Japanischer Ahorn - Pflege, Schneiden & Vermehren

Japanischer AhornDer Japanische Ahorn (Acer japonicum) ist ein kleiner Baum oder auch Strauch, der wie der Name schon vermuten lässt, aus Japan stammt. Er kann bis 10 Meter hoch werden. Auffallend ist die Herbstfärbung. Die Blätter wechseln dann die Farben, werden leuchtend gelb, orange



und rot. Aber auch die Blüten sind nicht ohne. Zwar sind sie nicht groß, aber sie fallen trotzdem auf. Es sind Trugdolden (10 bis 15 Blüten, lang gestielt). Die Blüten haben purpurrote Kelch- und rosa Kronblätter.

Zwei weitere Besonderheiten zeichnen den Japanischen Ahorn aus, spezielle Blatt- und eine ganz eigene Wuchsform. Die Pflanzen sind gut als Solitär geeignet, so erzielen sie die beste Wirkung. Viele Sorten sind auch für die Haltung in Pflanzgefäßen ideal. In typischen Japangärten findet man meist mehrere Japanische Ahornbäume. Auch das gibt ein harmonisches Bild.

Viele Anbieter fassen die speziellen Japanischen Ahorne (Acer japonicum) und die Fächer-Ahorne ( Acer palmatum) zusammen zu einer Art. Manchmal kommt noch der Gold-Ahorn (Acer shirasawanum ’Aureum’) dazu. Es gibt etwa 400 bis 500 Sorten. Alle fallen durch ihr Laub, ihre Wuchsform und viele durch spektakuläre Herbstfärbung auf. Besondere Wirkung entfalten die farbigen Bäumchen vor einem grünen Hintergrund, also vor einer Hecke. Alle Japanischen Ahorne können recht gut unterpflanzt werden. Das Wurzelwerk ist eher locker verzweigt und besitzt einen geringen Feinwurzelanteil.


Besonders schöne Sorten für den Hausgarten
  • Cristatum - gekräuselte Blätter, bizarrer Wuchs, schmal, aufrecht, tolle Herbstfärbung in kräftigem Orange, auch für Pflanztrog geeignet, wächst etwa 15 cm im Jahr
  • Orangeola - orangeroter Blattaustrieb, im Sommer braunrot, im Herbst leuchtend orangerot, Wuchs breit ausladend, fontänenartig herabhängende Zweige, Solitär, Kübelhaltung möglich, wächst etwa 10 cm im Jahr, wird aber breit, etwa 150 bis 200 cm
  • Osakazuki - dunkelgrüne, rotbraun gesäumte Blätter, tolle Herbstfärbung in leuchtendem Rot, aufrechter Wuchs, braucht viel Platz, wächst etwa 13 cm im Jahr
  • Bloodgood - tiefroter Blattaustrieb, später dunkelrotbraun, keine spezielle Herbstfärbung, braucht viel Platz nach der Seite, Solitär, wächst 20 cm im Jahr
  • Englishtown - purpurrote Laubfarbe, keine spezielle Herbstfärbung, wächst breit und trichterförmig, schwachwüchsig, wird aber breiter als hoch, gut für Kübel
  • Nicholsonii - zimtrote Blätter, im Sommer intensiv grün, markanter Wuchs, trichterförmig, wächst etwa 13 cm im Jahr
  • Oridono nishiki - tolle Belaubung - unregelmäßig cremeweiß, flamingorosa und froschgrün, auch Rinde ist bunt, Herbstfärbung gelborange bis purpurrot, raschwüchsig, straff aufrecht, wächst etwa 22 cm im Jahr, gut als Solitär oder im Kübel
  • Sango kaku - Blätter grün, junge Zweige korallenrot, Herbstfärbung goldgelb, straff aufrechter Wuchs, wächst ca. 18 cm im Jahr, wunderschöne Kontraste
Japanischer Ahorn - Pflege

Japanischer Ahorn im HerbstDer Japanische Ahorn ist recht pflegeleicht. Wichtig für einen guten Wuchs und einen gesunden Baum sind der entsprechende Standort, die Bodenvorbereitung bei der Pflanzung und das richtige Wässern. Ansonsten hat man nicht viel zu tun. Der Schnitt beschränkt sich auf das herausschneiden kranker oder abgestorbenen Triebe. Gedüngt wird auch nur einmal jährlich. Die meisten der Ahorne sind ausreichend winterhart. Nur getopfte Exemplare brauchen etwas Schutz. Insgesamt ein wunderbares Gartengehölz, das nicht viel Zeit in Anspruch nimmt.
Standort, Substrat und Pflanzung sind größtenteils verantwortlich für die tolle Laubfärbung. Nur wenn die Pflanze sich wohlfühlt, bringt sie die tollen Farben hervor.

