Traubenheide, Leucothoe - Sorten und Pflege-Tipps

traubenheideMit ihrem immergrünen Blätterkleid und duftiger, weißer Frühlingsblüte, steht die Traubenheide als elegantes Ziergehölz das ganze Jahr hindurch im Rampenlicht der Gartenbühne. Ihre schönsten Sorten begeistern bereits im Austrieb mit bronze-violettem Farbspiel, das nach dezentem Sommergrün im Herbst in ein furioses Feuerwerk der Farben mündet und den Winter hindurch



anhält. Um in den Genuss dieser floralen Darbietungen zu gelangen, müssen Sie nicht auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz als Gärtner zurückgreifen. Wie unkompliziert die Leucothoe im Beet und Kübel zu kultivieren ist, führen unsere Pflege-Tipps vor Augen. Eine handverlesene Auswahl stellt Ihnen die prachtvollsten Hybriden näher vor.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie der Heidekrautgewächse (Ericaceae)
  • Gattung der Traubenheiden (Leucothoe)
  • Beheimatet in Nordamerika und Ostasien
  • Immergrüne und sommergrüne Blütensträucher
  • Ausdauernd und winterhart
  • Je nach Art und Sorte Bildung von Ausläufern
  • Wuchshöhe und -breite 80 cm bis 100 cm
  • Weiße Blüten in Rispen oder Trauben von Mai bis Juni
  • Länglich-lanzettliche, ledrige Blätter
  • Je nach Sorte mit farbigem Austrieb und spektakulärer Herbstfärbung
  • Kugelige, abgeflachte Kapselfrüchte mit 1 mm kleinen Samen
Innerhalb der Gattung unterscheiden die Botaniker insgesamt 7 Arten, aus denen eine Vielzahl dekorativer Hybriden hervorgegangen sind, die sich weltweit als beliebte Ziersträucher in Gärten und Parks etablieren konnten.

Empfehlenswerte Sorten

Die folgenden Hybriden haben den natürlichen Charme der Wildarten bewahrt und trumpfen auf mit wunderschönen Blattfarben und Formen:

Zeblid
Leucothoe PflanzeHier stand die Gebogene Traubenheide (Leucothoe fontanesiana) als Elternteil zur Verfügung, erkennbar an den leicht überhängenden Blütentrieben. Das junge Laub präsentiert sich zur Eröffnung der Saison in leuchtendem Rot und nimmt im Sommer eine dunkelgrüne Farbe an. Ab Herbst prahlt Zeblid dann wiederum mit roten Blättern, die bis weit in den Winter ihre Ausstrahlungskraft bewahren.
  • Wuchshöhe: 80 bis 100 cm
Rainbow
Bei dieser Sorte stand die Bunte Traubenheide (Leucothoe walteri) Pate, erkennbar an weiß, creme oder rötlich panaschierten Blättern entlang von roten Trieben. Wenn sich im Winter der Garten grau-in-grau präsentiert, bringt Rainbow Farbe ins Spiel und lässt die Tristesse im Beet und auf dem Balkon vergessen.
  • Wuchshöhe: 100 bis 130 cm
Tipp: Alle Traubenheiden-Sorten werden ebenso breit wie hoch. Diesem Umstand tragen Sie Rechnung, indem Sie für großwüchsige Hybriden im Beet einen Platz mit einem Quadratmeter Fläche reservieren. Für klein bleibende Kultivare kann dieser Wert halbiert werden.

Curly Red
Die kompakte, kleinwüchsige Züchtung hält sich mit dezentem Grün im Frühling und Sommer bescheiden im Hintergrund. Ab Herbst kommt Cury Red im Beet und auf dem Balkon ganz groß raus, wenn sich ihre gewellten und gedrehten Blätter in einen Hauch von Purpur und Rot hüllen. Den Winter hindurch behält die Sorte ihre romantische Optik, bis im Frühjahr der Reigen mit frisch-grünen Blättern erneut eröffnet wird.
  • Wuchshöhe: 30 bis 45 cm
Carinella
Auf der Suche nach einem ausläuferbildenden Bodendecker mit atemberaubender Attitüde, werden Sie bei diesem Kultivar der Achselblütigen Traubenheide (Leucothoe axillaris) fündig. Carinella startet ins Gartenjahr mit extravagantem Austrieb in sattem Rot. Im Sommer gibt sie sich bescheiden mit einem grünen Laubkleid und unschuldigen, weißen Glockenblüten. Im Herbst kehrt sie wiederum den floralen Vamp heraus, indem sie ein leuchtend rotes bis purpurfarbenes Blätterkleid anlegt.
  • Wuchshöhe: 80 bis 120 cm
Red Lips
TraubenheideWie diese Sorte zu ihrem Namen kam, stellt das florale Juwel im Herbst eindrucksvoll unter Beweis. Zu dieser Zeit nehmen die schmalen, bis zu 8 cm langen Blätter eine tiefrote Farbe an. Bis dahin ist es nicht langweilig mit dem Ziergehölz im Beet

