-Version ist deutlich einfacher und geht schnell. Sie gelingt recht zuverlässig. Die Aussaat ist nicht unbedingt schwer, gelingt aber häufig nicht. Oft ist das Saatgut nicht von guter Qualität oder einfach zu alt.
  • Ausläufer mit einem scharfen Messer abtrennen
  • Schnittfläche der Kindel zwei bis drei Tage eintrocknen lassen.
  • Danach Kindel mit der angetrockneten Schnittfläche in einen Topf mit frischer Kakteenerde setzen.
  • Samen - müssen nach Möglichkeit frisch sein, dann ist die Keimrate höher
  • Temperaturen nicht über 20° C 
Krankheiten und Schädlinge

Bei guter Pflege sind die Kakteen nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Trotzdem können diese natürlich auftreten.
  • Schmierläuse - Wollläuse sind gut an ihren weißen, watteähnlichen Gespinsten zu erkennen. Am besten man sammelt sie vorsichtig mit einem Zahnstocher oder ähnlichem ab.
  • Wurzelschädlinge (z.B. Nematoden, Älchen) - oft bemerkt man erst, das man Wurzelschädlinge beherbergt, wenn die Pflanze schon zu sehr geschädigt ist. Man kann dann nicht viel tun. Die Wurzeln spülen hilft, aber meist nur vorübergehend.
Fazit

Gymnocalycium-Kakteen sind pflegeleichte, kleine Kakteen. Sie sind recht gut für Einsteiger geeignet, wenn ein kühles Winterquartier geboten werden kann. Es gibt viele verschiedene Arten und Unterarten, so dass bestimmt jeder eine interessante Art findet. Besonders attraktiv sind die Kakteen natürlich während der Blüte. Man hat die Wahl zwischen Kakteen mit großen Einzelblüten oder solchen mit mehreren etwas kleineren. Das ist Geschmackssache. Ich finde günstig, dass diese Kakteen wirklich nicht viel Pflege benötigen. Wer nicht viel Zeit für die Pflanzenpflege erübrigen kann, der ist mit diesen Exemplaren gut bedient.
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Tipps für Schnellleser
Gymnocalycium-Kakteen - Pflege

- Wörtliche Übersetzung - „Nackter Blütenkelch“
- Niedrige und meist kleine, einzeln oder in kleinen Gruppen wachsende Kakteen
- Besonders große Blüten
- Bekanntester ist der sogenannte Rote Kugelkaktus, der auf einen anderen Kaktus aufgepfropft wird
- Viele Arten - siehe ausführlicher Text
- Pflege recht einfach
- Standort hell, im Sommer im Freien, nicht zu heiß
- Pflanzsubstrat - locker, durchlässig, mit Mineralanteil, unbedingt leicht sauer, kalkfrei
- Pflanzen umtopfen im Frühjahr
- Gießen - im Sommer reichlich und am besten von unten, im Winter fast gar nicht
- Düngen -  während der Hauptwachstumszeit
- Überwinterung - hell und kühl, bei 5 bis 8° C, kaum gießen
- Je kälter das Quartier, um so weniger gießen
- Trockenheit schadet deutlich weniger als Nässe
- Vermehrung durch Aussaat oder Kindel-Abteilung
- Krankheiten - selten, meist Fäulnis und das durch zu viel Feuchtigkeit
- Schädlinge - Schmierläuse und Wurzelschädlinge wie Nematoden und Älchen
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