Standort

Der Standort ist von größter Wichtigkeit. Die einzelnen Sorten haben da recht unterschiedliche Wünsche. Diese sollte man kennen und erfüllen, sonst hat man nicht viel Freude an seinem Japanischen Ahorn.
  • Sonniger bis lichtschattiger Standort
  • Viele Sorten

    vertragen knallige Sonne, brauchen diese regelrecht, um die schönen Farben auszubilden.
  • Einige der Ahorngewächse vertragen aber Sonne nicht gut. Beim Kauf also auf die Sortenbezeichnung achten und dann unbedingt nachschlagen, wie der Standort sein soll.
  • In den ersten Jahren kann es bei den Blättern zu Verbrennungen kommen, das gibt sich aber mit der Zeit.
  • Empfehlenswert für alle ist ein windgeschützter Platz, damit die Blätter nicht zerfleddern.
  • Außerdem ist ein zugiger Standort oft verantwortlich für verbrannte Blattspitzen (Blattspitzendürre).
  • Teich- oder Wassernähe bringt eine höhere Luftfeuchte, hilft den Bäumchen, sich wohler zu fühlen.
Pflanzsubstrat

Auch beim Substrat sollte man den Gehölzen entgegenkommen. Der Boden muss locker und sehr durchlässig sein. Obwohl viele der Ahorne gern etwas feuchten Boden mögen, Staunässe ist Gift für sie.
  • Frischfeuchter, saurer bis neutraler, nährstoffreicher, sandiger bis lehmig-humoser Boden
  • Schwere Lehmböden müssen mit Sand oder Torf gemischt werden.
  • Normalen Gartenböden tut die Untermischung von verrottetem Laubkompost gut.
  • Wichtig bei Kübelhaltung ist eine Drainage im Topfboden.
  • Staunässe wird nicht vertragen!
  • Verbrennungen an den Blättern kann man durch eine höhere Luftfeuchtigkeit vermeiden. Deshalb ist eine Mulchschicht über der Erde empfehlenswert.
  • Für Kübelpflanzen auch das Kübelpflanzensubstrat verwenden.
Pflanzen

Blätter des japanischen AhornsDas Pflanzen eines Japanischen Ahorns ist nicht weiter schwer. Man muss ein ausreichend großes Pflanzloch ausheben, die Erde gut auflockern und das Substrat entsprechend vorbereiten. Bei der Kübelpflanzung ist ein ausreichend großes Gefäß erforderlich. Wichtig ist eine Drainage im Gefäß.
  • Da die Ahornbäume keine nassen Füße mögen, ist es ideal, diese auf einen kleinen Hügel zu pflanzen. So kann überschüssiges Wasser gut ablaufen.
  • Nie einen Japanischen Ahorn an einen Platz pflanzen, wo zuvor einer mit Verticillium-Welke gestanden hat. Da hilft auch kein Erdaushub und Tausch!
  • Vor dem Pflanzen Boden großflächig auflockern, mindestens 30 cm tief, besser 50 cm. So wird die Luftzirkulation

    verbessert.

Gießen und Düngen

Der Japanische Ahorn ist im Gegensatz zum normalen Ahorn ein Flachwurzler. Das heißt, es wird viel Wasser verdunstet. Ältere Exemplare kommen mit Wassermangel ganz gut zurecht, junge und frisch gepflanzte Exemplare nicht.
  • Im Sommer braucht der Japanische Ahorn reichlich Wasser.
  • Am besten ist, morgens oder abends, bei großer Hitze auch beide Male zu gießen.
  • Nicht über die Blätter gießen, das führt zu Verbrennungen.
  • Düngen im Frühjahr. Am besten mit Depotdünger, dann reicht diese einmalige Gabe für das gesamte Jahr.
  • Im Herbst kann mit Patentkali gedüngt werden, das sorgt dafür, dass die Ahorne den Winter besser überstehen.
  • Im Kübel ist eine andere Düngung erforderlich. Man nutzt am besten umhüllten Langzeitdünger. 1 g/l Substrat sollte ausreichen.
Schneiden

Ein Schnitt würde die charakteristische Wuchsform verändern und das wäre echt schade. In den meisten Fällen ist es nicht notwendig zu schneiden. Allerdings ist es wichtig, bei der Pflanzung zu bedenken, wie groß der Ahorn wird und dafür genug Platz zu haben.
  • Schneiden nur selten und nur, um abgestorbene oder kranke Äste und Triebe zu entfernen.
  • Nur bei starkwüchsigen Sorten empfiehlt es sich, im Juni oder Juli die Triebspitzen über einer Knospe etwas einzukürzen.
  • Nach dem Winter müssen auch erfrorene Triebspitzen entfernt werden.
  • Von einem Winterschnitt ist dringend abzuraten, denn die Schnittstellen verheilen nicht mehr. Dort können Pilzsporen eindringen.
Überwintern

Die meisten im Handel erhältlichen Japanischen Ahorne sind ausreichend winterhart. Gefährlich sind lediglich sehr kalte Ostwinde. Die können schon Schäden anrichten. Deshalb ist ein windgeschützter Standort so wichtig.
  • Für die meisten Japanische Ahorne ist kein Winterschutz erforderlich. Lediglich Pflanzkübel sollten etwas eingepackt und auf Styropor oder Holzleisten gestellt werden.
  • Wichtig ist, dass die Triebe des Baumes gut ausreifen. Deshalb darf nach Ende Juli keinesfalls mehr Stickstoff gedüngt werden.
  • Wichtig ist, die Pflanze vor Spätfrost zu schützen, wenn die Blätter schon an- oder ausgetrieben sind. Dagegen hilft eine Abdeckung mit Vlies.
  • Bei Kübelhaltung ist der Wasserabzug im Winter besonders wichtig. Auch sollten die Gefäße geschützt aufgestellt werden. Wichtig ist ein windabgewandter Standplatz.
Vermehren