und auf dem Balkon, denn von Mai bis Juni erblühen wunderbar duftende Glöckchen über dem glänzend-grünen Laub.
  • Wuchshöhe: 40 bis 50 cm

Pflege-Anleitung

Wenngleich die prachtvollen Sorten mit individuellen Attributen überzeugen, ziehen sie hinsichtlich ihrer Kultivierung an einem Strang. Die folgenden Pflege-Tipps zeigen auf, worauf die dekorativen Sträucher im Beet und Kübel besonderen Wert legen.

Standort

Einen Platz im vollen Sonnenschein überlässt die Traubenheide gerne anderen Pflanzen des Gartens. Ihre Vorliebe für gemäßigte Lichtverhältnisse erfordern einen Standort mit diesen Rahmenbedingungen:
  • Halbschattige Lage, gerne mit milder Sonne in den frühen Morgenstunden
  • Im Schatten bleiben Blütenfülle und Laubfärbung hinter den Erwartungen zurück
  • Feuchtes, humoses Erdreich mit gutem Wasserabzug
  • Ein saurer pH-Wert von 4,5 bis 5,5
Ihre Vorliebe für lichtarme, feuchte Lagen qualifiziert die Traubenheide somit zum idealen Zierstrauch auf dem Grab und als augenfällige Unterpflanzung von Nadelgehölzen oder Moorbeetpflanzen, wie Rhododendron.

Tipp: Verwenden Sie als Substrat für die Kultivierung im Kübel handelsübliche Moorbeet- oder Rhododendronerde. Diese saure Spezial-Blumenerde erfüllt alle Voraussetzungen, damit sich Traubenheide vital und gesund entwickelt.

Gießen

Gießen Sie Ihre Traubenheide reichlich und regelmäßig, denn selbst kurzzeitige Trockenheit erträgt das Ziergehölz nur schwer. Während warmer Sommertage prüfen Sie daher bitte an jedem Morgen, ob das Substrat angetrocknet ist. In Topfkultur ist es unter Umständen täglich erforderlich, die Pflanze zu wässern. Zu Staunässe darf es dennoch nicht kommen, da in diesem Fall die Wurzeln verfaulen. Verwenden Sie ausschließlich gesammeltes Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser, damit der pH-Wert im Boden nicht in die Höhe schnellt.

Düngen

LeucothoeDer Nährstoffbedarf von Traubenheide ist gering bis mäßig. Im Beet bringt eine organische Düngung mit saurem Laub- oder Nadelkompost im April das Wachstum in Schwung. Wiederholen Sie diese

Düngergabe bis September in monatlichen Intervallen. Arbeiten Sie das organische Material nur ganz leicht in den Boden ein, da sich die Wurzeln direkt unter der Erdoberfläche befinden. Gießen Sie anschließend nach mit weichem Wasser. Steht im Garten kein saurer Kompost zur Verfügung, deckt die zweimalige Gabe von Langzeitdünger im April und Juni den Bedarf ab.
Pflegen Sie Traubenheide im Kübel, verabreichen Sie von April bis September alle 4 Wochen einen Flüssigdünger für Moorbeetpflanzen und gießen reichlich bemessen nach.

Tipp: Überbrausen Sie im August und September die Erde wiederholt mit Beinwelljauche. Dieser organische Flüssigdünger ist reich an Kalium und stärkt die Frosthärte innerhalb der Pflanzenzellen.

Überwintern

Je bunter das Farbenspiel der Blätter, desto geringer die Winterhärte von Leucothoe. Es ist daher sinnvoll, vor dem Einzug des Winters diese Vorkehrungen zu treffen:
  • Vor dem ersten Frost den Boden im Beet 5-6 cm hoch mulchen mit Laub, Stroh oder Nadelreisig
  • An wintersonnigen Lagen ein Schattierungsnetz aufspannen
  • Kübel auf einen Holzblock stellen und umhüllen mit Vlies oder Folie
Da eine Traubenheide im Winter weiterhin Wasser verdunstet, gießen Sie an frostfreien Tagen, sofern der Schnee ausbleibt.

Schneiden

Unmittelbar nach der Blüte ist der beste Termin für den Rückschnitt. Kürzen Sie im Juni zu lange Triebe auf die gewünschte Länge ein, hat die Traubenheide noch genügend Zeit, um für ihr herbstliches Blätterkleid erneut auszutreiben. Theoretisch ist ein Schnitt im zeitigen Frühjahr ebenfalls möglich. Diese Terminwahl ist allerdings beeinträchtigt durch einen möglichen Ausfall der Blüte. Greifen Sie bereits im Januar/Februar zur Schere, können die frostempfindlichen Zweige erheblich zurückfrieren. Zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr spricht hingegen nichts gegen ein gründliches Auslichten, indem Sie alle alten, abgestorbenen Äste bodennah entfernen.

Vermehren

Hat die zauberhafte Traubenheide Sie in den Bann geschlagen, ziehen Sie im Verlauf des Sommers ganz einfach weitere Gehölze heran. Zu diesem Zweck trennen Sie bewurzelte, halb verholzte Ausläufer ab. Diese pflanzen Sie zunächst in einen kleinen Topf mit Anzuchterde. Am halbschattigen, geschützten Standort halten Sie das Substrat kontinuierlich leicht feucht, während der Steckling emsig sein Wurzelsystem ausbreitet. Den Winter hindurch pflegen Sie die Jungpflanzen im hellen, frostfreien Raum. Bis zum nächsten Frühling haben sich die Ableger in kräftige Leucothoe verwandelt und können ausgepflanzt werden.

traubenheideIn wintermilden Lagen setzen Sie die bewurzelten Ausläufer am geschützten Standort sogleich in die Beeterde, sodass Sie den Jungpflanzen das strapaziöse Umsetzen ersparen können. In diesem Fall ist ein umfangreicher Winterschutz in Form von Vlies oder eines Folientunnels unverzichtbar, da sich junge Traubenheide ihre Frostfestigkeit erst im Laufe der Jahre erarbeiten muss.

Fazit

Mit der Traubenheide hält ein Ziergehölz Einzug in Ihr grünes Reich, das ganzjährig auf beiden Seiten des Gartenzauns alle Blicke auf sich zieht. Zu jeder Jahreszeit überrascht eine Leucothoe mit einem Wechselspiel der Farben, gepaart mit einer duftenden Blüte im Mai und Juni. Grund genug, sich aus unserer handverlesenen Sorten-Selektion die persönlichen Favoriten für Beet und Kübel zu erwählen. Die Pflege geht ganz einfach von der Hand. Solange der Wurzelbereich nicht trockenliegt und von April bis September Nachschub an Nährstoffen bereitsteht, gibt sich der Blütenstrauch zufrieden. Wer mag, schneidet zu lange Triebe gleich nach der Blüte zurück. Da die schönsten Sorten nicht vollkommen winterhart sind, hält eine dicke Laubschicht klirrenden Frost im Beet auf Abstand.
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Tipps für Schnellleser
- Halbschattiger Standort
- Feuchter, humoser Boden ohne Staunässe
- Saurer pH-Wert von 4,5 bis 5,5
- Rhododendronerde oder Moorbeeterde als Topfsubstrat
- Regelmäßig gießen mit kalkfreiem Wasser
- Von April bis September monatlich düngen mit Laubkompost
- Alternativ im April und Juni einen Langzeitdünger verabreichen
- Im Beet als Winterschutz 5 cm hoch mulchen mit Laub oder Stroh
- Kübel auf Holz stellen und ummanteln mit Vlies
- Im Winter ab und zu gießen an frostfreien Tagen
- Rückschnitt bei Bedarf unmittelbar nach der Blüte oder im Frühjahr
- Alljährlich gründlich auslichten, um eine Verkahlung zu verhindern
- Vermehrung durch Abtrennung bewurzelter Ausläufer im Sommer
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