Japanischer AhornDer Japanische Ahorn ist durch Stecklinge zu vermehren, obwohl das die Spezialgärtnereien natürlich nicht gerne sehen.
  • Man schneidet weiche, noch nicht verholzte oder zumindest nur leicht verholzte Stecklinge und steckt diese in Lavagranulat (Körnung 1mm). Die Blätteranzahl reduzieren, um eine Verdunstung über die Blätter zu verhindern. Zwei bis drei Blättchen reichen aus. Triebspitze abschneiden.
  • Als Gefäße eignen sich so genannte Jiffy-Pots.
  • Oft ist es sinnvoll, ein Bewurzlungshormon zu verwenden.
  • ne feuchtwarme Umgebung fördert das Bewurzeln.
  • Hell stellen, aber keine Sonne.
  • Das Substrat feucht, aber nicht nass halten.
  • Lüften nicht vergessen.
  • Es dauert etwa 8 Wochen, bis sich kleine Wurzeln ausgebildet haben.
  • Die beste Zeit zur Stecklingsvermehrung ist Ende Mai bis Ende Juni.
  • Eigentlich geht es ganz einfach.
Krankheiten und Schädlinge

Japanischer Ahorn ist von der Verticillium-Welke bedroht, einer Pilzerkrankung. Die Erreger befinden sich in der Erde und gelangen über die Wurzeln in den gesamten Baum. Das Ergebnis sind erschlaffte Blätter und abgestorbene Zweige. In der Regel ist das Gehölz nicht mehr zu retten. Es gibt kein Fungizid, um den Pilz zu bekämpfen. Auch ein Schnitt bringt keine Hilfe. Man kann nur vorbeugen. Deshalb ist der passende Standort so wichtig. Auch muss der Boden gut vorbereitet werden.

Totalausfälle können manchmal durch großzügiges Herausschneiden erkrankter Zweige verhindert werden. Unbedingt auf saubere Schnittwerkzeuge achten, am besten desinfizieren.

Ansonsten sind die Bäume recht gesund und werden auch von Schädlingen nicht großartig heimgesucht.

Fazit

Der Japanische Ahorn ist ein Traum, wenn er seine Farben zeigt und seinen speziellen Wuchs. Es gibt Sorten, die sind recht empfindlich um nicht zu sagen, ziemliche Mimosen, aber viele sind gesund und weniger anspruchsvoll. Ein Japanischer Ahorn steht ganz oben auf meiner Wunschliste, aber für diesen Garten jetzt sind sie ungeeignet. Bei uns ist es viel zu windig. Ich sage immer, wir wohnen in einem Windkanal. Aber er ist vorgemerkt, obwohl ich noch nicht weiß, für welche Sorte ich mich entscheiden würde. Vielleicht werden es auch zwei.

Auf alle Fälle ist so ein Bäumchen ein richtiger Hingucker. Er braucht auch nicht viel Pflege. Ideal ist die Kultur im Pflanzkübel. Dann kann man ihn im Sommer etwas aus der Mittagssonne nehmen, die oft nicht so gut vertragen wird und im Winter sehr geschützt aufstellen. Ich finde diese Gehölze einfach Klasse.
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Tipps für Schnellleser
Japanischer Ahorn - Tipps zur Pflege

- Wunderschöne, speziell geformte, meist kleine Bäumchen mit intensiver Laubfärbung
- Besonders schöne Sorten – siehe Haupttext
- Für die intensive Farbe ist der richtige Standort wichtig, geeignetes Substrat und die richtige Pflanzung.
- Standort ist abhängig von der Sorte, meist sonnig, ohne die knallige Mittagssonne im Sommer
- Wichtig ist ein windgeschützter Platz
- Ideal ist Wassernähe – für eine höhere Luftfeuchte
- Pflanzsubstrat – durchlässiger, frischfeuchter, saurer bis neutraler, nährstoffreicher, sandiger bis lehmig-humoser Boden
- Keine Staunässe!
- Boden muss tief aufgelockert werden – Verbesserung der Luftzirkulation
- Im Sommer reichlich gießen, nicht über die Blätter.
- Düngen im Frühjahr mit Langzeitdünger.
- Regelmäßiger Schnitt nicht erforderlich, zerstört die charakteristische Wuchsform.
- Schneiden nur kranke, abgestorbene oder erfrorene Triebe.
- Überwinterung meist problemlos, wenn windgeschützt gepflanzt.
- Kübel schützen!
- Pflanzen vor Spätfrost schützen.
- Vermehrung durch Absenker.
- Krankheiten – Verticillium-Welke – führt oft zum Tod
- Kein Mittel zum Vorbeugen oder Heilen.
- Deshalb sind der passende Standort und gutes Substrat so wichtig.
 
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